Total Cost of Ownership im Global Sourcing


Seminararbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffsdefinitionen und Grundgedanken
2.1 Total Cost of Ownership (TCO)
2.2 Global Sourcing

3. TCO im Global Sourcing
3.1 Möglichkeiten zur Kalkulation der TCO
3.1.1 Direkte/indirekte Kosten
3.1.2 Kalkulationsschema nach Transaktionssequenzen
3.2 Auswahl der Lieferanten
3.3 Anwendungsgebiete und Umsetzung

4. Vor- und Nachteile der TCO im Global Sourcing

5. Schlussbetrachtung

Abbildungs- und Literaturverzeichnis

1. Einführung

Internationalisierung, Globalisierung oder Outsourcing. Diese häufig in den Medien genannten Begriffe spiegeln allgemeine Entwicklungen wider, die auch speziell einen Trend im Beschaffungsmanagement beschreiben:

Den Einkauf von Gütern auf internationalen Märkten, dem Global Sourcing.

Geringere Fertigungstiefen, Konzentration auf Kernkompetenzen und hoher Kostendruck führen dazu, dass Unternehmen immer häufiger Leistungen bzw. Güter im Ausland zukaufen.[1]

Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser Trend der Beschaffung tatsächlich von ökonomischem Nutzen ist und Kosten reduziert. Es werden bspw. bis zu 70% der Gesamtkosten in Unternehmen durch den Einkauf von Leistungen/Güter verursacht. Das heißt, im Einkauf liegen demzufolge enorme Wertschöpfungspotenziale die in hohem Maße über den Unternehmenserfolg entscheiden.[2]

Diese Potenziale werden von vielen Unternehmen häufig nicht effizient genutzt. Der Grund hierfür ist die Vernachlässigung von Gesamtkostenbetrachtungen und die einseitige Sichtweise auf Einstandspreise. Einkäufer, die z.B. Fracht- oder Logistikkosten, in der Kalkulation für die Beschaffungsentscheidung vernachlässigen gefährden den Erfolg des Unternehmens. Der Fakt, dass tatsächlich anfallende Kosten unterschlagen werden, kann im Nachhinein zu überhöhten Einkaufspreisen führen und dadurch zum Wettbewerbsnachteil werden.[3]

Die Erkennung und Kalkulation all derer Kosten die neben dem Einstandspreis anfallen ist also von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Der “Total Cost of Ownership”-Ansatz ist ein wichtiges Instrument zur Durchführung einer solchen Gesamtkostenbetrachtung und soll auf den folgenden Seiten dargestellt werden.

2. Begriffsdefinitionen und Grundgedanken

2.1 Total Cost of Ownership (TCO)

“TCO [Total Cost of Ownership] is a holistic assessment of IT costs over time.

The term holistic assessment implies an all-encompassing collection of the costs associated with IT investments, including capital investment, license fees, leasing costs and service fees, as well as direct (budgeted) and indirect (unbudgeted) labour expenses”

Bill Kirwin, Research Director, Gartner Inc.

Dieser erste Ansatz der „Total Cost of Ownership“ wurde im Jahre 1987 von Bill Kirwin, Research Director der Unternehmensberatung Gartner Inc., entwickelt.

Die Idee dahinter ist eine ganzheitliche Ermittlung aller Kosten die im gesamten Lebenszyklus eines Kaufobjektes, zusätzlich zum Anschaffungspreis, anfallen.[4]

Das Ziel ist die Schaffung einer objektiven Entscheidungsgrundlage um strategische Investitionen in der Zukunft mit den geringstmöglichen Kosten abwickeln zu können.[5]

Das TCO-Modell stammt ursprünglich aus der IT-Industrie, wird aber heute auch für die Beschaffung von Investitionsgütern eingesetzt. Die Herkunft ist auch das Hauptunterscheidungsmerkmal zum sog. „Lebenszykluskosten“-Modell (LZK) das aus der Investitionsgüterindustrie stammt. Beide Begriffe werden in der Fachliteratur häufig gleichgesetzt, da inhaltlich nur geringe Differenzen vorhanden sind.[6]

