Die Reformation - Das protestantische Prinzip

Ein kurzer Überblick


Referat (Ausarbeitung), 2000

14 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zur Wortbedeutung der Reformation
1.1 Herkunft des Wortes Protestantismus

2. Persönlichkeiten der Reformation

3. Martin Luther
3.1 Luthers „Werdegang“
3.2 Das Problem Luthers
3.3 Überblick zu Luthers Wirken
3.4 Unterstützende und instabile Faktoren

4. Dilthey
4.1 Der Geist des Mittelalters
4.1.1 Das religiöse Motiv
4.1.2 Das griechische Motiv – die gegenständliche Metaphysik
4.1.3 Das römische Motiv – Die römische Willensstellung
4.2 Aufbruch und Zeit der Veränderung
4.2.1 Situation in Italien
4.3 Die Reformation
4.3.1 Luther
4.3.2 Zwingli
4.3.3 Erasmus

Quellennachweis:

1. Zur Wortbedeutung der Reformation

Reformation ist zusammen mit Renaissance das Hauptglied einer Wortfamilie (Regeneration, Rekapitulation, Renovation, Restauration,...), die oftmals synonym, ebenso aber „ungenau abgegrenzt“ gebraucht werden. Übersetzt aus dem griechischen bedeutet die Verbform reformare ursprünglich >umgestalten<.

Der begrifflichen Inhalt wird bereits im 1 Jhd. festgelegt: daß man jemand oder etwas in die frühere Beschaffenheit wandelt, die durch Verunstaltung (deformatio) eingebüßt worden war.[1]

Als Quelle für den Sprachgebrauch des 1 Jhd. und inhaltliche Bedeutung des Wortes „Reformation“ ist im griechischen und lateinischen N.T. besonders wichtig Röm. 12,2, wo „reformari“ mit dem Wort Erneuerung eines Beziehung eingeht, aus der heraus sich dann bei den Kirchenvätern ein an der verlorenen, in Jesus Christus wieder präsenten Bestimmung des Menschen gemäß Gottes Schöpfung ausgerichtetes, in „ zum Besseren Umwandeln“ entwickelt (Tertullian).[2]

Diese zum Besseren wandeln des Menschen durch Gott, nach seiner eigenen Verunstaltung, ordnet Augustin in seine Gnadenlehre ein.

(Dies neben anderen ein wichtiger Punkt, um Luthers Gesinnung und spätere Auseinandersetzung zu verstehen, da er in den Augustiner Orden eintrat.)

Ab hier bleibt der Sinngehalt bis zum 16 Jhd. gleich.

Mit Zwischenschritten, bereits 1215, 1308 und auch 06.04.1415 (Dekret des Konstanzer Konzils) wird eine Reformation der Kirche angestrebt, steigert sich der „Verfallsgedanke“ bis hin zum Thesenanschlag Luthers, von dem ab die Reformation Verwirklichung findet.

Luthers religiös gemeinte Reformation, d.h. Abkehr von Vermittlerinstitutionen zwischen Gott und Mensch, alleinige Berufung auf das Evangelium, weitet sich aus, wird teilweise Mißverstanden, hat eine Reformation in weiteren Bereichen zur Folge und leitet die Trennung von Kirche und Staat (Rückgang der Säkularisierung) ein.

1.1 Herkunft des Wortes Protestantismus

Aus dem lateinischen mit „Widersprecher“ übersetzt. Die Angehörigen der lutherischen und reformierten Kirche „protestierten“ auf dem Reichstag zu Speyer 1529 gegen den Beschluß der katholischen Mehrheit, der alle kirchlichen Neuerungen verbot.

Diese Protestation (feierlicher Einspruch) wurde somit Namensvater der evangelischen Stände, die sich unter dem Protestantismus vereinigt finden. Die kirchliche Mannigfaltigkeit ist stark ausgeprägt, ihnen allen gemein ist jedoch, das nur das Evangelium Richtschnur für Kirche und Verkündigung ist.

2. Persönlichkeiten der Reformation

Als Persönlichkeiten neben Luther, auf den noch genauer eingegangen wird, die in der Epoche der Reformation auf das Geschehen Einfluß nahmen, wären folgende zu nennen:

- Johann Calvin *1509-†1564

Calvin wirkte hauptsächlich ab 1536 in Genf, wo er eine strenge Kirchenzucht einführte, die von einem Konsistorium mit Unterstützung der weltlichen Behörden geübt wurde. Im Mittelpunkt seiner Lehre (Calvinismus) steht die Lehre von der Gnadenwahl und die von Luther und Zwingli abweichende Abendmahlslehre. Er begründete mit Zwingli die reformierte Kirche.

