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Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess

Title: Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess

Diploma Thesis , 2003 , 79 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Peter Böckmann (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Aus der Emotionspsychologie ist bekannt, dass Emotionen zu den Menschen gehören
wie die Luft zum Atmen. Emotionen veranlassen ihn, etwas zu tun oder zu unterlassen.
Jemand der Angst vor dem Fliegen hat, wird kaum freiwillig in ein Flugzeug steigen.
Ein Mann, der sich in eine Frau verliebt hat, versucht alles um ihr Herz zu erobern, um
mit ihr glücklich zu werden. Emotionen gehören also zum alltäglichen Leben. Finden
wir Menschen sympathisch wollen wir mit ihnen in Kontakt treten. Lösen Menschen
hingegen in uns Antipathie oder Angst aus, meiden wir den Kontakt zu ihnen. So sind
es auch Emotionen die einen Menschen dazu bewegen, eine psychosoziale Beratungsstelle
aufzusuchen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der psychosoziale Beratungsprozess
von Emotionen geprägt ist.
In der psychosozialen Beratung spielen Emotionen demzufolge eine zentrale Rolle.
Auch der Berater reagiert im Beratungsprozess emotional, da er auch nur ein Mensch
ist. Psychosoziale Beratung ist also geprägt von Emotionalität auf beiden Seiten einer
Berater-Klient-Beziehung. In der Interaktion von Berater und Klient kann die beiderseitige
Emotionalität eine sehr heikle Brisanz entwickeln und zu ungewollter Stagnation
oder Abbruch des Beratungsprozesses führen. Als Verantwortlicher für den Beratungsprozess
stellt sich für den Berater deshalb die Frage nach dem angemessenen Umgang
mit Emotionen, um seiner Verantwortung gerecht werden zu können.
Die zentrale Fragestellung der vorliegenden Diplomarbeit ist daher: Wie und warum
werden Emotionen im psychosozialen Beratungsprozesse geweckt, wie gehe ich als
Berater damit angemessen um, und welche Faktoren sind wichtig für einen solchen angemessenen
Umgang? Dabei ist es mein persönliches Anliegen, für mich ein Konzept
herauszuarbeiten, nach dem ich in der Lage bin, als Berater in spe angemessen mit
Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess umzugehen.
Es geht mir nicht darum, darzulegen, wie der Berater mit dem Klienten dessen Problem
lösen kann, also die Frage nach geeigneten Möglichkeiten zur Diagnose und Intervention
zu klären, sondern lediglich um den Umgang mit Emotionen, die in den Phasen von
Diagnose und Intervention auftauchen. Häufig lassen sich emotionale Reaktionen im Zusammenhang mit der vom Klienten geschilderten gegenwärtigen Problematik auf
Anhieb nicht verstehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 VORWORT

2 EINLEITUNG

3 WICHTIGE BEGRIFFE

3.1 Definition des Begriffs „Emotion“

3.2 Begriffsklärung „psychosoziale Beratung“

3.3 Abgrenzung zur Psychotherapie

4 DIE BERATER–KLIENT–BEZIEHUNG

4.1 Die hilfreiche Beratungsbeziehung

4.2 Kommunikation

4.2.1 Kommunikation als Basis der Berater-Klient-Beziehung

4.2.2 Der Sender – Vier Seiten einer Nachricht (Schulz von Thun)

4.2.3 Der Empfänger – Hören einer Botschaft mit vier Ohren (Schulz von Thun)

4.2.4 Die Beraterpersönlichkeit in der Kommunikation zwischen Berater und Klient

4.2.5 Alles ist Kommunikation

4.3 Wichtige Kompetenzen des Beraters für den Umgang mit Emotionen

4.3.1 Empathie

4.3.2 Akzeptanz

4.3.3 Kongruenz

5 ZENTRALE QUELLEN VON EMOTIONEN IM PSYCHOSOZIALEN BERATUNGSPROZESS

5.1 Spontane Übertragung

5.2 Problematisches Beziehungsschema

5.3 Unbewusste Problemlösungswünsche

5.4 Übertragungswiderstände

5.5 Gegenübertragung als unangemessene emotionale Reaktion des Beraters

6 ANGEMESSENER UMGANG MIT EMOTIONEN

6.1 Sinn von Emotionen

6.1.1 Angst

6.1.2 Aggression

6.1.3 Trauer und Kummer

6.1.4 Schamgefühle

6.1.5 Schuldgefühle

6.1.6 Freude

6.1.7 Liebe

6.2 Emotionen akzeptieren

6.3 Emotionen verstehen

6.3.1 Emotionen nachfühlen mit Hilfe der Gegenübertragung

6.3.2 Emotionen verstehen auf drei Verstehensebenen

6.3.2.1 Empathisches Verstehen

6.3.2.2 Szenisches Verstehen

6.3.2.3 Biografisches Verstehen

6.4 Über Emotionen sprechen

7 SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die zentrale Rolle von Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess und entwickelt ein Konzept, wie Berater angemessen mit diesen reagieren und umgehen können. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung emotionaler Reaktionen beim Klienten sowie beim Berater selbst zu schaffen, um professionell und verantwortungsbewusst agieren zu können.

  • Die Bedeutung der Berater-Klient-Beziehung und professioneller Kommunikation.
  • Die Analyse emotionaler Reaktionen durch Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse.
  • Die Funktion und der Sinn verschiedener Emotionen wie Angst, Trauer und Freude.
  • Methoden des empathischen, szenischen und biografischen Verstehens im Beratungsprozess.
  • Die Notwendigkeit von Supervision und Selbsterfahrung zur Reflexion eigener emotionaler Muster.

