Wissenschaftliche HP-Taschenrechner im praktischen Einsatz

Ein ausführliches Handbuch, nicht nur für HP-Anfänger. Einführung, Grundlagen, Rechnerfunktionen, Programmierung, Praxisanwendungen, Beispiel-Programme


Fachbuch, 2012
296 Seiten

Leseprobe

Übersicht über Kapitel und Abschnitte

1 Einführung
1.1 Kennenlernen des neuen Taschenrechners
1.2 Notation
1.3 Rechneraufbau
1.4 Batterien und Akkus
1.5 Die ersten Schritte mit dem neuen Taschenrechner
1.6 Kommunikation über Schnittstellen
1.7 Serielle Schnittstellen am HP

2 Grundfunktionen
2.1 Programmierung des HP-Taschenrechners
2.2 Systemflags
2.3 Benutzerflags
2.4 Arbeiten mit Flags
2.5 Objekttypen
2.6 Der Stack
2.7 Zeichensätze auf HP und PC
2.8 Zeichenketten und Texte
2.9 Benutzerdefinierte Menüs
2.10 Arbeiten mit Menüs
2.11 Tastatur und Tastenbelegungen
2.12 Tasten und Tastenfunktionen
2.13 Globale Variablen
2.14 Reservierte Variablen
2.15 Lokale Variablen
2.16 Portspeicher
2.17 Die SD-Karte im HP (Port :3:)
2.18 Erzeugung von Bibliotheken
2.19 Entwicklungsbibliothek 256
2.20 Arbeiten mit Bibliotheken
2.21 Einheiten

3 Mathematische Funktionen
3.1 Zahlensysteme auf dem HP
3.2 Die Summenfunktion
3.3 Die Integralfunktion
3.4 Der DEFINE-Befehl
3.5 Lösen von Gleichungen mit ISOL und SOLVE
3.6 Lösen von Gleichungen durch Iteration
3.7 Gleichungsbibliothek und Gleichungslöser
3.8 Lineare Gleichungssysteme
3.9 Koordinatensysteme
3.10 Vektoren und Matrizen
3.11 Parallelverarbeitung mit Listen
3.12 Mathematische Grenzen des HP-Taschenrechners

4 Zusatzfunktionen
4.1 Batterieschoner
4.2 System-Notdienst
4.3 Tools
4.4 Kleine Helferlein

5 Zeitfunktionen
5.1 HP-Systemuhr
5.2 Datumsfunktionen
5.3 Uhrzeitfunktionen
5.4 Justieren der Systemuhr

6 Musik auf dem HP-Taschenrechner
6.1 Einige Grundlagen der Musiktheorie
6.2 HP-Tongenerator
6.3 Programme zur Erzeugung der Einzeltöne
6.4 Programmieren einer monophonen Melodie
6.5 Musikverzeichnis auf dem HP
6.6 Erzeugung polyphoner Melodien

7 Grafikfunktionen
7.1 Einleitung
7.2 Grundlagen der Taschenrechnergrafik
7.3 Sichern und Anzeigen von Grafiken
7.4 Grafik-Programmierbeispiel „Monatskalender“
7.5 Plotten von Graphen

8 Praktische Anwendungen
8.1 Ingenieuranwendungen
8.2 Dreiecksberechnungen
8.3 Kreisberechnungen
8.4 Der HP-Taschenrechner in der Astronomie

9 Anhang
9.1 Literaturangaben
9.2 Learning Modules
9.3 Ergänzungsbeiträge
9.4 HP-Taschenrechnerprogramme
9.5 Kalender für das Jahr 2013
9.6 Das griechische Alphabet
9.7 Bilderverzeichnis
9.8 Tabellenverzeichnis
9.9 Formelverzeichnis
9.10 Alphabetisches Sachverzeichnis (Index)

1 Einführung

1.1 Kennenlernen des neuen Taschenrechners

Wenn der neue Taschenrechner geliefert ist, möchte man ihn sofort auspacken und ausprobieren. Um typische Anfängerfehler und damit Ärger und zusätzliche Kosten zu vermeiden, lese man aber zuerst den nachfolgenden Text dieses Abschnitts.

1.1.1 Auspacken und auf Vollständigkeit prüfen

Der Kaufbeleg (Rechnung, Quittung) stellt die Anspruchsgrundlage für Garantieleistungen dar, deshalb sollte er aufbewahrt werden. Bevor die Verpackung geöffnet wird, sollte sie auf Beschädigungen überprüft werden (originalverpackt, keine Beschädigungen). Bei Beschädigungen sollte sofort beim Lieferanten oder beim Lieferservice reklamiert werden. Das Originalverpackungsmaterial sollte mindestens während der Garantiezeit aufbewahrt werden, da Rücksendungen meist nur in Originalverpackung anerkannt werden.

Anschließend überprüfe man den Inhalt. Der auf der Lieferliste verzeichnete Lieferumfang (Handbücher, Kabel, CD, Garantiekarte, Seriennummer, Registrierkarte, Batterien, Hinweise auf Hotline und Herstellerservice) sollte auf Vollständigkeit überprüft werden.

Wurden die Handbücher mitgeliefert? Diese Frage ist besonders wichtig, wenn man seinen HP-Taschenrechner gebraucht gekauft hat.

Beim HP 48GX: Kurzanleitung (Lit.[1]) und Serie HP 48G-Benutzerhandbuch (Lit.[2])

Beim HP 49G: HP 49G Benutzerhandbuch (Lit.[5]); HP 49G Benutzerhandbuch für Fortgeschrittene (Lit.[4]).

Beim HP 49g+: HP 49g+ Benutzerhandbuch (Lit.[9]).

Beim HP 50g: Eine Kurzanleitung in gedruckter Form im DIN A 5 Querformat in verschiedenen Sprachen liegt bei. Außerdem wird eine CD-ROM mitgeliefert, auf der alle wichtigen Handbücher enthalten sind:

- Advanced User's Reference Manual (AUR), PDF-Format (Lit.[10]).
- HP 50g_user's guide_German.pdf ist eine ausführliche Bedienungsanleitung mit Be- schreibung aller Funktionen in deutscher Sprache (siehe Lit.[12]).
- Learning Modules in englischer Sprache mit Beschreibung der 56 Module, siehe In- haltsübersicht unter 9.2 auf Seite 282.
- Beispielprogramme.

1.1.2 Die programmierbaren HP-Grafik-Taschenrechner

In diesem Buch werden die programmierbaren wissenschaftlichen HP-Grafik-Taschenrechner HP 48GX, HP 49G, HP 49g+ und HP 50g beschrieben. Der HP 48GX wird nur der Vollständigkeit halber hier aufgeführt, weil die anderen genannten HP-Taschenrechner aus ihm hervorgegangen sind. Die Handhabung des HP 48GX unterscheidet sich etwas von den Nachfolgemodellen, weil die Tastatur abweicht. Der HP 48GX wird hier nur erwähnt, wenn Unterschiede zu den anderen drei Typen wichtig sind, ansonsten wird auf das Handbuch (Lit. 2 ) verwiesen. Die Programmierung ist jedoch bei allen Modellen identisch.

Frühere programmierbare HP-Taschenrechner, wie z. B. der HP 41CV und der HP 45, die nur mit einer alphanumerischen Anzeige ausgestattet waren und somit keine Grafik darstellen konnten, werden hier nicht behandelt.

1.1.2.1 Der HP 48GX und der HP 49G

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: HP 48GX

Bild 2: HP 49G

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Tastatur des HP 48GX hat 49 Tasten, die anderen 3 Modelle haben 51 Tasten. Die Tastenbezeichnungen sind auf die Tasten aufgedruckt.

Da die Handhabung von HP 49G, HP 49g+ und HP 50g identisch ist, besteht kaum ein Unterschied in der Beschreibung dieser Modelle. Im Text wird jedoch auf Unterschiede hingewiesen, wenn diese von Bedeutung sind.

Der serielle Anschluss (RS232, COM, V.24) des HP 48GX und des HP 49G befindet sich an der oberen Schmalseite des Rechners.

Das Anschlusskabel zum PC1 hat einen D-SUB-Stecker für den PC und einen kleinen Stecker (mit einer 10-poligen Steckbuchse). Dieser wird oben in den HP-Taschenrechner eingesteckt, dort sind als Gegenstück 10 Steckerstifte vorhanden.

Da sich der Stecker nur sehr streng in die Buchse einschieben lässt, muss darauf geachtet werden, dass die Stifte des seriellen Rechneranschlusses nicht verbogen werden. Das Kabel sollte dort nicht mit Gewalt einsteckt werden. Wenn die Stifte abbrechen, kann man keine Programme laden und auch keine Daten mit dem PC austauschen. Dann muss der Rechner zur Reparatur eingesandt werden.

1.1.2.2 Der HP 49g+ und der HP 50g

Bild 3: HP 49g+

Bild 4: HP 50g

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der HP 49g+ und der HP 50g haben einen USB-Anschluss. Die Anschlussbuchse befindet sich ebenfalls an der oberen Schmalseite des Rechners. Am unteren Rand ist bei beiden Mo- dellen zusätzlich ein Schacht vorhanden, in den eine SD-Speicherkarte eingeschoben werden kann.

Der HP 50g besitzt zusätzlich zum USB-Anschluss an der oberen Schmalseite noch einen Anschluss für die „StreamSmart“-Anwendung, wo vier verschiedene wissenschaftliche Sen- soren angeschlossen werden können. Über das StreamSmart-Applet im Menü [APPS] kann diese Anwendung aufgerufen und gesteuert werden. Hier in diesem Buch wird nicht darauf eingegangen, weil diese Anwendung nur für Spezialisten interessant ist. Ausführliche Infor- mationen dazu sind in der Bedienungsanleitung zu HP StreamSmart 400 (siehe www.hp.com/calculators) zu finden.

Der Aufbau der HP-Taschenrechner wird im Prinzip unter 1.2 auf Seite 25 beschrieben.

1.1.3 Handbücher

Mitgeliefert mit dem HP 49G wird ein deutsches HP 49G Benutzerhandbuch im A5-Format (siehe Lit.5 oder7 ), das folgende Themen beschreibt:

- Tastatur,
- Grundlagen,
- Betriebsmodi,
- Erstellen von und Arbeiten mit Ausdrücken,
- Gleichungslöser,
- Plotten von Graphen,
- Vektoren, Listen, Felder,
- Statistikfunktionen,
- Programmierung,
- Anhang Fehlermeldungen und Fehlerbehebung,
- Verbindung mit anderen Rechnern.

Außerdem wird auch das deutsche HP 49G Benutzerhandbuch für Fortgeschrittene als gedrucktes Buch mitgeliefert (siehe Lit.4 oder8 ).

- Eingeben von Befehlen,
- Modusflags2,
- Befehlszeilenoperationen,
- Der Stack,
- Matrizen und lineare Algebra,
- Einheitenobjekte,
- Konstantenbibliothek,
- Basis,
- Listen und Folgen,
- Erweiterte Plot-Optionen,
- Speicher,
- Datum und Uhrzeit,
- Benutzerspezifische Anpassung,
- Computer-Algebra-Befehle,
- Stichwortverzeichnis.

Die mitgelieferte Kurzanleitung Lit. 6 im Taschenformat (70×175 mm Hochformat, 81 Textseiten) enthält wichtige Bedienungshinweise und die Beschreibung der wichtigsten Befehle und Funktionen. Außerdem enthält sie eine Beschreibung der Systemflags.

Die Handbücher der Nachfolgemodelle sind ähnlich aufgebaut.

1.1.4 Die Kompatibilität zum HP 48GX

Der HP 49G ist nach Angaben von HP mit dem HP 48GX voll kompatibel, was die Übernahme von Programmen betrifft. Die HP48-Programme sind ohne Änderung auf dem HP 49G lauffähig. Man sollte den Quelltext als ASCII-Text auf den HP-Rechner laden, dann wird das lauffähige Programm automatisch erzeugt.

