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Sexualität im Mittelalter - Zwischen Sexualität, Kirche und Gesellschaft

Title: Sexualität im Mittelalter - Zwischen Sexualität, Kirche und Gesellschaft

Term Paper , 2012 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Alexandra Krüger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die christliche Kirche, die im Mittelalter eine sehr große Rolle im Alltagsleben der Menschen spielte, predigte Enthaltsamkeit und Keuschheit. Jungfräulichkeit wurde als Ideal für ehrbare Frauen angesehen und der sexuelle Akt galt als schmutzig. Er wurde nur zum Zwecke der Fortpflanzung toleriert.
So scheint das vom Glauben geprägte Mittelalter in Verbindung mit Sexualität ausgesehen zu haben. Doch wie war es wirklich? Konnten die Menschen ihre sexuellen Triebe einfach so abschalten, wobei Sexualität heutzutage doch etwas so Natürliches ist. Und steht die Auffassung, dass Sex etwas Unnatürliches ist nicht im Widerspruch mit der Forderung „Seid fruchtbar und mehret euch!“ aus dem ersten Buch Mose? Was forderte die Kirche und was die Gesellschaft? Wie konnte dies im Alltag umgesetzt werden?
Dies sind nur einige Fragen, die diese Arbeit versucht zu klären. Interessant ist hierbei zweifelsohne auch der Akt an sich. Wie schliefen die Menschen miteinander, wenn ihnen doch bewusst gewesen sein muss, dass dies als eine Sünde galt? Doch ganz so keusch wie man glaubt, war das Mittelalter nicht. Hätten die Menschen im Mittelalter nicht ihren sexuellen Trieben nachgegeben, dann wären auch keine Kinder mehr geboren worden und das ist nach der heutigen Bevölkerung in Europa zu beurteilen, nicht so gewesen.
Wie bei jeder historischen Arbeit, stellt sich auch hier die Frage der Quellen. Woher erhält man Informationen über das Intimste der Menschen? Dies soll im zweiten Kapitel geklärt werden. Die unterschiedlichen Quellenarten werden vorgestellt und bewertet. Hierbei sollen sich die Ausführungen vor allem auf die Arbeit von Thomas Bein von 2003 stützen.
Im darauffolgenden Kapitel soll es schließlich um die Kernfragen gehen. Das Zusammenspiel von Kirche, Gesellschaft und Sexualität wird beleuchtet. Der sexuelle Akt an sich – außerhalb und innerhalb der Ehe – sowie die Einstellung der Kirche und der Gesellschaft dem gegenüber. Die Abhandlungen „Sexualität im Mittelalter“ von Ruth Mazo Karras (2006) und Jean Verdons „Irdische Lust – Liebe, Sex und Sinnlichkeit im Mittelalter“ aus dem Jahre 2011 bieten hierbei einen detaillierten Einblick.
Am stärksten geächtet wurde im Mittelalter Homosexualität, weshalb sich Kapitel 3.2. dieser Thematik widmen soll, um auch einen kleinen Einblick über die heterogeschlechtliche Sexualität hinaus zu bieten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellen

2.1. Lyrik

2.2. Epik

2.3. Theologische Texte

2.4. Medizinische Texte

3. Sexualität im Mittelalter

3.1. Sexualität, Kirche und Gesellschaft

3.2.1. Sexualität innerhalb der Ehe

3.2.2. Sexualität außerhalb der Ehe

3.2.3. Homosexualität

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Wahrnehmung und Praxis von Sexualität im europäischen Mittelalter im Spannungsfeld zwischen kirchlichen Moralvorstellungen und gesellschaftlicher Realität. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kirchliche Doktrinen, soziale Normen und das menschliche Sexualverhalten interagierten, und zu verdeutlichen, dass das Bild einer rein keuschen Epoche durch historische Quellen differenziert betrachtet werden muss.

  • Analyse verschiedener Quellentypen (literarisch, theologisch, medizinisch)
  • Untersuchung der kirchlichen Sexualmoral und des Konzepts der „Sünde“
  • Unterscheidung zwischen heterosexuellen Praktiken (innerhalb/außerhalb der Ehe) und Homosexualität
  • Reflexion über Geschlechterrollen und die frauenfeindliche Prägung mittelalterlicher Texte
  • Dekonstruktion des Mythos einer durchgehenden Enthaltsamkeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Sexualität, Kirche, Gesellschaft

