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Die Reformation - Das protestantische Prinzip

Ein kurzer Überblick

Title: Die Reformation - Das protestantische Prinzip

Presentation (Elaboration) , 2000 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Kirsten Schmelzer (Author)

Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350-1600)
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Summary Excerpt Details

Reformation ist zusammen mit Renaissance das Hauptglied einer Wortfamilie (Regeneration,
Rekapitulation, Renovation, Restauration,...), die oftmals synonym, ebenso aber „ungenau
abgegrenzt“ gebraucht werden. Übersetzt aus dem griechischen bedeutet die Verbform
reformare ursprünglich >umgestalten<.
Der begrifflichen Inhalt wird bereits im 1 Jhd. festgelegt: daß man jemand oder etwas in die
frühere Beschaffenheit wandelt, die durch Verunstaltung (deformatio) eingebüßt worden war.1
Als Quelle für den Sprachgebrauch des 1 Jhd. und inhaltliche Bedeutung des Wortes
„Reformation“ ist im griechischen und lateinischen N.T. besonders wichtig Röm. 12,2, wo
„reformari“ mit dem Wort Erneuerung eines Beziehung eingeht, aus der heraus sich dann bei
den Kirchenvätern ein an der verlorenen, in Jesus Christus wieder präsenten Bestimmung des
Menschen gemäß Gottes Schöpfung ausgerichtetes, in „ zum Besseren Umwandeln“
entwickelt (Tertullian).2
Diese zum Besseren wandeln des Menschen durch Gott, nach seiner eigenen Verunstaltung,
ordnet Augustin in seine Gnadenlehre ein.
(Dies neben anderen ein wichtiger Punkt, um Luthers Gesinnung und spätere
Auseinandersetzung zu verstehen, da er in den Augustiner Orden eintrat.)
Ab hier bleibt der Sinngehalt bis zum 16 Jhd. gleich.
Mit Zwischenschritten, bereits 1215, 1308 und auch 06.04.1415 (Dekret des Konstanzer
Konzils) wird eine Reformation der Kirche angestrebt, steigert sich der „Verfallsgedanke“ bis
hin zum Thesenanschlag Luthers, von dem ab die Reformation Verwirklichung findet.
Luthers religiös gemeinte Reformation, d.h. Abkehr von Vermittlerinstitutionen zwischen
Gott und Mensch, alleinige Berufung auf das Evangelium, weitet sich aus, wird teilweise
Mißverstanden, hat eine Reformation in weiteren Bereichen zur Folge und leitet die Trennung
von Kirche und Staat (Rückgang der Säkularisierung) ein.

1 Nachschlagewerk der Philosophie, S. 416
2 Nachschlagewerk der Philosophie, S. 416

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. ZUR WORTBEDEUTUNG DER REFORMATION

1.1 HERKUNFT DES WORTES PROTESTANTISMUS

2. PERSÖNLICHKEITEN DER REFORMATION

3. MARTIN LUTHER

3.1 LUTHERS „WERDEGANG“

3.2 DAS PROBLEM LUTHERS

3.3 ÜBERBLICK ZU LUTHERS WIRKEN

3.4 UNTERSTÜTZENDE UND INSTABILE FAKTOREN

4. DILTHEY

4.1 DER GEIST DES MITTELALTERS

4.1.1 DAS RELIGIÖSE MOTIV

4.1.2 DAS GRIECHISCHE MOTIV – DIE GEGENSTÄNDLICHE METAPHYSIK

4.1.3 DAS RÖMISCHE MOTIV – DIE RÖMISCHE WILLENSSTELLUNG

4.2 AUFBRUCH UND ZEIT DER VERÄNDERUNG

4.2.1 SITUATION IN ITALIEN

4.3 DIE REFORMATION

4.3.1 LUTHER

4.3.2 ZWINGLI

4.3.3 ERASMUS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische und theologische Fundament der Reformation, wobei ein besonderer Fokus auf dem protestantischen Prinzip liegt. Dabei wird analysiert, wie Martin Luthers persönliches Ringen um Glaubensgewissheit und seine kritische Auseinandersetzung mit kirchlichen Praktiken einen Prozess in Gang setzten, der nicht nur die christliche Konfession spaltete, sondern auch tiefgreifende gesellschaftliche und politische Veränderungen einleitete.

