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Die Darstellung von Weiblichkeit und Tod in Annette von Droste-Hülshoffs "Ledwina"

Titel: Die Darstellung von Weiblichkeit und Tod in Annette von Droste-Hülshoffs "Ledwina"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sandra Tafelski (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.“
Schon Thales von Milet (ca. 625 v. Chr. – ca. 545 v. Chr.) wusste um die Kraft und Faszination des Wassers. Es ist nicht nur Quell des Lebens, sondern fordert dieses auch irgendwann wieder zurück. Tod und Wasser sind somit anscheinend untrennbar miteinander verbunden.
Das Element Wasser steht nicht nur im Sinne der Fruchtbarkeit für ein Konzept des Weiblichen, sondern auch im Zusammenhang mit dem Tod – die schöne Wasserleiche oder auch die todbringende Wasserfrau, die Lebewesen, meist Männer als ihre Opfer, mit in die Tiefe zieht.
Doch wieso stehen Weiblichkeit und Tod in Verbindung mit dem Element des Wassers in so einer engen Beziehung? Was macht den Tod und das Wasser erst „weiblich“? Warum wird der Tod oft als „schöne Frau“, als ästhetisches Wesen, im besten Fall als schöne weibliche Wasserleiche dargestellt? Auf diese Überlegungen stützt sich die vorliegende Arbeit. Anhand des Textfragmentes Ledwina von Annette von Droste-Hülshoff sollen die aufgeworfenen Fragestellungen und Probleme behandelt werden. Dabei liegt der Kerngedanke auf der Frage, wie Weiblichkeit und Tod innerhalb des Fragmentes dargestellt werden. Dafür wird zunächst der allgemeine Zusammenhang zwischen dem Element Wasser, Weiblichkeit und Tod vorgestellt. Anschließend erfolgt eine kurze Analyse der Erzählstruktur von Ledwina. Aufbauend auf den ersten beiden Punkten werden dann einzeln das Weiblichkeitskonzept, welches der Text entwirft, sowie das Konzept des Todes in Bezug zur Hauptfigur Ledwina dargestellt. Hierbei wird im Besonderen Bezug auf das Motiv der Wasserfrau genommen, da das Wasser eine besondere Rolle im Konzept der Darstellung des Todes und der Weiblichkeit innerhalb des Textes einnimmt. In der abschließenden Zusammenfassung wird dann versucht auf die aufgeworfenen Fragen, vor allem auf das Hauptproblem der Darstellung von Tod und Weiblichkeit, eine Antwort zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Beziehung zwischen Wasser, Weiblichkeit und Tod

3. Ledwina – Die weiße Rose im Wasser

3.1 Darstellung der Erzählstruktur

3.2 Das Weiblichkeitskonzept innerhalb von Ledwina

3.3 Ledwina und der ‚fließende‘ Tod

3.4 Die Verknüpfung zwischen Tod und Weiblichkeit bei Ledwina

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel von Weiblichkeit und Tod im Romanfragment "Ledwina" von Annette von Droste-Hülshoff. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie gesellschaftliche Normen des 19. Jahrhunderts und mythologische Motive, insbesondere das der Wasserfrau, die Darstellung der Hauptfigur prägen.

  • Die symbolische Bedeutung von Wasser im Kontext von Weiblichkeit und Tod.
  • Die Analyse des Frauenbildes im 19. Jahrhundert und dessen Widerspiegelung im Text.
  • Die literarische Konstruktion der Titelfigur Ledwina als Grenzgängerin zwischen Leben und Tod.
  • Das Motiv der "Wasserfrau" und seine Bedeutung für die Interpretation der Krankheits- und Todesdarstellung.
  • Die Bedeutung von Träumen und Visionen für die Charakterisierung der unterdrückten Weiblichkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung der Erzählstruktur

Im Mittelpunkt der Handlung steht die adlige Titelfigur Ledwina. Diese leidet an Schwindsucht und wird des Öfteren von Todesfantasien in Form von Vorahnungen und Träumen heimgesucht. Ledwinas Lebenswelt befindet sich im Schloss ihrer Familie. Dort lebt sie mit ihrer verwitweten Mutter, ihrem Bruder Karl sowie den Schwestern Marie und Therese zusammen. Jedoch hält sie sich mehr in der Natur, als in den Mauern des Schlosses, auf und geht vorwiegend am nahe gelegenen Fluss spazieren, der auch unter ihrem Zimmerfenster verläuft. Die Struktur des Romans ist vorwiegend durch Gespräche innerhalb der Familie gekennzeichnet, wobei die Ebene der gesellschaftlichen Konversation und der der Fantasie durch die Bewegung Ledwinas zwischen Fluss und Haus geleitet wird.

Die Handlung verläuft linear. Es wird singulativ sowie primär erzählt, abgesehen von der Geschichte, die Ledwinas Bruder Karl (S. 83) anführt. Zudem herrscht späteres Erzählen vor. Die Handlung bewegt sich zwischen dem eigentlichen Handlungsverlauf und dem zentralen Traum von Ledwina, der ausführlich dargestellt wird. Somit kommt es zu einer Dehnung des eigentlichen Handlungsgeschehens. Zudem treten Ellipsen auf (S. 44, 55, 60, 66, 72, 75, 79 ).