Nicht kompatibel ist der HP 49G mit dem HP 48GX, was einige Modalitäten der Datenverbindung über die serielle Schnittstelle RS232 betrifft. Die bisherigen Systemflags -33 und -34 (Flags siehe unter 2.2 auf Seite 68), die beim HP 48GX für den Infrarot-Anschluss (IR-Port) und den IR-Druckeranschluss zuständig sind, haben beim HP 49G keine sinnvolle Verwendung, weil der HP 49G keinen Infrarot-Anschluss besitzt. Bei den vom HP 48GX übernommenen Programmen, die damit arbeiten, treten somit Fehler beim HP 49G auf.

Die Programme des HP 48GX können also nicht unbesehen auf den HP 49G übernommen werden, weil von den Entwicklern doch einiges geändert wurde. Z. B. laufen die HP48- Bibliotheken nicht auf dem HP 49G und umgekehrt. Die augenfälligste Änderung ist die An- zahl der System- und Benutzerflags (2×64 Flags beim HP 48GX, 2×128 Flags beim HP 49G).

1.1.5 Die Datenübertragung zu anderen Rechnern

Bild 5: Mitgeliefertes Zubehör

Bild 5 zeigt das mitgelieferte Zubehör des HP 49G. Dieser besitzt keine Infrarot-Schnittstelle.

Der HP 49G hat einen seriellen RS232-Anschluss mit Stiftleiste (= Stecker mit 10 Stiften). Das im Bild 5 gezeigte Kabel hat 2 entspre- chende Steckerbuchsen. Der große Adapter wird an das Kabel ge- steckt und dient zum Anschluss an einer RS232-Schnittstelle am PC. Der kleine Adapter dient zum Anschluss an einen HP 48GX. Das Kabel kann ohne Adapter zur Verbindung zweier HP 49G verwendet werden. Die Verbindungs-Software wird auf CD-ROM mitgeliefert. Neuere Versionen der Verbindungssoftware Conn4x.exe sind im In- ternet verfügbar (www.hpcalc.org). Sie können auch für den HP 48GX verwendet werden.

1.1.6 Betriebssystem-Update

Das Betriebssystem im Flash-ROM des HP 49G/49g+/50g kann mit einer neuen Version überschrieben werden. Neue Versionen (Updates) werden meist nach Behebung von Fehlern in der Firmware (System-ROM) oder bei Neuerungen von der Herstellerfirma angeboten.

Beim HP 48GX gibt es diese Möglichkeit nicht, weil dieser intern dafür nicht eingerichtet ist und keine eingebaute Upgrade-Software besitzt.

Hinweis:

- Das Update ist eine Datei mit der neuen Version.
- Der Upgrade ist der Installationsvorgang des Betriebssystem-Updates vom PC auf den HP 49G/49g+/50g.

Die Original-Update-Dateien mit den Upgrade Instructions sind bei HP im Internet unter http://www.hp.com unter dem Stichwort HP 49G zu finden. Die Anweisungen für den Benut- zer werden während des Upgrades auf dem Bildschirm angezeigt.

Eine genaue Internet-Adresse kann hier nicht angegeben werden, weil auch HP gelegentlich Internet-Adressen ändert. Auch unter www.hpcalc.org sind die entsprechenden Dateien zu finden. Man suche dort unter dem Stichwort „ROM“ (= Read Only Memory).

Vor dem Upgrade ist der gesamte Speicherinhalt des HP 49G/49g+/50g über das Verbin- dungskabel mittels der Verbindungssoftware auf die Festplatte des PC zu sichern. Zu sichern ist alles, was erhalten bleiben soll. Vergewissern Sie sich, dass Sie die neueste Version des HP 49G/49g+/50g-Betriebssystem-ROMs von der HP-Internetseite heruntergeladen haben.

Die Batterien des HP 49G/49g+/50g müssen in neuwertigem Zustand sein, denn der Vorgang ist sehr stromzehrend und dauert etwa 16 Minuten. HP empfiehlt, den Upgrade nur mit neuwertigen Batterien durchzuführen.

Achtung: Falls der Upgrade misslingen sollte, wird der HP 49G/49g+/50g nicht unbrauch- bar. Der HP-Taschenrechner besitzt ein fest eingebautes Bootsystem (= Startsystem) mit 64 kB auf einem (unlöschbaren) ROM, das alle Befehle für die Grundfunktionen und für die Funktionen zur Durchführung eines Upgrades enthält. Man muss einfach nur den Upgrade wiederholen.

Nachdem das neue Betriebssystem auf dem HP-Taschenrechner installiert ist, sollte man sich durch Eingabe des Befehls VERSION davon überzeugen, ob es sich auch richtig meldet.

Nach dem Upgrade kann man überprüfen, ob alle vor dem Upgrade vorhandenen Programme und Variablen „noch da“ sind und der Rechner damit einwandfrei funktioniert. Im Zweifelsfall muss man einen RESTORE der Sicherungsdatei durchführen, die man vor dem Upgrade auf der Festplatte des PC angelegt hat.

Das neue Betriebssystem ist nun betriebsbereit.

Empfehlung: Man sollte immer die vorherige Updateversion aufbewahren. Es könnte ja sein, dass der Upgrade misslingt oder die aufgespielte neue Version nicht läuft. Dann kann man auf die alte Datei zurückgreifen und den HP 49G/49g+/50g wenigstens wieder mit der alten Version betriebsbereit machen.

1.1.7 Innenansicht des HP 49G

Bild 6: HP 49G, Innenansicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Außer dem Einlegen und Wech- seln der Batterien, die über das Batteriefach zugänglich sind, muss im Innern des Gehäuses nichts eingestellt oder gereinigt werden. Es besteht kein Grund, das Gerät zu öffnen, denn alle hier beschrie- benen HP-Taschenrechner sind wartungsfrei.

Bild 6 zeigt die Innenansicht des HP 49G.

Das Gehäuse ist nicht verschraubt. Die beiden Gehäusedeckel (die hellblaue Kunststoffschale der Vorderseite mit der Tastatur und die schwarze Kunststoffschale der Rückseite) sind durch Schnappver- schlüsse miteinander verbunden. Zusätzlich wurden sie beim Zu- sammenbau im Herstellerwerk durch hellblaue Kunststoffvernietungen gesichert. Diese sind zugleich auch das Garantiesiegel. Beim Öffnen des Gehäuses müssten sie aufgebohrt werden.

Rechts in Bild 6 sieht man die schwarze Kunststoffschale der Rückseite von innen und die Unterseite des Batteriefachs. Das Blech dient zur Masseverbindung des Lautsprechers und als Abschirmung.

Im linken Teil in Bild 6 und auf Bild 7 sieht man die Hauptplatine mit den integrierten Bausteinen und dem seriellen Anschluss (Steckbuchse), der von oben zugänglich ist.

Bild 7: Teilansicht: Prozessor und Rechnerbausteine

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie zu sehen ist, könnte man ohnehin nichts repa- rieren, ohne dass man et- was kaputtmacht. An die Tastaturkontakte kommt man nicht heran, um sie reinigen zu können. Auch den Bildschirm kann man nicht ausbauen. Lediglich die Acrylglasabdeckung des Bildschirms ist ab- nehmbar, sie ist mit Halte- nasen in Aussparungen der Vorderschale befestigt. Man sollte sie nicht ab- nehmen, weil sie ringsum staubdicht eingepasst ist.

Warnung: Wenn der Rechner noch betriebsfähig ist, wird von einem Öffnen des Gehäuses dringend abgeraten, denn erstens kann man am Innenleben nichts reinigen oder reparieren und zweitens verletzt man dadurch die Garantiesiegel und ist damit die evtl. noch vorhandene Garantie endgültig los.

1.2 Notation

Nun müssen wir eine einheitliche Notation (Schreibweise) für die einheitliche Benennung (Sprechweise) der Tastenfunktionen und Tastendrücke festlegen, die im Text des Buches verwendet werden soll.

1.2.1 Schreibweise der Bezeichnungen

Bei den Bezeichnungen der Objekte, Variablennamen, Befehle und Funktionen wird bei der Schreibweise in den Programmen streng zwischen Großbuchstaben und Kleinbuchstaben unterschieden. Befehle (commands) müssen in Großbuchstaben geschrieben werden, wie sie im internen Befehle-Katalog CAT stehen.

Beispiele:

- 'a' und 'A' sind zwei verschiedene Variablen,
- 'Progr', 'PROGR', 'PRoGR' und 'progr' sind vier verschiedene Programme,
- y(x) und Y(X) sind zwei verschiedene Funktionen, wobei x und X zwei verschiedene Argumente sind.

Beim Abtippen von Programmen, die im Internet oder in Handbüchern zu finden sind, ist streng auf die Schreibweise zu achten.

1.2.2 Englische Bezeichnungen

Im Text werden die für die Tasten üblichen englischen Bezeichnungen verwendet.

Auch die internen Befehle des HP-Taschenrechners werden im Text mit der englischen Origi- nalbezeichnung verwendet, die deutsche Bedeutung wird bei Bedarf in Klammern erläutert.

1.2.3 Beschriftungen auf den Tasten und auf dem Gehäuse

Bild 1 bis Bild 4 zeigen die vier Typen der HP-Taschenrechner. Auf den Bildern sind die Tastaturen und die aufgedruckten Beschriftungen zu sehen.

Den Tasten sind bis zu vier verschiedene Beschriftungen zugeordnet.

1. Aufdruck des Namens der Tastenhauptfunktion in der Mitte der Taste.
2. Aufdruck von Großbuchstaben am rechten Rand auf der Taste.
3. Aufdruck des Funktionsnamens auf dem Gehäuse links über der Taste
4. Aufdruck des Funktionsnamens auf dem Gehäuse rechts über der Taste.

1.2.4 Farbige Umschalttasten (Shift-Tasten)

Die drei farbigen Tasten in der linken senkrechten Reihe der Tastatur sind die Umschalttasten. Die Farbe der Tasten und der aufgedruckten Funktionsnamen kann je nach Rechnermodell va- riieren.

1.2.4.1 Links-Umschalttaste

Die Links-Umschalttaste (mit dem Aufdruck eines nach links abgeknickten Pfeils Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) ist eine Vorbereitungstaste zur Funktionsumschaltung der anschließend gedrückten Taste für diejenige Funktion, die auf dem Gehäuse über der Taste links oben in gleicher Farbe wie die Umschalttaste aufgedruckt ist, man spricht dann von Linksumschaltung der nachfolgenden Taste und bezeichnet den auszuführenden Tastendruck mit [leftshift] = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] = [LS].

1.2.4.2 Rechts-Umschalttaste

Auf ähnliche Weise wird die Rechts-Umschalttaste (mit dem Aufdruck eines nach rechts abgeknickten Pfeils Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) benutzt, man spricht dann von Rechtsumschaltung der anschließend gedrückten Taste für diejenige Funktion, die in gleicher Farbe wie die Umschalttaste auf dem Gehäuse über der jeweiligen Taste rechts oben aufgedruckt ist und bezeichnet den auszuführenden Tastendruck mit [rightshift] = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] = [RS].

1.2.4.3 ALPHA-Taste

Die Umschalttaste mit der Aufschrift ALPHA dient zur Umschaltung der Tastatur auf die Eingabe von Buchstaben, die auf den anderen Tasten rechts neben der Funktionsbezeichnung aufgedruckt sind. Beim HP 48GX ist der Buchstabe auf dem Gehäuse rechts unten neben der Taste aufgedruckt.

Der auszuführende Tastendruck der Umschalttaste wird im Text mit [ALPHA] bezeichnet. In den internen Tabellen der Character-Zeichen wird diese Taste mit α bezeichnet.