  • Die etymologische Herkunft und Bedeutung des Begriffs Reformation im historischen Kontext.
  • Die psychologische und theologische Entwicklung Martin Luthers und seine Abkehr von mittelalterlichen Beichtpraktiken.
  • Die Analyse der Reformation durch Wilhelm Dilthey unter Einbeziehung des religiösen, griechischen und römischen Motivs.
  • Die Rolle zentraler Persönlichkeiten wie Calvin, Zwingli und Erasmus für die Entwicklung der Reformationsbewegung.
  • Die wechselseitige Beeinflussung von sozialen Umbrüchen, politischer Instabilität und religiösem Aufbruch im 16. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Problem Luthers

Das entscheidende Problem, was Luther nun im Laufe seines Studiums der Theologie bekam, und was seinen Weg zum „Reformator“ einleitete, war die Beichtpraxis und die damit verbundenen, von Luther gewonnenen Erkenntnisse.

Bevor diese genauer erläutert wird, ist zunächst ein bis in die Gegenwart reichendes Mißverständnis zu klären:

Luthers reformatorische Entwicklung kann keineswegs als Scheitern am damaligen katholischen Mönchtum verstanden werden. Wäre dies der alleinige Grund, so wäre es doch ein Einfaches gewesen, sein Mönchtum aufzugeben. Es ist eher das Gegenteil der Fall, das seine „Reformation“ durch seinen tiefen Glauben und sein unerschütterliches Vertrauen auf die Bibel geformt wurde. Sein Problem war, dieses Verständnis der Bibel und das Vertrauen auf die Richtigkeit seines Glaubensverständnisses, wie oben genannt, mit der angewandten Beichtpraxis in Einklang zu bringen.

Zwischen der „vorgegebenen“ Beichtpraxis und dem, was in der Bibel stand, bzw. was Luther in seinem Herzen fühlte, war eine große Diskrepanz.

Die Grundvoraussetzung zur Vergebung der Sünden war die „Liebesreue“, mit der die anderen Mönche neben Luther anscheinend kein Problem hatten. Luther schaffte es nicht, diese „Liebesreue“ zu wecken.

Diese „Liebesreue“ konnte seiner Meinung nach durch keinen Kompromiß zu ersetzen sein, und schon gar nicht durch „Galgenreue“, die nur aufgrund der im Himmel verheißenen Löhne und der angedrohten Strafe im Himmel empfunden wurde.

Die „Liebesreue“ schließe das ganze Leben ein. Die „Guten Werke der Liebe“ haben den absoluten Vorrang vor den Abläßen. Trotz seiner Liebe zur Kirche und Verehrung des Papstes, tat er diese Erkenntnis kund (95 Thesen, Sendschreiben, Disputation) wies in einem Schreiben den Papst daraufhin, erklärte sozusagen die Grenzen der „irdischen, materiellen“ Vergebung und erinnerte ihn an das Wesen der wahren, von Christus geforderten Buße, die das ganze Leben umfaße und sich nicht abgelten ließe durch ein paar Werke.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ZUR WORTBEDEUTUNG DER REFORMATION: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs Reformation und seine historische Entwicklung von der Antike bis zum 16. Jahrhundert.

1.1 HERKUNFT DES WORTES PROTESTANTISMUS: Hier wird der historische Ursprung der Bezeichnung Protestantismus im Kontext des Reichstags zu Speyer im Jahr 1529 dargelegt.

2. PERSÖNLICHKEITEN DER REFORMATION: Dieses Kapitel stellt wichtige Akteure wie Johannes Calvin, Erasmus von Rotterdam und Ulrich Zwingli vor, die neben Luther die Epoche maßgeblich prägten.

3. MARTIN LUTHER: Diese Sektion bietet einen biografischen Abriss sowie eine Analyse der zentralen theologischen Anliegen des Begründers des deutschen Protestantismus.

3.1 LUTHERS „WERDEGANG“: Hier wird der Lebensweg Luthers, insbesondere sein entscheidendes Erlebnis in einem Unwetter, das ihn in das Kloster führte, beleuchtet.

3.2 DAS PROBLEM LUTHERS: Dieses Kapitel analysiert das zentrale Problem Luthers mit der zeitgenössischen Beichtpraxis und den daraus resultierenden theologischen Schlussfolgerungen.

3.3 ÜBERBLICK ZU LUTHERS WIRKEN: Es wird die historische Wirkung Luthers, beginnend mit dem Thesenanschlag bis hin zu den großen Reformationsschriften von 1520, nachgezeichnet.

3.4 UNTERSTÜTZENDE UND INSTABILE FAKTOREN: Dieser Abschnitt thematisiert die politischen und sozialen Rahmenbedingungen, die das Gelingen der Reformation begünstigten oder erschwerten.

4. DILTHEY: In diesem Kapitel wird die Reformation durch die theoretische Brille des Philosophen Wilhelm Dilthey betrachtet.

