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Der Goldstandard als Schutz vor Hyperinflation und Staatsüberschuldung

Eine Studie über Ursprung, Wirkung und die Potenziale von Sachgeld

Title: Der Goldstandard als Schutz vor Hyperinflation und Staatsüberschuldung

Master's Thesis , 2012 , 78 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Grimmer (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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In die Krise geratene Gesellschaftsformen weisen offenbar eine Gemeinsamkeit auf: den chronischen Geldmangel ihrer Regierungen, hervorgerufen durch staatliche Sozial- und Umverteilungsausgaben im weiteren Sinne. Nach den Prinzipien von J.M. Keynes entstehen aufgrund von Nachfragegenerierung durch den Staat zusätzliche Staatsschulden, wobei deren wachsende Finanzierungskosten die Basis für weitere Neuverschuldung bilden. Zentralbanken bemühen sich vergeblich um Konjunkturglättung; Regierungen sind in der Zwickmühle: Nach rasanten Aufschwüngen können sie sich keine rezessiven Abschwünge leisten, weil die Finanzierungskosten ein Mindestniveau an Steuereinnahmen erfordern und steigende Arbeitslosigkeit zu Defiziten führen würde. Eine anscheinend unumkehrbare Spirale des Wachstumszwangs wird in Gang gesetzt. Das hierzu gegensätzliche Denkmodell der Österreichischen Schule der Nationalökonomie betrachtet staatliche Interventionen als schädigenden Eingriff in den Markt und macht das bestehende System der Geldschöpfung aus dem Nichts für das folgenschwere Auf und Ab von Konjunkturzyklen verantwortlich. Die Studie befasst sich zunächst mit der Frage, woraus Geld entstanden ist und wohin es inzwischen entwickelt wurde. Danach werden die (notwendigen) Zusammenhänge zwischen Zins, Sparen, Konsum und Investitionen beleuchtet, und es wird untersucht, warum das System der heutigen Geldschöpfung Wirtschaftskrisen und Inflation hervorruft. Darauf aufbauend wird dargelegt, warum der Goldstandard mit seinen einzelnen Funktionen in der Vergangenheit das Geldsystem und die Volkswirtschaften stabilisierte. Gleichfalls werden die kritischen Punkte zum Goldstandard beleuchtet und auf ihren Gehalt untersucht. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen erfolgt eine Betrachtung und Einschätzung zu den Alternativen des Goldstandards und zum bestehenden Geldsystem.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung, Bedeutung und Formen des Geldes

2.1. Entstehung und Tauschfunktion

2.2. Kaufkraft des Geldes und das Regressionstheorem

2.3. Formen des Geldes

3. Geldproduktion und wirtschaftliche Effekte im Fiat-Geldsystem

3.1. Übergang vom Markt- bzw. Sachgeld zum staatlichen Angebotsmonopol

3.2. Das heutige Fiat-Geldsystem

3.3. Auswirkungen der Fiat-Geldschöpfung durch Kreditvergabe

3.3.1. Zeitpräferenz, Sparen, Konsum und (Fehl-)Investitionen

3.3.2. Steigende (Staats-)Verschuldung

3.3.3. (Hyper)-Inflation

4. Analyse der Stabilisierungs- und allgemeinen Funktionsfähigkeit des Goldstandards

4.1. Die ökonomischen und ethischen Grundlagen von „gutem Geld“

4.2. Wesen, Phasen und Spielregeln des Goldstandards

4.3. Automatische Zahlungsbilanzausgleichsfunktion

4.4. Funktion der Wechselkursstabilisierung

4.5. Funktion der Preisstabilisierung

4.6. Makroökonomische Stabilisierungsfunktion

4.7. Widerlegung der Argumente gegen eine goldgedeckte Währung

5. Alternativen zum Goldstandard

5.1. Währungswettbewerb (à la Hayek)

5.2. Weltwährung / Sonderziehungsrechte des IWF

5.3. Schwundgeld, Regionalwährungen und Tauschringe

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Stabilität und Funktionsfähigkeit des Goldstandards im Vergleich zum heutigen Fiat-Geldsystem. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Goldstandard als Garant für makroökonomische Stabilität dienen kann und welche Auswirkungen staatliche Interventionen sowie ungedeckte Geldschöpfung auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.