Das Grundkonzept der TCO soll nun an einem Beispiel (vgl. Abb. 1) veranschaulicht werden. Um die niedrigsten Gesamtkosten eines Beschaffungsobjektes zu erhalten muss das Optimum zwischen allen Kostenfaktoren (in diesem Fall Beschaffungs- und Instandhaltungskosten) verschiedener Investitionsalternativen gefunden werden. Wird zum Beispiel eine Kaufentscheidung nur aufgrund niedriger Beschaffungskosten getroffen sind die gesamten TCO Kosten im Endeffekt höher, als wenn die Instandhaltungskosten von vornherein miteinkalkuliert worden wären. Dadurch hätte man gesehen, dass eine andere Investitionsalternative, zwar mit höheren Beschaffungs-, dafür aber niedrigeren Instandhaltungskosten, in der Kostenbetrachtung für die gesamte Nutzungsdauer des Investitionsgutes günstiger gewesen wäre.[7]

Abb. 1 Grundkonzept der TCO

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anl. an Bünting, F.,

Lebenszykluskostenbetrachtungen bei Investitionsgütern. In: Schweiger, S.

(Hrsg.): Lebenszykluskosten optimieren (2008), S. 36

2.2 Global Sourcing

Der Begriff „Global Sourcing“ kommt aus dem Amerikanischen und bedeutet übersetzt soviel wie „weltweiter Einkauf“.

Im zweiten Schritt kann man sagen, Global Sourcing ist eine unter Ausnutzung der Vorteile der Globalisierung orientierte weltweite Beschaffungsstrategie.[8]

Unter Beachtung der enormen Wertschöpfungsmöglichkeiten im Einkauf lässt sich Global Sourcing auch als Strategie bezeichnen, die „(…) den Einkauf zu einem langfristigen Profit-Lieferanten für das Unternehmen macht.“[9]

Das Gegenstück zum Global Sourcing ist das sog. „Local Sourcing“.

Mit Local Sourcing bezeichnet man die Beschaffung von Objekten bei Lieferanten die in „räumlicher Nähe“ zum beziehenden Unternehmen liegen.

Räumliche Nähe kann, je nach Sichtweise, Lokal, Regional oder National bedeuten.[10]

Nachfolgend sollen nun die Chancen und Risiken des Global Sourcing erläutert werden.

[...]


[1] Kleemann, F., Global Sourcing (2006), S. 23-25

[2] Meier-Burkert, F. (URL): Kleiner Unterschied mit großer Wirkung. http://www.ftd.de/karriere_management/management/:Einkauf-Logistik-Kleiner-Unterschied- mit-gro%DFer-Wirkung/440966.html (25.11.2008)

[3] Reppesgaard, L. (URL): Wenn Firmen den Transport unterschätzen. http://www.ftd.de/karriere_management/management/:Einkauf-Logistik-Wenn-Firmen-den- Transport-untersch%E4tzen/441977.html (30.11.2008)

[4] Gartner Inc. (URL): Gartner Total Cost of Ownership. http://amt.gartner.com/TCO/MoreAboutTCO.htm (15.11.2008)

[5] Krämer, S. Total Cost of Ownership (2007), S. 6

[6] Bünting, F., Lebenszykluskostenbetrachtungen bei Investitionsgütern. In: Schweiger, S. (Hrsg.): Lebenszykluskosten optimieren (2008), S. 38f.

[7] Bünting, F., Lebenszykluskostenbetrachtungen bei Investitionsgütern. In: Schweiger, S. (Hrsg.): Lebenszykluskosten optimieren (2008), S. 36

[8] Buck, N., Die Global Sourcing Strategie (2007), S. 20-22

[9] Kerkhoff, G., Zukunftschance Global Sourcing (2005), S. 35

[10] Buck, N., Die Global Sourcing Strategie (2007), S. 17f.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Total Cost of Ownership im Global Sourcing
Hochschule
Hochschule Pforzheim
Note
1,2
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V193106
ISBN (eBook)
9783656189107
ISBN (Buch)
9783656189848
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einkauf, Beschaffung, TCO, LCC, LZK, Life Cycle Cost, Lebenszykluskosten, Total Cost of Ownsership
Arbeit zitieren
Markus Karmann (Autor), 2009, Total Cost of Ownership im Global Sourcing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193106

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Total Cost of Ownership im Global Sourcing



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden