Kindliche Sprachentwicklungsstörung - Komplexität und Therapie


Hausarbeit, 2003

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einführung

1 Die altersgemäße Sprachentwicklung

2 Definition der Sprachentwicklungsstörung

3 Ursachen der Sprachentwicklungsstörung
3.1 Ansicht eines Logopäden
3.2 Ansicht einer Schule für Sprachbehinderte

4 Komplexität der Störung der Sprachentwicklung
4.1 Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET)
4.2 Altersspezifische Variation
4.3 Mögliche Störungen auf den einzelnen Sprachebenen

5 Die Sprachtherapie
5.1 Die Problematik bei der Durchführung
5.2 Therapieverfahren von Sprachheilschulen
5.3 Aufgaben und Ziele der Sprachtherapie

6 Schluss

7 Literaturliste

0 Einführung

In der Kindheit macht der Mensch in kurzer Zeit gewaltige Reifungsschritte.

Das Kind erlangt zunehmend an Selbstständigkeit durch den ganzheitlichen Entwicklungsplan sensorischer, motorischer, kognitiver, emotionaler, sozialer und kommunikativer Funktionsbereiche, die sich gegenseitig in ihrer Wirkungsweise beeinflussen.

Diese Hausarbeit erstreckt sich über die Entwicklung und die Entwicklungsstörung

im kommunikativen Bereich.

Die Sprache ist das wichtigste Ausdrucksmittel des Menschen. Sie dient zur Kommunikation untereinander.

Der Spracherwerb ist ein komplexer psycho-physischer Vorgang.

Liegt in diesem Gebiet eine Störung vor, so kann dies gleichzeitig als Störung der geistigen Entwicklung angesehen werden.

Aus der vorliegenden Hausarbeit wird man erfahren, dass das sprachentwicklungsgestörte Kind ein vielfach behindertes Kind ist.

1 Die altersgemäße Sprachentwicklung

Die Sprachentwicklung beginnt schon vor der Geburt. Das Ungeborene nimmt verschiedene Lautstrukturen wahr. Direkt nach der Geburt werden diese Laute nach der Häufigkeit und Ähnlichkeit gespeichert. Das Kind ist in der Lage, Verknüpfungen zwischen melodisch-rhythmischen Strukturen und kommunikativen Sprachstrukturen zu bilden. Ab der 7./ 8. Woche beginnt die Schreiphase und direkt darauf folgt die Lallphase, welche als Vorstadien der Sprachentwicklung bezeichnet werden.

Ab dem 6.-9. Lebensmonat können die unterschiedlichen Bedeutungen der Sprache grob erkannt werden, z.B. schimpfendes oder bestätigendes Sprechen. In ungefähr gleicher Zeit werden die sensomotorischen Fähigkeiten entwickelt, die dem Kind zu einem gegenständlichen Denken verhelfen, welche durch das Hantieren mit Gegenständen entstehen. Ab dem 11.-13. Lebensmonat beginnt das Kind zu Sprechen. Es baut eine Beziehung zwischen den einzelnen Wörtern und der Gegenstandswelt auf. Obwohl nun die Sprache eingesetzt hat, kann das Kind die Sprache an sich nicht verstehen. Es interpretiert die Situation und den Menschen, der zu ihm spricht und achtet dabei auf Tonfall und Rhythmus. Die Lebens- und Umweltbedingungen können diesen Prozess zwar beschleunigen oder verzögern, aber gestoppt werden kann und soll dieser nicht.

Im 2. Lebensjahr beginnt die eigentliche Sprachentwicklung, bei der das Kind den Zusammenhang von Wortbedeutung und Gegenstand erkennt und den Begriff zielgerichtet verwendet. Allerdings sind so genannte Übergeneralisierungen (Bedeutungsüberdehnungen) zu beobachten, z.B. wird „alle alle“ nicht nur für ein leeres Glas, sondern auch für kaputte Gegenstände gebraucht.

Im 18.-20. Lebensmonat entstehen aus Aktionswörtern erste Verben. Das Kind verfolgt nun auch aufmerksam Gespräche zwischen anderen Personen und erforscht das Gehörte.

Ab dem 3. Lebensjahr nimmt die Bedeutung von Spielhandlungen bei der Verknüpfung sprachlicher und kognitiver Fähigkeiten zu. Das Kind versucht erste Zusammenhänge zu ergründen und entwickelt ein erstes Bewusstsein für den Zeitbegriff.

Mütter achten besonders darauf, was sie zu ihren Kindern sagen, sie stimmen die Gespräche sehr fein auf das momentane Fassungsvermögen ihrer Kinder ab, und sie haben ein Gespür für die nächste Entwicklungsphase. Sie (natürlich auch Väter) vermitteln dem Kind den Aufbau der Muttersprache und die Anwendung der Sprache im Dialog.

„Sprache entwickelt sich prinzipiell nur durch sprachliche Tätigkeit. Dazu bedarf es kommunikativer Situationen[1] “.

Im 20-24. Lebensmonat werden Ideen, Wünsche und Erlebnisse in Sätzen übermittelt. Jemand, der in der Sprechsituation des Kindes nicht dabei war oder kein Vorwissen über den Inhalt der kindlichen Äußerung hat, kann oft noch nicht das Mitgeteilte verstehen. Die Mutter ist jedoch der perfekte Kenner und deshalb die wichtigste Bezugsperson.

Ab dem 28.-30. Lebensmonat sind die ersten grammatischen Kategorien entwickelt. Die Dialoge werden umfangreicher, die Themen vielfältiger. Obwohl das Kind nun über einen grundlegenden lexikalischen Wortschatz verfügt, ist die Sprachentwicklung noch nicht abgeschlossen. Der weitere Lernprozess erstreckt sich bis in das Schulalter hinein.[2]

[...]


[1] Zitiert von Manfred Grohnfeldt nach Becker et al. 1983, 20

[2] Zusammenfassung aus dem Buch von Bernd Reimann, Die frühe Kindersprache, 1996 und Im Dialog von Anfang an, 1993, Luchterhand-Verlag und aus dem Buch von Manfred Grohnfeldt, 1985, Grundlagen der Therapie bei sprachentwicklungsgestörten Kindern, Marhold-Verlag

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kindliche Sprachentwicklungsstörung - Komplexität und Therapie
Hochschule
Universität Kassel  (Gesamthochschule Kassel)
Veranstaltung
Entwicklungspsychologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V19368
ISBN (eBook)
9783638235112
ISBN (Buch)
9783640281954
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindliche, Sprachentwicklungsstörung, Komplexität, Therapie, Entwicklungspsychologie
Arbeit zitieren
Tanja Wohlberedt (Autor), 2003, Kindliche Sprachentwicklungsstörung - Komplexität und Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19368

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