Internationalisierung, Globalisierung oder Outsourcing. Diese häufig in den Medien genannten Begriffe spiegeln allgemeine Entwicklungen wider, die auch speziell einen Trend im Beschaffungsmanagement beschreiben:
Den Einkauf von Gütern auf internationalen Märkten, dem Global Sourcing.
Geringere Fertigungstiefen, Konzentration auf Kernkompetenzen und hoher Kostendruck führen dazu, dass Unternehmen immer häufiger Leistungen bzw. Güter im Ausland zukaufen.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser Trend der Beschaffung tatsächlich von ökonomischem Nutzen ist und Kosten reduziert. Es werden bspw. bis zu 70% der Gesamtkosten in Unternehmen durch den Einkauf von Leistungen/Güter verursacht. Das heißt, im Einkauf liegen demzufolge enorme Wertschöpfungspotenziale die in hohem Maße über den Unternehmenserfolg entscheiden.
Diese Potenziale werden von vielen Unternehmen häufig nicht effizient genutzt. Der Grund hierfür ist die Vernachlässigung von Gesamtkostenbetrachtungen und die einseitige Sichtweise auf Einstandspreise. Einkäufer, die z.B. Fracht- oder Logistikkosten, in der Kalkulation für die Beschaffungsentscheidung vernachlässigen gefährden den Erfolg des Unternehmens. Der Fakt, dass tatsächlich anfallende Kosten unterschlagen werden, kann im Nachhinein zu überhöhten Einkaufspreisen führen und dadurch zum Wettbewerbsnachteil werden.
Die Erkennung und Kalkulation all derer Kosten die neben dem Einstandspreis anfallen ist also von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Der “Total Cost of Ownership”-Ansatz ist ein wichtiges Instrument zur Durchfüh-rung einer solchen Gesamtkostenbetrachtung und soll auf den folgenden Seiten dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsdefinitionen und Grundgedanken
2.1 Total Cost of Ownership (TCO)
2.2 Global Sourcing
3. TCO im Global Sourcing
3.1 Möglichkeiten zur Kalkulation der TCO
3.1.1 Direkte/indirekte Kosten
3.1.2 Kalkulationsschema nach Transaktionssequenzen
3.2 Auswahl der Lieferanten
3.3 Anwendungsgebiete und Umsetzung
4. Vor- und Nachteile der TCO im Global Sourcing
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den „Total Cost of Ownership“-Ansatz als Instrument zur ganzheitlichen Kostenbewertung im Kontext des Global Sourcing, um die einseitige Fokussierung auf Einstandspreise bei Beschaffungsentscheidungen zu überwinden und eine objektive Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
- Methodische Grundlagen des Total Cost of Ownership (TCO)
- Strategische Bedeutung des Global Sourcing
- Strukturierung und Kalkulation von Beschaffungskosten
- Kriterien für die internationale Lieferantenauswahl
- Chancen und Risiken globaler Beschaffungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kalkulationsschema nach Transaktionssequenzen
Als Standard für die Kalkulation der TCO hat sich das sog. Transaktionssequenz-Modell durchgesetzt, welches die Kosten nach dem Zeitpunkt der Entstehung beschreibt.
Es wird hierbei unterschieden zwischen:
- Pretransaction Components (Vortransaktionskosten)
- Transaction Components (Transaktionskosten)
- Posttransaction Components (Kosten nach der Transaktion)
Mit folgendem Schema können die gesamten Kosten für die Beschaffung eines Objektes kalkuliert und somit vergleichbar gemacht werden:
1) Kosten vor der Transaktion
- Individuelle Beschaffungsland-/-region und Lieferantenanalyse (auch vor dem Hintergrund politischer, rechtlicher oder kultureller Unterschiede)
- Lieferantenevaluation und ggf. Qualifizierung
- Produktevaluierung
- Verhandlungsprozess
- Vertragsabschluss und weitere Vereinbarungen
- Einbindung des Lieferanten in das betriebliche Informationssystem
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Trend zum Global Sourcing und zeigt auf, warum eine rein auf Einstandspreise basierende Sichtweise zu Wettbewerbsnachteilen führt.
2. Begriffsdefinitionen und Grundgedanken: Hier werden die Kernbegriffe TCO und Global Sourcing definiert und deren konzeptionelle Bedeutung für die Beschaffung erläutert.
3. TCO im Global Sourcing: Dieses Kapitel vertieft die Kalkulationsmöglichkeiten, die Auswahl von Lieferanten sowie die praktische Umsetzung des TCO-Modells im internationalen Kontext.
4. Vor- und Nachteile der TCO im Global Sourcing: Der Autor stellt die Vorzüge wie eine objektive Entscheidungsbasis den Herausforderungen wie dem Implementierungsaufwand gegenüber.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung der TCO-Betrachtung angesichts steigenden Kostendrucks und Ressourcenknappheit.
Schlüsselwörter
Total Cost of Ownership, Global Sourcing, Beschaffungsmanagement, Gesamtkostenbetrachtung, Einstandspreise, Transaktionssequenzen, Lieferantenauswahl, Investitionsgüter, Beschaffungsstrategie, Kostenkalkulation, Wettbewerbsfähigkeit, Nutzungsdauer, Wertschöpfung, Supply Chain, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Total Cost of Ownership (TCO)-Konzepts im Bereich des Global Sourcing, um eine ganzheitliche ökonomische Bewertung von Beschaffungsvorgängen zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Kostenstrukturierung nach Transaktionssequenzen, die Kriterien für eine professionelle internationale Lieferantenauswahl sowie die Chancen und Risiken globaler Beschaffung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unternehmen eine objektive Entscheidungsgrundlage zu liefern, die über den bloßen Einkaufspreis hinausgeht und die gesamten Kosten während des Lebenszyklus eines Gutes berücksichtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender Literatur und Modelle sowie auf die Ableitung praktischer Anwendungsschemata für das Beschaffungsmanagement.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Kalkulation direkter und indirekter Kosten sowie auf die Unterteilung von Beschaffungskosten in Vor-, Transaktions- und Nachtransaktionsphasen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie TCO, Global Sourcing, Lebenszykluskosten, Transaktionssequenzen und strategische Beschaffungsentscheidungen charakterisiert.
Warum wird im Global Sourcing häufig die TCO-Betrachtung empfohlen?
Da beim internationalen Einkauf versteckte Kosten (z.B. Logistik, Zoll, Risiken, Qualitätsmängel) anfallen, verhindert eine TCO-Betrachtung Fehlentscheidungen, die bei rein preisorientierter Sichtweise drohen.
Welche spezifische Herausforderung nennt der Autor bei der Implementierung?
Als größte Herausforderung wird die Notwendigkeit identifiziert, das Denken der Mitarbeiter und Führungskräfte weg von der reinen Einstandspreissicht hin zu einer nachhaltigen Gesamtkostenbetrachtung zu wandeln.
Was ist die „Nutzwertanalyse“ in diesem Kontext?
Die Nutzwertanalyse dient als Werkzeug, um die aus dem Auswahlprozess gewonnenen Informationen über potenzielle Lieferanten anhand gewichteter Kriterien vergleichbar und bewertbar zu machen.
- Quote paper
- Markus Karmann (Author), 2009, Total Cost of Ownership im Global Sourcing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193106