Der Begriff der schöpferischen Zerstörung nach J. A. Schumpeter

Darstellung anhand praktischer Beispiele aus der Produktindustrie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Bedeutung und Einordnung des Begriffes Innovation

2. Schöpferische Zerstörung - ein Prozess in der Ökonomie
2.1 Die Person Joseph Alois Schumpeter
2.2 Der Prozess der schöpferischen Zerstörung

3. Beispiele aus der Produktindustrie
3.1 Die Innovation der Blue-Ray Disc und ihre Auswirkung auf die Videokassette .
3.2 Die Innovation des Amazon E-Books „Kindle“ und seine mögliche Auswirkung auf die Printmedien
3.3 Die Innovation der MP-3 Datei und ihre Auswirkung auf die CD
3.4 Die Innovation der digitalen Fotokamera und ihre Auswirkung auf die analoge Fotografie
3.5 Die Innovation des Internets als Auslöser schöpferischer Zerstörung

4. Die Auswirkungen der schöpferischen Zerstörung auf die Unternehmen, die Gesellschaft und die Wirtschaftskommunikation

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Von der Videokassette bis zur Blue Ray Disc www.br-online.de/wissen-Qubildung/thema/digital, aberufen am 22.01.08 http://content.answers.com/main/content/wp/en/1/14/Blu-ray_Disc.svg.png, abgerufen am 22.01.2008 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9c/DVD-RAM_Unterseite.jpg/390px-DVD- RAM_Unterseite.jpg, abgerufen am 22.01.2008

Abbildung 2: Das E-Book „Kindle“ von Amazon http://blog.scifi.com/tech/pics/kindlesk.jpg, aberufen am 22.01.2008 http://www.auslandssemester-tagebuch.de/images/bilder/buecher.jpg, abgerufen am 22.01.2008 http://www.heider-verlag.de/img/keyvisual/0008_zeitungen.jpg, abgerufen am 22.01.2008

Abbildung 3: Analoge Kamera und Fotoentwicklung http-//www.spitblog.de/wp-content/uploads/2007/07/canona1.jpg, abgerufen 11.01.08 http-//www.kuenstlerforum-bonn.de/daten/ws2/fotoentwicklung.jpg, abgerufen 11.01.08

Abbildung 4: Digitale Fotografie http-//62.154.248.103/tests/2005_12_8_14_2_44/olympus_e500_gesamt.jpg, abgerufen 11.01.08 http-//pics.computerbase.de/1/2/6/9/6/2_m.jpg, abgerufen 11.01.08 http-//www.elektronik-kompendium.de/sites/com/fotos/09060511.jpg, abgerufen 11.01.08

1. Einleitung

1.1 Motivation

Heutzutage rufen ein starker Verdrängungswettbewerb und dadurch resultierende übersättigte Konsumgütermärkte eine enorme Produktvielfalt hervor. Für Unterneh- men ist es unter diesen Bedingungen eine tägliche Herausforderung auf einem Markt dauerhaft zu bestehen. Kreative Ideen sind der Vorreiter für neue Produkte, Metho- den oder für die Eröffnung neuer Märkte und sind unabdingbar für anhaltenden Er- folg. Sich von anderen unterscheiden, herausragen, einzigartig sein, ist heute das Ziel von Kommunikationsfachleuten und Produktmanagern weltweit und zieht eine unglaubliche Produktschnelllebigkeit nach sich, die einen starken wirtschaftlichen Erneuerungsdrang erfordert und auslöst. Diese Entwicklung auf kapitalistischen Märkten kann mit dem Prozess der schöpferischen Zerstörung nach J.A. Schumpeter und dem Begriff der Innovation bewiesen und erklärt werden.

In der folgenden Arbeit wird diesem Prozess sowie dem Wesen der Innovation nachgegangen und anhand von aktuellen Beispielen aus der Produktindustrie erläutert. Weiterhin werden die Auswirkungen schöpferischer Zerstörung auf Unternehmen, Konsumenten und Gesellschaft analysiert sowie wirtschaftskommunikationspolitische Schlussfolgerungen gezogen

1.2 Bedeutung und Einordnung des Begriffes Innovation

Um den Prozess der schöpferischen Zerstörung richtig zu verstehen und einzuord- nen, folgt vorerst der Versuch den Begriff Innovation zu definieren. Der Begriff Innovation stammt von dem lateinischen Wort „innovatio“ ab, was über- setzt Neuerung, Neueinführung oder Neuheit bedeutet und auf das Wort „novus“ zu- rückgeht.1

Schumpeter selbst erklärt in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ eine Innovation, als nicht nur die Erfindung einer Neuerung an sich, sondern weiterführend ebenfalls die technische und organisatorische Durchsetzung dieser.2

Innovationen können aufgrund der Erstmaligkeit neuartiger Produkte oder nach dem Ausmaß der Neuartigkeit nach definiert werden.