4.1 DER GEIST DES MITTELALTERS: Diltheys Konzept der drei bestimmenden Motive (religiös, griechisch, römisch) für die mittelalterliche Metaphysik wird hier erörtert.

4.1.1 DAS RELIGIÖSE MOTIV: Dieses Kapitel definiert das religiöse Motiv als das grundlegende Verhältnis zwischen der menschlichen Seele und dem göttlichen Wesen.

4.1.2 DAS GRIECHISCHE MOTIV – DIE GEGENSTÄNDLICHE METAPHYSIK: Es wird untersucht, wie die griechische Philosophie und das Verständnis der Weltvernunft das europäische Denken prägten.

4.1.3 DAS RÖMISCHE MOTIV – DIE RÖMISCHE WILLENSSTELLUNG: Hier wird das römische Verständnis von Recht, Pflicht und Macht als Weltverständnis analysiert.

4.2 AUFBRUCH UND ZEIT DER VERÄNDERUNG: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zur Renaissance und den wachsenden Humanismus als Vorläufer der Reformation.

4.2.1 SITUATION IN ITALIEN: Hier werden die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in Italien, besonders der Humanismus, als Auslöser für Veränderungen reflektiert.

4.3 DIE REFORMATION: Zusammenfassend wird die Reformation als tiefgreifender Prozess beschrieben, der das Mittelalter beendet und den modernen Idealismus einleitet.

4.3.1 LUTHER: Hier wird Luthers Abkehr von der Bildlichkeit des dogmatischen Denkens hin zum unmittelbaren Glauben dargelegt.

4.3.2 ZWINGLI: Dieses Unterkapitel thematisiert Zwinglis Streben nach dem reinen Evangelium und seine Ansicht zur allgemeinen Determination durch Gott.

4.3.3 ERASMUS: Es wird die Rolle von Erasmus von Rotterdam als Begründer des theologischen Rationalismus und sein skeptischer Ansatz gegenüber dem Glaubensinhalt diskutiert.

Schlüsselwörter

Reformation, Martin Luther, Protestantismus, Theologie, Renaissance, Humanismus, Wilhelm Dilthey, Beichtpraxis, Liebesreue, Ablasshandel, Evangelium, Kirchenzucht, Metaphysik, Glaubensbeziehung, Gnadenwahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und geisteswissenschaftlichen Einordnung der Reformation, wobei der Schwerpunkt auf den theologischen Prinzipien Luthers und der Analyse durch den Philosophen Wilhelm Dilthey liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Wortbedeutung der Reformation, die Rolle Luthers und weiterer Reformatoren, die philosophische Einordnung durch Dilthey sowie die sozialen und politischen Begleitumstände der Reformationszeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, das Verständnis für den Ursprung und das protestantische Prinzip der Reformation zu vertiefen und aufzuzeigen, wie Luthers persönliches Glaubensverständnis zu einem historischen Umbruch führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die sowohl historische Fakten und Dokumente als auch die philosophische Interpretation nach Wilhelm Dilthey heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt Luthers Biografie, seine kritische Auseinandersetzung mit kirchlichen Praktiken, das Wirken weiterer Reformatoren sowie die Analyse der mittelalterlichen Motive (religiös, griechisch, römisch) im Kontext der Reformation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reformation, Protestantismus, Martin Luther, Humanismus, Liebesreue, Gnadenwahl und die philosophische Analyse nach Dilthey.

Warum war die Beichtpraxis für Luther ein so zentrales Problem?

Für Luther war die Diskrepanz zwischen der geforderten „Liebesreue“ der Kirche und seinem eigenen, auf der Bibel beruhenden Glaubensverständnis unüberbrückbar, was ihn dazu trieb, die priesterliche Mittlerschaft infrage zu stellen.

Wie bewertet Dilthey den Übergang vom Mittelalter zur Reformation?

Dilthey begreift die Reformation als Teil eines tieferen Prozesses, bei dem die mittelalterliche Metaphysik endet und durch Luther der moderne Idealismus eingeleitet wird.

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Details

Title
Die Reformation - Das protestantische Prinzip
Subtitle
Ein kurzer Überblick
College
University of Frankfurt (Main)  (Philosophie)
Course
Seminar: Staats- und Naturdenker der Renaissance
Grade
1
Author
Kirsten Schmelzer (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V19371
ISBN (eBook)
9783638235143
Language
German
Tags
Reformation Prinzip Seminar Staats- Naturdenker Renaissance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirsten Schmelzer (Author), 2000, Die Reformation - Das protestantische Prinzip, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19371
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