„Ciceros Schrift „De oratore‟, bestehend aus drei Büchern, vollendet im Jahre 55 v.Chr., ist die bedeutendste Darstel-lung der Rhetorik, welche die Antike hinterlassen hat“, so Fuhrmann (2011, S.52) in seinen einleitenden Worten zu Cice-ros rhetorischer Theorie. Auch heute noch wird ihr großer Nutzen für die Menschheit zugesprochen:
And though there is not in this nation perhaps the same public demand for the knowledge and practice of the art, which was in old Rome, yet I will venture to affirm, that in no age, and in no country, since the days of Cicero, they have been more useful and more necessary than in the present (Guthrie in Cicero 1822, preface).
Mit Recht habe man die besondere Leistung Ciceros in seiner Schrift Über den Redner darin gesehen, dass er das geistige Erbe Griechenlands mit römischer Lebenswirklichkeit verband und beides aus seinen persönlichen Anschauungen und Erfahrun-gen heraus zu einer neuen Einheit zusammenfügte, heißt es bei Merklin (1976, Buchumschlag).
Nach einer kurzen Betrachtung des Verfassers des Werks, sei-ner Entstehungsgeschichte und seiner Dialogteilnehmer wird diese Arbeit sich zur beispielhaften Analyse auf die Paragra-fen 1 bis 84 des Liber Secundus konzentrieren, die sich auf eine inhaltliche Zusammenfassung des Liber Primus stützen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedeutung des Werks ‚De oratore‘
2. Betrachtung des Werks ‚De oratore‘
2.1. Der Verfasser des Werks: Marcus Tullius Cicero
2.2. Die Entstehung des Werks
2.3. Die Dialogteilnehmer
2.4. Inhaltliche Betrachtung des Werks
2.4.1. Zusammenfassung des Liber Primus
2.4.2. De oratore, II, 1-84
3. Beurteilung des Werks ‚De oratore‘
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das rhetorische Hauptwerk Ciceros, „De oratore“, im Hinblick auf seine Entstehung, die wesentlichen Dialogteilnehmer und die rhetorischen Kernkonzepte zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie Cicero das Ideal des vollkommen gebildeten Redners („perfectus orator“) durch die unterschiedlichen Positionen seiner Dialogfiguren entwirft und theoretisch begründet.
- Biografische Einordnung von Marcus Tullius Cicero und Entstehungsgeschichte des Werks
- Vorstellung und Analyse der zentralen Dialogteilnehmer (u.a. Crassus und Antonius)
- Gegenüberstellung der rhetorischen Ideale und Ansichten im „Liber Primus“
- Untersuchung der rhetorischen Gattungen und der Geschichtsschreibung in den Paragrafen 1-84 des zweiten Buches
Auszug aus dem Buch
1. Bedeutung des Werks ‚De oratore‘
„Ciceros Schrift ‘De oratore’, bestehend aus drei Büchern, vollendet im Jahre 55 v.Chr., ist die bedeutendste Darstellung der Rhetorik, welche die Antike hinterlassen hat“, so Fuhrmann (2011, S.52) in seinen einleitenden Worten zu Ciceros rhetorischer Theorie. Auch heute noch wird ihr großer Nutzen für die Menschheit zugesprochen:
And though there is not in this nation perhaps the same public demand for the knowledge and practice of the art, which was in old Rome, yet I will venture to affirm, that in no age, and in no country, since the days of Cicero, they have been more useful and more necessary than in the present (Guthrie in Cicero 1822, preface).
Mit Recht habe man die besondere Leistung Ciceros in seiner Schrift Über den Redner darin gesehen, dass er das geistige Erbe Griechenlands mit römischer Lebenswirklichkeit verband und beides aus seinen persönlichen Anschauungen und Erfahrungen heraus zu einer neuen Einheit zusammenfügte, heißt es bei Merklin (1976, Buchumschlag).
Nach einer kurzen Betrachtung des Verfassers des Werks, seiner Entstehungsgeschichte und seiner Dialogteilnehmer wird diese Arbeit sich zur beispielhaften Analyse auf die Paragrafen 1 bis 84 des Liber Secundus konzentrieren, die sich auf eine inhaltliche Zusammenfassung des Liber Primus stützen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedeutung des Werks ‚De oratore‘: Das einleitende Kapitel würdigt das Werk als historisch bedeutendste Darstellung antiker Rhetorik und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.