In einer weiteren Formulierung heißt es deshalb, dass Innovationen alle Änderungsprozesse bezeichnen, die Organisationen zum ersten Mal durchführen. Weiterhin beschreibt Barnett dazu eine Innovation als „any thought, behavior or thing that is new because it is qualitatively different from existing forms.“3

Innovationen sind demzufolge etwas Neuartiges, etwas was vorher in dieser Form noch nicht existierte. Schlussfolgernd kann man sagen, dass Innovationen als Auslö- ser schöpferischer Zerstörungen zu verstehen sind. Denn wo etwas Neues entsteht, muss etwas Vorhergehendes weichen, so könnten Innovationen weiterhin als Beweis und Bedingung wirtschaftlichen Fortschritts angesehen werden. Um auf einem Markt mithalten zu können und dauerhaft zu bestehen, werden sie deshalb von Unterneh- men forciert.

2. Schöpferische Zerstörung – ein Prozess in der Ökono- mie

2.1 Die Person Joseph Alois Schumpeter

Bevor der Prozess der schöpferischen Zerstörung genauer beschrieben wird, vorerst einige Worte zu der Person, die diesen Prozess erkannt und jahrelang analysiert und beschrieben hat. Joseph Alois Schumpeter wurde am 8. Februar 1883 in Triesch, Österreich geboren und starb am 8. Januar 1950 in Connecticut, USA. Als studierter Volkswirtschaftler in Wien wurde er mit seinem im Jahre 1911 erschienenen Buch „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ bekannt. Er beschäftigte sich außerdem mit Politik und dem Bankgewerbe kehrte aber wieder in die Wissenschaft zurück, um als Universitätsprofessor in Bonn und Harvard zu arbeiten. Schumpeter schrieb di- verse Bücher über Wirtschaftssysteme, Unternehmertum, Soziologie und Sozialöko- nomie und über das Wesen des Geldes.

Er gilt bis heute als einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts.4 In seinem Klassiker der politischen Ökonomie „Kapitalismus, Sozialismus und Demo- kratie“ des Jahres 1939 beschreibt er erstmalig im siebten Kapitel den Prozess der schöpferischen Zerstörung, der in den folgenden Kapiteln näher erläutert wird.

2.2 Der Prozess der schöpferischen Zerstörung

Um den Prozess der schöpferischen Zerstörung zu verstehen, soll zuerst angebracht werden in welcher Umgebung diese Erscheinung auftritt und weiterführend welche Bedingungen daran geknüpft sind.

Wenn man sich den Verlauf unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ge- schichte näher ansieht, kann man leicht feststellen, dass dies, hinsichtlich wirt- schaftsspezifischer Gegebenheiten und gesellschaftlichen Wohlstands, eine Entwick- lung stetigen Wachstums war und ist. Es lässt sich beobachten, dass im Zuge der Entstehung der großen Konzerne wie die ThyssenKrupp AG oder I.G. Farben, der Prozess wirtschaftlichen Wachstums immer schneller voranging und der Lebens- standard der breiten Masse immer weiter fortgeschritten ist, als zu Zeiten des Hand- werks und des Kleinunternehmertums im 19. Jahrhundert. Es wird deutlich, dass der Kapitalismus an sich ein Entwicklungsprozess ist und niemals stationär sein kann. Er ist eine Form ökonomischer Veränderung, und diese Veränderung ist nicht gesell- schaftlich bedingt wie etwa durch Kriege, Revolutionen oder ähnliches, die den Kapi- talismus zwar beeinflussen können, ihn aber nicht antreiben, sondern die primäre Triebkraft des Kapitalismus besteht in den neuen Konsumgütern, den neuen Trans- portmethoden und den neuen Märkten, welche die kapitalistische Unternehmung selber schafft.5

