In dieser Diplomarbeit wird mobiles, kooperatives Lernen mit Tablets in der Unterstufe
untersucht. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass Medienkomptenez die fünfte
Kulturtechnik ist und ebenso wie Lesen, Schreiben und Rechnen bereits in der Grundstufe
vermittelt werden muss. Die Begriffe wie «Medienkompetenz», «mobiles, kooperatives
Lernen» und «Kulturtechniken» werden näher beleuchtet und aufgrund unterschiedlicher
Deutungen und Auffassungen in Bezug zur Wichtigkeit und Notwenigkeit
für die Grundstufe gesetzt.
Um Medienkompetenz vermitteln zu können, benötigen Lehrpersonen in der Unterstufe
nötige Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien. Dieser
Umstand wird mit einer Umfrage an den Sonderschulen der Stadt Winterthur erhoben
und Handlungsbedürfnisse aufgezeigt.
Eine App-Sammlung und Unterrichtsideen für den Einsatz von iPads im Unterricht ,
zeigen Möglichkeiten für mobiles kooperatives Lernen auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hypothese
2. Kulturtechniken im Wandel
2.1 Digitale Welten verstehen und erklären
2.2 Medien so früh wie möglich integrieren
2.3 Medienbildung im Wandel
3. Medienkompetenz in der Grundstufe
3.1 Was ist Medienkompetenz?
3.2 Ziele von Medienkompetenz
4. Mobiles, kooperatives Lernen mit Tablets
4.1 Formen des kooperativen Lernens
4.2 Herausforderungen kooperativen Lernens mit Tablets
4.2.1 Vorteile für den Einsatz von Tablets
4.2.2 Nachteile für den Einsatz von Tablets
5. Umfrage
5.1 Ausgangslage
5.2 Methode und Zielsetzung
5.3 Auswertung
5.3.1 Medienwissen
5.3.2 Mediennutzung
5.3.3 Medienreflexion
5.4 Schlussfolgerungen
6. Praktischer Teil
6.1 Rahmenbedingungen für den Einsatz von Tablets
6.2 Empfehlungen für den Einsatz von iPads im Unterricht
6.3 Unterrichtsideen mit dem iPad
6.3.1 Erste Schritte mit dem iPad
6.3.2 Comicgeschichte
6.6.3 Vorzeichen-Nachzeichnen
6.3.4 Wimmelbuch
6.3.5 Dein Name
6.6.6 Werbeplakat
6.3.7 Mandala
6.3.8 Zwanzigerfeld
6.3.9 Buchstaben zeichnen
6.3.10 Conni Buchstaben
6.4 Apps für den Unterricht
6.5 Links und Literatur
7. Zusammenfassung
7.1 Beantwortung meiner Hypothese
7.2 Abschliessendes Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Medienkompetenz als fünfte Kulturtechnik in der Grund- und Unterstufe. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie mobiles, kooperatives Lernen mit Tablets – insbesondere iPads – dazu beitragen kann, Kinder frühzeitig und sinnvoll an digitale Medien heranzuführen, sowie Lehrpersonen durch Umfrageergebnisse und Praxisideen bei dieser Aufgabe zu unterstützen.
- Die Etablierung von Medienkompetenz als neue Kulturtechnik.
- Die Untersuchung der Rolle mobiler Tablets im kooperativen Unterricht.
- Die Analyse von Herausforderungen und Anwendungsmöglichkeiten in der Grundstufe.
- Die Darstellung praktischer Unterrichtsideen und App-Empfehlungen für den pädagogischen Alltag.
Auszug aus dem Buch
2.1 Digitale Welten verstehen und erklären
Mediale Angebote eröffnen neue Welten. Die Gefahr, Mangelerscheinungen an realen Erfahrungen zu erleben ist dabei gross. Die klare Unterscheidung zwischen medialen und natürlichen Erfahrungen ist heute zunehmend schwieriger. So geht Hurrelmann (1994, 395) davon aus, dass Alltagserfahrungen sowohl durch kognitive und biologische Voraussetzungen, als auch durch direkte soziale Prozesse beeinflusst werden. Ein zu starker Konsum von medialen Angeboten kann nicht nur negative Einflüsse auf die kognitive Entwicklung von Kindern haben, sondern auch soziales Handeln beeinträchtigen (Spitzer 2011, 281).