Diese Tabellen zeigen, wie über die Tastatur Sonderzeichen in den Taschenrechner eingegeben werden können (Aufruf dieser Tabellen mit CHARS = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EVAL]).

Siehe linke untere Ecke von Bild 8: Das markierte Zeichen wird mit den Tasten α Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten D α Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten9 erzeugt. Die gezeigte Zeichenfolge wird mit den Tasten [ALPHA][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][D][ALPHA][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]9 eingegeben.

Bild 8: Character-Tabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Oder, wenn die Tabelle angezeigt wird, Zeichen einfach markieren und mit ECHO1 in die Eingabezeile des Taschenrechners holen.

1.2.5 Tasten und Tastatur

Bei Bedarf sollten die Beschreibungen unter 2.11 auf Seite 125 und 2.12 auf Seite 131 studiert werden. Sie machen den Benutzer mit der Tastatur, den Tastenkennungen, der StandardTastenbelegung und den Möglichkeiten der Belegung der Tastatur vertraut.

1.2.5.1 Begriff: Tastendruck

Festlegung:

Wir bezeichnen hier in diesem Buch eine zu betätigende Taste (Tastendruck) mit fettgedruck- ten eckigen Klammern: [ ]. Dabei steht in der eckigen Klammer die Funktionsbezeichnung, der aufgedruckte Großbuchstabe oder die danebenstehende, auf dem Gehäuse aufgedruckte Funktion.

1.2.5.2 Begriff: Tastenfolge

Im Text hintereinanderstehende eckige Klammern [...][...][...], die Funktionsbezeichnungen oder Großbuchstaben enthalten, bezeichnen eine Tastenfolge. Die entsprechenden Tasten sind hintereinander einzeln zu drücken.

Z. B. wird der Großbuchstabe „W“ mit der Tastenfolge [ALPHA][W] eingetippt. Der Kleinbuchstabe „w“ wird mit der Tastenfolge [ALPHA][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][W] eingegeben.

Gleichwertig sind:

PRG = [PRG] = [LS][EVAL] = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EVAL],

CHARS = [CHARS] = [RS][EVAL] = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EVAL].

Merksatz: Eine Tastenfolge kann mit einem Finger nacheinander eingetippt werden.

1.2.5.3 Begriff: Tastenkombination

Werden zwei Tasten [...]&[...] im erklärenden Text durch ein „&“ verbunden, so ist die erste (links vom &) gedrückt zu halten, während die zweite (rechts vom &) kurz gedrückt und losgelassen wird, anschließend ist die erste loszulassen.

Bei Umschalttasten werden im Text dafür auch die Bezeichnungen verwendet:

 [leftshift]&[...] oder [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[...]

 [rightshift]&[...] oder [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[...]

Diese kombinierte Folge von Tastendrücken wird als Tastenkombination bezeichnet.

Merksatz: Zum Eintippen einer Tastenkombination braucht man mehr als einen Finger (gleichzeitige Tastendrücke).

1.2.5.4 Funktionstasten und Funktionsaufrufe

Wenn die Funktion direkt auf der Taste steht, spart man sich die eckigen Klammern, wenn diese Funktion direkt aufgerufen werden soll, z. B. bei den Funktionen: EVAL, SIN, COS, TAN, yx, 1/x, EEX,

Dagegen werden Funktionen, die auf dem Gehäuse aufgedruckt sind, als Kürzel für eine Tastenfolge angegeben, z. B.:

PRG = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EVAL]

CHARS =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EVAL] CAT =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][SYMB] ASIN =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][SIN] ACOS =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][COS] ATAN =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][TAN] 10x =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][EEX] MTH =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][SYMB]

Da man denselben Befehl oder dieselbe Funktion mit verschiedenen Tastenangaben bezeichnen kann, einigen wir uns darauf, dass die aufgeschriebenen Tastenfolgen auf jeden Fall eindeutig sein sollen.

Längere Tastenfolgen schreiben wir möglichst kurz, wir verwenden die Funktionsbezeichnungen und lassen die Umschalttasten, wenn möglich weg: VECTR = [MTH][F1]. [MTH] heißt darin, man soll die Tastenfolge für MTH verwenden, also [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][SYMB]

Weitere Aufrufmöglichkeiten werden durch Gedrückthalten einer Umschalttaste und gleichzeitiges Drücken einer anderen Taste zusätzlich erschlossen. In diesem Fall wird das Gedrückthalten der entsprechenden Umschalttasten mit [leftshift-hold] oder [LS-hold] und [rightshift-hold] oder [RS-hold] bezeichnet.

1.2.5.5 Fettdruck im Text

Ist ein Tastenname, ein Funktionsname oder eine Menüfeldbezeichnung im Text dieses Buches fettgedruckt, dann heißt dies, dass die entsprechende Funktion durch Druck auf die zugeordnete Taste aktiviert werden soll.

1.2.5.6 Doppelklick oder Longpress mit den Tasten

Mit bestimmten Tools (engl.: tool = Werkzeug, damit sind zusätzliche Hilfsprogramme gemeint) wie KEYMAN (engl.: key, bedeutet hier Taste, KEYMAN = key manager = Tastenmanagerprogramm) kann man den benutzerdefinierten Tasten zusätzlich beibringen, auf Doppelklick [doubleclick-...] und langes Drücken [longpress-...] zu reagieren.

In den Nachfolgemodellen des HP 49G sind diese Funktionen fest eingebaut und in Lit.10 ab Seite G-3 beschrieben. In solchen Fällen wird die Tastenbezeichnung nach dem Bindestrich in dieselbe eckige Klammer gesetzt.

Grundsatz der Notation:

Alle in einer eckigen Klammer stehenden Befehle sollen auch nur mit einer Taste bewerkstelligt werden können.

Beispiele:

1. [longpress-EEX] im Text soll heißen:

Die Taste [EEX] lange drücken.

Was ist „lange“? Etwa eine halbe Sekunde!

2. [doubleclick-EEX] im Text soll heißen:

Die Taste [EEX] zweimal kurz drücken. Was ist „kurz“? Etwa 0,2 Sekunden.

Dann gibt es da noch: [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[doubleclick-EEX]. Jetzt weiß der Leser schon, was das heißt: [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] festhalten und gleichzeitig mit der Funktionstaste [EEX] doppelklicken.

1.2.6 Menütasten, Menüfelder und Menüfunktionen

Die sechs Tasten der ersten waagrechten Tastaturreihe haben die Bezeichnungen „F1“ bis „F6“ und werden Menütasten, F-Tasten oder Softkeys genannt. Diese Tasten werden den sechs am unteren Bildschirmrand direkt darüber befindlichen Menüfeldern zugeordnet. Der Inhalt der Menüfelder und die Funktion der Menütasten hängen vom angezeigten Menü ab. Diese Tasten werden im Text [F1] bis [F6] genannt, hier in den Bildern sind sie am unteren Rand eingeblendet. Wenn eine Taste gedrückt werden soll, dann ist der Tastenname fettgedruckt. Zum Beispiel heißt dann [F4]: Taste „F4“ drücken.

Bild 9: MTH-Menü

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 10: VEKTR-Menü

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das MTH-Menü (Bild 9) wird mit MTH =[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][SYMB] aufgerufen. Dort sind die Menüfelder VECTR, MATRX, LIST, HYP, REAL und BASE von links nach rechts angeordnet. Sie ent- sprechen den Tasten [F1] bis [F6]. Ruft man im MTH-Menü das VECTR-Menü mit [VECTR] oder auch mit [F1] auf, so erscheint auf dem Bildschirm das VECTR-Menü (Bild 10), das wieder andere Menüfelder hat, die ebenfalls den Tasten [F1] bis [F6] zugeordnet sind.

Bild 11: Arbeitsverzeichnis Bild 12: Arbeitsverzeichnis, umgeordnet

Hat man ein Menü eines Arbeitsverzeichnisses (Bild 11) vor sich, wo selbstdefinierte Variab- len als Menüfelder zu sehen sind, so kann man diese natürlich auch mit den Tasten [F1] bis [F6] aufrufen.

Ordnet man jedoch die Variablen mit dem Befehl ORDER um, dann gilt die in Bild 12 gezeigte neue Zuordnung der F-Tasten und die ursprüngliche Tastenfolge mit den F-Tasten stimmt nicht mehr.

In Bild 11 wird mit [F2] oder [LOE] das Löschprogramm aufgerufen. In Bild 12, welches das umgeordnete Menü zeigt, wird dieses Löschprogramm dagegen mit [F5] aufgerufen.

Jetzt wird auch klar, warum man in der Tastenfolge die Menüfeldbezeichnung und nicht die zugeordnete Funktionstaste angeben muss: Die Zuordnung kann sich ändern. Diese Menüs nennt man auch Soft-Menüs.

Merksatz:

Durch Umordnen, Hinzufügen oder Wegfall von Variablen kann sich bei Soft-Menüs die Reihenfolge der Menüfelder ändern.

Im Gegensatz dazu gibt es Auswahlmenüs, die als „aufklappbare Box“ (Beispiel: [APPS]) eine feste nummerierte Reihenfolge vorgeben.

1.2.7 Verzeichnisnamen, Menü-Namen, Reiter

In der Darstellung auf dem Bildschirm tragen die Menüfelder für Verzeichnisse, Unterverzeichnisse und Menüs je einen Reiter. Das ist eine kleine Lasche links oben auf dem Rechteck des Menüfeldes. In Bild 9 sind alle Menüfelder solche Typen. In Bild 10 dagegen sind reine Menüfunktionen (ohne Reiter) zu sehen.

In Text wird nicht zwischen den Bezeichnungen für Verzeichnisse, Menüs, Menüfunktionen und normalen Variablen unterschieden. Meist ist der Zusammenhang klar. In Zweifelsfällen wird hier im Text entsprechend darauf hingewiesen.

1.2.8 Reihe1-Funktionen

Die über den Funktionstasten [F1] bis [F6] auf dem Gehäuse farbig aufgedruckten Befehle (die Farbe entspricht der [leftshift]-Taste) sind ausnahmsweise nicht über die (in den Handbü- chern angegebene) Tastenfolge [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][F1] bis [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][F6] aufrufbar, sondern müssen mit den Tas- tenkombinationen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[F1] bis [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[F6] aktiviert werden. Hier müssen die F-Tasten in der Tastenkombination angegeben werden, weil diese Funktionen den F-Tasten fest zugeordnet sind.

Nähere Auskunft darüber siehe unter 2.12.3 auf Seite 132.

1.2.9 Sondertaste [ON]

Die in der linken unteren Ecke der Tastatur befindliche Taste [ON] hat eine Sonderstellung. Sie dient zum Ein- und Ausschalten des Rechners und hat bei eingeschaltetem Rechner die Funktion CANCEL (darauf weist die Beschriftung auf dem Gehäuse unter der Taste hin), was Abbrechen bedeutet.

1. Der Tastendruck [ON] schaltet den Rechner ein.
2. Die Tastenfolge [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ON] schaltet den Rechner aus. Per Programm wird der Rechner mit dem Befehl OFF ausgeschaltet.
3. Die Tastenfolge [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ON] bewirkt den Weiterlauf (CONT = continue) eines angehalte- nen Programms (im Text mit [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][CONT] bezeichnet).
4. Tastenkombinationen von [ON] mit den F-Tasten aktivieren Systemfunktionen (siehe „System-Notdienst“ unter 4.2 auf Seite 224).
5. Bei eingeschaltetem Rechner bewirkt der Tastendruck [ON] (entspricht dem Aufruf der Funktion CANCEL) das Unterbrechen eines Programms, Beenden einer Aktion, Abbrechen eines Eingabevorgangs oder Beenden sonstiger Aktivitäten.

Die Funktion CANCEL darf nicht verwechselt werden mit den Menüfeldern, welche die Bezeichnung [CANCL] tragen.