2. Betrachtung des Werks ‚De oratore‘: Dieser Hauptteil beleuchtet die biografischen Hintergründe des Autors Cicero, die Entstehungsgeschichte des Dialogs sowie die Profile der beteiligten Dialogfiguren und bietet eine detaillierte inhaltliche Analyse der ersten zwei Bücher.
2.1. Der Verfasser des Werks: Marcus Tullius Cicero: Dieser Abschnitt zeichnet das Leben Ciceros nach, von seiner Herkunft über seine politische Ausbildung bis hin zu seinem Exil und dem damit verbundenen schriftstellerischen Schaffen.
2.2. Die Entstehung des Werks: Der Text beschreibt die Entstehung von „De oratore“ als Resultat von Ciceros Wunsch nach einer Synthese aus theoretischem Ideal und rednerischer Praxis, untermauert durch den historischen Briefwechsel mit Atticus.
2.3. Die Dialogteilnehmer: Hier werden die zentralen Akteure des Dialogs – insbesondere Crassus, der für universale Bildung steht, und sein Gegenpart Antonius – in ihrem historischen Kontext und ihrer philosophischen Ausrichtung vorgestellt.
2.4. Inhaltliche Betrachtung des Werks: Dieser Teil bietet eine strukturelle Übersicht über den Aufbau der drei Bücher des Werks und ihre jeweilige inhaltliche Schwerpunktsetzung.
2.4.1. Zusammenfassung des Liber Primus: Das Kapitel analysiert die im ersten Buch dargelegten Kernanforderungen an den Redner, insbesondere das Spannungsfeld zwischen „Natura“ (Begabung) und „Ars“ (theoretische Ausbildung).
2.4.2. De oratore, II, 1-84: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf das zweite Buch, in dem Antonius rhetorische Gattungen, die Rolle der Geschichtsschreibung und das Fehlen eines starren Regelwerks für die Redekunst diskutiert.
3. Beurteilung des Werks ‚De oratore‘: Das Fazit bewertet Ciceros Leistung bei der Charakterisierung des Redners und ordnet die Bedeutung des Werks als lebendiges und fundiertes rhetorisches Lehrstück ein.
Schlüsselwörter
Rhetorik, Marcus Tullius Cicero, De oratore, Redekunst, Orator, Dialog, Beredsamkeit, Antike, perfectus orator, Natura, Ars, Römische Republik, Geschichtsschreibung, Crassus, Antonius
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Ciceros dreibändiges Werk „De oratore“ und analysiert, wie der Autor das Idealbild des idealen Redners vor dem Hintergrund der römischen Rhetorik-Tradition entwickelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an einen perfekten Redner, die Dialektik zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Begabung sowie die Rolle der Rhetorik im politischen Leben des antiken Rom.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das rhetorische Bildungskonzept Ciceros durch eine Analyse der Dialoge zwischen den Protagonisten Crassus und Antonius verständlich und systematisch aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine hermeneutische Textanalyse, die auf primärer Fachliteratur (den Ciceronischen Texten) sowie auf einschlägigen wissenschaftlichen Kommentaren basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung Ciceros, eine Vorstellung der Dialogteilnehmer und eine tiefgehende inhaltliche Durchdringung der ersten beiden Bücher des Werks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Rhetorik, Cicero, De oratore, perfectus orator, Natura, Ars, Beredsamkeit und das Ideal der universalen Bildung.
Wie unterscheidet sich die Position von Crassus von der des Antonius im Dialog?
Crassus vertritt das Ideal einer universalen, wissenschaftlich fundierten Bildung des Redners, während Antonius eine pragmatischere Sichtweise einnimmt, die den gesunden Menschenverstand und die Erfahrung in den Vordergrund stellt.
Welchen Stellenwert räumt Cicero im zweiten Buch der Geschichtsschreibung ein?
Antonius thematisiert die Geschichtsschreibung als Teilgebiet der Rhetorik und bemängelt die bisherige Bescheidenheit und den Mangel an rhetorischer Ausgestaltung in der römischen Tradition im Vergleich zu Griechenland.
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- Frauke Schoon (Author), 2012, Ciceros 'De oratore', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193442