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Der Interessebegriff bei Marx

Title: Der Interessebegriff bei Marx

Term Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: H. Hamade (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Es werden Struktur und Relevanz des marx'schen Interessebegriffs analysiert, sowie deren Einbettung in das marx'sche Theoriegebäude. Dazu wird zuerst dem Interessebegriff allgemein nachgegangen, um dann durch den Vergleich mit Adam Smiths Interessebegriff den marx'schen zu konturieren. Resultat ist, dass das Interesse als Motor der Geschichte zentral für Marx' Theorie ist, seine Konzeption jedoch Inkonsistenzen und blinde Flecken im Verhältnis von Einzelinteressen und Gruppeninteressen aufweist. Außerdem ist die Implikation der Auflösung aller Einzelinteressen im Kommunismus problematisch.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff des Interesses

2.1 Worterklärung

2.2 Aspekte des Begriffs

2.3 Bedeutung des Interessebegriffs

3 Die klassische politische Ökonomie

3.1 Relevanz für Marx' Denken

3.2 Adam Smith und der „Wohlstand der Nationen“

4 Marx' Kritik der klassischen, politischen Ökonomie

4.1 Historischer Materialismus

4.2 Kapitalismuskritik

4.3 Eigeninteresse, Akteure und Strukturen

4.4 Rationalität und Interesse

4.5 Gesellschaftliche Bedingtheit der Interessen

4.6 Versöhnung der Interessen im „Reich der Freiheit“

5 Diskussion

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Struktur des Interessebegriffs bei Karl Marx, um der populären Kritik entgegenzutreten, Marx' Theorie setze einen „selbstlosen“ Akteur voraus, und untersucht dabei kritisch die Rolle des Eigeninteresses im Kontext von gesellschaftlichen Strukturen und Klassen.

  • Der marxsche Interessebegriff im Vergleich zur klassischen politischen Ökonomie (Adam Smith).
  • Die Rolle des Eigeninteresses und des Akteurs bei Marx.
  • Die gesellschaftliche Bedingtheit von Interessen und Wahrnehmung.
  • Die Kritik an Marx' Konzept des „Reichs der Freiheit“ und der Auflösung von Einzelinteressen.

Auszug aus dem Buch

4.3 Eigeninteresse, Akteure und Strukturen

Die Anfangs erwähnte populäre Annahme, dass Marx von einem selbstlosen Interesse der Menschen ausgeht, das die Welt zum Kommunismus führt, lässt sich so nicht halten. Vielmehr betont er, dass die gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze gerade auf dem Eigeninteresse der Akteure beruhen. Der Akteur bei Marx handelt weitgehend im eigenen Interesse. Beispielsweise sagt er über die proletarische Bewegung, dass sie die „selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl, im Interesse der ungeheuren Mehrzahl“ sei.

Ein wesentlicher Unterschied zu Smiths Interessekonzeption liegt aber im Akteursbegriff. Bei Marx kommt ein individueller Akteur kaum vor. Natürlich spricht er auch von einzelnen Akteuren, Louis Bonaparte, beispielsweise, oder Hegel. Und diese legen auch – abgesehen von der allgemeinen, eigeninteressierten Tendenz - alle möglichen Verhaltensweisen an den Tag. Sie sind dumm, klug, faul, aufopfernd, und so weiter. Dennoch sei der Einzelne gesellschaftlich bedingt. „Die Produktion des vereinzelten Einzelnen außerhalb der Gesellschaft“ sei ein „ebensolches Unding als Sprachentwicklung ohne zusammen lebende und zusammen sprechende Individuen.“ Relevant sind für Marx die gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere die daraus resultierenden beiden, antagonistisch zueinander stehenden Klassen der Bourgeoisie und des Proletariats. Bei Adam Smiths Weltbild fehlt ein solcher gesellschaftlicher Antagonismus, sowie kollektive Akteure weitgehend. Dort verfolgt jeder einzelne, freie Mensch sein eigenes Interesse und trägt damit unbewusst zum gesellschaftlichen Wohlstand bei. Bei Marx handelt „die Nationalversammlung“, „die Bourgeoisie“, „die Jakobiner“, und so weiter. Das was diese Gruppen bedingt, ist aber u.a. das geteilte Interesse.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die zentrale Rolle des Interessebegriffs in der marxschen Philosophie ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Struktur dieses Begriffs.

2 Der Begriff des Interesses: Dieses Kapitel liefert eine terminologische Einordnung sowie eine allgemeine soziologische Bedeutung des Interessebegriffs.

3 Die klassische politische Ökonomie: Es wird die Relevanz der klassischen Ökonomie für das Denken von Marx sowie paradigmatisch Adam Smiths Theorie als Bezugspunkt erläutert.

4 Marx' Kritik der klassischen, politischen Ökonomie: Dieses Hauptkapitel analysiert marxsche Konzepte wie den Historischen Materialismus, die Kapitalismuskritik und die gesellschaftliche Bedingtheit von Interessen im Vergleich zu smithschen Annahmen.

5 Diskussion: Eine kritische Reflexion der Ergebnisse, die Marx' Ansätze würdigt, aber auch Blinde Flecken und Grenzen seiner Theorie aufzeigt.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse zur Struktur des Interessebegriffs bei Marx.

Schlüsselwörter

Interessebegriff, Karl Marx, Adam Smith, Eigeninteresse, Klassentheorie, Historischer Materialismus, politische Ökonomie, gesellschaftliche Struktur, Akteursbegriff, Klasseninteresse, Rationalität, Reich der Freiheit, Entfremdung, Klassenkampf, Interessenstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis von „Interesse“ bei Karl Marx und setzt dieses in den Kontext der Kritik an der klassischen politischen Ökonomie, insbesondere gegenüber Adam Smith.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind der Vergleich zwischen marxschen und bürgerlichen Interessekonzeptionen, die Rolle des Eigeninteresses sowie die gesellschaftliche Strukturierung von Akteuren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie der Interessebegriff bei Marx strukturiert ist und ob Marx' Theorie tatsächlich einen „selbstlosen“ Akteur erfordert, wie es populäre Kritiken behaupten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Marx' Schriften im Vergleich zur klassischen politischen Ökonomie (Smith) betrachtet und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Historischen Materialismus, die Kapitalismuskritik, die Rolle von Klassen als Akteure und die Frage der Rationalität und gesellschaftlichen Bedingtheit von Interessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Interessebegriff, Marx, Smith, Eigeninteresse, Klassen, Historischer Materialismus, gesellschaftliche Struktur, Rationalität.

Inwiefern unterscheidet sich der Akteursbegriff bei Marx von dem bei Adam Smith?

Während bei Smith der einzelne, freie Mensch als Akteur im Vordergrund steht, betrachtet Marx primär kollektive Akteure wie soziale Klassen, deren Interessen gesellschaftlich determiniert sind.

Was kritisiert der Autor an Marx' Vorstellung vom „Reich der Freiheit“?

Der Autor bemängelt, dass die Vorstellung einer Versöhnung von Einzel- und Gemeininteresse gefährliche Tendenzen einer gewaltsamen Einebnung individueller Interessen bergen kann und Marx die Entstehung legitimer Einzelinteressen zu wenig reflektiert.

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Details

Title
Der Interessebegriff bei Marx
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
H. Hamade (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V193557
ISBN (eBook)
9783656188346
ISBN (Book)
9783656188445
Language
German
Tags
Interesse Interessebegriff Marx
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
H. Hamade (Author), 2011, Der Interessebegriff bei Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193557
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