Wozu braucht man einen Kredit? Warum nimmt man die preisliche Erhöhung durch die Aufnahme von "teureren" Geld in Kauf? Welche Richtlinien herrschen für den Kreditvergabeprozess vor? Was hat sich, was wird sich zukünftig ändern (müssen)?
Die vorliegende Bachelor-Thesis beschreibt zum einen den Kreditvergabeprozess für Privatkunden und Firmenkunden bei Kreditanfragen bei Banken. Weiter gibt Sie die aktuellen Richtlinien, insbesondere nach dem KWG die Basler-Akkord-Richtlinien in ihrer gültigen Verfassung wieder. Praxisbeispiele spiegeln die Auswirkungen auf den Kreditvergabeprozess wieder und die volkswirtschaftliche Betrachtung anhand aktuellen statistischen Daten des Bundesamtes für Statistik werden in einem Kontext gebracht. Dabei werden das Bruttonationaleinkommen (BNE), die Konsumentwicklung, die Einkommensentwicklung, die Investitionsentwicklung und weitere relevante Wirtschaftsdaten in Verbindung gebracht und seit dem Beginn des neuen 3. Jahrtausends analysiert.
Welche Aufgaben hat die EZB dabei? Die EZB und deren Leitmechanismen werden dargestellt und der Leitzins mit der Inflationrate gegenüber gestellt, und so eine Antwort im Fazit zu konstruieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung / Situationsbeschreibung
1.2 Ziel der Bachelor-Thesis
1.3 Vorgehen
2. Die Kreditnachfrage in Deutschland
2.1 Motive für die Inanspruchnahme von Krediten
2.2 Die Gliederung des Finanzmarktes
2.3 Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
2.6 Die Entwicklung der Kreditaufnahmen
2.7 Investitionen
3. Die Vorschriften der Kreditvergabe in Deutschland
3.1 Prozess und Prämissen der Kreditvergabe für Privatpersonen
3.2 Die Voraussetzungen der Kreditvergabe für Unternehmen
3.3 Basel I
3.4 Basel II und Basel III
3.5 Scoring-Verfahren für Privatkunden und die SCHUFA Holding
3.5.1 Kreditscoring der Banken
3.5.2 Die SCHUFA-Eigenauskunft
3.6 Ratingverfahren für Firmenkunden
4. Die Chancen und Risiken von Ratings
4.1 Auswirkungen von Ratings für Unternehmen und Selbstständige
4.2 IRB und STA Ansatz
4.3 Konsequenzen der Eigenkapitalanforderungen
4.4 Auswirkungen auf die KMU und Förderbanken
4.5 Die Aufgabe der Europäischen Zentralbank
5. Fazit / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Thesis untersucht den Zusammenhang zwischen Kreditvergabe, Wirtschaftswachstum und den regulatorischen Rahmenbedingungen (insbesondere Basel I, II und III) in Deutschland. Ziel ist es, den Kreditvergabeprozess für Privatpersonen und Unternehmen transparent darzustellen sowie die Auswirkungen von Scoring- und Ratingverfahren auf die Investitionsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum kritisch zu analysieren.
- Analyse des Kreditvergabeprozesses und der regulatorischen Anforderungen.
- Untersuchung der Konjunkturzusammenhänge durch Kreditvergabe.
- Vergleich von Scoring-Verfahren für Privatkunden und Ratingverfahren für Unternehmen.
- Einfluss der Eigenkapitalanforderungen auf die Kreditvergabe an Unternehmen.
