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Ist Anarchie, was die Menschen daraus machen?

Eine Untersuchung von Hobbes' These, dass das Fehlen einer zentralen Herrschaftsinstanz die Menschen in einen Kriegszustand zwingt, im Lichte von Alexander Wendts Konstruktivismus

Titel: Ist Anarchie, was die Menschen daraus machen?

Hausarbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: H. Hamade (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hobbes' These, dass aus dem Fehlen einer zentralen Herrschaftsinstanz notwendig der Kriegszustand unter den Menschen folgt, wird mit Hilfe von Alexander Wendts Konstruktivismus untersucht. Dessen Argumentation bezieht sich auf eine ähnliche These der "neorealistischen Schule" innerhalb der Theorien der Internationalen Beziehungen, nach der die Staatenwelt ohne Hegemon in einen Kriegszustand verfällt. Um Wendts Argumentation der Fragestellung anzupassen wird zum einen Hobbes' Theorie vorgestellt, um dann die – sich auf Hobbes stützende - neorealistische Denkschule vorzustellen. Anschließend werden Probleme der Vergleichbarkeit der Staatengemeinschaft mit der Gemeinschaft von Individuen diskutiert. Wendts Argumentation stützt sich vor allem darauf, dass Identitäten und Interessen der Akteure nicht objektiv und unveränderlich gegeben, sondern sozial konstruiert sind, dass darum ein hobbes'scher Kriegszustand zwar eintreten kann, aber nicht muss. Resultat der Arbeit ist, dass Wendt sich zwar nur mit Einschränkungen auf Hobbes anwenden lässt, insgesamt seine Argumentation aber doch erklärungskräftiger und überzeugender ist, als die von Hobbes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hobbes und der kriegerische Naturzustand

2.1. Thomas Hobbes

2.2 Der Krieg aller gegen alle

3. Alexander Wendts Konstruktivismus

3.1 Der Entstehungskontext des Wendtschen Konstruktivismus

3.2 Das Problem des Analogieschlusses Individuum - Staat

3.3 Wendts konstruktivistischer Lösungsansatz

4. Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Frage, ob das Fehlen einer zentralen Herrschaftsinstanz Staaten zwangsläufig in einen permanenten Kriegszustand führt. Dabei wird die klassische Theorie von Thomas Hobbes kritisch im Kontext von Alexander Wendts sozialkonstruktivistischem Ansatz auf ihre Anwendbarkeit im internationalen System geprüft.

  • Der Naturzustand nach Thomas Hobbes
  • Die Theorie der internationalen Anarchie
  • Sozialkonstruktivistische Perspektiven auf Staateninteraktionen
  • Die Analogie zwischen Individuum und Staat
  • Transformation von Identitäten und Interessen

Auszug aus dem Buch

3.3 Wendts konstruktivistischer Lösungsansatz

Eine zentrale Fragestellung Alexander Wendts ist die, ob das Fehlen einer zentralen politischen Autorität die Staaten zu einer kompetitiven Machtpolitik zwingt. Diese kompetitive Machtpolitik, in der Staaten in ständiger Sorge vor einem Angriff leben, und in der das entscheidende Handlungsmotiv in der Erringung relativer Machtvorteilen liegt, ist die neorealistische, auf das Verhältnis zwischen Staaten bezogene, Version des Hobbes'schen Motivs des Krieges aller gegen alle. Wendt geht davon aus, dass die Struktur der „Anarchie“ an sich Staaten nicht dazu zwingt, aggressiv oder friedlich zu handeln, sondern dass die geteilte Kultur, geschaffen durch diskursive soziale Praktiken dabei die bedeutendere Rolle spielt. Wendt unterscheidet zwischen drei „cultures of anarchy“, in denen die einzelnen Staaten bestimmte Rollentypen, ergänzt durch spezifische Verhaltensnormen, in Relation zueinander einnehmen. Zum einen ist das die hobbes'sche Kultur der Feindschaft und des Misstrauens, außerdem die locke'sche Kultur der Rivalität, in der die Akteure zwar eigennützig handeln, in der aggressives Verhalten zwar möglich, aber nicht die Norm ist, sowie die kant'sche Kultur, in der Staaten als Freunde handeln und kooperieren, und sich gegenseitig vor Bedrohungen schützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, ob Hobbes' These des kriegerischen Naturzustands auf das internationale System übertragbar ist, und führt in die konstruktivistische Perspektive ein.