[CANCL] (liegt meist auf Taste [F5]) muss aktiviert werden, wenn man eine Aktion im aktiven Menü abbrechen bzw. das Menü verlassen will.

Die Funktion CANCEL kann nur durch Tastendruck [ON] bei eingeschaltetem Rechner aktiviert werden.

Der ausgeschaltete Rechner wird mit [ON] eingeschaltet.

1.2.10 Cursortasten

Die auf der Tastatur befindlichen runden Pfeiltasten mit aufgedruckten kleinen Dreiecken, die nach oben, rechts, links und unten zeigen, sind die Cursortasten.

Cursor ist das auf dem Bildschirmchen in der Eingabezeile oder in einem Menü erscheinende Markierungszeichen, das bei Betätigung der Cursortasten die Position ändert.

Die auszuführenden Tastendrücke werden im Text mit

- [Cursor right] oder () für „Cursor nach rechts bewegen“,
- [Cursor left] oder () für „Cursor nach links bewegen“,
- [Cursor up] oder () für „Cursor nach oben bewegen“,
- [Cursor down] oder () für „Cursor nach unten bewegen“ angegeben.

1.2.11 Funktionsaufrufe über Befehle

Zu aktivierende einzelne Befehle des Rechners werden immer mit dem fettgedruckten Namen gekennzeichnet, unabhängig davon, ob sie über Tastatur, Katalogaufruf ([CAT]) oder durch Eintippen des Namens aktiviert werden können.

Beispiele:

1. Die Angabe SIN im Text heißt: Sinusfunktion entweder durch Eintippen des Namens SIN in den Stack mit anschließendem [ENTER] oder durch Tastendruck [SIN] aufru- fen.
2. ORDER im Text heißt: Diese Umordnungsfunktion muss

- durch Eingabe des Funktionsnamens ORDER in den Stack mit nachfolgendem [ENTER] aktiviert werden, oder
- im [CAT] (=Katalogaufruf) gesucht und dort mit ORDER ausgewählt und mit dem [OK] des Katalogmenüs gestartet werden oder
- mit der Tastenfolge [PRG][MEM][DIR][NXT][ORDER] aufgerufen werden.

3. OFF im Text heißt: Der Rechner wird ausgeschaltet durch

- Eingabe des Funktionsnamens OFF in den Stack mit nachfolgendem [EN- TER],
- [CAT] (= Katalogaufruf), dort OFF ausgewählt und mit dem [OK] des Kata- logmenüs aktiviert werden oder
- mit der Tastenfolge OFF = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ON].

1.2.12 Zusammenfassung

1. Die Pfeile der Cursortasten stehen in runden Klammern, weil diese Tasten rund sind.

2. Eckige Klammern erhalten die Tastenbezeichnungen, die auf eckigen Tasten liegen oder die Namen der zugeordneten Funktionen oder die Namen von Menüfunktionen.

3. Fettdruck bedeutet: Aktivieren einer Funktion durch Drücken einer Taste oder Ein- gabe eines Funktionsnamens mit anschließendem [ENTER].

4. Eine Tastenfolge wird durch mehrere hintereinander angeordnete fettgedruckte Klammern mit Inhalt gekennzeichnet.

5. Eine Tastenkombination wird durch mehrere hintereinander angeordnete fettge- druckte Klammern mit Inhalt gekennzeichnet, die durch ein „&“ verbunden sind.

6. Aktivierung einer Funktion wird im Text mit dem fettgedruckten Namen der Funk- tion angegeben. Der Benutzer kann entscheiden, auf welche Art er die Aktivierung vornehmen will (siehe Beispiel oben für ORDER).

1.3 Rechneraufbau

Nun folgt eine kurze Beschreibung des Rechneraufbaus.

1.3.1 Betriebssystem

Der HP-Taschenrechner ist ein Kleincomputer mit (fast) allen Komponenten, die auch ein PC hat.

Beim Auto bewirkt das Betätigen der Kupplung und das Einlegen des Ganges nichts, wenn der Motor nicht läuft.

Das Betriebssystem ist der Motor des Rechners. Durch Betätigen der Taste [ON] wird das Betriebssystem des Rechners gestartet. Wenn das Betriebssystem nicht läuft, ist das Tastenfeld nicht aktiv, die zugehörigen Funktionen werden nicht ausgeführt. Ausgenommen ist die Taste [ON], die auch ohne Betriebssystem funktioniert.

Das Betriebssystem fragt die Tasten ab, interpretiert deren Bedeutung, führt die zugeordneten Kommandos aus und zeigt das Ergebnis an.

Das Betriebssystem kann durch Updates des Herstellers aktualisiert werden, wie schon auf Seite 23 unter 1.1.6 erwähnt. Die Anleitungen dazu stehen jeweils im Update selbst (man folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm). Hier wird nicht im Einzelnen darauf eingegan- gen.

1.3.2 Prozessoren Saturn und ARM

Die Rechnerleistung hängt von der Leistungsfähigkeit des eingebauten Prozessors (CPU) ab. Der HP 48GX und der HP 49G haben eine Saturn-CPU, die mit einer maximalen Taktfrequenz von 4 MHz arbeitet. Die Saturn-CPU ist eine Eigenentwicklung von HP, die CPU wurde bei NEC gefertigt (die NEC-CPU ist in Bild 7 zu sehen).

Dagegen haben die Taschenrechner HP 49g+ und HP 50g einen ARM9-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 75 MHz. ARM steht für Advanced RISC Machines, die mit 32 Bit arbeiten. Siehe Wikipedia-Artikel „ARM-Architektur“. Näheres über die Verwendung der Prozessortypen in HP-Taschenrechnern ist im Wikipedia-Artikel „HP-48“ zu finden.

1.3.3 Anzeige

Der Schwarz-weiß-Anzeigebildschirm besteht aus einer LCD-Anzeige3 mit 131 × 64 Pixeln4 beim HP 48GX und beim HP 49G. Der HP 49g+ und der HP 50g haben eine LCD-Anzeige mit 131 × 80 Pixeln. Außer Text kann diese Anzeige auch Pixel-Grafiken darstellen. Näheres siehe in Kapitel 7 ab Seite 273.

1.3.4 Tasten

Die 49 (HP 48GX) bzw. 51 Tasten der Tastatur reichen nicht für den Betrieb des Rechners aus. Deshalb sind sie siebenfach belegt. Zu dieser Belegung können vom Benutzer definierte Belegungen hinzugefügt werden. Hinweise zur Mehrfachbelegung der Tastatur siehe unter

2.11.1 ab Seite 125.

1.3.5 Speicher des HP 49G/49g+/50g

Die HP-Taschenrechner HP 49G/49g+/50g sind mit 512 kB RAM und 2 MB FLASH memory (1 MB für „upgradable“ ROM, 1 MB für den Benutzer verfügbar) ausgestattet.

Ein Filemanager5 (Aufruf durch [APPS]7 [OK] oder [FILES]) steht zur Verfügung, mit dem in einem Menü eine Übersicht mit Baumstruktur für den Benutzerspeicher und die Ports angezeigt werden. Im Menü kann das gewünschte Verzeichnis ausgewählt werden.

Der Benutzer sieht ganz oben im Menü drei Port-Speicherbereiche mit den Nummern 0 bis 2:

0: IRAM (internes System RAM), 256 kB, für Port :0: und Benutzerspeicher HOME, 1: ERAM (erweitertes RAM), 256 kB, für Port :1:

2: FLASH, Benutzerspeicher, 1 MB für Port :2:.

Das zusätzliche „upgradable ROM“ mit 1 MB (auch ein Flashspeicher) ist nur beim Upgrade- Vorgang über eine spezielle Software zugänglich, bei normalen Arbeitsvorgängen aber nicht sichtbar.

Alle Speicherzellen sind im HP 49G/49g+/50g fest eingebaut. Zusätzliche, steckbare RAMKarten (wie beim HP 48GX) gibt es hier nicht.

Die Modelle HP 49g+ und HP 50g enthalten zusätzlich die Möglichkeit, eine handelsübliche SD-Speicherkarte einzuschieben, die als 3: SD im Filemanager erscheint und Port :3: dar- stellt.

1.3.5.1 Benutzerspeicher

Der Benutzer teilt sich im IRAM den Speicherplatz mit Port :0:. Der Benutzerspeicher ist wie eine PC-Festplatte organisiert und hat maximal 256 kB.

Der Benutzer kann Variablen, Verzeichnisse und Unterverzeichnisse angelegen. Der Pfad des aktuellen Verzeichnisses erscheint im Header und die Namen der Variablen erscheinen im jeweiligen Menü, das am unteren Rand des Bildschirms sichtbar ist. Dort sind nur 6 Menüfelder zu sehen. Hat ein Verzeichnis mehr als 6 Variablen oder Unterverzeichnisse, so kann man diese durch „Blättern“ mit der Taste [NXT] erreichen.

1.3.5.2 Portspeicher

Der Portspeicher hat eine andere interne Struktur als der Benutzerspeicher und dient zur Ab- lage (Sicherung, Backup) von Objekten (Variablen, Programmen, usw.). Näheres siehe unter 2.16 ab Seite 144.

Port :0: gehört zum internen RAM, zusammen haben RAM und Benutzerspeicher 256 kB.

Port :1: ist eine Erweiterung des RAMs, er hat ebenfalls 256 kB und ist unabhängig vom Benutzerspeicher.

Port :0: und Port :1: sind RAM-Speicher6. Wenn die Stromversorgung ausfällt, gehen die Daten verloren (flüchtiger Speicher).

Port :2: ist ein nicht-flüchtiger Speicher mit etwa 1 MB. Er verhält sich wie ein ROM7, lässt sich aber auch im normalen Betrieb beschreiben, solche Speicher nennt man FLASH. Die In- halte bleiben auch erhalten, wenn die Batterien für längere Zeit herausgenommen werden.

1.3.5.3 SD-Speicherkarte

Port :3: gibt es nur bei den Rechnern HP 49g+ und HP 50g in Form einer handelsüblichen SD-Speicherkarte. Der Taschenrechner erkennt SD-Karten bis zu 2 GB Kapazität. Die SDSpeicherkarte ist auch in FLASH-Technik ausgeführt.

1.3.6 Betriebseinstellungen

Die Einstellungen der verschiedenen Betriebsmodi und Ausgabeformate können über soge- nannte Flags (Merker) vorgenommen werden. Was beim PC in INI-Dateien oder in der Re- gistry abgelegt ist, wird (in einfacherer Form) beim HP-Taschenrechner über Systemflags eingestellt.

Im weiteren Text dieses Buches verwenden wir die übliche englische Bezeichnung Flag (gesprochen: fläg) anstelle des deutschen Wortes Merker.

Es gibt 128 Systemflags, mit denen die Systemeinstellungen modifiziert werden können. Außerdem stehen dem Benutzer für seine Programme 128 Benutzerflags zur Verfügung. Es gibt eingebaute Flag-Befehle, mit denen per Tastatur oder per Programm die Flageinstellungen abgefragt und verändert werden können.

Die Bedeutung der Systemflags ist unter 2.2 auf Seite 68 nachzulesen. Die vollständige Tabelle der Systemflags ist unter 2.2.1 ab Seite 68 zu finden. Die Handhabung der Flags ist in 2.4 ab Seite 79 beschrieben.

1.3.7 Objektnamen und Verzeichnisse

Das Hauptverzeichnis auf dem HP heißt HOME. Es ist das oberste Verzeichnis auf dem Rechner und kann nicht umbenannt werden. Alle anderen Verzeichnisse sind Unterverzeichnisse von HOME.

Alle benannten Variablen (Objektnamen) in diesem Verzeichnis sind global und damit in allen Unterverzeichnissen bekannt und stehen damit überall zum Zugriff bereit.

