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Homonymie und Polysemie in der Lexikographie. Ein Vergleich von Duden und Brockhaus

Titel: Homonymie und Polysemie in der Lexikographie. Ein Vergleich von Duden und Brockhaus

Seminararbeit , 2011 , 11 Seiten , Note: 1

Autor:in: Christoph Lederhilger (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mehrdeutigkeit von Wortformen ist ein brisantes Thema, dessen Diskussion bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. Die Semantik bemüht sich schon lange, die Homonymie- und Polysemie-Probleme zu lösen, allerdings ist man noch zu keiner allgemein anerkannten Lösung gekommen, was die Komplexität dieses Themas unterstreicht. Es existieren zwar einige Ansätze, doch sie alle haben neben ihrer zahlreichen Vorteile doch auch viele Nachteile. Es handelt sich also um ein Thema, bei dem man sehr schnell auf Redundanz zu treffen scheint. Die Unabgeschlossenheit dieser Diskussion führt in weiterer Hinsicht dazu, dass besonders in der Lexikographie sehr uneinheitlich, subjektiv und teilweise sogar willkürlich Entscheidungen getroffen werden, die auf keiner soliden Theorie begründet sind. In der Lexikographie erkennt man dieses Problem vor allem daran, dass unterschiedliche Wörterbücher zu unterschiedlichen Erkenntnissen kommen. Besonders die Zahl der Bedeutungen eines polysemen oder homonymen Wortes variiert hier sehr stark, weil es eben kein allgemeines Verfahren zur Erschließung dieser Bedeutungen gibt. Auch in der Darstellung solcher mehrdeutigen Wörter gibt es viele Variationen, allerdings wird Homonymie normalerweise dargestellt, indem mehrere Lemmata angeführt werden, wohingegen Polysemie meist als ein Beitrag dargestellt wird, der mehrere Untergliederungen aufweist.

Zu Beginn dieser Arbeit sollen vor allem die nötigen Termini eingeführt werden, welche für ein weiterführendes Verständnis unumgänglich sind. Auch die elementaren Problemstellungen in diesem Bereich sollen anhand von Beispielen reflektiert und anschaulich präsentiert werden. Erst dann scheint es sinnvoll zu sein, auf die möglichen Herangehensweisen und Lösungsvorschläge genauer einzugehen und diese näher zu beleuchten. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Differenzierung zwischen Homonymie und Polysemie gelegt sein.

Nach der Darstellung dieser vorhandenen Lösungsvorschläge sollen zwei ausgewählte Wörterbücher, der Duden und der Sprach-Brockhaus, auf die Homonymie- und Polysemie-Problematik hin untersucht und miteinander verglichen werden. Um diesen Vergleich dementsprechend zu konkretisieren, werden diverse Beispiele notwendig sein, bei denen die thematisierte Problematik anschaulich gemacht werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mehrdeutige Wortformen

2.1 Homonymie und Polysemie

2.2 Abgrenzungsproblematik

3 Gegenüberstellung von Duden und Sprach-Brockhaus

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Herausforderungen bei der Differenzierung zwischen Homonymie und Polysemie in der Semantik sowie deren praktische Anwendung in der Lexikographie. Das primäre Ziel ist es, die Schwierigkeiten der eindeutigen begrifflichen Abgrenzung darzulegen und anhand eines direkten Vergleichs von Duden und Sprach-Brockhaus aufzuzeigen, wie unterschiedliche Wörterbücher mit dieser Problematik umgehen.

  • Theoretische Grundlagen und Definitionsansätze von Homonymie und Polysemie.
  • Methodologische Probleme bei der Abgrenzung mehrdeutiger Wortformen.
  • Vergleichende Analyse der Darstellungsweisen in den Wörterbüchern Duden und Sprach-Brockhaus.
  • Diskussion der Subjektivität in lexikographischen Prozessen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Homonymie und Polysemie

Wie in den meisten Forschungsgebieten gilt es, auch bei der Untersuchung der mehrdeutigen Wortformen erst einmal die Termini zu unterscheiden und zu definieren, was bereits die ersten Schwierigkeiten beschert. Trotz aller Inkonsequenzen, auf welche im Folgenden noch genauer eingegangen wird, könnte man Homonymie annähernd beschreiben als „die Bedeutungsbeziehung zweier sprachl. Zeichen, die bei Nichtübereinstimmung ihres Inhaltes ausdrucksseitig, und zwar phon. und graph. ident. sind“ (Rehbock 2010, 271) und Polysemie als Vorhandensein von mehreren „Teilbedeutungen, die sich in einem oder mehreren Bedeutungsmerkmalen überschneiden bzw. mehrere ähnl. oder partiell ident. Referenzbereiche spezifizieren“ (Rehbock 2010, 520).

