Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Modalpartikeln (MPn), die in der
gesprochenen deutschen Sprache eine große Rolle spielen und in ihrer Vielfalt und
Frequenz ein besonderes Charakteristikum des Deutschen sind. Meistens wirkt das
gesprochene Deutsch erst durch MPn authentisch, da es flüssiger und idiomatischer
klingt. Zusätzlich ist es dem Sprecher möglich, durch Benutzung von MPn, seine
Aussagen zu modifizieren. Da es in vielen anderen Sprachen keine den MPn
vergleichbare Gruppe gibt, ist es interessant zu untersuchen, durch welche Mittel der
Kommunikation in diesen Sprachen die Sprechereinstellung ausgedrückt wird.
Demzufolge spielt es bei der Übersetzung eines deutschen Originaltextes in einen
fremdsprachlichen Text eine wichtige Rolle für das Verständnis eines übersetzten
Textes, dass der Übersetzer die MPn nicht außer Acht lässt. Wissenswert ist dabei, wie
der Übersetzer mit den MPn umgeht, wie er sie in die Fremdsprache umsetzt, ob er sie
überhaupt übersetzt und wenn, ob sie dann auf metasprachlicher oder linguistischer
Ebene übersetzt werden.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu untersuchen, wie der Dolmetscher die
vorkommenden deutschen MPn im Englischen wiedergegeben hat. Es handelt sich um
eine kontrastive Studie zum Sprachenpaar deutsch-englisch, die mit Hilfe eines Korpus,
der aus Originalreden über wirtschaftliche Themen und ihren Verdolmetschungen
besteht, verrichtet wurde. Es wird exemplarisch untersucht, wie Dolmetscher mit MPn
umgehen.
Zunächst wird auf die Modalpartikeln als Funktionsklasse eingegangen, wobei
beginnend mit der Terminologie, später eine genauere Definition dargelegt wird, die
die morphologische, syntaktische und semantisch-pragmatische Ebene der MPn
beschreibt. Im Anschluss daran folgt eine nähere Betrachtung von MPn und Intonation.
Im nächsten Teil der Ausarbeitung kommt der Stand der Forschung zur Sprache, der
sich auf die Modalpartikelforschung im Allgemeinen bezieht.
Als Annäherung an den praktischen Teil wird noch das Problem der Übersetzung von
MPn näher geschildert. Der sich anschließende Hauptteil besteht aus einer kontrastiven
Analyse. Mit Hilfe der Analyse soll ausgehend von deutschen Originaltexten und ihren
professionellen englischen Verdolmetschungen exemplarisch untersucht werden, welche Möglichkeiten es gibt, um deutsche Modalpartikeln und ihre jeweiligen
Funktionen ins Englische zu übersetzen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ABTÖNUNGSPARTIKELN ALS FUNKTIONSKLASSE
2.1. Terminologie
2.2. Allgemeine Definition
2.2.1. Die morphologische Komponente
2.2.2. Die syntaktische Komponente
2.2.3. Die semantisch-pragmatische Komponente
2.2.4. Modalpartikeln und Intonation
3. STAND DER FORSCHUNG
4. MODALPARTIKELN ALS ÜBERSETZUNGSPROBLEM
5. ANALYSE
6. ERGEBNIS
7. LITERATURVERZEICHNIS
8. ANHANG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung deutscher Modalpartikeln ins Englische im Rahmen einer kontrastiven Studie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, durch welche kommunikativen Mittel Dolmetscher die Sprechereinstellung wiedergeben, wenn sie mit diesem spezifisch deutschen Phänomen konfrontiert sind.
- Charakteristika deutscher Modalpartikeln als Funktionsklasse
- Forschungsgeschichte zur Modalpartikelforschung
- Translationstheoretische Herausforderungen bei Modalpartikeln
- Kontrastive Analyse anhand von Originalreden und Verdolmetschungen
Auszug aus dem Buch
Die morphologische Komponente
Eine Eigenschaft aller MPn ist ihre Unflektierbarkeit. Sie können also weder konjugiert, noch dekliniert werden und sind auch nicht komparierbar. Morphologisch ist für die MPn weiterhin charakteristisch, dass sie, bis auf wenige Ausnahmen, einsilbig sind.
