Karl der Große gilt als einer der wohl markantesten Persönlichkeiten des Mittelalters, der das Römische Reich wiederbelebte und von Zeitgenossen als „Vater Europas“ genannt wurde. Über sein Leben, seine Taten und sein Vermächtnis wird heute noch geschrieben, diskutiert und gestritten. Berühmt wurde Karl nicht zuletzt durch seine kirchenorientierte Politik und die daraus resultierenden Klosterreformen. Die Thematik der Laienäbte ist eng mit der Klosterpolitik und ihrer Entwicklung während der Regierungszeit Karls des Großen verbunden. Während die Klöster immer mehr weltliche Aufgaben übernahmen und durch reiche Schenkungen wie Privilegien an Prestige zunahmen, rückten die Laienäbte immer mehr ins Negative. Einer der Hauptvorwürfe gegen diese ist der Verweis auf ihr theologisch gesehen unspezifisches Verhalten gegenüber dem Konvent und seinen Mitgliedern, hier sind Stichwörter wie der Verfall des geistlichen Lebens sowie die Entfremdung und Ausbeutung des Klostergutes zu nennen. Unter Berücksichtigung der Forschungslage soll hier der Versuch unternommen werden dieses einseitig negativen Bildes des Laienabbatiats zu wiederlegen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Entwicklung des Klosterwesen und der Funktion der Äbte, die sich immer mehr von ihren geistlichen Aufgaben lösten und stärker in das weltliche und politische Geschehen im Reich integriert wurden, um schließlich als weltliche Führer (Laienäbte) über die Klöster zu herrschen. Der erste Abschnitt dieser Arbeit befasst sich mit der Klosterpolitik Karls des Großen. Hier soll die Entwicklung der weltlichen Verpflichtungen sowie ihrer Ursachen geschildert werden. Welche Motivation steckt hinter Karls Klosterpolitik? Aus der Untersuchung der Klosterpolitik resultiert der zweite Teil der Arbeit, nämlich die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Äbte und ihrer Klöster. Wie entwickelte sich das Verhältnis des Abbatiats zu Kirche und der Welt? Eine Schilderung der Entwicklung der weltlichen Verpflichtungen der Äbte; speziell der Laienäbte und der damit zusammenhängende Kritiken des Laienabbatiats werden die Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Die Politik Karls des Großen.
- 2.1. Die Kirchenreform.
- 2.2. Die Klosterpolitik.
- 3. Zur Entwicklung des Laienabbatiats in der Zeit Karls des Großen.
- 3.1. Stellung und Funktion der Äbte.
- 3.2. Zur Entwicklung des Laienabbatiats.
- 4. Fazit.
- 5. Quellenverzeichnis.
- 6. Literaturverzeichnis.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Laienabbatiats während der Regierungszeit Karls des Großen. Dabei werden die Klosterpolitik und ihre Auswirkungen auf die Rolle der Äbte im Kontext der Kirchenreform beleuchtet. Die Arbeit strebt nach einer umfassenden Betrachtung der gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Klöster und Laienäbte, wobei sie einseitig negative Bilder des Laienabbatiats in Frage stellt.
- Die Klosterpolitik Karls des Großen
- Die Entwicklung des Laienabbatiats
- Die Funktion und Bedeutung der Äbte
- Die Beziehung zwischen Kirche, Welt und dem Abbatiat
- Die Kritik am Laienabbatiat
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt Karl den Großen sowie seine Bedeutung für die Geschichte Europas vor. Sie erläutert die kirchenorientierte Politik Karls und die damit verbundene Klosterreform. Kapitel 2 behandelt die Politik Karls des Großen und konzentriert sich auf die Kirchenreform sowie die Klosterpolitik. Es werden die Motivationen hinter Karls Klosterpolitik und die daraus resultierenden Entwicklungen der weltlichen Verpflichtungen der Klöster beleuchtet. Kapitel 3 befasst sich mit der Entwicklung des Laienabbatiats. Es wird die Stellung und Funktion der Äbte im Kontext der Klosterpolitik, die zunehmende Integration in das weltliche und politische Geschehen sowie die Kritik am Laienabbatiat behandelt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Klosterpolitik, Laienabbatiat, Kirchenreform, Karl der Große, Äbte, gesellschaftliche und politische Bedeutung der Klöster, Kritik am Laienabbatiat. Die wichtigsten Quellen sind die Karlsvita von Einhard, die Annales regni francorum und Urkunden sowie Rechtsverordnungen.
- Quote paper
- Klaudia Buczek (Author), 2010, Die Klosterpolitik Karls des Großen mit besonderer Rücksicht auf die Entwicklung des Laienabbatiats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193035