In dieser Ausarbeitung sollen die Zusammenhänge zwischen Hochbegabung und korrespondierenden Faktoren der Lebenswelt der Kinder beleuchtet werden. Die Ausarbeitung orientiert sich an der Gliederung in Trautmann (Trautmann 2005).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begabung und Kreativität
3. Begabung und Geschlecht
4. Begabung und Verhalten
5. Begabung und Leistung
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen Hochbegabung und den verschiedenen Faktoren der kindlichen Lebenswelt, wobei ein besonderer Fokus auf der Wechselwirkung zwischen intellektuellem Potenzial und gesellschaftlich-schulischen Rahmenbedingungen liegt.
- Verhältnis von Hochbegabung und Kreativität
- Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Identifikation und Förderung
- Verhaltensauffälligkeiten und asynchrone Entwicklung
- Ursachen und Bewältigungsstrategien bei Underachievement
Auszug aus dem Buch
Begabung und Verhalten
Laut Brand gliedern sich Hochbegabte größtenteils problemlos in den Alltag ein, und sie haben im Durchschnitt weniger physische, psychische und soziale Probleme. Er kommt damit zum Fazit, dass „Hochbegabung (…) danach typischerweise kein Problemfall, sondern ein Glücksfall“ ist (Brand 2001, 10). Hochbegabte sind demzufolge typischerweise keine Problemkinder.
Allerdings haben ca. 15% der Hochbegabten mit ihrer Lebensumwelt erhebliche Probleme, bei denen ein starker Handlungsbedarf besteht (Brand 2001, 14). Diese Gruppe prägt außerdem maßgeblich das Image von Hochbegabten als Sonderlingen. Hier werden Einzelfälle unreflektiert verallgemeinert und als für die gesamte Gruppe repräsentativ dargestellt. Es werden also viel eher Beispiele für sonderliches Verhalten registriert als dagegen, es kommt somit zu einer Überhöhung negativer Ergebnisse. Ein Beispiel hierfür ist die gängige Laiendefinition, die Genie automatisch mit Wahnsinn gleichsetzt. Da der Anteil der Hochbegabten naturgemäß eher gering ist, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Beobachtungen von „normal“ Begabten gemacht und beschrieben werden, denen das Verständnis für das Verhalten Hochbegabter fehlt.
Auffälliges Verhalten basiert auch häufig auf einer asynchronen Entwicklung: auf der einen Seite gibt es herausragende kognitive Fähigkeiten, auf der anderen Seiten kann eine beeinträchtigte emotionale und kommunikative Entwicklung beobachtet werden (Trautmann 2005, 38). Dies kann mit Beeinträchtigungen der Selbstregulation und Verhaltenssteuerung einhergehen. Hier ist eine frühe Diagnose zur Förderung und Korrektur hilfreich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der thematischen Ausrichtung der Arbeit bezüglich der Lebenswelt von hochbegabten Kindern unter Orientierung an Trautmann.
Begabung und Kreativität: Erörterung der engen Verwandtschaft, aber Nicht-Identität von Kreativität und Hochbegabung unter Einbezug wissenschaftlicher Perspektiven.
Begabung und Geschlecht: Analyse der Gründe für die seltenere Identifikation hochbegabter Mädchen und der daraus resultierenden sozialen sowie schulischen Benachteiligungen.
Begabung und Verhalten: Untersuchung von Verhaltensmustern, der Rolle asynchroner Entwicklung sowie der Förderung von Resilienz bei Hochbegabten.
Begabung und Leistung: Beleuchtung der Diskrepanz zwischen Kompetenz und Performanz sowie die Ursachen für das Phänomen des Underachievements.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Hochbegabung als Glücksfall entgegen oft negativer medialer Klischees und Plädoyer für gezielte Fördermaßnahmen.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Kreativität, Underachievement, Intelligenz, Geschlechtsspezifik, Asynchrone Entwicklung, Resilienz, Fördermaßnahmen, Selbstbewusstsein, Lernmotivation, Pädagogik, Begabungspotenzial, Schulunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Hochbegabung und den verschiedenen Einflussfaktoren in der Lebenswelt von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Verhältnis von Begabung zu Kreativität, Geschlechterrollen, Verhaltensweisen und die Diskrepanz zwischen Begabung und tatsächlicher Leistung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis von Hochbegabung zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie das Potenzial hochbegabter Kinder durch gezielte Förderung realisiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Ausarbeitung basiert auf einer Literaturanalyse, die sich maßgeblich an der Gliederung und den Erkenntnissen von Thomas Trautmann orientiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Problembereiche wie die geringe Identifikationsrate von Mädchen, die asynchrone Entwicklung und die Ursachen für Underachievement bei Hochbegabten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den Kernbegriffen zählen Hochbegabung, Underachievement, Intelligenz, Förderung und Resilienz.
Warum werden hochbegabte Mädchen seltener identifiziert?
Laut der Arbeit liegt dies unter anderem daran, dass Eltern bei Mädchen seltener eine Hochbegabung vermuten und Mädchen dazu neigen, sich sozial anzupassen und ihre Unterforderung weniger nach außen zu tragen.
Was versteht man unter dem Begriff "Underachievement"?
Unter Underachievement wird eine erwartungswidrig niedrige Schulleistung verstanden, bei der ein vorhandenes Begabungspotenzial aufgrund verschiedener physiologischer, entwicklungsbedingter oder lernbezogener Variablen nicht umgesetzt werden kann.
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- M.A., M.Ed. Thorsten Witting (Author), 2010, Zusammenhänge der Hochbegabung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193038