Spannt man den Bogen weiter, wird deutlich, dass diese Erkenntnisse Konsequenzen für die Lehr- und Lernprozesse zur Folge haben werden. Ein Klassenzimmer ohne digitale Medien und Zugang zu medialen Welten ist heute kaum mehr vorstellbar. Es muss also zunehmend eine «Realität» erklärt werden, ohne direkt reale Erfahrungen machen zu müssen. So können Tiere, Gegenstände, Zahlen, Buchstaben und andere beliebige Lerninhalte über Bildschirme vermittelt werden, ohne sie je direkt erfahren zu haben.
In der heute zunehmend medialisierten Welt treffen zwei Generationen aufeinander, wie sie Prensky beschreibt. Der von Prensky (2001, 1) geprägte Begriff «digital Natives» hat sich für die Generation ab Jahrgang 1980 und jünger etabliert, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind. Die vor 1980 Geborenen werden auch als «Digital Immigrants» bezeichnet, sind heute erwachsen und als Lehrpersonen in Schulen anzutreffen. Digital Natives haben tendenziell einen unkomplizierten Umgang mit Informationen und persönlichen Daten in sozialen Netzwerken und gehen allgemein spielerischer mit dem Internet um. Eine Welt ohne digitale Kommunikation ist für sie kaum mehr vorstellbar. Doch der Eindruck kann oft auch täuschen. Die Digital Natives haben oftmals auch naive Vorstellungen von digitalen Welten und ihren Regeln. Auch wenn sie Geräte und Anwendungen technisch beherrschen, sind sich Kinder und Jugendliche der Konsequenzen ihres Verhaltens in digitalen Welten in der Regel nicht bewusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Relevanz digitaler Medien in der modernen Gesellschaft dar und führt in die zentrale Hypothese der Arbeit ein.
2. Kulturtechniken im Wandel: Erläutert den Begriff der Kulturtechnik und verortet Medienkompetenz als notwendige Erweiterung neben Lesen, Schreiben und Rechnen.
3. Medienkompetenz in der Grundstufe: Analysiert die Notwendigkeit medienpädagogischer Erziehung bereits im frühen Kindesalter und definiert zentrale Ziele.
4. Mobiles, kooperatives Lernen mit Tablets: Beleuchtet das Potenzial von Tablets als Werkzeuge für kooperative Lernformen und diskutiert Chancen und Risiken.
5. Umfrage: Präsentiert die Ergebnisse einer Befragung an Winterthurer Sonderschulen zur Mediennutzung von Lehrpersonen und Schülern.
6. Praktischer Teil: Bietet konkrete Rahmenbedingungen und eine Vielzahl von praxiserprobten Unterrichtsideen und Apps für den Einsatz von iPads.
7. Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse, bestätigt die eingangs aufgestellte Hypothese und gibt einen Ausblick auf die schulische Medienbildung.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Kulturtechnik, Grundstufe, Tablets, iPad, kooperatives Lernen, Medienbildung, Unterrichtsideen, Mediennutzung, Medienpädagogik, Sonderschule, Digitale Medien, Unterstufe, Lernprozesse, Bildungstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung digitaler Medien in der Grundschule und argumentiert dafür, dass Medienkompetenz als fünfte Kulturtechnik neben das Lesen, Schreiben und Rechnen treten muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienbildung in der Grundstufe, dem Einsatz von Tablets (iPads) als Lernwerkzeuge und der Förderung von kooperativen Lernformen im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mobiles Lernen mit Tablets in der Grundstufe methodisch sinnvoll gestaltet werden kann, um Kindern einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur wurde eine empirische Umfrage unter Lehrpersonen an Sonderschulen der Stadt Winterthur durchgeführt, um den Status quo der Mediennutzung zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Medienkompetenz, eine Analyse des kooperativen Lernens, die Auswertung der Umfrageergebnisse sowie einen umfangreichen Praxisteil mit Unterrichtsmodellen für das iPad.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Medienkompetenz, Kulturtechnik, mobiles Lernen, kooperatives Lernen, Tablets und Unterrichtsentwicklung.
Welche Rolle spielen Tablets speziell für Kinder in der Unterstufe?
Tablets dienen als intuitive und motivierende Lernwerkzeuge, die es Kindern ermöglichen, Lerninhalte aktiv zu erkunden, ihre Feinmotorik zu schulen und kooperative Lösungsstrategien zu entwickeln.
Welches Fazit zieht der Autor?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Tablets im Unterricht weniger hinterfragt, sondern als motivierende und notwendige Ergänzung des Schulalltags aktiv ausprobiert werden sollte.
- Arbeit zitieren
- Natan Brand (Autor:in), 2012, Mobiles, kooperatives Lernen mit Tablets in der Grundstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193579