Die Messen, wie wir sie kannten haben sich vom Schwerpunkt Information zu erlebnisorientierten Veranstaltungen gewandelt.
Aufgrund der zunehmenden Globalisierung, Sättigung der Märkte, Austauschbarkeit von Produkten und Dienstleistungen, die zu Differenzierungsproblemen führt sowie einer stetig wachsenden Informationsüberladung, ist es für Unternehmen zu einer Herausforderung geworden, die entsprechenden Zielgruppen mit Kommunikationsbotschaften zu erreichen.
Das Konsumentenverhalten wie, wir es aus der Vergangenheit kennen, in der ein Konsument sich allein aus rationalen Gründen zum Kauf bewegte, ist vorbei.
Es liegt an den Unternehmen, mit Hilfe der kommunikationspolitischen Instrumente wie z.B. der Messe Wettbewerbsvorteile im Markt zu realisieren und dauerhaft zu erhalten. Die Messe, wie wir Sie kannten befindet sich im Wandel; wir alle sind Teil einer zunehmenden erlebnisorientierten Gesellschaft. Wir wollen „erleben“ und möchten emotional angesprochen werden; genau hier liegt die große Herausforderung für Unternehmen. Der Messeauftritt soll den Kunden sinnlich-emotional ansprechen und den Messebesuch zu einem einmaligen Erlebnis werden lassen. Nur so können die Unternehmen den Sprung in die Herzen und Handlungszentren der Konsumenten schaffen.
Heutzutage stellt die Messe das zweitwichtigste Instrument im Kommunikations-Mix eines Unternehmen dar. 2010 beteiligten sich 173.421 Austeller an 157 überregionalen Messen. Die Ausgaben der Aussteller beliefen sich in den Jahren 2005 – 2008 auf 7,8 Mrd. Euro. 2010 lag der Messeanteil der Unternehmen an ihren gesamten Kommunikationsetats bei über 40%. Auch der „AUMA-MesseTrend 2011“ prognostiziert eine positive Entwicklung für die Messewirtschaft. Somit besitzt die Messe einen hohen Stellenwert im Marketing-Mix der Austeller. Die Messe befindet sich gegenwärtig wieder im Wandel. Sie hat sich in den letzten Jahren von einer Verbrauchermesse zu einer Informationsmesse gewandelt. Derzeit ist ein Wandel von einer reinen Informationsmesse zu einer erlebnisorientierten Messe festzustellen.
Die zunehmende Erlebnisorientierung spielt dabei in der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Durch die Schaffung einzigartiger Erlebnisse mit direkter Interaktion kann einerseits die Kommunikationsbotschaft übermittelt und sich andererseits gleichzeitig vom Wettbewerb differenziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau und Ziel der Arbeit
2 Begriffserklärung
2.1 Begriffsdefinition Messe
2.2 Abgrenzung im System der Marktveranstaltungen
2.3 Abgrenzung Messe und Ausstellung
2.4 Eigenschaften von Messen
2.5 Formen von Messen
2.6 Funktionen und Ziele von Messen
3 Das Kommunikations- und Marketinginstrument Messe
3.1 Einordnung der Messe in den Marketing-Mix
3.2 Einordnung der Messe in den Kommunikations-Mix
3.3 Messe als Instrument der Live Communication
3.3.1 Begriffsdefinition
3.3.2 Eigenschaften der Live Communication
4 Empirische Untersuchung
4.1 Auswahl der Erhebungsmethode
4.2 Darstellung der Ergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Stellenwert der Messe als Instrument der Unternehmenskommunikation im Kontext der zunehmenden Bedeutung von Live Communication. Ziel ist es, die Eignung der Messe unter Berücksichtigung von Multisensorik und erlebnisorientierter Kommunikation zu bewerten sowie Perspektiven für die Integration von Live- und Virtual Communication aufzuzeigen.
