"Anstatt zu fragen, warum das Militär in die Politik eingreift, sollten wir sicherlich fragen, warum es
sich anders verhält. Ein Wunder ist deshalb nicht, warum Militärs gegen ihre zivilen Herren
rebellieren, sondern warum sie ihnen gehorchen" (Finer 1962).
Doch was ist Militär? Wie definiert mensch Militär und wozu braucht mensch überhaupt das
Militär? Wie distanzierst sich das Militär von Söldner, Milizen oder auch Paramilitärs ?
Welche Rolle spielt der Staat bei der Definition Militär und wie ist die Wechselwirkung zwischen
Staat und Militär?
Das sind Fragen, die schon im alten Griechenland von verschiedenen Philosophen diskutiert
wurden, aber auch in der Öffentlichkeit des alten Athen wurde über die Rolle des Militärs im Staat
scharf diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des Militärs
2.1 Definition und Rolle des Militärs
2.2 Das Wechselverhältnis von Staat und Militär
2.3 Militärische Interventionen und Militärregime
3. Militär in Süd- und Mittelamerika
3.1 Staatliche Schwäche als Bedingungsfaktor
3.2 Formierung der Streitkräfte in vier Stufen
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen Staat und Militär unter besonderer Berücksichtigung der historischen Entwicklungen in Süd- und Mittelamerika, um die Ursachen militärischer Interventionen zu analysieren.
- Theoretische Definition und Legitimation von Streitkräften
- Das Primat des Zivilen in den zivil-militärischen Beziehungen
- Ursachen und Faktoren für militärische Interventionen
- Merkmale schwacher Staaten in Lateinamerika
- Phasen der historischen Formierung der Streitkräfte
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Militärs und das Primat des Zivilen
Für Platon ( 427-347 v.u.Z.) begann das Nachdenken über das Militär bei der Begründung des Militärs und stellte klar, dass ein starker Staat notwendig sei, um Unrecht, Kriege und Knechtschaft zu verhindern. Das Primat müsse beim Zivilen liegen. Auch Zivile haben über Krieg und Frieden zu entscheiden. Am politischen Leben konnten nach Platon nur die Bürger teilnehmen, die den Militärdienst absolviert hatten (Kernic 2001: 70).
Eine weitere wichtige Frage bezüglich des Militärs war es, wie diese organisiert sein sollte. Sollte das Militär als Berufsarmee oder Wehrpflicht organisiert sein oder sollte das Militär aus Söldner bestehen?
In der Römischen Republik war diese Frage von großer Bedeutung gewesen, da diese das Ende der Republik einleitete. Es entstanden mehrere private Söldnerarmeen, die die Wehrpflicht ablöste. Durch die Söldnerarmeen sollten eigene Machtansprüche gefestigt werden. Diese internen Machtkämpfe des Militärs führten schließlich zum Zerfall der ganzen Republik (Krämer, Kuhn 2006: 11) .
Dies zeigt, wie gefährlich Streitkräfte für das Zivile und der Stabilität eines Staates darstellen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung über das Machtverhältnis zwischen Staat und Militär.
2. Theoretische Grundlagen des Militärs: Erörterung der philosophischen und politischen Definitionen von Militär und staatlicher Souveränität.
3. Militär in Süd- und Mittelamerika: Analyse der spezifischen regionalen Schwächen und der historischen Entwicklung in vier Phasen.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der regionalen Differenzen und der Herausforderungen für die Demokratie.
Schlüsselwörter
Militär, Staat, zivil-militärische Beziehungen, Intervention, Militärregime, Lateinamerika, Gewaltmonopol, Macht, Herrschaft, Streitkräfte, Söldner, Demokratie, Politische Stabilität, Legitimation, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen staatlicher Autorität und militärischer Macht, fokussiert auf die historische Entwicklung in Süd- und Mittelamerika.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Militärbegriffs, dem Prinzip des zivilen Primats und den Ursachen für militärische Eingriffe in die Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Wechselverhältnis von Staat und Militär historisch herzuleiten und die Faktoren zu benennen, die in Lateinamerika zu Militärregimen geführt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Literaturanalyse und der Auswertung historischer Konzepte von Philosophen wie Platon und Denkern wie Machiavelli.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des modernen Militärs, den Interventionsmotiven nach Linz und der vierstufigen historischen Formierung der Streitkräfte in Lateinamerika.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Staat, Militär, zivil-militärische Beziehungen, Intervention, Gewaltmonopol und Demokratisierung.
Warum wird der Staat in Süd- und Mittelamerika als "schwach" bezeichnet?
Der Autor führt dies auf vier Faktoren zurück: geringe finanzielle Mittel, schwache Legitimation durch Bürger, mangelnde nationale Kohäsion und geringe Kontrolle des Staates über Institutionen.
Wie lässt sich die vierstufige Formierung der Streitkräfte zusammenfassen?
Sie reicht von der ersten Formierung (1860-1920/30) über den Eintritt in die Politik, den Interventionismus im Kalten Krieg bis hin zum Rückzug aus der Politik ab 1990.
- Arbeit zitieren
- Christian Fan (Autor:in), 2009, Staat und Militär in Süd- und Mittelamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193408