Bedeutung der Corporate Social Responsibility im Rahmen der Strategieentwicklung


Hausarbeit, 2012

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Theoretische Überlegungen
Die Interne Dimension
Humanressourcenmanagement
Arbeitsschutz:
nachhaltige Anpassung bei Unternehmensumstrukturierung:
Die Externe Dimension
Lokale Gemeinschaften:
Zusammenarbeit mit Geschäftspartner, Verbraucher:
Einhaltung und Förderung der Menschenrechte:

Abgrenzung der Corporate Social Responsibility
Corporate Citizenship
Corporate Sustainability
Buisiness Ethics
Corporate Accountability

Strategieentwicklung Instrumente und CSR

Fazit

Literaturliste

Einleitung

Das Thema der nachhaltigen Entwicklung wird im Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen Evolutionen und Prozessen im Diskurs immer präsenter. Dabei wird nachhaltige Entwicklung als ein Drei-Säulen-Modell aufgefasst das sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt. Unternehmen fokussierten und fokussieren noch heute, ihre strategischen Überlegungen auf die ökonomische Nachhaltigkeit ihres Wirkens. Die ökonomische Nachhaltigkeit bildet seit jeher die Grundlage des Fortbestandes einer Unternehmung. So stellt unter anderem der Shareholder-Value-Ansatz von Rappaport zum Beispiel eine rein ökonomische Betrachtungsweise des Unternehmensgeschehens aus Sicht von Anteilseignern dar, da sie bei der Bewertung des Unternehmensgeschehens nur die durch das Unternehmen generierten Zahlungsreihen berücksichtigt.

Jedoch gibt es seit Mitte der 80er Jahre, begünstigt durch globale Herausforderungen wie die Erderwärmung oder prägende Ereignisse wie die Katastrophe von Tschernobyl, die Entwicklung eines gesellschaftlichen Trends hin zur Gestaltung ökonomischer Prozesse unter Beachtung der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung definierte 1987 nachhaltige Entwicklung als „… eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“[1]. Frühe Ansätze der Nachhaltigkeit befassen sich verstärkt mit der ökologischen Ebene, also der Möglichkeit von Unternehmen ressourcenschonend und emissionsarm zu produzieren/agieren. Viele internationale Abkommen hatten eine Internationalisierung des Umweltschutzes als Ziel. So gilt der sogenannte Erdgipfel von Rio 1992 als Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen auf planetarischer Ebene. Jedoch wurde durch den sich beschleunigenden Prozess der Globalisierung sowie der damit verbundenen Risiken zunehmender sozialer Ungleichheit, die Notwendigkeit der Ausdehnung einer auch in sozialer Hinsicht nachhaltigen Entwicklung erkannt.

Der Begriff der sozialen Nachhaltigkeit wurde zu Beginn der 90er Jahre Synonym für den Begriff der corporate social responsibility (CSR) verwendet. Mittlerweile wird unter corporate social responsibility ein Teilbereich der sozialen Nachhaltigkeit bezeichnet: die unternehmerische Gesellschaftsverantwortung bzw. Sozialverantwortung von Unternehmen und Organisationen.

In den USA wurde schon im Laufe der 50er Jahre zum Beispiel durch Howard R. Bowen und seiner Publikation " Social responsibilities of the buisinessman" auf die soziale Verantwortung von Unternehmen im gesamtgesellschaftlichen Kontext hingewiesen. Zu diesem Zeitpunkt werden in Europa, insbesondere in Deutschland, die Bedingungen des korporativen Sozialstaates entwickelt[2] (Rentenreform 1957, Einführung der Sozialhilfe 1961), die im späteren Verlauf zum Aufbau und Ausbau der Marktwirtschaft sozialer Prägung führt. Durch diese Inkorporierung der Unternehmen und der Stakeholder, vor allem der Arbeitnehmervertreter in die staatliche Sozialpolitik, gelingt es den Beteiligten an das Wirtschaftssystem Rechte und Pflichten zuzuweisen und von der regulierenden Funktion gesetzlicher Vorschriften zu profitieren.

Trotz der geschichtlichen Verankerung, insbesondere in traditionellen klein- und mittelständischen Unternehmen, wurde die Diskussion über die Notwendigkeit einer weiteren Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung durch die Wirtschaft dadurch gehemmt. Aufgrund dieser intensiven direkten und indirekten Implementierung von Unternehmen an den vorhanden sozialen Sicherungssystemen auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen hat sich der Trend zur unternehmerischen Sozialverantwortung erst später entwickelt. In den USA unterliegen Unternehmen geringen gesetzliche Verpflichtungen. Sie sind jedoch durch das geschichtlich geprägte Verständnis von Unternehmertum gesellschaftlich implementiert. Daher wurde schon in den 70er Jahren in den USA nicht mehr nur eine Reaktion der Unternehmen auf gesellschaftliche Erwartungen erwünscht, sondern darüber hinaus eine aktive Übernahme von Verantwortung vorausgesetzt. Es wurden daher betriebswirtschaftliche Theorien entwickelt, die auf die prägende Rolle von Stakeholder für Unternehmen hinweisen. Die zentrale Rolle der Anspruchsberechtigten und Interessenvertreter für die gesunde Weiterentwicklung der ökonomischen Aktivitäten sowie deren unverzichtbare Rolle für die Weiterentwicklung der Unternehmen wurde dabei erkannt.

