In diesem Zusammenhang habe ich mich eingehend mit der Thematik des Runden Tisches beschäftigt. An dieser Stelle wird nun eine schriftliche Analyse über den Gegenstand erfolgen. Darüber hinaus soll das Thema an einem konkreten Beispiel angewendet werden. Ich habe mich dazu entschlossen die Aktivitäten des Runden Tisches in Neubrandenburg zu beleuchten. Für diese Arbeit habe ich mit dem Regionalmuseum und dem Archiv der Stadt Neubrandenburg zusammengearbeitet. Dabei versuchte ich möglichst konkrete Quellen zu finden. In der Regel sind das die Zeitung der Stadt bzw. der Region.
Zentrale Frage in der konkreten Analyse der Aktivitäten des Runden Tisches in Neubrandenburg soll die nach den Wünschen, Erfahrungen und Diskussionen dieser Institution sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung
2. Einleitung
3. Die Wende
4. Der Runde Tisch – Eine Bestandsaufnahme
5. Der Runde Tisch in Neubrandenburg
6. Resümee
7. Quellen
7.1 Protokolle des Runden Tisches NB
7.2 Literaturverzeichnis
7.3 Anhangsverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die Aktivitäten des Runden Tisches in der Stadt Neubrandenburg während der Wendezeit. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der dort behandelten kommunalen Herausforderungen, dem Umgang mit den bestehenden Machtstrukturen sowie der Frage, wie die Bürger den Prozess der gesellschaftlichen Umgestaltung aktiv mitgestaltet und diskutiert haben.
- Historische Einordnung der Wende in der DDR
- Theoretische Grundlagen und Funktion des Runden Tisches
- Analyse kommunaler Entscheidungsprozesse in Neubrandenburg
- Partizipation der Bürger und neue demokratische Ansätze
- Rolle der politischen Akteure und gesellschaftlichen Gruppen
Auszug aus dem Buch
4. Der Runde Tisch – eine Bestandsaufnahme
Der Begriff des Runden Tisches stammt vermutlich aus der legendären Tafelrunde am Hofe König Arthurs. Trotzdem kann man dies aber nicht als wissenschaftlich sicher beschreiben. Er beschreibt eine symbolische Sitzanordnung an einem Tisch der möglichst rund ist. Vor allem wurde dieses Konzept Ende der achtziger Jahre in den Ostblockstaaten genutzt. Die bekanntesten Beispiele sind die Runden Tische in Polen und der DDR. Relevant für diese Arbeit ist der sogenannte Zentrale Runde Tisch in der DDR zwischen 1989 und 1990, welcher sich grundsätzlich an seinem Vorbild in Polen orientierte.
Der Runde Tisch der DDR ist als Ergebnis der vorangegangenen Ereignisse und auch als Antriebskraft der Veränderungen dieser Zeit zu interpretieren. Der Runde Tisch tritt zum ersten Mal am 07. Dezember 1989 zusammen. Also etwa einem Monat nachdem Schabowski die Öffnung der Grenzen mitgeteilt hatte. Auf Ansinnen der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt wurde der Runde Tisch zum ersten Mal einberufen. Von Dezember 1989 bis März 1990 sollten insgesamt 16 Sitzungen folgen. Der Runde Tisch wurde durch Vertreter der Kirche moderiert und einberufen. Die Situation im November 1989 wurde als unbefriedigend und krisenhaft empfunden. Die Macht-, Verwaltungs- und Verantwortungsstrukturen konnten nach Meinung der Opposition nicht mehr ausreichend bewältigt werden. Aus diesem Grund forderte man in einer Gemeinsame Erklärung.
