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Black Box - oder ob die biologische Lektüre eine Gesellschaftsdiagnose in Durs Grünbeins „Ode an das Dienzephalon“ erfordert

Titel: Black Box - oder ob die biologische Lektüre eine Gesellschaftsdiagnose in Durs Grünbeins „Ode an das Dienzephalon“ erfordert

Hausarbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hans Karger (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Hausarbeit zu Durs Grünbeins Gedicht „Ode an das Dienzephalon“ aus dem 1991 erschienen Gedichtband "Schädelbasislektion“ werde ich zwei zentralen
Fragestellungen nachgehen:
Welche Erkenntnisse werden im Hinblick auf das Dienzephalon beschrieben und
welcher Eindruck wird dem/ der Leser/-in von diesem vermittelt?
Lassen sich direkte Kontexte zu der politischen/ gesellschaftlichen Situation, in der das
Gedicht geschrieben wurde, ermitteln bzw. sind Konversionen von der biologischen zur
gesellschaftlichen Diagnose möglich oder sogar erforderlich?
Um diesen Fragen nachzugehen, werde ich insbesonders auf die medizinischpsychologischen
Begriff und Symbole im Text eingehen. Des Weiteren werden
intertextuelle Referenzen, mit Schwerpunkt auf den 1991 geschriebenen „Drei
Briefe[n]“ und die Abhandlung „Ästhetisierung der Anatomie“3 von Stefanie Stockhorst
zur Erschließung des Gedichts beitragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die biologische Lesart

2.1 Klärung der medizinisch-psychologischen Begriffe

2.2 Formale Besonderheiten des Gedichts

2.3 These: Das Dienzephalon wird kritisiert

3 Konversion?

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Durs Grünbeins Gedicht „Ode an das Dienzephalon“ auf die Verbindung zwischen biologisch-medizinischen Fachbegriffen und einer möglichen gesellschaftspolitischen Diagnose. Dabei wird analysiert, inwieweit das Gedicht als Kritik an der Konditionierung und Manipulation von Menschen, insbesondere vor dem historischen Hintergrund der DDR, interpretiert werden kann.

  • Analyse des medizinisch-psychologischen Vokabulars im Gedicht
  • Untersuchung der formalen Struktur als sapphische Odenstrophe
  • Intertextueller Vergleich mit Grünbeins „Drei Briefen“
  • Behavioristische und psychoanalytische Lesarten des Textes
  • Übertragung der biologischen Diagnose auf eine Gesellschaftskritik

Auszug aus dem Buch

2.1 Klärung der medizinisch-psychologischen Begriffe

Im vorliegenden Gedicht nehmen Begriffe, die aus einem medizinisch-psychologischen Vokabular stammen, eine entscheidende Rolle ein. Bereits in der Überschrift weist der griechische Ausdruck für das Zwischenhirn „Dienzephalon“ darauf hin.

Das Dienzephalon mit seinen Anteilen (Thalamus, Hypothalamus u.a.) „nimmt eine Schlüsselfunktion für die Motorik, für die Aufrechterhaltung und Regulation des Wach und Bewusstseins und für die Sensorik („Tor zum Bewusstsein“) ein“. Ferner dienen Nervenkerne des Thalamus unter anderem der Verarbeitung und Weiterleitung von Schmerz-, Tast- und Temperaturqualitäten an die Hirnrinde. „Der Hypothalamus stellt das vegetative Zentrum des Gehirns dar.“ Allerdings: „Es ist jedoch bisher nicht vollständig gelungen, exakt einzelne vegetative Funktionen bestimmter Kerne zuzuordnen“.

Außerdem werden Teile des limbischen Systems zum Dienzephalon gezählt. Das limbische System gilt als „morphologische Grundlage der Psyche“ und reguliert die Emotionen (z.B. Liebe, Angst und Lust) eines Menschen.