Der Trend zum freiwilligen gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen ist mittlerweile auch für europäische Unternehmen zu berücksichtigen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung sehen sich viele Unternehmen mit ihren Bemühungen jedoch in einer geschichtlichen Kontinuität, da freiwilliges gesellschaftliches Engagement schon lange in ihrer Firma praktiziert wird[3]. Dies wurde 2005 im Rahmen einer Unternehmensbefragung zum Thema CSR festgestellt . Viele Unternehmen geben an sich schon seit mindestens 30 Jahre gesellschaftlich zu engagieren.

Insbesondere aufgrund der internationalen Diskussion im Hinblick auf unternehmerische Verantwortung[4] und der wachsenden Aufmerksamkeit und Erwartungen der europäischen Kunden für das Thema der unternehmerischen Sozialverantwortung müssen Unternehmen bei der Entwicklung einer Unternehmensstrategie CSR berücksichtigen. Darüber hinaus nehmen soziale Kriterien zunehmend Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Einzelpersonen und Organisationen in deren Rolle als Verbraucher und Investoren. Eine Implementierung im Rahmen der Aktivitäten ist unumgänglich geworden. Dabei werden Unternehmen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene durch politische Initiativen unterstützt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales begründet zum Beispiel die Notwendigkeit nach einer nationalen CSR-Strategie mit der Möglichkeit in Zukunft den auf nationaler Ebene erreichten Standard als ein Markenzeichen deutscher Unternehmen im In- und Ausland zu vermarkten[5].

Die Hausarbeit soll die theoretische Überlegungen der CSR sowie deren institutionelle Bedingungen erläutern. Darüber hinaus soll die Möglichkeiten einer CSR-Implementierung als strategische Maßnahmen dargestellt werden.

Theoretische Überlegungen

Dem Konzept der Corporate Social Responsibility liegt der Gedanke zugrunde, dass Unternehmen wegen ihrer ausgeprägten Gestaltungskraft und Größe zur Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung für Herausforderungen, die über die ökonomische Dimension hinausgehen, verpflichtet sind. Der Einfluss und die Macht von Unternehmen in der Gesellschaft ist rapide gewachsen, was ihnen ermöglicht gestalterisch auf die gesellschaftlichen Prozesse einzuwirken. Im Rahmen des 2001 durch die europäische Kommission veröffentlichte Grünbuchs mit dem Ziel, Unternehmen aktiv in eine CSR-Politik einzubinden, wird soziale Verantwortung von Unternehmen als ein Konzept bezeichnet, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern (Arbeitnehmer, Anteilseigner, Investoren, Verbrauchern, öffentlichen Behörden und NGO) zu integrieren[6]. Auf wirtschaftlicher Seite wird erkannt, dass sich langfristiger Unternehmenserfolg nicht allein als Konsequenz kurzfristiger Gewinnmaximierung betrachten lässt[7]. Ein wesentlicher Anteil von Managern hat erkannt, dass sich freiwilliges gesellschaftliches Engagement und das Streben nach ordentlichen Gewinnen keinen Widerspruch darstellen müssen[8]. Die europäische Kommission kommt im Grünbuch zur Feststellung, dass die Wahrnehmung ihrer sozialen Verantwortung für Unternehmen unmittelbaren wirtschaftlichen Wert haben kann[9]. CSR-Aktivitäten sollen dazu beitragen, wie im Lissaboner Vertrag vereinbart, die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen[10].

Sozialverantwortliches Handeln bedeutet nicht nur, die vorgeschriebenen gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, sondern über die bloße Gesetzeskonformität hinaus, auf freiwilliger Basis, soziale und Umweltbelange in ihren strategischen Überlegungen zu integrieren und somit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. CSR wird demnach als das unternehmerische Bestreben verstanden, einen bestmöglichen Ausgleich zwischen wirtschaftlichem Erfolg, Umweltschutz und sozialer Verantwortung zu finden[11].

[...]


[1] Weltkommission für Umwelt und Entwicklung in Schmeisser/Rönsch/Zilch 2009, Seite 85

[2] Schmeisser/Rönsch/Zilch 2009, Seite 90

[3] Bertelsmann Stiftung 2005, Seite 13

[4] Schmeisser/Rönsch/Zilch 2009, Seite 91

[5] Bundesministerium für Arbeit und Soziales (23.05.2011)

[6] Europäische Kommission 2001, Seite 8

[7] Schmitt 2005, Seite 1

[8] Bertelsmann Stiftung 2005, Seite 7

[9] Europäische Kommission 2001, Seite 5

[10] Europäische Kommission 2001, Seite 4

[11] Schmeisser/Rönsch/Zilch 2009, Seite 86

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Corporate Social Responsibility im Rahmen der Strategieentwicklung
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin  (BIfAW)
Veranstaltung
Strategisches Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V193174
ISBN (eBook)
9783656184508
ISBN (Buch)
9783656184263
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strategisches Management, corporate social responsibility, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Corporate Responsibility, Strategieentwicklung
Arbeit zitieren
Stéphane Aspe (Autor), 2012, Bedeutung der Corporate Social Responsibility im Rahmen der Strategieentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193174

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