Ein weiteres Merkmal ist die Unbetontheit von MPn. Sérvulo Monteiro Resende schreibt jedoch in seiner Dissertation, dass das Merkmal der Unbetontheit nicht immer zutrifft. Einige MPn lassen sich nicht nach diesem Kriterium klassifizieren, daher ist Resende der Meinung, dieses Merkmal sollte in einer Definition entweder ausgeklammert oder relativiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Es wird in das Thema der deutschen Modalpartikeln eingeführt und die Zielsetzung der Arbeit, eine kontrastive Analyse von Verdolmetschungen zu erstellen, dargelegt.
2. ABTÖNUNGSPARTIKELN ALS FUNKTIONSKLASSE: Dieses Kapitel definiert Modalpartikeln morphologisch, syntaktisch und semantisch-pragmatisch sowie deren Verhältnis zur Intonation.
3. STAND DER FORSCHUNG: Die historische Entwicklung der linguistischen Betrachtung von Modalpartikeln von der Ablehnung bis hin zum "Partikel-Boom" wird nachgezeichnet.
4. MODALPARTIKELN ALS ÜBERSETZUNGSPROBLEM: Die Problematik der fehlenden Äquivalente in partikelarmen Sprachen wird erörtert und Lösungsstrategien für Übersetzer diskutiert.
5. ANALYSE: Anhand von Fallbeispielen aus dem Pöchhacker-Korpus wird praktisch untersucht, wie Dolmetscher mit Modalpartikeln in wirtschaftlichen Reden umgehen.
6. ERGEBNIS: Die Analyse zeigt, dass über die Hälfte der untersuchten Partikeln unübersetzt bleiben und "of course" als häufigstes Ersatzmittel dient.
7. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur.
8. ANHANG: Zusätzliche Materialien zur Untersuchung.
Schlüsselwörter
Modalpartikeln, Abtönungspartikeln, Sprachwissenschaft, Übersetzung, Dolmetschen, Kontrastive Linguistik, Deutsch-Englisch, Pragmatik, Sprechereinstellung, Funktionswörter, Partikelboom, Morphologie, Syntax, Korpusanalyse, Äquivalenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und Übersetzung deutscher Modalpartikeln im Sprachenpaar Deutsch-Englisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die linguistische Klassifizierung von Modalpartikeln, deren Bedeutung für die gesprochene Sprache und die Problematik ihrer adäquaten Wiedergabe in Übersetzungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kontrastive Analyse, um zu untersuchen, wie Dolmetscher mit dem spezifisch deutschen Phänomen der Modalpartikeln in einer fremden Sprache umgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine korpusbasierte Analyse von Originalreden und deren professionellen Verdolmetschungen, um exemplarisch Übersetzungsstrategien zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Partikeln, eine Übersicht über den Forschungsstand und eine praktische kontrastive Analyse von Beispielsätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Modalpartikeln, Kontrastive Linguistik, Pragmatik und Translation definieren.
Welche Rolle spielt die Intonation bei der Untersuchung der Modalpartikeln?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Intonation und Modalpartikeln in der gesprochenen Kommunikation eng verflochten sind und sich gegenseitig stützen, wobei Modalpartikeln auch ohne spezifische Intonation eigenständige Bedeutung tragen können.
Warum werden in der Analyse so viele Modalpartikeln vom Dolmetscher einfach weggelassen?
Da es sich bei dem korpusanalysierten Text um eine formelle wirtschaftliche Rede handelt und das Englische als partikelarme Sprache eher zu expliziten Formulierungen neigt, werden viele Partikeln entweder ausgelassen (Nullentsprechung) oder implizit in den Kontext integriert.
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- Ulrike Vucaj (Author), 2003, Die Wiedergabe deutscher Modalpartikeln im Englischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19380