Der Calvinismus verbreitete sich über Westdeutschland, Holland, Frankreich (Hugenotten), bes. England (Puritaner) und von dort nach Nordamerika.

- Erasmus von Rotterdam *1466 (1469?)-†1536

Erasmus wirkte als Textkritiker, Herausgeber (Kirchenväter N.T.) und Grammatiker. Sein Schaffen war bahnbrechend für die moderne Philologie. Als Humanist bekämpfte er Mißbräuche der katholischen Kirche, lehnte die Reformation Luthers jedoch ab.

- Ulrich Zwingli *1448-†1531 (gefallen)

War mit Calvin der Begründer der reformierten Kirche. Er trat unter dem Einfluß der Schriften von Erasmus und Luther als Humanist und Weltpriester in Zürich für die Reformation ein, die 1523 eingeführt wurde. In vielem war Zwingli radikaler als Luther, z.B. forderte er die Abschaffung z.B. von Orgel, Kirchengesang, Altären und geriet mit Luther besonders wegen de Abendmahlslehre in Streit.

Durchgesetzt und beibehalten, sowie bezeichnend für die reformierte Kirche ist, das auch heute noch die Gottesdienste, angeleitet von den Ältesten der Gemeinde, sehr prunklos und schlicht gefeiert werden.

3. Martin Luther

Begründer des deutschen Protestantismus

Geboren 10.11.1483, gestorben 18.02.1546 in Eisleben.

3.1 Luthers „Werdegang“

Luther hätte eigentlich Jura in Erfurt fertig studieren sollen. Sein Vater war Bergmann und Ziel der Familie war es, mit Martin sozial aufzusteigen. Auf einem seiner Wege nach Erfurt jedoch kam er in ein Unwetter, bei dem der Blitz neben ihm einschlug. Dies muß sein Herz im Innersten bewegt haben, den er gelobte, wenn er dies Überleben würde, ins Kloster einzutreten. Dies setzte er sofort, als er ankam, in die Tat um.

Um die reformatorische Entwicklung Luthers und somit auch das Entstehen der protestantischen Kirche besser zu verstehen, ist es wichtig, genauer Luthers Hintergrund zu durchleuchten, bzw. das herauszufiltern, was ihn dazu getrieben hat, seine Thesen so zu vertreten.

3.2 Das Problem Luthers

Das entscheidende Problem, was Luther nun im Laufe seines Studiums der Theologie bekam, und was seinen Weg zum „Reformator“ einleitete, war die Beichtpraxis und die damit verbundenen, von Luther gewonnenen Erkenntnisse.

Bevor diese genauer erläutert wird, ist zunächst ein bis in die Gegenwart reichendes Mißverständnis zu klären:

Luthers reformatorische Entwicklung kann keineswegs als Scheitern am damaligen katholischen Mönchtum verstanden werden. Wäre dies der alleinige Grund, so wäre es doch ein Einfaches gewesen, sein Mönchtum aufzugeben. Es ist eher das Gegenteil der Fall, das seine „Reformation“ durch seinen tiefen Glauben und sein unerschütterliches Vertrauen auf die Bibel geformt wurde. Sein Problem war, dieses Verständnis der Bibel und das Vertrauen auf die Richtigkeit seines Glaubensverständnisses, wie oben genannt, mit der angewandten Beichtpraxis in Einklang zu bringen.

[...]


[1] Nachschlagewerk der Philosophie, S. 416

[2] Nachschlagewerk der Philosophie, S. 416

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Reformation - Das protestantische Prinzip
Untertitel
Ein kurzer Überblick
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Philosophie)
Veranstaltung
Seminar: Staats- und Naturdenker der Renaissance
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V19371
ISBN (eBook)
9783638235143
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Referat über Martin Luther, Leben und Glauben sowie die Entstehung des protestantischen Prinzips und die Auswirkungen der Protestation Luthers. Einordnung in die politihsche Gesamtbewegung in Europa auf der Grundlage Diltheys. Mehr ein Rundumblick als spezifisch genaue Ausarbeitung eines einzelnen Schwerpunkts.
Schlagworte
Reformation, Prinzip, Seminar, Staats-, Naturdenker, Renaissance
Arbeit zitieren
Kirsten Schmelzer (Autor), 2000, Die Reformation - Das protestantische Prinzip, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19371

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