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Livius, ab urbe condita III, 19-29

Charakterisierung des L. Quinctius Cincinnatus unter besonderer Berücksichtigung seiner Reden

Titel: Livius, ab urbe condita III, 19-29

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Martin Hoffmann (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1 Einleitung
Zum Suffektkonsul gewählt, macht sich Cincinnatus durch sein moralerfülltes, parteiloses und konsequentes Reden und Handeln eigentlich auf keiner Seite des Staates sonderlich beliebt, da er gegen alle Parteien auf die eine oder andere Art Maßnahmen ergreift. Trotzdem wird er angehalten länger als vorgesehen im Amt zu bleiben, und trotz seiner Verweigerung wird in einer großen Bedrohung des Staates der Ruf nach gerade ihm laut, den Staat zu retten.
Spes unica imperii populi Romani, L. Quinctius […]
Wer war der Mann, der von Livius so gepriesen wird, könnte man fragen. Noch eher muss man allerdings fragen, wie der Autor den Charakter dieses wichtigen Mannes zeichnet und wie er dabei mit den vagen historischen Fakten umgeht. Außerdem wird zu untersuchen sein, auf welche Art und Weise, durch welche Mittel also, er es schafft ein aussagekräftiges Bild des Protagonisten zu entwerfen.
Diese Fragen sollen anhand ausgewählter Passagen textnah beantwortet werden. Dazu werden inhaltliche Fragen und sprachliche sowie stilistische Aspekte mehr zweckgebunden denn vollständig ins Auge gefasst und für die Charakterzeichnung des Protagonisten Quinctius Cincinnatus produktiv gemacht. Eine Einordnung in Buch 3 seines Werks und in den livianischen Redengebrauch werden der Interpretation in gebotener Kürze vorausgeschickt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hinführung

3 Interpretation

3.1 Einbindung von III 19-29 in Buch 3 und Gliederung

3.2 Reden bei Livius

3.3 Charakterisierung

3.3.1 Direkte Reden

3.3.2 Indirekte Reden

3.3.3 Taten

3.3.4 Parallelen bei Dionysios v. Halikarnassos

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung des L. Quinctius Cincinnatus in den Kapiteln 19 bis 29 des dritten Buches von Livius' Geschichtswerk Ab urbe condita, mit besonderem Fokus auf die rhetorische Gestaltung seiner Reden und sein Handeln in einer politischen Krisenzeit.

  • Analyse der narrativen und rhetorischen Mittel zur Charakterzeichnung durch Livius.
  • Untersuchung der direkten und indirekten Reden sowie der Taten des Protagonisten.
  • Einordnung der Cincinnatus-Episode in den strukturellen Kontext des dritten Buches.
  • Vergleichende Gegenüberstellung der Darstellung bei Livius mit der bei Dionysios von Halikarnassos.
  • Reflexion des Bildes von Cincinnatus als Ideal des römischen Staatsmannes.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Direkte Reden

L. Quinctius findet einen unmittelbaren Einstieg in seine überdurchschnittlich lange Rede vor der Plebs, indem er den Bezug zum Volkstribun Aulus Verginius (461-457) und die Parallele zum Anführer des Sklavenaufstands, Appius Herdonius, herstellt. Durch die Formulierung des ersten Satzes als Frage ist sofort die Aufmerksamkeit des Publikums gewonnen. Hercule unterstützt diesen Effekt und verdeutlicht das leidenschaftliche Eintreten des Sprechers für seine Sache. Das folgende qui soll äquivalent zu si quis sein und hier das Interesse des Lesers erregen und so auf die Worte des Sprechers richten. Da ihm nun alles Gehör gilt, bringt Cincinnatus seinen schweren Vorwurf gegen den Tribunen, indem er ihn dem hostis Herdonius sehr nahe bringt; Hat Verginius doch die direkt adressierte Menge (vobis) schutzlos ihrem Schicksal überlassen.

In 19,7 wird das nächste Thema mit einer weiteren Frage eingeführt, die zudem unvermittelt mit et begonnen wird. Als Einschub nutzt der Sprecher eine alte, ursprünglich sakrale Formel pace loquar, die er jedoch auf die beiden Konsuln – seinen Kollegen und seinen ums Leben gekommenen Vorgänger – bezieht. Mit diesem fulminanten Auftakt wendet er sich direkt an und gegen die Menge (vos), der Vorwurf ist schwerwiegend und wird durch den folgenden, prägnanten Satz pudet deorum hominumque mit weiterer Spannung, nun auch mit göttlichem Bezug, geladen. Cincinnatus zeigt sich vom geschehenen Unrecht aufgebracht und lässt sich zur Übertreibung hinreißen: die Feinde seien überall gewesen, alles sei entweiht worden. Capti et deleti eramus steht wirkungsvoll am Ende der nächsten Passage 19,8, in welcher der Sprecher die Folgen der fehlgeleiteten Politik bespricht, die in der Abhängigkeit von der Rettung durch Tusculum resultierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Charakterisierung des Cincinnatus bei Livius und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand ausgewählter Textpassagen.