Das System legt automatisch ein Verzeichnis CASDIR in HOME an, wo bei algebraischen Berechnungen die Variablen und Zwischenergebnisse abgelegt werden. CASDIR ist in Lit.10 in Kapitel 4 beschrieben.

Der Benutzer kann beliebig viele Unterverzeichnisse in HOME anlegen. Wie man mit Verzeichnissen auf dem HP umgeht, ist in den Handbüchern ausreichend gut beschrieben.

1.4 Batterien und Akkus

Nun liegt das Gerät ausgepackt auf dem Tisch. Da es ein elektronisches Gerät ist, braucht es zum Betrieb eine Stromversorgung mit einer Gleichspannung aus Batterien. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man auch Akkus verwenden, siehe unten. Eine Stromversorgung aus einem Netzgerät ist nicht vorgesehen, da der Stromverbrauch so gering ist, dass ein Batteriesatz bzw. eine Akkuladung sehr lange ausreicht.

1.4.1 Batterietyp

Für die Rechner HP 48GX, HP 49G und HP 49g+ sind je 3 Batterien und für den HP 50g 4 Batterien vom Typ Micro mit 1,5 V Zellenspannung erforderlich. Dieser Batterietyp hat die IEC-Bezeichnung R03. Andere Typ-Bezeichnungen sind: AAA, SUM 4 oder AM 4. Wenn man nicht sicher ist, welcher Typ vorliegt, kann man auch die Größe überprüfen: Durchmes- ser 10,5 mm, Länge 44,5 mm. Man verwende nur gegen Auslaufen gesicherte Alkaline- Batterien.

Mitgeliefert werden 3 bzw. 4 Alkaline-Batterien (LR03, das „L“ vor der Typbezeichnung weist auf Alkali-Mangan-Batterien hin).

1.4.2 Batterien einlegen

Vor dem Wechseln der Batterien sollte ein weiches Tuch bereitgelegt werden. Der Rechner wird mit der Tastatur nach unten auf dieses Tuch gelegt, sodass die Rückseite nach oben zeigt.

Beim Herausnehmen der alten und beim Einlegen der neuen Batterien (= Batteriewechsel) muss der Rechner ausgeschaltet sein. Werden die Batterien bei eingeschaltetem Rechner her- ausgenommen, so verliert der Benutzerspeicher (RAM) sofort sämtliche Daten. Bei anschlie- ßendem Einschalten nach dem Batteriewechsel wird in diesem Fall automatisch ein RESET (Kaltstart) durchgeführt. Die Anzeige „Memory clear“ weist dann auf den leeren Benutzer- speicher hin.

Also: Rechner ausschalten und dann erst das Batteriefach öffnen!

Die mitgelieferten Batterien werden nun eingelegt. Man achte unbedingt darauf, dass die im Batteriefach angegebene Polung + und - der einzelnen Batterien eingehalten wird. Falsche Polung kann zur Beschädigung des Rechners führen und ist unbedingt zu vermeiden. Nach Einlegen der Batterien wird der Schiebedeckel des Batteriefachs aufgesetzt und zugeschoben, bis ein leichtes Einrasten zu hören ist.

Die Rechner HP 49g+ und HP 50g enthalten eine zweite Batterie (Typ CR 2032), welche die Speicherinhalte bei herausgenommenen Batterien einige Minuten „halten“ kann.

Deshalb muss der Batteriewechsel innerhalb 2 Minuten erfolgen. Diese Haltebatterie darf nur dann herausgenommen oder ausgetauscht werden, wenn die Hauptbatterien eingelegt sind. Wenn die Hauptbatterien und die Haltebatterie gleichzeitig herausgenommen werden, verliert der Rechner alle Daten und die Anzeige „Memory clear“ ist nach dem Wiedereinschalten die Folge. Beim HP 49G ist keine zusätzliche „Haltebatterie“ vorhanden.

1.4.3 Batterie-Alarm

Ein Batteriealarm tritt bei laufendem Rechnerbetrieb auf und muss beachtet werden. Er weist auf einen nötigen Batteriewechsel hin.

Im Bildschirmfeld am oberen Rand befinden sich Hardware-Indikatoren, welche die Systemzustände anzeigen (siehe auch Bild 15). Normalerweise sind sie nicht sichtbar. Der AlarmIndikator ((·)) ist nur dann sichtbar, wenn ein programmierter Alarm ansteht oder die Betriebsspannung unter den zulässigen Wert absinkt. Beim Batteriealarm wird zusätzlich zum Indikator LowBat (S) auf dem Bildschirm angezeigt. Diese Anzeige lässt sich nicht abschalten, sie ist auch bei ausgeschaltetem Rechner sichtbar.

Hinweis für den HP 49G:

Das (S) in dieser Anzeige stammt noch vom HP 48GX, wo beim Batterie-Alarm zwischen Systembatterien (S) und Batterien der RAM-Karten für Portspeicher (P1) und (P2) unterschieden werden muss. Beim HP 49G gibt es nur die Systembatterien, aber keine RAMKarten für Portspeicher. Der Portspeicher ist beim HP 49G fest eingebaut (siehe unten) und wird von den Systembatterien versorgt.

1.4.4 Batteriewechsel

Wenn der Alarm-Indikator ((·)) zusammen mit der Anzeige LowBat (S) erscheint, hat man bei normalen Alkaline-Batterien noch ausreichend Zeit (einige Minuten), den laufenden Arbeitsgang zu vollenden, weil die Spannung bei diesen Batterien sehr langsam abfällt. Nach Ausschalten des Rechners erholen sich meist die Batterien, sodass man den Batteriewechsel nicht unbedingt sofort durchführen muss.

Bei Akkus dagegen ist Eile geboten, der Wechsel muss sofort durchgeführt werden (siehe unten). Innerhalb von 2 Minuten muss der Wechsel erledigt sein. Ist der Rechner länger ohne Stromversorgung, verliert der Benutzerspeicher seine Daten.

Dringende Empfehlung: Daten sichern

Nicht nur vor dem Batteriewechsel, sondern auch nach jedem wichtigen Arbeitsabschnitt soll- te unbedingt eine Datensicherung durchgeführt werden. Dann sind in dem Fall, wenn der Bat- teriewechsel misslingt oder der Strom aus anderen Gründen wegbleibt, keine Datenverluste zu befürchten.

1.4.5 Batteriepflege

Außer der Reinigung der Kontakte vor dem Einlegen brauchen die Batterien keine Pflege. Die Batteriepole sollten nicht mit den Fingern berührt werden, weil Fingerabdrücke Schweiß enthalten und den Kontakt stören.

Es ist sehr wichtig, dass gegen Auslaufen gesicherte Batterien verwendet werden (Alkaline), damit der Rechner nicht durch auslaufende Elektrolytflüssigkeit (Säure) beschädigt wird.

Wichtig ist auch, dass immer Batterien des gleichen Typs und Fabrikats im gleichen Gebrauchszustand verwendet werden.

Falls man die Batterien zwischendurch herausnimmt und durch Akkus ersetzt, sollten die gemeinsam herausgenommenen Batterien als Batteriesatz gekennzeichnet werden, damit beim Wiedereinsetzen nicht alte und neue Batterien vermischt werden.

1.4.6 Aufladbare Batterien (Akkus)

Bild 13: Akkus mit verschiedenen Pluspolen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anstelle von Batterien können auch Akkus der Bau- form Micro (AAA) verwendet werden. Diese haben eine Nennspannung von 1,2 V. In frisch aufgelade- nem Zustand erreichen sie eine Spannung von bis zu 1,4 V.

Beim HP 49g+ ist zu beachten, dass im Batteriefach nur Akkus mit kleinem Pluspol (Durchmesser < 3 mm, siehe Bild 13, hinterer Akku) verwendet wer- den können. Eine Maske verhindert, dass Batterien und Akkus falsch eingelegt werden können.

Akkus mit breitem Pluspol (siehe Bild 13, vorderer Akku) können nur in den HP 48GX und in den HP 49G eingelegt werden, sie sind im HP 49g+ und HP 50g nicht verwendbar.

NiCd-Akkus:

Ich verwendete früher Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) mit einer Kapazität von etwa 200 bis 250 mAh, die bis zu 1000-mal aufgeladen werden können und schnell-ladefähig oder für beschleunigtes Laden geeignet sind.

Zum Aufladen müssen die Akkus aus dem HP-Rechner herausgenommen werden. Dann muss sofort (innerhalb 2 Minuten) ein anderer Batterie- oder Akkusatz in den Rechner eingesetzt werden, damit die Speicherinhalte nicht verlorengehen. Eine Aufladung der Akkus im Rechner ist nicht möglich.

Memory-Effekt

NiCd-Akkus müssen vor dem erneuten Aufladen vollständig entladen werden. Beim Aufladen nicht vollständig entladener Akkus bildet sich ein sogenannter „Memory-Effekt“. Der Akku „merkt sich“ die Ladeanfangsspannung, und registriert den Akku bei dieser Spannung als „leer“. Bei normalem Betrieb kann nur bis zu dieser Spannung entladen werden, unter dieser Spannung kann kein Strom mehr aus dem Akku entnommen werden, die volle Kapazität steht nicht zur Verfügung. Durch langsames vollständiges Entladen bis zu einer Zellenspannung von etwa 0,5 Volt kann das „Gedächtnis“ eines solchen Akkus gelöscht werden, sodass er nach dem Aufladen wieder voll funktionsfähig ist. Dieser Vorgang wird „Refresh“ genannt.

NiCd-Ladegeräte machen zuerst einen Refresh der Akkus und laden sie dann auf.

NiMH-Akkus:

Die heute verfügbaren NiMH-Akkus haben keinen Memory-Effekt. Es gibt NiMH-Akkus der Bauform AAA mit bis zu 900 mAh Kapazität. NiMH-Akkus haben keinen Memory-Effekt und können deshalb von der Restladung an (ohne vollständige Entladung) bis zur vollen Kapazität aufgeladen werden. Dafür ist ein spezielles Ladegerät erforderlich.

Es gibt geeignete Ladegeräte für beide Typen von Akkus, die man zwischen NiCd und NiMH umschalten kann.

Wenn man „schnell-ladefähige“ Akkus verwendet, ist der Akkusatz schon nach ungefähr 3 Stunden aufgeladen (bei normalen NiCd-Akkus nach etwa 15 Stunden).

1.4.7 Besondere Voraussetzungen bei Verwendung von Akkus

Der Rechner kommt noch mit einer Spannung von 1,12 V pro Zelle aus. Fällt die Spannung unter diesen Wert, kommt ein Batterie-Alarm. Dann muss sofort ein frisch aufgeladener Ak- kusatz eingelegt werden. Diese Eile hängt damit zusammen, dass bei Akkus am Schluss die Spannung sehr rasch abfällt und diese Schlussspannung dann nicht mehr zum Betrieb des Rechners ausreicht. Wenn man nicht sofort reagiert, kann es vorkommen, dass Speicherinhal- te nicht mehr gehalten werden können (so, als ob keine Batterien vorhanden wären).

Man halte also immer einen aufgeladenen Akkusatz bereit, der bei Bedarf sofort eingesetzt werden kann.

Bei Akkus gilt auch wie bei Batterien, dass verschiedene Fabrikate und verschiedene Typen (NiCd, NiMH) mit unterschiedlichen Ladezuständen nicht in demselben Akkusatz verwendet werden sollen.

Für bestimmte (stromzehrende) Aktionen in Zusammenhang mit dem Datenaustausch zwischen dem PC und dem HP-Taschenrechner oder beim Betriebssystem-Upgrade empfiehlt der Hersteller, vorher einen neuwertigen Batteriesatz einzusetzen. Nach diesen Aktionen kann der vorherige gebrauchte Batterie- oder Akkusatz wieder eingesetzt werden.