2. Hobbes und der kriegerische Naturzustand: Dieses Kapitel erläutert das Menschenbild von Thomas Hobbes und seine deduktive Herleitung des "Krieges aller gegen alle" als notwendiges Resultat eines herrschaftslosen Zustands.

3. Alexander Wendts Konstruktivismus: Hier wird Wendts Theorie dargelegt, die betont, dass Anarchie nicht deterministisch wirkt, sondern soziale Praktiken und Identitäten die Natur des internationalen Systems formen.

4. Diskussion: Dieser Abschnitt reflektiert kritisch die Übertragbarkeit der Hobbes'schen Analogie vom Individuum auf den Staat und prüft Wendts Argumente auf ihre Stärken und Schwächen.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Wendts Ansatz eine fruchtbare Ergänzung darstellt, um menschliche und zwischenstaatliche Konflikte jenseits rein neorealistischer Annahmen zu erklären.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Alexander Wendt, Konstruktivismus, Neorealismus, Internationale Beziehungen, Naturzustand, Anarchie, Machtpolitik, Identität, Interessen, Sozialkonstruktivismus, Krieg aller gegen alle, Internationale Politik, Staatssystem, soziale Praktiken

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Übertragbarkeit der politischen Theorie von Thomas Hobbes auf die internationale Politik, insbesondere im Hinblick auf das Konzept der Anarchie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Naturzustand bei Hobbes, die Struktur des internationalen Systems, der Konstruktivismus nach Alexander Wendt sowie die Interaktion zwischen Staaten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob ein herrschaftsloser Zustand zwangsläufig zu Feindschaft und Krieg führen muss, wie Hobbes vermutete, oder ob dies durch soziale Konstruktion beeinflussbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der klassische politische Texte mit modernen Ansätzen der Internationalen Beziehungen vergleichend gegenübergestellt und kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Hobbes' Menschenbild, eine Einführung in Wendts konstruktivistisches Paradigma und eine Untersuchung des Analogieschlusses zwischen dem Individuum und dem Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Anarchie, Konstruktivismus, Hobbes, Wendt, Internationale Beziehungen und soziale Identität.

Wie unterscheidet Wendt die verschiedenen Kulturen der Anarchie?

Wendt differenziert zwischen einer hobbes'schen Kultur (Feindschaft), einer locke'schen Kultur (Rivalität) und einer kant'schen Kultur (Freundschaft), die jeweils unterschiedliche Verhaltensweisen der Staaten determinieren.

Warum ist die Analogie zwischen dem Individuum und dem Staat laut der Arbeit problematisch?

Die Analogie ist problematisch, da Staaten im Gegensatz zu Individuen nicht notwendigerweise durch physische Vernichtung bedroht sind und grundlegend andere existenzielle Rahmenbedingungen aufweisen.

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Details

Titel
Ist Anarchie, was die Menschen daraus machen?
Untertitel
Eine Untersuchung von Hobbes' These, dass das Fehlen einer zentralen Herrschaftsinstanz die Menschen in einen Kriegszustand zwingt, im Lichte von Alexander Wendts Konstruktivismus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
H. Hamade (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V193551
ISBN (eBook)
9783656190950
ISBN (Buch)
9783656192152
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wendt Anarchie Hobbes Herrschaft Souverän Konstruktivismus Kriegszustand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
H. Hamade (Autor:in), 2012, Ist Anarchie, was die Menschen daraus machen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193551
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Leseprobe aus  18  Seiten
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