- Rolle der Europäischen Zentralbank und der Leitzinspolitik für das Wirtschaftswachstum.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung / Situationsbeschreibung
Die Kreditvergabe in Deutschland hat sich in den letzten Jahren sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen verändert und damit die Anforderungen, einen Kredit bei einem Kreditinstitut zu beantragen. War es vor 50 bis 60 Jahren vor der Etablierung des KWG‘s noch fast unvorstellbar, eine Sache mit einem Kredit auf Raten zu bezahlen, werden heute durch mannigfache Kreditangebote Waren mit einer dazugehörigen Finanzierung angeboten. „Das Kreditwesengesetz (KWG) kann man als das „Grundgesetz“ des Kreditwesens bezeichnen (Gesetz über das Kreditwesen vom 10. Juli 1961).“1 Damit der gestaltete Kreditvertrag zwischen Gläubiger und Darlehensnehmer auch eingehalten wird, sind Prämissen an die Kreditvergabe, u.a. das Kreditwesengesetz oder die Basler Akkord-Richtlinien, geknüpft. „Basel I, abgelöst 2007 durch Basel II fordert strengere Auflagen an die Überprüfung vergebener Kredite.“2 „Ziel der neuen Regelung ist es eine größere Stabilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit des Finanzsystems zu erreichen, indem die internen Kontrollsysteme und die Geschäftsführung der Banken, die Überprüfung durch die Aufsicht und die Marktdisziplin einen höheren Stellenwert erhalten.“3
Viele Bürger in der BRD haben schon einmal einen Kredit in Anspruch genommen, sei es für ein neues Auto als Kfz-Darlehen, als Warenkredit für die Anschaffung neuer Möbel oder aber als freier verfügbarer Konsumentenkredit für andere Investitionen am Haus, für Schönheitsoperationen oder die Tilgung von bereits bestehenden Krediten. „Kreditbedarf bei privaten Haushalten entsteht, wenn Ausgaben anfallen, die aus den laufenden Einkünften oder den Ersparnissen nicht bezahlt werden können.“4 Selbst europäische Nachbarländer wie Griechenland benötigen Kredite bzw. Hilfspakete in Milliardenhöhe durch die EU, wie aktuell in den Medien berichtet wird, um Verschuldungen und Haushaltsdefizite der letzten Jahre in den Griff zu bekommen um dann ggf. wieder investieren zu können. Die Defizite in Griechenland haben für die Zukunft natürlich sehr hohe Einsparmaßnahmen der Griechen zur Folge. „Als Reaktion auf die schwerste Finanzkrise der Neuzeit folgt nach dem Willen der G20-Staats- und Regierungschefs das umfassendste Programm zu Re-Regulierung der Finanzmärkte. Zu den wichtigsten neuen Regeln gehört Basel III; das sind die am 16.12.2010 vom Baseler Ausschuss beschlossenen Empfehlungen, die jedoch weltweit normative Kraft entfalten (sollten).“5
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Kreditvergabe in Deutschland unter Berücksichtigung regulatorischer Änderungen und Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Kreditnachfrage in Deutschland: Darstellung der Motive für Kredite, des Finanzmarktes und der makroökonomischen Zusammenhänge von Kreditvergabe und Wachstum.
3. Die Vorschriften der Kreditvergabe in Deutschland: Erläuterung der Prozesse und regulatorischen Anforderungen für Privat- und Unternehmenskredite sowie Grundlagen der Scoring- und Ratingverfahren.
4. Die Chancen und Risiken von Ratings: Diskussion der Auswirkungen von Rating-Verfahren, der Wahl zwischen IRB- und Standardansatz sowie der Rolle der EZB und regulatorischer Kapitalanforderungen.
5. Fazit / Ausblick: Zusammenfassende kritische Betrachtung der Entwicklungen bei der Kreditvergabe und der Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Kreditvergabe, Basel I, Basel II, Basel III, Kreditwürdigkeit, Scoring, Rating, Eigenkapitalanforderungen, Banken, Wirtschaftswachstum, Finanzmarkt, Investitionen, Liquidität, SCHUFA, Europäische Zentralbank.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Kreditvergabeprozess in Deutschland für Unternehmen und Privatverbraucher und beleuchtet die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen unter Einbeziehung bankenregulatorischer Vorschriften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Kreditnachfrage, die gesetzlichen Vorschriften der Kreditvergabe (Basel I-III), Rating- und Scoring-Verfahren sowie deren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum.
Was ist das primäre Ziel der Bachelor-Thesis?
Das Ziel ist die transparente Darstellung der Zusammenhänge zwischen Kreditvergabe, Investitionen und Wirtschaftswachstum in Deutschland sowie die Bewertung der Vor- und Nachteile der Bankenrichtlinien.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten und Praxisbeispiele, um die Wirkungsweisen von Scoring- und Rating-Modellen zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kreditnachfrage, die detaillierte Beschreibung der Kreditvergabevorschriften, die Anwendung von Basel-Richtlinien sowie die Bewertung der Chancen und Risiken von Ratings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreditvergabe, Basel-Richtlinien, Rating, Scoring, Eigenkapitalunterlegung und Wirtschaftswachstum charakterisiert.
Welche Bedeutung haben die Scoring-Verfahren für Privatkunden?
Scoring-Verfahren dienen Kreditinstituten dazu, die Bonität von Privatkunden quantitativ zu bewerten, um Ausfallrisiken vor einer Kreditentscheidung zu minimieren.
Wie unterscheidet sich das Rating für Firmenkunden vom Scoring?
Während beim Scoring primär statistische Daten und Merkmale des Privatkunden analysiert werden, umfasst das Rating für Firmenkunden eine tiefergehende qualitative und quantitative Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens.
Welchen Einfluss haben Basel II und III auf die Kreditvergabe?
Sie führen zu strengeren Eigenkapitalanforderungen für Banken, was die Kreditvergabe risikoorientierter macht und indirekt die Kreditkonditionen für Unternehmen beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Mario Falk (Autor:in), 2012, Bedürfnis, Bedarf und kaufkraftgestützte Kreditnachfrage für Konsum und Investition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193776