Selbstentladung von Akkus:

Akkus haben eine wesentlich höhere Selbstentladung als Batterien. Akkus können sich innerhalb weniger Wochen auch ohne Stromentnahme, insbesondere bei höheren Temperaturen im Sommer, fast vollständig selbst entladen. Wenn längere Benutzungspausen bevorstehen oder der Rechner selten beansprucht wird, aber die Speicherinhalte währenddessen erhalten bleiben sollen, sollte ein Alkaline-Batteriesatz eingelegt werden,.

Neuerdings gibt es NiMH-Akkufabrikate, die sich nicht so schnell entladen. Sie werden des- halb bereits vollgeladen als „ready to use“ verkauft und sind nach dem Kauf sofort einsatzfä- hig.

Wirtschaftlichkeit von Akkus:

Ein frisch geladener Akkusatz reicht je nach Intensität der Nutzung für mindestens 6 Stunden Dauerbetrieb des Rechners, sodass man auch mit dem „Nachladen“ der Akkusätze (beschleunigte oder Schnell-Ladung = 3 Stunden) leicht nachkommt. Bei Normalbetrieb, wenn der Rechner in den Arbeitspausen ausgeschaltet wird, reicht der Akkusatz einige Tage oder Wochen. Man kann auch das auf 5 Minuten voreingestellte Selbstabschaltintervall auf 1 Minute heruntersetzen (siehe 4.1 „Batterieschoner“ auf Seite 223).

Wirtschaftlichkeitserwägungen sprechen bei intensiver Nutzung des Rechners eindeutig für die Verwendung von Akkus. Die Kosten für das Ladegerät, 3 Akkusätze und 1000-maliges Aufladen sind weit geringer als der Kauf (und die Entsorgung) von entsprechend vielen Alka- line-Batteriesätzen.

Empfehlung:

Man halte immer mindestens 2 Alkaline-Batteriesätze und 2 frisch aufgeladene Akkusätze zusätzlich zu dem im Rechner befindlichen in Bereitschaft. Damit kann dem Rechner der Strom auch im Extremfall nicht ausgehen.

Geringere Betriebsspannung des Rechners bei Akkubetrieb:

Die geringere Nennspannung der Akkus von 1,2 V pro Zelle gegenüber der vorgesehenen Nennspannung von 1,5 V bei Batterien wirkt sich nicht nachteilig auf die Leistung des HP- Rechners aus. Auch die Konstanz des Taktgenerators, der für die Systemuhr und die Zeitfunk- tionen zuständig ist, wird dadurch nicht beeinträchtigt.

1.5 Die ersten Schritte mit dem neuen Taschenrechner

Sind die Batterien eingelegt und das Batteriefach wieder verschlossen, kann man den Rechner umdrehen, sodass die Tastatur nach oben zeigt.

1.5.1 Einschalten des Rechners

Der Einschaltknopf ist eine Taste, die sich in der unteren Tastenreihe ganz links befindet und die Aufschrift „ON“ trägt. Ein kurzer Druck auf die Taste [ON] schaltet den Rechner ein.

1.5.2 Ausschalten des Rechners

1. Zum Ausschalten wird zuerst die Taste [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] kurz gedrückt. Über dem Header auf dem Bildschirm befinden sich die Indikatoren, dort wird das auf der Taste aufgedruckte Zeichen Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten angezeigt.
2. Wir drücken nun als zweite Taste die Taste [ON]. Der Rechner wird dadurch ausge- schaltet. Jetzt wissen wir auch, warum über der Taste [ON] auf dem Gehäuse OFF in roter Farbe aufgedruckt ist.

Ausschalten also wird nach unserer Notation bezeichnet mit [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ON] oder OFF. Erklärung:

Diese Taste [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] schaltet die anschließend gedrückte Taste [ON] um auf die Funktion, die über dieser Taste auf dem Rechnergehäuse rot aufgedruckt ist. Der Indikator Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten am oberen Bildschirmrand zeigt, dass die Umschaltung aktiv ist. Eine Erläuterung der Umschalttasten für die Mehrfachbelegung der Tastatur ist unter 2.11 auf Seite 125 zu finden.

Falls die eingeleitete Aktion doch nicht durchgeführt werden soll, genügt ein nochmaliger Druck auf die Taste [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], um die Umschaltung zurückzunehmen, der Indikator verschwindet dann.

Ausschaltautomatik (nicht beim HP 48GX):

Nach 5 Minuten ohne Eingabe schaltet sich der Rechner automatisch selbst ab. Man kann aber auch einen beliebigen Wert dafür einstellen und ein akustisches Signal für die automatische Ausschaltung definieren (siehe unter STARTOFF auf Seite 138).

1.5.3 Der dreigeteilte Bildschirm

Bild 14: Aufteilung des Bildschirms

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Bildschirm zeigt je nach Voreinstellung im Lieferzustand nach dem Einschalten die Standardanzeige auf dem Bildschirm.

Diese enthält drei Abschnitte:

Der obere Teil, durch eine waagrechte Linie nach unten abgegrenzt, ist der Header, wo alle Statusanzeigen zusammengefasst sind.

Dort kann man in der obersten Zeile die Modus- Einstellungen ablesen (Arbeitsmodus, Winkelmodus, Koordinatenmodus, Zahlenmodus) und in der zweiten Zeile den Pfad des aktuellen Verzeichnisses.

Unter der Linie ist der Stackbereich oder History-Speicher, wo die Ergebnisse gezeigt werden. Der unterste Teil besteht aus 6 Feldern, der als Menübereich verwendet wird.

1.5.4 Helligkeit und Kontrast des Bildschirms einstellen

Bevor wir die Bildschirminhalte beachten, stellen wir erst einmal die Bildschirmhelligkeit bzw. den Kontrast der Anzeige ein.

Dazu brauchen wir drei Tasten:

1. Die schon bekannte Taste [ON],

2. die Taste [+] ganz rechts in der vorletzten Tastenreihe,

3. die Taste [-] ganz rechts in der dritten Tastenreihe von unten.

Helligkeit und Kontrast des Bildschirms einstellen

Kontrast und Helligkeit hängen hier zusammen. Bei geringer Helligkeit ist auch der Kontrast gering. Je dunkler man den Bildschirm stellt, desto kontrastreicher wird die Schrift.

Einstellvorgang:

Bei eingeschaltetem Rechner wird mit einem Finger die Taste [ON] gedrückt gehalten. Mit einem anderen Finger drücken wir (während die Taste [ON] festgehalten wird) mehrmals kurz die Taste [+], der Bildschirm muss dunkler werden, der Kontrast nimmt zu, also nach unserer Notation: [ON] & [+].

Wenn wir die Taste [-] mehrmals kurz drücken ([ON] dabei festhalten!), wird der Bildschirm heller und der Kontrast geringer, also [ON]&[-].

Man kann auch bei gehaltener Taste [ON] abwechselnd [+] oder [-] drücken und so beobachten, wie sich die Bildschirmhelligkeit dadurch ändert.

Wenn der Bildschirm im gewünschten Zustand ist, lassen wir die Taste [ON] los.

1.5.5 Headeranzeige einstellen

Für den Header können 0, 1 oder 2 Zeilen als sichtbar eingestellt werden mit [MODE][DISP] im Feld Header:

Einstellung 0: Kein Header sichtbar, der ganze Bildschirm steht für Daten zur Verfügung. Einstellung 1: Der eingestellte Pfad zum aktuellen Verzeichnis wird angezeigt. Einstellung 2: In Zeile 1 werden die Indikatoren und in Zeile 2 wird der Pfad angezeigt.

Einstellung 2 ist voreingestellt.

Per Programm kann der Header mit Meldungen überschrieben werden.

1.5.6 Indikatoren (Statusanzeigen)

Indikatoren dienen dazu, bestimmte System- oder Bearbeitungszustände anzuzeigen. Die HP-Taschenrechner haben zwei Arten von Indikatoren:

Hardware-Indikatoren und Software-Indikatoren.

1.5.6.1 Hardware- Indikatoren

Ganz am oberen Rand der LCD-Anzeige befinden sich (nicht zum Datenbildschirm gehörig) 6 Indikatoren, die nur in aktiviertem Zustand zu sehen sind. Sie sind als feste Symbole am oberen Rand der LCD-Anzeige angebracht und können nur zwei Zustände annehmen:

Sie sind entweder sichtbar oder nicht sichtbar, ein- oder ausgeschaltet.

Da sie sich außerhalb des durch Daten belegbaren LCD-Bildschirms befinden, kann man sie nicht in einem Bildschirmabzug zeigen. Durch Einstellung eines zu starken Kontrastes (siehe unter 1.5.4) kann man sie sichtbar machen (siehe Bild 15).

Bild 15: Hardware-Indikatoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es handelt sich um folgende Indikatoren, die in aktiviertem Zustand folgende Bedeutung ha- ben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.5.6.2 Software-Indikatoren

Innerhalb des oberen Randes des mit Daten belegbaren Bildschirms befindet sich der Header, der in der obersten Zeile verschiedene Indikatoren enthält (siehe Bild 14). Diese zeigen bestimmte Zustände des Betriebssystems an.

Indikator für Winkelmodus

Ganz links in der Headerzeile 1 befindet sich der Indikator für den Winkelmodus. Er kann RAD, DEG oder GRD anzeigen. Die Bedeutung ist in Tabelle 8 bei den Systemflags auf Seite 77 erläutert.

Indikator für Koordinatenmodus

Der zweite Indikator ist für die Anzeige des Koordinatenmodus zuständig. Er kann XYZ, R∡Z oder R∡∡ anzeigen. Die Bedeutung ist in Tabelle 7 auf Seite 77 und in Tabelle 44 auf Seite 211 zu finden.

Indikator für Zahlenmodus

Der dritte Indikator zeigt den eingestellten Zahlenmodus für Binärganzzahlen an. Er kann eine von 4 möglichen Einstellungen anzeigen: BIN, DEC, HEX oder OCT. Die Bedeutung dieser Indikatoren ist in Tabelle 6 auf Seite 77 zu finden.

Indikator für reelle bzw. komplexe Zahlen und Berechnungsmodus

Er kann eine von vier Einstellungen anzeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwischen komplexen (C) und reellen Zahlen (R) kann über [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][Tool] = [i] (= imaginär) wechselweise umgeschaltet werden. Exakter Modus (=) kann in den Näherungsmodus (~) oder umgekehrt umgeschaltet werden mit [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]&[ENTER].

Diese Einstellungen lassen sich auch über Systemflags festlegen.

Unabhängige Variable für CAS-Berechnungen

CAS ist das Computer Algebra System. Dieses ist in Lit.10 in Kapitel 4 ausführlich beschrieben. Der Rechner legt automatisch ein Verzeichnis CASDIR an, das im Verzeichnis HOME untergebracht ist.

Für CAS ist eine unabhängige Variable VX in CASDIR festgelegt, deren Inhalt als Indikator im Header angezeigt wird und auf 'X' (Großbuchstabe X) voreingestellt ist.

Der Inhalt kann aber durch [MODE][CAS][EDIT] auf andere Buchstaben umgestellt werden. Siehe bei VX in Tabelle 31 auf Seite 136.

HALT-Indikator

Der Indikator HLT zeigt an, dass ein Programm angehalten wurde und sich in Wartestellung befindet. Es kann mit CONT = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ON] fortgesetzt werden. Das wartende Programm kann aber auch mit [PRG][NXT][NXT][RUN][KILL] zwangsweise beendet („abgewürgt“) werden. Im Normalfall wird dieser Indikator nicht angezeigt.

USER-Indikator

Der Indikator für den USER-Modus zeigt durch 1US oder USR an, dass der USER-Modus für die Benutzertastatur aktiv ist (siehe unter 2.11.11 auf Seite 129). Im Normalfall ohne USER-Modus wird dort nichts angezeigt.