In vielen mittelalterlichen Texten wird Sexualität in Zusammenhang mit der „Sünde wider der Natur“ gebracht, dennoch ist schwierig zu sagen, was die Autoren unter „Natur“ verstanden bzw. als „natürlich“ ansahen. Natur wurde unter anderem von den mittelalterlichen Verfassern als dasjenige interpretiert, was Tiere tun und das inklusive der Fortpflanzung. Dennoch war es eine Sünde, wie die Tiere miteinander zu schlafen (von hinten) oder auch Inzest zu betreiben. Auch wenn Tiere keine Rücksicht auf Verwandtschaftsverhältnisse nehmen und Inzest für die Fortpflanzung der Tiere ein ganz natürlicher Hergang ist. Für Mensch ist Inzest damals wie auch heute wider die Natur. Bei dem „Natürlichen“ oder später auch „Normalen“ geht es vielmehr um gesellschaftliche Zwänge. Sich widernatürlich wie die Tiere fortzupflanzen war also an sich nichts Unnatürliches, sondern vielmehr etwas, was in der Gesellschaft des Mittelalters nicht geduldet wurde. In jener Gesellschaft war die einzig tolerierte Position die Missionarsstellung. Es war verpönt, wenn die Frau die obere Position einnahm, da es dabei zum Verlust des männlichen Samens kommen könnte, welcher nur an dem von der Natur vorgesehenen Ort vergossen werden durfte – dies geht auch damit einher, dass der sexuelle Akt nur der Fortpflanzung halber vollzogen werden durfte. Alles andere war eine Sünde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Ambivalenz zwischen kirchlich gepredigter Enthaltsamkeit und der realen gelebten Sexualität des Mittelalters ein und definiert die methodische Vorgehensweise.

2. Die Quellen: Dieses Kapitel stellt die für die Analyse relevanten Quellengattungen vor, darunter Lyrik, Epik, theologische sowie medizinische Texte, und bewertet deren Aussagekraft.

3. Sexualität im Mittelalter: Das Hauptkapitel beleuchtet die kirchliche Sexualdoktrin, die gesellschaftlichen Normen und untersucht detailliert die verschiedenen Formen sexueller Praktiken und Beziehungen.

4. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Diskrepanz zwischen ideologischer Kontrolle durch die Kirche und der tatsächlichen menschlichen Praxis.

Schlüsselwörter

Sexualität, Mittelalter, Kirche, Gesellschaft, Ehe, Ehebruch, Sünde, Moral, Homosexualität, Prostitution, Quellenanalyse, Geschlechterrollen, Fortpflanzung, Bußbücher, Zölibat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Wahrnehmung und Praxis von Sexualität im Mittelalter im Kontext der kirchlichen Doktrin und der gesellschaftlichen Realität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Untersuchung der kirchlichen Sexualmoral, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Bewertung von Sexualität sowie verschiedene Beziehungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Menschen im Mittelalter mit kirchlichen Vorschriften und gesellschaftlichen Normen umgingen und den tatsächlichen Stellenwert der Sexualität jenseits des Ideals der Enthaltsamkeit zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine quellenbasierte Analyse unter Rückgriff auf literarische, theologische und medizinische Dokumente des Mittelalters, gestützt durch moderne Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Spannungsfeldes Kirche/Gesellschaft, die Sexualität innerhalb und außerhalb der Ehe sowie eine Analyse zur Homosexualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sexualität, Mittelalter, Kirche, Sünde, Ehe und Geschlechterrollen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frau im mittelalterlichen Sexualdiskurs?

Die Arbeit zeigt eine stark vorherrschende Frauenfeindlichkeit auf, in der die Frau oft als „wollüstig“ dargestellt und bei außerehelichen Aktivitäten deutlich stärker verurteilt wurde als der Mann.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Natürlichem“ und „Unnatürlichem“ eine so wichtige Rolle?

Diese Unterscheidung war zentral für die kirchliche Kontrolle; alles, was nicht der Fortpflanzung oder der erlaubten Position entsprach, wurde als „Sünde wider die Natur“ eingestuft.

Welche Funktion hatten Bußbücher für die historische Forschung?

Sie dienen als wichtige Quellen für die Kategorisierung von Sünden und geben detaillierte Einblicke in Praktiken, die von der kirchlichen Norm abwichen.

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Details

Title
Sexualität im Mittelalter - Zwischen Sexualität, Kirche und Gesellschaft
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Alltag im Mittelalter
Grade
2,0
Author
B.A. Alexandra Krüger (Author)
Publication Year
2012
Pages
26
Catalog Number
V193475
ISBN (eBook)
9783656191087
ISBN (Book)
9783656191599
Language
German
Tags
Mittelalter Sexualität Homosexualität Quellen Lyrik Epik Theologische Texte Medizinische Texte Kirche Gesellschaft Diätetik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Alexandra Krüger (Author), 2012, Sexualität im Mittelalter - Zwischen Sexualität, Kirche und Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193475
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