Die Geschichte des Transportes als Beispiel genommen, zeigt die Entwicklung von der Postkutsche bis zum heutigen FedEx Flugzeug, als eine Entwicklung rasanten Fortschrittes. Das neu geschaffene wie z.B. das Auto löste die alte Struktur, die Postkutsche, ab und schuf eine neue Dimension des Transportes. Und wiederum die Schaffung des Flugzeuges ermöglichte die Erreichung anderer Kontinente und Märk- te, besser und schneller als es mit einem Fahrzeug oder Schiff je möglich gewesen wäre. Man kann diesen Ablauf auch mit der Aneinanderreihung kleiner Revolutionen vergleichen, was wiederum den Prozess der schöpferischen Zerstörung verdeutlicht. Ein Prozess, aus dem der Kapitalismus besteht, der unaufhörlich die Wirtschafts- struktur von innen heraus revolutioniert, indem er eine alte Struktur zerstört und un- aufhörlich eine neue schafft. Darin besteht der Kapitalismus, jede kapitalistische Un- ternehmung und dies ist auch sein wesentliches Faktum.6

Es wird deutlich, dass der Prozess der schöpferischen Zerstörung eine Erscheinung des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist, d. h. er tritt dann auf, wenn auf einem Markt freier Wettbewerb herrscht, ohne politische Restriktionen. Je mehr politische oder gesellschaftsbedingte Einschränkungen es demzufolge für Unternehmen gibt, desto langsamer kann der Prozess der schöpferischen Zerstörung voran schreiten und die ökonomische Entwicklung ist verzögert oder stagniert gar. In sozialistisch geprägten Ländern wie Nordkorea oder Kuba, in denen sich aufgrund der vorherr- schenden zentral geleiteten Planwirtschaft kein freier Markt bilden kann, ist wirt- schaftlicher Fortschritt ausgelöst durch den Prozess der schöpferischen Zerstörung nur sehr eingeschränkt vorhanden.

3. Beispiele aus der Produktindustrie

3.1 Die Innovation der Blue-Ray Disc und ihre Auswirkung auf die Videokassette

Dass Zerstörung eine notwendige Bedingung für Neuordnung ist und daher Innova- tionen Auslöser für schöpferische Zerstörung sind, haben wir in den vorangegange- nen Kapiteln erfahren.7 Anhand ausgewählter Beispiele aus der Produktindustrie soll der Prozess der schöpferischen Zerstörung bewiesen und näher erläutert werden.

Die Videokassette erlag der Verdrängung aus dem Markt durch den neuen multime- dialen Kommunikationsträger DVD aufgrund freien Wettbewerbs, weitergehend wird in naher Zukunft, die den Markt einnehmende Blue-Ray Disc die DVD vertreiben. Im Folgenden gilt es nun den Hergang dieser Ablösungskette genauer zu beleuchten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Von der Videokassette bis zur Blue Ray Disc

„Die VHS Videokassette, wobei VHS für „Video Home System“ steht, wurde 1976 in Japan das erste Mal auf den Markt gebracht. Ab 1980 setzte sich diese Technik auch in Europa standardmäßig als das marktführende Heimvideo-System für Privathaus- halte 20 Jahre durch. Die VHS Videokassette wurde durch die DVD erst ab etwa 2000 nach und nach abgelöst. Von da an ging der Absatz von VHS Geräten- und Kassetten stetig zurück. Ab 2003 wurden dann mehr DVDs - als VHS Videos ver- kauft.“8 Doch was machte dieses neue multimediale Trägermedium so einzigartig.

[...]


1 Vgl. Müller, Roland, Innovation gewinnt, Zürich 1997 S.9

2 Vgl. Schumpeter, J. A.: Theorie der wirschaftlichen Entwicklung, 9. Auflage 1997, S. 355

3 Vgl. Hauschildt, J.: Innovationsmanagement, 3. Auflage, 2004, S. 4

4 Vgl. Schmupeter, J. A.: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, 7. Aufl., 1993, S. 6

5 Vgl. Schmupeter, J. A.: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, 7. Aufl., 1993, S. 136-137

6 Vgl. Schmupeter, J. A.: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, 7. Aufl., 1993, S. 138

7 Vgl. http://www.artikel-online.de/Artikel/Wissenschaft/schumpeter-josef.aspx, abgerufen am 15.01.2008

8 Vgl. http://www.useddlt.com/magnetband_story1.0.html, abgerufen am 16.01.08

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Begriff der schöpferischen Zerstörung nach J. A. Schumpeter
Untertitel
Darstellung anhand praktischer Beispiele aus der Produktindustrie
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,7
Autoren
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V193194
ISBN (eBook)
9783656181774
ISBN (Buch)
9783656182474
Dateigröße
2477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
begriff, zerstörung, schumpeter, darstellung, beispiele, produktindustrie
Arbeit zitieren
Marketing Managerin Linda Schiller (Autor)Julia Goslar (Autor)Franziska Grammes (Autor), 2008, Der Begriff der schöpferischen Zerstörung nach J. A. Schumpeter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193194

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