Indikator für ALG-Modus

Der ALG-Indikator zeigt an, ob der Rechner im algebraischen Modus oder im RPN-Modus arbeitet. Im RPN-Modus ist der Indikator nicht sichtbar. Umgeschaltet wird über die Tastenfolge [MODE][+/-] oder über Flag -95 (gesetzt: ALG, nicht gesetzt: RPN).

Indikator für Programmiermodus

Bei Eingaben in die Befehlszeile oder bei Editierung eines Programms ist der PRG-Indikator PRG sichtbar. Sobald [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][+] für die Erzeugung der Programmklammern « » gedrückt wird oder ein im Stack befindliches Objekt mit () editiert werden soll, wird dieser Indikator eingeschaltet. Sobald das Programmobjekt fertig eingetippt bzw. editiert ist und mit [ENTER] beendet wird, verschwindet der PRG-Indikator.

1.5.7 Unsere ersten Berechnungen

1.5.7.1 Erster Versuch, etwas zu berechnen

Mit einem HP-Taschenrechner kann man auf zwei verschiedene Arten rechnen:

- im algebraischen Modus (ALG) mit arithmetischer Notation,
- im RPN-Modus (RPN = reverse Polish notation, deutsch: umgekehrte polnische No- tation = UPN)

1.5.7.2 Der ALG-Modus

Dieser Modus ist bei Lieferung voreingestellt. Damit kann man rechnen wie bei normalen Taschenrechnern mit arithmetischer Notation.

Wir rechnen jetzt

25 × 12 =

mit dem HP im ALG-Modus.

Wer mit der arithmetischen Notation eines üblichen Taschenrechners vertraut ist, kann dies auf Anhieb:

Die Zahl 25 mit den Tasten2 5 eintippen, dann das Multiplikationszeichen [×] eintippen, dann die Zahl 12 mit den Tasten1 2 eintippen.

In der untersten Zeile des Bildschirms steht (für × steht ein Sternchen * als Multiplikations- zeichen):

25*12

Beim arithmetischen Taschenrechner drückt man jetzt auf die Taste [=]. Diese Taste gibt es aber bei HP-Taschenrechnern nicht. Es gibt zwar ein rot aufgedrucktes Gleichheitszeichen „=“ über der Taste [+/-], dieses Zeichen ist jedoch für andere Zwecke vorgesehen (Eingabe von Gleichungen, oder als Vergleichsoperator).

Was nun?

Anstelle des Gleichheitszeichens nimmt man die Taste [ENTER] (unterste Tastenreihe, rechte Taste). Die Betätigung dieser Taste sagt dem Rechner „Eingaben übernehmen und Ergebnis ausrechnen“. Wir drücken [ENTER] und sehen auf dem Bildschirm in der zweiten Zeile von unten auf der linken Seite:

: 25 * 12

und in der untersten Zeile auf der rechten Seite das Ergebnis 300.

Bild 16: Rechnen im ALG-Modus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Doppelpunkt zeigt im ALG-Modus den Be- ginn einer neuen Aufgabe an. Die letzte Zeile (vor dem nächsten Doppelpunkt) ist die Ergebniszeile (siehe Bild 16).

Wir rechnen als zweites Beispiel:

3.59 × 4.18 / 12.24

Die Eingabe wird so eingetippt, wie sie hier steht. Wir verwenden den Dezimalpunkt, der mit der mittleren Taste der untersten Tastenreihe eingegeben wird.

Die Eingabe wird mit [ENTER] abgeschlossen. Das Ergebnis 1.22599673203 steht in der nächsten Zeile (siehe Bild 16). Die Zeilen über dem Ergebnis zeigen den Berechnungsablauf.

Der Rechner speichert die zuletzt berechnete Zahl in der Variablen ANS(1), die vorletzte in ANS(2), die drittletzte in ANS(3), usw. Will man im obigen Beispiel mit der letzten Zahl wei- terrechnen und diese mit 5 multiplizieren, dann gibt man ein: [×] 5 [ENTER]. Der Rechner setzt ANS(1)*5 in die Anzeige, das Ergebnis lautet: 6.12998366015 (siehe Bild 16).

Will man mit einer früheren Eingabe weiterrechnen, markiert man diese mit dem Cursor () und ruft den Befehl ANS auf oder gibt [ANS] = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][ENTER] ein.

Mit einem weiteren [ENTER] wird die markierte Zeile in die Eingabezeile geholt und man kann damit weiterrechnen, so als hätte man die geholte Zeile eben eingegeben.

Im ALG-Modus holt der Befehl ANS also die n-te Antwort (engl.: answer) aus dem HistorySpeicher (siehe Beschreibung des Befehls ANS in Lit.13 oder in Lit.10 ).

Im RPN-Modus führt ANS den Befehl LASTARG aus.

1.5.7.3 Der RPN-Modus

RPN ist eine Besonderheit der HP-Taschenrechner. Dieser Modus arbeitet mit der umgekehrten polnischen Notation (UPN), in Englisch: Reverse-Polish Notation (RPN).

Der erste HP-Taschenrechner HP-35 (siehe Bild 31 auf Seite 87) hatte nur den RPN-Modus. Er war nicht programmierbar und hatte keine Grafikfunktionen.

Bei den programmierbaren HP-Grafik-Taschenrechnern ab dem HP 49G ist der ALG-Modus zusätzlich zum RPN-Modus eingebaut. Zwischen beiden Modi kann per Flag umgeschaltet werden.

Alle Benutzer der HP-Taschenrechner haben sich seit Erscheinen des HP-35 an den RPNModus gewöhnt und möchten ihn nicht mehr missen.

Nachdem die mathematischen Funktionen und das Betriebssystem des HP-Taschenrechners auf RPN aufbauen, ist es zweckmäßig, diese Arbeitsweise zu lernen und zu nutzen, da RPN Priorität hat.

Die Programmierung über die Benutzerprogrammiersprache erfolgt ausschließlich im RPNModus, obwohl man auch algebraisch arbeiten kann, indem man algebraische Ausdrücke in die Programme einführt. Das ist jedoch meist ein umständlicher Umweg.

ALG (arithmetische Notation) dagegen wird kaum verwendet, weil Programme im ALG- Modus umständlicher zu schreiben sind. ALG hat aber Vorteile, wenn man rein mathematisch arbeitet.

HP 49G/49g+/50g in den RPN-Modus umschalten:

1. Oben rechts in der Statusanzeige wird ALG angezeigt.

2. Wir löschen den gesamten Bildschirm mit CLEAR = [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][] (die Rücktaste ist ganz rechts in der 4. Tastenreihe).

3. Wir drücken die Taste [MODE] (2. Reihe, 2. Taste). Wir erhalten das Auswahlmenü „CALCULATOR MODES“. Die erste Zeile „Operating Mode“ ist bei „Algebraic“ be- reits invers markiert.

4. Wir drücken jetzt die Taste [+/-] (6. Reihe, 2. Taste). Die Anzeige „Algebraic“ wech- selt auf „RPN“.

5. Das über der Taste [F6] (1. Reihe 6. Taste) befindliche Menüfeld zeigt OK an. Nun drücken wir [F6]. Dieses OK bewirkt die Aktivierung des RPN-Modus. Die Statusan- zeige ALG oben rechts verschwindet.

6. Der Rechner kehrt in den Anzeige-Zustand zurück.

7. Nun sehen wir auf der linken Seite die Zeilennummern, die von unten nach oben zäh- len.

8. Diese Zeilen heißen Stack und sind Speicherbereiche für verschiedene Objekte (Zah- len, Texte usw.), siehe dazu auch 2.6 auf Seite 86.

1.5.7.4 Das Prinzip von RPN

Bei der umgekehrten polnischen Notation (RPN-Modus) übergibt man zuerst die Objekte, mit denen gearbeitet werden soll, an den Rechner. Anschließend wird dem Rechner mitgeteilt, wie mit diesen Objekten zu verfahren ist.

Wir nehmen unser Beispiel von oben: 25 × 12

Zuerst müssen wir die beiden Zahlen 25 und 12 eintippen. Weil diese beiden Zahlen unmittelbar nacheinander eingegeben werden, muss ein Trennzeichen dazwischen angeordnet werden, damit der Rechner weiß, dass es zwei verschiedene Zahlen sind. Das Multiplikationszeichen folgt nach Eingabe der zweiten Zahl.

Wir verwenden also die Tastenfolge: [2][5][Trennzeichen][1][2][×].

Als [Trennzeichen] können wir ein Leerzeichen [SPC], Space, letzte Reihe, 4. Taste) oder [ENTER] verwenden. Nach Eintippen der letzten Taste [×] steht das Ergebnis 300 in der Zeile 1 des Stacks (unterste Zeile).

Man sollte die Wirkung der verschiedenen Trennzeichen ausprobieren, um den Unterschied kennenzulernen.

Nun berechnen wir noch unser zweites Beispiel von oben: 3.59 × 4.18 / 12.24 .

Hier seien nur die Eingaben ohne Kommentar angegeben, der Leser weiß inzwischen Be- scheid:

3.59 [Trennzeichen] 4.18 [×] 12.24 [÷]

Nach dem Eintippen der beiden Zahlen 3.59 und 4.18 und des Multiplikationszeichens erscheint sofort das Zwischenergebnis dieser Multiplikation.

Dieses Zwischenergebnis bleibt im Stackzeile 1 stehen. Nach Eintippen der Zahl 12.24 und dem Divisionszeichen erscheint das Endergebnis 1.22599673203 in Stackzeile 1.

Nach Eingabe der ersten Zahl muss ein Trennzeichen folgen, damit der Rechner weiß, dass jetzt noch ein zweites Eingabeobjekt folgt. Bei weiteren Eingaben erübrigt sich das Trennzei- chen, weil die jeweilige Funktionstaste für Multiplikation oder Division oder ein vorhandenes Stackobjekt (= Ergebnis aus der vorangegangenen Zwischenrechnung) als Trennzeichen fun- giert.

1.5.7.5 Formelausdruck berechnen

Formel 1: Formelausdruck

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wir wollen diesen Formelausdruck im RPN-Modus nacheinander manuell eintippen, wobei nach jedem Schritt das jeweilige Zwi- schenergebnis in der Anzeige steht. Dabei werden vorher berech- nete Zwischenergebnisse in der Anzeige nach oben geschoben, weitergerechnet wird dann in der Zeile darunter (dies ist der Stack, siehe unter 2.6 auf Seite 86).

Manueller Berechnungsvorgang (erläutert):

Wir fangen im Zähler mit der Wurzel an, wir geben ein: 28.3024 und drücken dann die Wurzeltaste [ x ], nun wird 5.32 angezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach einiger Übung sieht man sich eine solche Formel an und tippt sie ein, innerste Funktionen und Klammern zuerst. Man liest die Formel vom Blatt, wie ein Musiker die Noten vom Blatt spielt. Das Eintippen geht schneller, als man obige Erläuterung lesen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Automatischer Berechnungsvorgang:

Später, wenn wir mehr Übung mit dem Taschenrechner haben, können wir diese Zahlenwerte als algebraischen Ausdruck eintippen (siehe Bild 17), der dann anschließend als Formelausdruck auf dem Bildschirm zu sehen ist (siehe Bild 18):

Nach Drücken von [EVAL] (= evaluate = Wert ausrechnen) steht das Ergebnis auf dem Bildschirm: 29.1142106568.

Auf dem Taschenrechner ist der Dezimalpunkt voreingestellt, deshalb werden im Beispiel alle Dezimalzahlen mit Punkt dargestellt. Man kann aber auch auf Dezimalkomma umschalten.

Bild 17: Algebraischer Ausdruck eingetippt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 18: Formelausdruck

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weitere Erläuterungen zum RPN-Modus sind nicht nötig, da die umgekehrte polnische Nota- tion an Einfachheit nicht zu übertreffen ist. Es gibt keine Klammern und keine Klammerebe- nen. Komplizierte Ausdrücke löst man von innen her auf, wie oben im Beispiel gezeigt.