Zusammenfassend ist zum Zwischenhirn zu sagen, dass es unbewusste und für den Menschen eher schwer zu beeinflussende Steuerungsmechanismen (vegetative Prozesse, Gefühle) reguliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Gedichts „Ode an das Dienzephalon“ und Formulierung der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der biologischen Erkenntnisse und deren gesellschaftspolitischer Relevanz.

2 Die biologische Lesart: Detaillierte Untersuchung der medizinischen Termini, der formalen Eigenschaften des Gedichts sowie der behavioristischen und psychoanalytischen Bezüge.

2.1 Klärung der medizinisch-psychologischen Begriffe: Definition und Kontextualisierung des Dienzephalons und weiterer klinischer Begriffe innerhalb des Gedichttextes.

2.2 Formale Besonderheiten des Gedichts: Analyse der Struktur als sapphische Odenstrophe und deren synergetische Wirkung mit der inhaltlichen Aussage.

2.3 These: Das Dienzephalon wird kritisiert: Interpretation der spezifischen Passagen als Kritik am Dienzephalon und dessen Gleichsetzung mit behavioristischer Konditionierung.

3 Konversion?: Erörterung der Übertragbarkeit der biologischen Diagnose auf eine gesellschaftsdiagnostische Lesart im Kontext der DDR-Geschichte und intertextueller Quellen.

4 Resümee: Zusammenfassende Bejahung der Forschungsfrage und Bestätigung der Notwendigkeit einer gesellschaftskritischen Lesart des Gedichts.

Schlüsselwörter

Durs Grünbein, Ode an das Dienzephalon, Schädelbasislektion, Neuropsychologie, Behaviorismus, DDR-Geschichte, Konditionierung, Pawlow-Hund, Freud, Instanzenmodell, Gesellschaftskritik, Zwischenhirn, Intertextualität, Lyrikanalyse, Zynismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Gedicht „Ode an das Dienzephalon“ von Durs Grünbein und analysiert die Verknüpfung von medizinisch-neurologischen Begriffen mit gesellschaftskritischen Motiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die neuropsychologische Anatomie, behavioristische Konditionierungsmethoden sowie der historische Kontext der DDR und deren gesellschaftliche Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu klären, ob das Gedicht eine „biologische Lesart“ als reine Anatomie-Beschreibung zulässt oder ob zwingend eine gesellschaftsdiagnostische Interpretation erforderlich ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Gedichtinterpretation (Form und Inhalt) mit intertextueller Forschung und kulturgeschichtlichen Bezügen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Fachvokabulars, die Analyse der formalen Odenstruktur und die Erarbeitung einer gesellschaftskritischen These durch den Vergleich mit Grünbeins essayistischen Arbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dienzephalon, Black Box, Behaviorismus, Konditionierung, Instanzenmodell, DDR und gesellschaftspolitische Diagnose.

In welchem Bezug steht der Begriff „Black Box“ zum behavioristischen Ansatz?

Die Black Box steht symbolisch für die inneren, kognitiven Prozesse, die der strikte Behaviorismus ausblendete und die das Gedicht als Ort der Konditionierung und Manipulation kritisch beleuchtet.

Welche Rolle spielt das Zitat von Descartes in der Argumentation?

Die Aposiopese des Descartes-Zitats „Cogito ergo (sum)“ wird als Bruch mit der rationalen Tradition gedeutet, um die Unzulänglichkeit des „Dienzephalon-Programms“ hervorzuheben.

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Details

Titel
Black Box - oder ob die biologische Lektüre eine Gesellschaftsdiagnose in Durs Grünbeins „Ode an das Dienzephalon“ erfordert
Hochschule
Universität Leipzig  (Germanistik)
Note
1,0
Autor
Hans Karger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V193391
ISBN (eBook)
9783656190608
ISBN (Buch)
9783656191988
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Durs Grünbein Lyrik Neurobiologische Gedichtanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hans Karger (Autor:in), 2009, Black Box - oder ob die biologische Lektüre eine Gesellschaftsdiagnose in Durs Grünbeins „Ode an das Dienzephalon“ erfordert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193391
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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