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Nationalsozialistische Elemente in den weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht ab 1933

Title: Nationalsozialistische Elemente in den weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht ab 1933

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Master of Arts Nadir Attar (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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„Die Staatsführung […] wird von zwei Säulen getragen: politisch von der in der nationalsozialistischen Bewegung organisierten Volksgemeinschaft, militärisch von der Wehrmacht. Es wird für alle Zukunft mein Streben sein, dem Grundsatz Geltung zu verschaffen, daß [sic!] der alleinige politische Willensträger in der Nation die Nationalsozialistische Partei, der einzige Waffenträger des Reiches die Wehrmacht ist“ (Krausnick 1983, 189).
Diese Aussage tätigte Adolf Hitler am 17.08.1934 und unterstrich damit erneut die Bedeutung, welche die bewaffneten Streitkräfte im Deutschen Reich spielen sollten. Die nationalsozialistische Partei auf der einen und die deutsche Armee auf der anderen Seite galten gleichermaßen als Garanten für das Fortbestehen Deutschlands, gingen somit aus Sicht der damaligen Akteure eine Allianz zum Wohle der eigenen Nation ein.
Als selbst erklärtem alleinigen politischen Willensträger der Nation, musste die NSDAP als Partei das gesamte deutsche Volk durchdringen und führen, um so schlussendlich eine Einheit von Volk, Bewegung und Staat zu gewährleisten. Ziel war es, die gesamte völkische Kraft zu mobilisieren (vgl. Benz 1983, 64). Um dieses Ziel zu erreichen, sollte eine planmäßige nationalsozialistische Erziehung der Gesellschaft erfolgen. In einem mit Totalitätsanspruch ausgestatteten Staat, wie es das Dritte Reich gewesen ist, konnte sich auch die Wehrmacht bzw. die Reichswehr, wie sie zu Beginn des neuen Reichs noch hieß, nicht diesen Erziehungseinflüssen entziehen; schon gar nicht, wenn sie zu den tragenden Säulen des neuen Staates gehören sollte und maßgeblich dafür Sorge zu tragen hatte, den von Hitler gewünschten Typus eines Mannes zu erziehen (vgl. Messerschmidt 1982, 195)
Daher ist es das Bestreben dieser Hausarbeit, genauer zu untersuchen, welche nationalsozialistischen Elemente genau sich in den weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht, beginnend ab dem Jahr 1933, vorfinden lassen. Ferner soll exploriert werden, ob diese nationalsozialistischen Schulungen in ihrer tatsächlichen Form auf Druck der politischen Führung oder gar freiwillig, also frei von Weisungen oder Verordnungen seitens der Partei, durch die militärischen Entscheidungsträger in die Streitkräfte eingeführt wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Aufbau der Arbeit

2 Beispiele nationalsozialistischer Elemente in weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht

2.1 Einführung eines nationalpolitischen Unterrichts

2.2 Von der Einführung der Truppenbetreuung bis zum nationalsozialistischen Führungsoffizier

3 Warum die Wehrmacht freiwillig NS-Elemente in ihre Schulungen einführte

3.1 Die unpolitische Reichswehr und die Folgen

3.2 Der Loyalitätswettlauf mit der SA

4 Abschließende Bewertung

5 Quellen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche nationalsozialistischen Elemente ab 1933 gezielt in die weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht integriert wurden und analysiert dabei kritisch, ob dieser Prozess primär durch äußeren politischen Druck oder durch eine freiwillige, aktive Haltung der militärischen Führung initiiert wurde.

  • Nationalsozialistische Indoktrination in militärischen Schulungsinhalten
  • Die Entwicklung vom nationalpolitischen Unterricht bis zum NS-Führungsoffizier
  • Die Rolle der Wehrmacht als aktive Akteurin statt als reines Opfer nationalsozialistischer Bestrebungen
  • Einfluss der politischen Haltung der Reichswehrführung auf die Implementierung von NS-Ideologie
  • Der Einfluss des Machtwettbewerbs zwischen der Wehrmacht und der SA

Auszug aus dem Buch

3.1 Die unpolitische Reichswehr und die Folgen

Das Ende des Ersten Weltkrieges brachte weit reichende Folgen mit sich. Die Monarchie und mit ihr das Deutsche Kaiserreich waren abgeschafft und erstmals eine gesamtdeutsche Republik unter einer sozialdemokratischen Regierung eingeführt worden. Die Flügelkämpfe zwischen Rechts und Links drohten jedoch gerade in den Anfangstagen die Weimarer Republik zu zerreißen. Die in der Bevölkerung kursierende Dolchstoßlegende tat ihr übriges, um die Distanz zum Stadt zu vergrößern (vgl. Zeidler 1993, 275).