- Wandel von reinen Informationsmessen hin zu erlebnisorientierten Veranstaltungen
- Stellenwert der Multisensorik für die emotionale Markenansprache
- Einordnung der Messe in den Marketing- und Kommunikations-Mix
- Empirische Analyse des Bedarfs an einer Neuausrichtung der Kommunikationsstrategien
- Integration von Live Communication und Virtual Communication
Auszug aus dem Buch
3.3 Messe als Instrument der Live Communication
Die Messe, wie wir Sie heute kennen, befindet sich derzeit wieder im Wandel; die Anforderungen haben sich verändert und somit stehen die Unternehmen vor einer großen Herausforderung. In der Vergangenheit haben die Unternehmen ihre Produkte fast ausschließlich über die Produkteigenschaften präsentiert. Heutzutage gilt es aber einzigartige Erlebnisse mit direkter Interaktion für den Kunden zu schaffen. Die Erfolgstreiber sind dabei eine hohe Emotionalisierung sowie Erfahrbarkeit, der persönliche Kontakt sowie der Möglichkeit den Kunden zu integrieren. Aus diesem Grund kommt der Live Communication heutzutage eine herausragende Stellung in den Unternehmen zugute. Von ihrer Wirkung greift diese tiefer als jedes andere Instrument der gesamten Unternehmenskommunikation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas im Zuge der Globalisierung und skizziert das Ziel der Arbeit, die Messe als zentrales Instrument der Live Communication neu zu bewerten.
2 Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Messe, grenzt sie von ähnlichen Marktveranstaltungen ab und analysiert ihre wesentlichen Eigenschaften sowie ihre vielfältigen Erscheinungsformen.
3 Das Kommunikations- und Marketinginstrument Messe: Hier wird die Messe in den Marketing- und Kommunikations-Mix eingeordnet und ihre spezifische Rolle im Rahmen der Live Communication, insbesondere hinsichtlich der Multisensorik, herausgearbeitet.
4 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise einer schriftlichen Befragung von Agenturen und präsentiert die gewonnenen Erkenntnisse zur Bedeutung und Zukunft der Live Communication.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung zusammen und plädiert für eine intelligente Verknüpfung von Live- und Virtual Communication innerhalb der Unternehmenskommunikation.
Schlüsselwörter
Messe, Unternehmenskommunikation, Live Communication, Marketing-Mix, Kommunikations-Mix, Multisensorik, Markenführung, Erlebnisorientierung, Kundenbindung, empirische Untersuchung, Virtual Communication, Markenvertrauen, Informationsüberladung, Markenerfahrbarkeit, Zielgruppenansprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Messe als Instrument der Unternehmenskommunikation und wie sich dieses Instrument durch den Trend zur Erlebnisorientierung und Live Communication verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Einordnung von Messen, der Bedeutung multisensorischer Kommunikation und der zukünftigen Integration von physischen Live-Events mit virtuellen Kommunikationsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stellenwert der Live Communication zu erforschen und zu klären, ob und wie Messen als Kommunikationsinstrument zukunftsfähig bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Forschungsmethode gewählt, konkret eine schriftliche Befragung von zwanzig spezialisierten Agenturen in Deutschland mittels eines offenen Fragebogens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition und Einordnung von Messen sowie eine empirische Untersuchung, die das Potenzial und die Herausforderungen der Live Communication beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Live Communication, Multisensorik, Markenführung, Kundenbindung, Messen und die Integration von Virtual Communication.
Warum ist die Multisensorik für Unternehmen so entscheidend?
Die Arbeit argumentiert, dass die Ansprache mehrerer Sinne die neuronale Aktivität erhöht, die Markenbotschaft emotional verankert und die Bindung zwischen Marke und Konsument nachhaltig stärkt.
Wie steht der Autor zur Virtual Communication im Vergleich zu Live-Events?
Der Autor sieht Virtual Communication nicht als vollständigen Ersatz, sondern als notwendige Ergänzung; der künftige Erfolg liegt in einer strategischen Verknüpfung beider Formen.
- Quote paper
- Thomas Heinrich Musiolik (Author), 2012, Die Messe als Instrument der Unternehmenskommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193492