  • Analyse der Entstehung und Definition von Geld sowie dessen Kaufkraft.
  • Untersuchung der Mechanismen der Geldschöpfung im modernen Fiat-System und deren Auswirkungen auf Wirtschaftskrisen.
  • Beurteilung der historischen Wirksamkeit des Goldstandards und dessen Stabilisierungsfunktionen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Argumenten gegen eine Golddeckung.
  • Evaluation von Alternativkonzepten wie Währungswettbewerb oder elektronischen Währungen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Übergang vom Markt- bzw. Sachgeld zum staatlichen Angebotsmonopol

In Europa wurden Banknoten vermutlich erstmals 1483 in Spanien zum vorübergehenden Ersatz für fehlendes Münzgeld eingeführt, und 1661 wurde mit der Gründung der Bank von Schweden eine sogenannte „Zettelbank“ (Hübner, 1858, S. 3) - die somit erste Staatsbank der modernen Welt (de Soto, 2011, S. 74) - etabliert. Nach dem Vorbild der Bank von Amsterdam nahm diese zunächst 1656 als „Stockholms Banco“ ihren Betrieb als Depositen- und Darlehensbank auf. Die Regierung musste das als Privatbank gegründete Haus jedoch bald verstaatlichen, weil es das Einlagengeschäft nicht, wie seinerzeit rechtlich vorgesehen, als System der vollen Reservedeckung, getrennt vom Darlehensgeschäft, betrieb. Mit der staatlichen Übernahme etablierte sich eine ausgeprägte Gepflogenheit zur Ausgabe von „Depositenbelegen“, die in höherem Umfang als entsprechende Einlagen entgegengenommen wurden (ebd., S. 74). Somit entstand die Praxis der Banknotenausgabe und insbesondere jene, mehr Banknoten durch Kreditvergabe in den Umlauf zu bringen, als Einlagen bei der Bank bestanden.

1694 erfolgte die Gründung der Bank of England als Regierungsbank zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben. Sie wurde zur exklusiven Emission von Banknoten privilegiert und diente neben der Aufgabe als Depositenbank als systematischer Vorschussgewährer an die Staatskasse (ebd., S. 75). Die Praxis dieser ungedeckten Finanzierungsaktivität führte dazu, dass sie ihre Zahlungen mehrmals einstellen musste. Folglich wurde 1797 in Großbritannien verfügt, Depositen nicht mehr in bar auszahlen zu dürfen und Steuern wie Schulden mit den von der Bank herausgegebenen Noten zu zahlen, was den Beginn eines auf Teildeckung beruhenden Banksystems mit einem zentralen Kreditgeber letzter Instanz - der Notenbank - ausmachte (ebd. S. 76).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik staatlicher Geldmonopole und hinterfragt die Stabilität heutiger Papiergeldsysteme angesichts zunehmender Wirtschaftskrisen.

2. Entstehung, Bedeutung und Formen des Geldes: Dieses Kapitel erläutert die evolutionäre Entwicklung des Geldes vom Naturaltausch zum modernen Kredit- und Buchgeld sowie die theoretischen Grundlagen der Kaufkraft.

3. Geldproduktion und wirtschaftliche Effekte im Fiat-Geldsystem: Das Kapitel analysiert den Übergang zum staatlichen Geldmonopol und die krisenanfälligen Mechanismen der ungedeckten Geldschöpfung durch das Teilreservesystem.