Auch die deutschen Streitkräfte sahen sich einer veränderten Situation gegenüber. Die Reichswehr wurde auf eine Armee von 100.000 Mann Personalstärke reduziert. Luftwaffe und schwere Waffen wurden durch die Friedensverträge von Versailles verboten (ebd., 275). Schwerwiegender war jedoch die mangelnde Identifikation vieler Soldaten, insbesondere hoher Offiziere mit der jungen Demokratie. Gerade die Antipathie gegenüber der Sozialdemokratie und die Sympathie zu national-konservativen Kräften ließen eine mangelnde Loyalität der Reichswehr in einer von versuchten Regierungsumstürzen nicht gerade armen Zeit befürchten (vgl. Krausnick 1983, 176). Um die Loyalität und das Funktionieren der Streitkräfte zu gewährleisten, ersann der Chef der Heeresleitung, der spätere Generaloberst Hans von Seeckt, das Konzept der unpolitischen Reichswehr (ebd., 177). Auf verschiedensten Wegen sollten die Soldaten entpolitisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Leitthema der nationalsozialistischen Beeinflussung der Wehrmacht vor und definiert die Fragestellung bezüglich der Freiwilligkeit dieser Prozesse.

2 Beispiele nationalsozialistischer Elemente in weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht: Dieses Kapitel erläutert anhand konkreter historischer Beispiele, wie nationalsozialistisches Gedankengut durch Unterricht und die Etablierung spezieller Offiziersfunktionen in die Truppe getragen wurde.

3 Warum die Wehrmacht freiwillig NS-Elemente in ihre Schulungen einführte: Hier werden die Hintergründe beleuchtet, insbesondere die konservative Prägung der Reichswehr und taktische Motive im Machtkampf mit der SA.

4 Abschließende Bewertung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Wehrmacht die NS-Ideologie aktiv mitgestaltete, um ihre eigene Position zu sichern.

Schlüsselwörter

Wehrmacht, Reichswehr, Nationalsozialismus, weltanschauliche Schulung, nationalpolitischer Unterricht, NS-Führungsoffizier, NSDAP, Loyalitätswettlauf, Sturmabteilung, Indoktrination, politische Führung, Dritte Reich, Ideologie, militärische Erziehung, Wehrmachtsführung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Durchdringung der deutschen Wehrmacht mit nationalsozialistischen Weltanschauungen und die Rolle der militärischen Führung in diesem Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die historische Einführung nationalpolitischer Unterrichtsinhalte, die Rolle der Wehrmacht innerhalb des NS-Staates und die Motivationen für die freiwillige Kooperation mit der Partei.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die nationalsozialistische Schulung der Soldaten auf den Druck der Partei zurückzuführen war oder ob die Wehrmacht diese Maßnahmen eigenständig und freiwillig forcierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Quellen und Fachliteratur, um die Entwicklung der Erziehungspolitik innerhalb der Wehrmacht nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung konkreter NS-Elemente im Unterricht sowie eine Analyse der Ursachen für die freiwillige Übernahme dieser Elemente durch die Wehrmachtführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wehrmacht, NS-Ideologie, Indoktrination, Loyalitätswettlauf und politischer Einfluss beschreiben.

Was war der "Loyalitätswettlauf mit der SA"?

Es handelt sich um das taktische Bestreben der Reichswehrführung, die SA als Konkurrenz um den Status als alleiniger Waffenträger der Nation auszuschalten, indem man sich gegenüber Hitler als loyal und ideologisch konform präsentierte.

Was war die Funktion des "Nationalsozialistischen Führungsoffiziers"?

Der NS-Führungsoffizier (NSFO) hatte die Aufgabe, die ideologische Fanatisierung der Truppe sicherzustellen und das Vertrauen in die Kampfkraft und die Ideologie des Regimes auch in aussichtslosen Kriegssituationen aufrechtzuerhalten.

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Details

Title
Nationalsozialistische Elemente in den weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht ab 1933
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Grundfragen von Bildung, Erziehung und Sozialisation am Beispiel des Forschungsfeldes Nationalsozialismus
Grade
1,0
Author
Master of Arts Nadir Attar (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V193412
ISBN (eBook)
9783656184164
ISBN (Book)
9783656185215
Language
German
Tags
nationalsolzialistische elemente schulungen wehrmacht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Nadir Attar (Author), 2009, Nationalsozialistische Elemente in den weltanschaulichen Schulungen der Wehrmacht ab 1933, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193412
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