Bei Berücksichtigung des Zeichenbegriffs von Saussure besteht der Unterschied also im Wesentlichen darin, dass bei der Homonymie mehrere signifikantgleiche Wörter vorliegen, die inhaltlich keine Verbindung oder Ähnlichkeit aufweisen. Polysemie hingegen liegt dann vor, wenn es sich um einen einzelnen Ausdruck handelt, dem mehrere Bedeutungen (signifiés) zugeordnet werden.

Um diese Bestimmungen anhand von Beispielen nachvollziehbarer zu gestalten, könnte man im Falle der Homonymie das Lexem Kiefer anführen, wobei hier sowohl eine ‚spezifische Art der Nadelbäume’, als auch ‚das menschliche Kiefer’ gemeint sein könnten. Eine inhaltliche Ähnlichkeit oder sonstige Verbindungen können zwischen diesen beiden Bedeutungen nicht festgestellt oder nachgewiesen werden. Im Falle der Polysemie schließlich, könnte man beispielsweise das Lexem Feld anführen, wobei es entweder die Bedeutung des ‚landwirtschaftlich zu nützenden Ackers’ zugewiesen bekommt, oder aber jene ‚eines gewissen Gebietes’.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Mehrdeutigkeit von Wortformen ein und verdeutlicht die theoretischen Schwierigkeiten bei der Definition von Homonymie und Polysemie.

2 Mehrdeutige Wortformen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffsdefinitionen und analysiert verschiedene wissenschaftliche Ansätze und methodische Probleme bei der Abgrenzung von homonymen und polysemen Ausdrücken.

3 Gegenüberstellung von Duden und Sprach-Brockhaus: Der praktische Vergleich der beiden Wörterbücher zeigt, dass beide Werke ähnliche Darstellungsmodelle nutzen, aber bei der Frequenz und Zählung von Bedeutungen teils stark voneinander abweichen.

4 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die methodischen Hürden zusammen und stellt fest, dass die lexikographische Praxis trotz theoretischer Ansätze stark subjektiv geprägt bleibt.

Schlüsselwörter

Semantik, Lexikographie, Homonymie, Polysemie, Wortform, Mehrdeutigkeit, Duden, Sprach-Brockhaus, Sprachökonomie, etymologisches Kriterium, Merkmalsanalyse, Signifikant, Bedeutungsbeziehung, Lexem, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Differenzierung zwischen Homonymie und Polysemie sowie deren praktischer Umsetzung in der Lexikographie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Mehrdeutigkeiten, die Rolle des Sprachbewusstseins sowie der Vergleich der lexikographischen Darstellung in zwei Standardwörterbüchern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Inkonsequenzen in der Handhabung von Homonymie und Polysemie aufzudecken und zu zeigen, wie subjektiv Wörterbücher bei der Definition von Wortbedeutungen vorgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu semantischen Konzepten mit einer vergleichenden Inhaltsanalyse von Wörterbucheinträgen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Begriffe und eine darauf folgende empirische Gegenüberstellung von Duden und Sprach-Brockhaus anhand konkreter Wortbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Semantik, Lexikographie, Homonymie, Polysemie, Mehrdeutigkeit und Wörterbucharbeit.

Warum ist die Abgrenzung von Homonymie und Polysemie in der Praxis so schwierig?

Es fehlt an allgemein anerkannten, objektiven Kriterien. Ansätze wie das etymologische Kriterium oder die Merkmalsanalyse stoßen oft an ihre Grenzen oder erweisen sich als inkonsequent.

Welcher konkrete Unterschied wurde bei der Darstellung im Duden festgestellt?

Im Vergleich zum Sprach-Brockhaus zeichnet sich der Duden durch eine systematische Nummerierung der Lemmata mittels hochgestellter Zahlen aus, um Homonyme klar voneinander abzugrenzen.

Wie beeinflusst das Gesetz der Sprachökonomie die Mehrdeutigkeit?

Die Sprachökonomie erklärt, warum Wörter mehrere Bedeutungen annehmen, da die Sprache sonst den Rahmen und die Kapazität von Wörterbüchern und menschlicher Merkfähigkeit sprengen würde.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Homonymie und Polysemie in der Lexikographie. Ein Vergleich von Duden und Brockhaus
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten (Semantik)
Note
1
Autor
Christoph Lederhilger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V193578
ISBN (eBook)
9783656186977
ISBN (Buch)
9783656187233
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Semantik Homonymie Mehrdeutigkeit Polysemie Lexikographie Duden Sprach-Brockhaus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Lederhilger (Autor:in), 2011, Homonymie und Polysemie in der Lexikographie. Ein Vergleich von Duden und Brockhaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193578
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Leseprobe aus  11  Seiten
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