2 Hinführung: Hier werden die historischen Hintergründe der Jahre 460 bis 458 v. Chr. sowie die Quellenlage bei Livius kurz erläutert.

3 Interpretation: Dieser Hauptteil analysiert die Einbindung des Abschnitts in Buch 3, den Redengebrauch bei Livius und die verschiedenen Aspekte der Charakterisierung des Cincinnatus.

3.1 Einbindung von III 19-29 in Buch 3 und Gliederung: Dieses Kapitel verortet den betrachteten Textabschnitt strukturell innerhalb der ersten Pentade und des dritten Buches von Livius.

3.2 Reden bei Livius: Es erfolgt eine allgemeine Untersuchung zu Zahl, Umfang und Art der antiken Reden im Geschichtswerk des Livius.

3.3 Charakterisierung: Dieser Abschnitt dient als Rahmen für die systematische Unterteilung der Charakterdarstellung in direkte Reden, indirekte Reden und Taten.

3.3.1 Direkte Reden: Detaillierte Interpretation der direkten Reden des Cincinnatus in den Kapiteln 19, 20, 21 und 29.

3.3.2 Indirekte Reden: Untersuchung ausgewählter Beispiele indirekter Rede zur Verdeutlichung der Entschlossenheit und des Charakters des Diktators.

3.3.3 Taten: Analyse der Umstände von Cincinnatus' Ernennung zum Diktator und seiner Abdankung als Beleg für sein vorbildliches Verhalten.

3.3.4 Parallelen bei Dionysios v. Halikarnassos: Ein Vergleich der livianischen Darstellung mit der des Dionysios von Halikarnassos unterstreicht die unterschiedliche Akzentsetzung bei beiden Autoren.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese des Charakterbildes von Cincinnatus als Musterbild des römischen Staatsmannes bei Livius ab.

Schlüsselwörter

Livius, Ab urbe condita, L. Quinctius Cincinnatus, Charakterisierung, Rhetorik, Römische Geschichte, Antike Geschichtsschreibung, Direkte Rede, Indirekte Rede, Diktatur, Republikanische Werte, Dionysios von Halikarnassos, Politisches Handeln, Senat, Volkstribune.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen und rhetorischen Charakterisierung von L. Quinctius Cincinnatus in einem spezifischen Abschnitt des dritten Buches von Livius' Geschichtswerk.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die politische Rolle des Cincinnatus, die antike rhetorische Praxis, die Darstellung von Führungsfiguren in Krisenzeiten sowie die moralischen Wertevorstellungen im römischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, durch welche Mittel und stilistischen Strategien Livius ein aussagekräftiges, konsistentes Charakterbild des Cincinnatus entwirft, um ihn als idealen Staatsmann darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine textnahe Interpretation, die inhaltliche, sprachliche und stilistische Aspekte einbezieht und durch einen komparatistischen Vergleich mit Dionysios von Halikarnassos ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die direkten und indirekten Reden, die Taten des Cincinnatus sowie seine Einbettung in den historischen Kontext der Jahre 460 bis 458 v. Chr.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Livius, Cincinnatus, Charakterisierung, Rhetorik, antike Geschichtsschreibung, Diktatur und republikanische Tugenden.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Livius von der bei Dionysios von Halikarnassos?

Dionysios zeichnet Cincinnatus verstärkt als landverbundenen Familienvater in einem Konflikt zwischen privatem und öffentlichem Interesse, während Livius den Fokus stärker auf die dramatische Führung und die staatspolitische Moral legt.

Welche Bedeutung misst Livius den Reden des Cincinnatus bei?

Livius nutzt die Reden als wirkungsvolles kompositorisches Mittel, um die Entschlossenheit, das Rechtsverständnis und die Unparteilichkeit des Cincinnatus gegenüber Senat und Plebs zu inszenieren.

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Details

Titel
Livius, ab urbe condita III, 19-29
Untertitel
Charakterisierung des L. Quinctius Cincinnatus unter besonderer Berücksichtigung seiner Reden
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Martin Hoffmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V192948
ISBN (eBook)
9783656181644
ISBN (Buch)
9783656182009
Sprache
Deutsch
Schlagworte
livius charakterisierung quinctius cincinnatus berücksichtigung reden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Hoffmann (Autor:in), 2011, Livius, ab urbe condita III, 19-29, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192948
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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