Der formale Zweck und damit das ausgeschriebene Ziel war es eine vorparlamentarische Diskussion in Gang zu bringen. Der besondere Fokus sollte dabei auf den Vorbereitungen der neuen Volkskammerwahlen liegen. In diesem Zusammenhang muss klar sein, dass es keine echte Demokratie bzw. einen oppositionellen Einfluss in der DDR gab. Interessant ist, dass Egon Krenz sich wie folgt zu diesem Kontext äußerte:
„beim Runden Tisch handle es sich um eine vorparlamentarische Diskussion. Die Ergebnisse können als Vorschläge angesehen werden. Seine Verabsolutierung könnte das Parlament und die Regierung entmündigen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung: Das Kapitel erläutert das Erkenntnisinteresse der Arbeit und die Motivation des Autors, sich mit der Zeit der Wende in Neubrandenburg zu beschäftigen.
2. Einleitung: Hier wird der historische Kontext der Grenzöffnung durch Günther Schabowski kurz skizziert und das Ziel der Arbeit, die Rolle des Runden Tisches zu untersuchen, definiert.
3. Die Wende: Dieses Kapitel analysiert die politischen Rahmenbedingungen und die Ursachen, die zum Umbruch in der DDR im Jahr 1989 führten.
4. Der Runde Tisch – Eine Bestandsaufnahme: Es werden die theoretischen Konzepte, Ziele und die Funktion des Runden Tisches als Instrument der politischen Gestaltung dargestellt.
5. Der Runde Tisch in Neubrandenburg: Eine detaillierte Analyse der praktischen Arbeit, der Akteure und der konkreten kommunalen Problemlösungen am Beispiel der Stadt Neubrandenburg.
6. Resümee: Eine abschließende Betrachtung, die den Runden Tisch als innovatives Instrument in der Übergangszeit der DDR zusammenfasst und bewertet.
7. Quellen: Auflistung der verwendeten Protokolle, Literaturquellen und der Abbildungen.
Schlüsselwörter
Wende, DDR, Runder Tisch, Neubrandenburg, politische Transformation, Demokratie, Partizipation, Bürgerbewegung, Kommunalpolitik, politische Umbruchphase, Machtstrukturen, Volkskammerwahlen, gesellschaftlicher Wandel, DDR-Geschichte, SED
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entstehung, die Arbeitsweise und die Bedeutung des Runden Tisches als politische Institution während der Wendezeit in der DDR am spezifischen Beispiel der Stadt Neubrandenburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der politische Systemwandel, die Rolle der oppositionellen Bewegungen, die Funktion des Runden Tisches als vorparlamentarisches Gremium sowie die spezifische kommunale Situation in Neubrandenburg.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu analysieren, wie der Runde Tisch in Neubrandenburg zur politischen Gestaltung beitrug und wie die Bürger und Akteure vor Ort die Krisenbewältigung und den Transformationsprozess organisierten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische und analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Primärquellen (Protokolle des Runden Tisches) sowie der Heranziehung einschlägiger Literatur zur Transformationsforschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische Bestandsaufnahme des Runden Tisches und eine vertiefende, analytische Untersuchung der lokalen Sitzungen in Neubrandenburg, inklusive der Behandlung von Stadtplanungsthemen und ökonomischen Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wende, DDR, Runder Tisch, Neubrandenburg, politische Transformation und Demokratisierung charakterisieren.
Welche Besonderheit wies der Runde Tisch in Neubrandenburg im Vergleich zu anderen Gremien auf?
Im Gegensatz zu vielen anderen Runden Tischen wurde das Gremium in Neubrandenburg nicht von Kirchenvertretern moderiert, was dazu führte, dass die politischen Parteien selbst die Sitzungsleitung und Protokollführung übernehmen mussten.
Warum war der Runde Tisch in Neubrandenburg so stark mit Stadtplanungsthemen befasst?
Dies lag an dem dringenden Bedürfnis der Bürger und neu entstehenden Gruppierungen, aktiv in die Gestaltung des Wohnumfelds, wie beispielsweise Bauprojekte in der Rostocker Straße, einzugreifen und so unmittelbar sichtbare demokratische Veränderungen zu bewirken.
- Quote paper
- Hans Kramer (Author), 2012, Der Runde Tisch in der Neubrandenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193731