Das Romanfragment liegt im narrativen Modus, der eine starke Tendenz zum dramatischen Modus besitzt, vor. Die Figuren bedienen sich meist der direkten Rede, welche mit verba dicendi eingeleitet werden. Teilweise kommt auch der Redebericht zum Tragen. Zu Beginn ist das Geschehen nullfokalisiert, ebenso auf S. 60. Auch die Beschreibung der Innenwelt der Figuren deutet auf Nullfokalisierung hin. Allerdings wird der Leser an einer Stelle direkt angesprochen („Ach, es war ja ihr Liebstes […]“). So wird eine Illusionsbrechung herbeigeführt. Die restliche Handlung ist extern fokalisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie Wasser, Weiblichkeit und Tod im Romanfragment "Ledwina" miteinander verknüpft sind.

2. Die Beziehung zwischen Wasser, Weiblichkeit und Tod: Das Kapitel beleuchtet das kulturhistorische Frauenbild des 19. Jahrhunderts und die tiefenpsychologische Bedeutung des Wassers als Symbol für Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und Tod.

3. Ledwina – Die weiße Rose im Wasser: Dieser Hauptteil analysiert die Erzählstruktur, das spezifische Weiblichkeitskonzept und das Wasserfrauenmotiv innerhalb des literarischen Werkes von Annette von Droste-Hülshoff.

3.1 Darstellung der Erzählstruktur: Hier werden die formalen erzählerischen Mittel, die Fokalisierung und der Handlungsverlauf des Fragments untersucht.

3.2 Das Weiblichkeitskonzept innerhalb von Ledwina: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftlichen Erwartungen an die Frau im 19. Jahrhundert und wie die Protagonistin Ledwina aufgrund ihrer Krankheit aus diesem Idealbild herausfällt.

3.3 Ledwina und der ‚fließende‘ Tod: Der Abschnitt fokussiert auf Ledwinas Todesnähe und ihre Identifikation mit dem Motiv der Wasserfrau sowie Ophelia-ähnlichen Zügen.

3.4 Die Verknüpfung zwischen Tod und Weiblichkeit bei Ledwina: Zusammenfassende Betrachtung, wie der Tod als Projektionsfläche für das in der gesellschaftlichen Ordnung unterdrückte Begehren Ledwinas dient.

4. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Ledwina als Sinnbild für einen gesellschaftlichen Verfall des Frauenbildes zu deuten ist.

Schlüsselwörter

Ledwina, Annette von Droste-Hülshoff, Weiblichkeit, Tod, Wasserfrau, Literaturwissenschaft, 19. Jahrhundert, Schwindsucht, Geschlechterdiskurs, Erzählstruktur, Ophelia-Motiv, Todesästhetik, unterdrücktes Begehren, Romanfragment, Natur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Fragment "Ledwina" von Annette von Droste-Hülshoff hinsichtlich der symbolischen Darstellung von Weiblichkeit und Tod im Kontext des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das gesellschaftliche Frauenbild jener Zeit, die literarische Motivik der Wasserfrau sowie die Verknüpfung von Krankheit, Sexualität und Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie der Text durch die Figur Ledwina die rigiden gesellschaftlichen Normen an das weibliche Geschlecht kritisiert und ein abweichendes, mit dem Tod verbundenes Weiblichkeitskonzept entwirft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Erzählstruktur unterscheidet und kulturhistorische sowie tiefenpsychologische Ansätze zur Deutung der Motive heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erzählerischen Grundlagen des Fragments, konstruiert das im Werk enthaltene Frauenbild und verknüpft dieses mit der Todesmetaphorik der Wasserfrau und Träumen wie dem "Kirchhofstraum".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Weiblichkeitskonzept", "Wasserfrau", "Todesästhetik", "19. Jahrhundert" und "Romanfragment" geprägt.

Welche Rolle spielt die Krankheit "Schwindsucht" für die Interpretation?

Die Schwindsucht dient als metonymischer Verfall der Weiblichkeit, der Ledwina daran hindert, das gesellschaftlich geforderte Ideal der Ehefrau und Mutter zu erfüllen.

Was bedeutet das Motiv der "weißen Rose im Wasser" am Ende?

Es fungiert als zentrales Sinnbild für Ledwinas Affinität zum Wasser und ihren nahenden Tod, wobei die weiße Rose im Gegensatz zur roten (Liebe) hier explizit für das Sterben einer jungen Frau steht.

Was geschieht im sogenannten "Kirchhofstraum"?

Ledwina sucht in Gräbern nach einem "Liebsten", den sie in einem Gerippe erkennt; dies wird als Ausdruck ihrer unterdrückten Sexualität und ihrer Todessehnsucht gedeutet.

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Details

Titel
Die Darstellung von Weiblichkeit und Tod in Annette von Droste-Hülshoffs "Ledwina"
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Deutsche Philologie)
Note
1,7
Autor
Sandra Tafelski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V193498
ISBN (eBook)
9783656191254
ISBN (Buch)
9783656191780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiblichkeit Tod Weiblichkeitskonzepte Annette von Droste-Hülshoff Ledwina Wasserfrau Wasserfrauenmotiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Tafelski (Autor:in), 2012, Die Darstellung von Weiblichkeit und Tod in Annette von Droste-Hülshoffs "Ledwina", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193498
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Leseprobe aus  15  Seiten
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