Dringende Empfehlung:

Der Neuling mit HP-Taschenrechner sollte sich sehr intensiv mit dem RPN-Modus beschäfti- gen und die hier aufgeführten Übungsbeispiele nachvollziehen. Der Zeitaufwand dafür lohnt sich.

1.6 Kommunikation über Schnittstellen

Die Taschenrechner HP 48GX und der HP 49G haben eine serielle RS232-Schnittstelle.

Erstmalig wurde mit dem HP 49g+ ein Taschenrechner von HP mit einer USB-Schnittstelle und einer SD-Speicherkarte ausgerüstet. Auch die beim HP 48GX bewährte InfrarotSchnittstelle (IR) ist beim HP 49G+ und auch beim HP 50g wieder vorhanden.

1.6.1 Infrarot-Schnittstelle (IR)

Über die Handhabung der IR-Schnittstelle wird keine offizielle Dokumentation von HP mit- geliefert.

Im deutschen Handbuch (Lit.9 ) sind USB und IR im Vorwort lediglich kurz erwähnt. Auch auf der mitgelieferten CD-ROM und den dort vorhandenen PDF-Handbüchern in Englisch und Deutsch ist über USB und IR auch nichts zu finden. Das kann wohl damit begründet werden, dass zu einer Kommunikation immer zwei Geräte nötig sind und die verbindende Kommunikations-Software nicht allein vom HP-Taschenrechner abhängt.

Über den Gebrauch der Infrarot-Schnittstelle der beiden Modelle HP 49g+ und HP 50g ist in den Handbüchern nichts zu finden. Lediglich beim HP 48GX ist beschrieben, wie man zwei HP 48GX über Infrarot verbindet.

Prof. Dr. Wolfgang Rautenberg schrieb im Jahr 2003 im Dokument Ioman.htm des Tools IOMAN (zu finden auf www.praxelius.de/raut/index.htm) über die Infrarot-Schnittstelle:

(Zitat)

The 49g+ also has an IrDA port (IrDA = Infrared Device Association; see http://www.irda.org/). IrDA is a communications protocol in itself, detecting "who's out there", negotiating "who's the boss", which speed to use, which capabilities they have in common, how to "packetize" data and ensure that it's been re- ceived correctly, and so on. For file transfers, you'll also need a file transfer protocol, so the other IrDA device knows what to do with the data. Two 49g+es can communicate with each other, but must be very close and aligned (rather like two 48 series, due to the 48's low sensitivity IR input), and a 49g+ can communicate with an IrDA capable printer, though again the 49g+'s IrDA port must be very close to and aligned with the printer's IrDA port. Presumably, a 49g+ should be able to communicate with other IrDA devices, but exactly which IrDA capabilities the 49g+ has built-in is not well (if at all) documented.

Even "low power" IrDA devices are, according to IrDA standards, supposed to be able to communicate at a range of 0.2 meter (about 8 inches) minimum; the 49g+ seems to be out of compliance with this. Note that the 49g+'s IrDA can not communicate with the 48 series' "SIR" (= Serial IR) used between 48 series calculators, so a 49g+ cannot directly communicate with a 48. IrDA is faster (and more robust) than the 48 series' SIR. (Zitatende).

Da die IR-Verbindung nur bei sehr geringem Abstand zwischen den miteinander kommunizierenden Geräten funktioniert (20 cm Abstand) und sehr störanfällig ist, ist der Vorteil dieser kabellosen Verbindung nicht viel wert. Die Kabelverbindungen über USB und RS232 erlauben größere Abstände zwischen den miteinander kommunizierenden Geräten. Deshalb wollen wir IR nicht weiter verfolgen.

1.6.2 Serielle RS232-Schnittstelle (COM-Anschluss)

Die serielle RS232-Schnittstelle gibt es nur beim HP 49G und beim HP 48GX. Diese Schnittstelle wird im Zusammenhang mit seriellen Druckern unter 1.7 auf Seite 53 beschrieben.

1.6.3 USB-Schnittstelle

Ab Windows 98 hat Microsoft bei den PC-Betriebssystemen die USB-Unterstützung eingebaut. USB ist ein universeller serieller Bus. Brauchte man bisher bei Windows 98 noch spezielle USB-Treiber, so ist dies bei Windows XP und den nachfolgenden Windowsversionen im Normalfall nicht mehr nötig, denn Windows unterstützt USB ohne spezielle Treiber, erkennt das USB-Gerät automatisch und lädt dann die passenden Systemtreiber.

Der Vorteil von USB ist, dass man Geräte und PC nicht ausschalten muss, wenn man die Kabel ansteckt oder trennt (Hot plugging). Selbstverständlich sollte dies nicht gemacht werden, wenn gerade Daten über die Leitung laufen.

Im Artikel „Universal Serial Bus (USB)“ in der deutschen Wikipedia sind nähere Informationen über USB zu finden.

1.6.4 Externe Speichermedien

Compact-Flash-Karten, SD-Karten und USB-Speichersticks werden vom Windows-System als „Wechseldatenträger“ oder „mobile Disk“ erkannt und wie eine zusätzliche Festplatte be- handelt. Für alle diese Speichermedien gilt die bei Windows übliche Dateistruktur und Na- menskonvention. Dateien können im Explorer wie entsprechende Windows-Dateien gelesen und mit der Maus durch drag & drop von einem Gerät zum anderen kopiert (mit der Maus von einem Fenster zum anderen gezogen) werden. HP-Taschenrechner, digitale Memo- Geräte, Messgeräte und Digitalkameras gelten als „mobile Geräte“, für die noch ein geräte- spezifischer Treiber geladen werden muss, weil diese Geräte keine Windows-Filestruktur ha- ben.

1.6.5 Kommunikations-Software

Bei Auslieferung wird dem HP-Taschenrechner die Kommunikations-Software Conn4x.exe mit USB-Treiber und Installationsprogramm in Englisch auf CD-ROM beigelegt. Mit Conn4x.exe können die USB-Schnittstelle des HP und auch die serielle RS232-Schnittstelle (XMODEM) des HP48GX und des HP 49G betrieben werden.

Die mit dem HP 50g mitgelieferte Version von Conn4x.exe ist Version 2.3, Build 2439 vom 1.9.2006 in Deutsch. Die dort mitgelieferte Hilfefunktion des Programms ist sehr informativ und hilfreich.

Diese Software kann auch direkt von HP oder von www.hpcalc.org heruntergeladen werden: Dort steht das Setup-Programm Conn4x_German.exe (4,31 MB) zur Verfügung8. Es installiert das Programm einschließlich der Treiber und der Online-Hilfe auf dem Computer in einem vom Nutzer vorgegebenen Verzeichnis.

Mit Einführung der 64-Bit-Rechner unter Windows ist es schwieriger geworden, bisher einwandfrei funktionierende Geräte auf diesen Systemen zum Laufen zu bringen, weil für Windows 7 und 8 auf den 64-Bit-Systemen keine Treiber vorhanden sind.

Conn4x.exe und die USB-Treiber für die HP-Taschenrechner laufen auf XP und VISTA im 32-Bit-Modus korrekt. Auch bei VISTA auf einer 64-Bit-Maschine (im 32-Bit-Modus) ist noch alles in Ordnung. Bei Windows 7 auf einer 64-Bit-Maschine (ohne 32-Bit-Modus) streikt Conn4x.exe. Windows 7 meldet eine „nicht kompatible Anwendung“, die zwar auf dem PC-Bildschirm erscheint, aber nicht mit dem Taschenrechner zusammenarbeitet.

Also müssen wir uns auf XP und VISTA beschränken. Windows 7 ist zur Zeit noch nicht so weit, dass es mit den HP-Rechnern zusammenarbeiten könnte. Da die Klagen in den HP49/50-Foren darüber immer lauter werden, wird es in absehbarer Zeit ein Conn4x.exe mit passendem Treiber für Windows 7 geben. Allerdings sollten die Programmierer der HPSoftware bereits so weit vorausschauen, dass sie auch Windows 8 schon im Visier haben und die bekannten Schwierigkeiten dort vermeiden.

Nachstehende Beispiele sind mit Windows-XP auf einer 32-Bit-Maschine durchgeführt wor- den.

1.6.6 Verbindung des HP mit dem PC

Anschließen und Einschalten

Nach dem Anschließen des Verbindungskabels an PC und HP-Taschenrechner und dem Einschalten des Taschenrechners kann man Conn4x.exe starten. Es erscheint eine ProgrammMaske (siehe Bild 19), diese hat oben zwei Einstell-Felder in Deutsch: „Verbindungsnutzung“ und „Geschwindigkeit“.

Bild 19: Startmaske der Verbindungssoftware Conn4x

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.6.6.1 Verbindungsnutzung

In diesem Menü werden die momentan zur Verfügung stehenden seriellen Schnittstellen des PC-Systems in einem Menü zur Auswahl aufgelistet:

In der ersten Menüzeile kann man auf automatische Erkennung schalten.

In der zweiten und dritten Zeile im Bild 19 sind die auf meinem Rechner vorhandenen RS232-Schnittstellen COM1 und COM3 aufgelistet. Bei Verwendung dieser Schnittstelle muss dort der richtige Anschluss ausgewählt werden

Da der HP kein Windows-Dateisystem hat, erkennt Windows den Taschenrechner nicht automatisch. Hier ist ein spezieller HP-Treiber notwendig, der vom Setup-Programm auf Windows mit installiert und über USB angesprochen wird.

Man muss nach der Durchführung des Setups im Gerätemanager von Windows unter USB nachsehen, ob dieser Treiber einwandfrei akzeptiert wurde, der entsprechende Eintrag darf keinen Warnhinweis („Unbekanntes Gerät!“) haben.

Für die USB-Verbindung muss ganz unten am Ende des aufgeklappten Menüs der installierte Treiber USB-Rechner markiert werden. Dieser wird aber nur angezeigt, wenn der HP über USB-Kabel an den PC angeschlossen und auch eingeschaltet ist.

[...]


1 PC = Personal Computer. Darunter sei ein IBM-compatibler Computer mit MSDOS-, Windows-, LINUXoder MAC-Betriebssystem verstanden.

2 Über „Flags“ werden die Betriebsmodi des Taschenrechners eingestellt. Mehr dazu ab Seite 68.

3 LCD = Liquid Crystal Display = Flüssigkristall-Anzeige

4 Pixel kommt aus dem Englischen und wurde aus den Wörtern „Picture“ und „ Element“ gebildet. Pixel bezeichnet das kleinste darstellbare Element auf einem Bildschirm. Es hat meist quadratische Form.

5 File ist der englische Name für Datei.

6 RAM = random access memory, flüchtiger Speicher, verliert den Inhalt bei Stromausfall.

7 ROM = read only memory, dieser Speicher ist nur lesbar, nicht beschreibbar. Behält die Daten auch bei Strom- ausfall.

8 Angabe ohne Gewähr!

Ende der Leseprobe aus 296 Seiten

Details

Titel
Wissenschaftliche HP-Taschenrechner im praktischen Einsatz
Untertitel
Ein ausführliches Handbuch, nicht nur für HP-Anfänger. Einführung, Grundlagen, Rechnerfunktionen, Programmierung, Praxisanwendungen, Beispiel-Programme
Veranstaltung
-
Autor
Jahr
2012
Seiten
296
Katalognummer
V193632
ISBN (eBook)
9783656186410
ISBN (Buch)
9783668052215
Dateigröße
6813 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Überarbeitete, zweite E-Book-Version, Stand: April 2013
Schlagworte
HP-Taschenrechner, HP 49g+, HP 50g, HP 48GX, HP49G
Arbeit zitieren
Otto Praxl (Autor), 2012, Wissenschaftliche HP-Taschenrechner im praktischen Einsatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193632

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