4. Analyse der Stabilisierungs- und allgemeinen Funktionsfähigkeit des Goldstandards: Hier werden die Funktionen des Goldstandards, seine historischen Spielregeln und seine stabilisierende Wirkung auf Preisniveau und Handelsbilanzen dargelegt.

5. Alternativen zum Goldstandard: Es erfolgt eine Betrachtung alternativer Konzepte, darunter Hayeks Währungswettbewerb, das IWF-System der Sonderziehungsrechte und verschiedene Schwundgeld-Modelle.

6. Fazit: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass der Goldstandard trotz seiner Unvollkommenheit eine bessere Stabilisierungswirkung erzielte als das heutige interventionistische System.

Schlüsselwörter

Goldstandard, Fiat-Geld, Geldmonopol, Teilreservesystem, Inflation, Deflation, Kaufkraft, Wirtschaftskreislauf, Zeitpräferenz, Geldpolitik, Zentralbanken, Kreditgeldschöpfung, Währungswettbewerb, Preisstabilität, Wirtschaftskrisen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische und ökonomische Tragfähigkeit des Goldstandards im Vergleich zum aktuellen Fiat-Geldsystem und analysiert die Ursachen für wiederkehrende Wirtschaftskrisen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Geld, die Mechanismen der ungedeckten Kreditgeldschöpfung, die Funktion des Goldstandards als Stabilitätsgarant sowie alternative Geldsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie staatliche Eingriffe und das derzeitige Geldsystem zur Instabilität von Volkswirtschaften beitragen und ob eine Rückbesinnung auf marktwirtschaftlich fundierte Geldsysteme eine Lösung bieten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf den Erkenntnissen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie basiert und diese durch historische Daten und Grafiken untermauert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Fiat-Geldschöpfung, die detaillierte Untersuchung des Goldstandards und eine kritische Diskussion von Alternativkonzepten wie Währungswettbewerb oder Schwundgeld.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Goldstandard, Fiat-Geld, Inflation, Teilreservesystem, Kaufkraft, Zeitpräferenz und Wirtschaftskreislauf.

Warum betrachtet der Autor das Teilreservesystem als problematisch?

Laut der in der Arbeit vertretenen Position der Österreichischen Schule ermöglicht das Teilreservesystem eine ungedeckte Geldschöpfung, die zu künstlichen Konjunkturzyklen, Fehlallokationen und letztlich zu systemischen Finanzkrisen führt.

Welche Rolle spielt die Zeitpräferenz bei der Zinsbildung?

Die Zeitpräferenz spiegelt die individuelle Bewertung von Gegenwarts- gegenüber Zukunftsgütern wider; der Marktzins bildet sich aus dem Zusammenspiel dieser Präferenzen und beeinflusst maßgeblich Investitionsentscheidungen und den Produktionsprozess.

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Details

Title
Der Goldstandard als Schutz vor Hyperinflation und Staatsüberschuldung
Subtitle
Eine Studie über Ursprung, Wirkung und die Potenziale von Sachgeld
College
Frankfurt School of Finance & Management
Grade
1,7
Author
Thomas Grimmer (Author)
Publication Year
2012
Pages
78
Catalog Number
V193143
ISBN (eBook)
9783656182122
ISBN (Book)
9783656182368
Language
German
Tags
Gold Goldstandard Geldsystem Währungssystem Eurosystem Staatsverschuldung Hyperinflation Inflation Tauschfunktion Kaufkraft Zeitpräferenz Sparen Konsum Fehlinvestition Fiat-Geld Papiergeld Schwundgeld Regionalgeld Zahlungsbilanzausgleich Wechselkursstabilisierung Preisstabilisierung Notenbank Zentralbank Zinspolitik EZB FED Österreichische Schule Austrian School Edelmetall Silber Bimetallismus Regressionstheorem Currency School Banking School Free Banking Teilreservesystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Grimmer (Author), 2012, Der Goldstandard als Schutz vor Hyperinflation und Staatsüberschuldung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193143
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