Auszug aus dem Buch

5.2 Problematisches Beziehungsschema

Mit der Bezeichnung „problematisches Beziehungsschema“ werden Übertragungen lerntheoretisch orientiert erklärt. Es handelt sich dabei „um Beziehungsmuster, die in einer überfordernden Konfliktsituation entstanden und verdrängt wurden und infolgedessen in der weiteren Entwicklung nicht mitgereift sind, sondern in ihrem ursprünglichen, primitiven oder problematischen Zustand fixiert geblieben sind“ (Oberhoff 2002, S. 56). Jede Konfliktsituation ist gekennzeichnet von unangenehmen Gefühlen. Diese können je nach individuellem Erleben für denjenigen, der sie erlebt, so stark und belastend sein, dass sie zum Selbstschutz und Selbsterhalt verdrängt werden müssen und schließlich aus dem Unbewussten unkontrolliert in weitere Beziehungen mit eingebracht werden und wirken. Die in der überfordernden Konfliktsituation erlebten Gefühle bleiben in ihrer Intensität fixiert.

Ciompi (1982) koppelt kognitive mit affektiven Komponenten und spricht von „affektlogischen Schemata“ (Ciompi 1982, S. 68). D.h. jede affektive Erfahrung ist mit einer kognitiven Komponente verbunden. Werden also belastende überfordernde Beziehungserfahrungen in Konfliktsituationen gemacht, so werden die entsprechenden Affekte damit verknüpft. Wenn nun lediglich die Affekte aufgrund der überfordernden Konfliktsituation in das Unbewusste verdrängt werden, lässt sich folgern, dass das in der Konfliktsituation gelernte Beziehungsschema im Bewussten präsent ist. Sobald irgendetwas an diese problematische Situation erinnert, wird sie mit den verdrängten Affekte spontan übertragen. Dieses kann im alltäglichen Zusammenleben passieren oder auch in der psychosozialen Beratung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 VORWORT: Einleitende Danksagungen und persönliche Motivation zur Themenwahl der Diplomarbeit.

2 EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz von Emotionen im Beratungsprozess und Formulierung der zentralen Fragestellung.

3 WICHTIGE BEGRIFFE: Definitionen und begriffliche Abgrenzungen von Emotionen, psychosozialer Beratung und Psychotherapie.

4 DIE BERATER–KLIENT–BEZIEHUNG: Untersuchung der Beziehungsbasis sowie der Rolle von Kommunikation und beraterischer Kompetenzen.

5 ZENTRALE QUELLEN VON EMOTIONEN IM PSYCHOSOZIALEN BERATUNGSPROZESS: Analyse von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen als Ursachen für emotionale Dynamiken.

6 ANGEMESSENER UMGANG MIT EMOTIONEN: Vorstellung eines Konzepts zur Akzeptanz, zum Verstehen und zum Gespräch über Emotionen.

7 SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion der Anwendung des Konzepts in der Beratungspraxis.

Schlüsselwörter

Psychosoziale Beratung, Emotionen, Berater-Klient-Beziehung, Übertragung, Gegenübertragung, Kommunikation, Empathie, Akzeptanz, Kongruenz, Beziehungsschema, Selbsterfahrung, Supervision, Problemlösung, Affektlogik, Psychosoziale Belastung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich dem professionellen Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess und analysiert, wie Berater die emotionalen Dynamiken zwischen sich und ihren Klienten verstehen und steuern können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Schwerpunkte sind die Gestaltung der Beratungsbeziehung, Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun, die psychoanalytischen Konzepte der Übertragung und Gegenübertragung sowie Kompetenzen wie Empathie und Kongruenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines theoretischen Konzepts, das Beratern hilft, eigene und klientenbezogene emotionale Reaktionen im Beratungsprozess als Werkzeuge zu begreifen und diese professionell zu bearbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur (u.a. Psychoanalyse und Kommunikationstheorie), ergänzt durch die Veranschaulichung der Konzepte anhand fiktiver Fallbeispiele.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die Quellen von Emotionen, insbesondere durch Übertragungsphänomene und problematische Beziehungsschemata, sowie den Prozess des Akzeptierens und Verstehens von Emotionen auf verschiedenen Verstehensebenen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Übertragung, Gegenübertragung, professionelle Identität des Beraters, Empathie, Akzeptanz, Metakommunikation und die Reflexion von Beziehungsschemata.

Was versteht der Autor unter dem „Rollenumkehr-Experiment“?

Hierbei vertauscht der Klient in der Übertragungsbeziehung die Rollen und lässt den Berater spüren, wie er sich in einer ursprünglichen Konfliktsituation gefühlt hat, um durch die Reaktion des Beraters eine Korrekturerfahrung zu ermöglichen.

Warum ist die „Ich-Spaltung“ für Berater laut Autor wichtig?

Die professionelle Ich-Spaltung erlaubt es dem Berater, sich empathisch auf die Gefühle des Klienten einzulassen, ohne dabei die kognitive Distanz zu verlieren, die für eine professionelle Analyse und professionelles Handeln notwendig ist.

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Details

Title
Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess
College
University of Applied Sciences Bielefeld  (Fachbereich Sozialwesen)
Grade
1,3
Author
Peter Böckmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
79
Catalog Number
V19311
ISBN (eBook)
9783638234641
Language
German
Tags
Umgang Emotionen Beratungsprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Böckmann (Author), 2003, Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19311
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