Das 2. Vatikanische Konzil und seine wichtigsten Beschlüsse


Hausarbeit, 2011

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Wichtige Anliegen des 2. Vatikanischen Konzils
2.1 Verheutigung der Liturgie
2.1.1 Die Muttersprache in der Liturgie
2.1.2 Die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie
2.2 Verheutigung der Kirche
2.2.1 Kirche als Communio
2.2.2 Kirche als Volk Gottes

3.0 Anliegen die weitergeführt oder aufgenommen wurden
3.1 Codex des kanonischen Rechtes (CIC)
3.2 Gemeinsame Synode der Bistümer in der BRD (Würzburger Synode)

4.0 Streitpunkte des 2. Vatikanischen Konzils
4.1 Streitpunkt Religionsfreiheit
4.2 Streitpunkt Liturgiereform

5.0 Schlußreflexion

6.0 Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung

Im Jahre 1923 meinte Kardinal Billot, die wahrscheinlichkeit, daß nochmals ein Konzil einberufen wird ist als gering zu betrachten, da beim 1. Vatikanischen Konzil das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes beschlossen wurde. Er sollte sich irren. Denn am 25.Januar 1951 kündigte Papst Johannes XXIII. die Einberufung eines Konzils an. Eine Anekdote berichtet: Ein Besucher fragte Johannes XXIII. was er vom Konzil erwarte. Der Papst soll auf der Frage hin zum Fenster gegangen sein und dieses geöffnet haben und sagte zum Besucher: „Wir erwarten vom Konzil, daß es frische Luft hereinlässt". Aus dieser Anekdote könnte man schließen dass Johannes XXIII. die Kirche in manchen Bereichen erneuern oder besser gesagt, auf den neusten Stand bringen möchte.

Das 2.Vatikanische Konzil soll nach Auffassung des Papstes einen pastoralen Charakter haben, das die Weltkirche im inneren und im äußeren auch auf Hinsicht eines ökumenischen Konzils verändern und vor allem erneuern will.

Auch sollte das Konzil den Wandel zur Weltkirche einleiten. „Der Wandel wird in folgender Statistik der regionalen Zusammensetzung der beiden Konzilien deutlich“.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

markanten Beispielen gezeigt, wo solche Anliegen aufgenommen oder weitergeführt worden sind. (Kapitel 3)

Schließlich werden markante Beispiele genannt, die in der Bewertung des Konzils und seiner Weiterführung zu Streitpunkten wurden. (Kapitel 4) Diese Streitpunkte werden dann in einer Schlussfolgerung genauer betrachtet werden. (Kapitel 5) Abschließend zur Einleitung soll noch gesagt werden, wie Papst Johannes XXIII. das Konzil auf den Weg brachte in dem er die Verantwortung in die Hände der beteiligten Menschen legte. „Welcher Papst hat schon je etwas verantwortet, indem er es frei gegeben hat?“2

2.0 Wichtige Anliegen des 2. Vatikanischen Konzils

Das wichtigste Anliegen des 2. Vatikanischen Konzils hat Papst Johannes XXIII. selbst vorgegeben. Er nannte sein Anliegen „aggiornamento“, ein Wort aus der Kaufmannsprache, das soviel heißt wie Bücher oder Register auf den neusten Stand bringen. Doch Papst Johannes XXIII. meinte in seinem Sprachgebrauch eine Verheutigung der Kirche. Dieses Anliegen bedeutet vor allem innere Erneuerung der Kirche, und das kann nur heißen: „Erneuerung und Verlebendigung des Glaubens und des Gemeinschaftslebens der Kirche“.3 Alles Nachfolgende in diesem Kapitel ist durch das „aggiornamento“ konkretisiert worden.

Anzumerken sei noch das es sechzehn Dekrete oder Konstitutionen gab die das 2.Vatikanische Konzil im Zeitraum von 1962 bis zum Ende des Konzils 1965 beschlossen hat. Hier einmal die wichtigsten Beschlüsse.

1. Die Konstitution über die heilige Kirche (Sacrosanctum Concilium)
2. Die dogmatische Konstitution über die Kirche (Lumen Gentium)
3. Die dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung (Die Verbum)
4.Die pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute (Gaudium et spes)
5. Die Erklärung über die Religionsfreiheit (Dignitatis humanae)

Alle anderen Beschlüsse kann man im kleinen Konzilskompendium oder auch im Internet nachschlagen.

2.1 Verheutigung der Liturgie

Die Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium ist eines der sichtbarsten und dauerhaftesten Reformwerke die das 2.Vatikanische Konzil erarbeitet hat. In dieser Konstitution sind als wichtigste Elemente die Einführung der Muttersprache, sowie die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie enthalten. Weitere Anliegen der Liturgiekonstitution sind z.B. das Stundengebet im vierten Kapitel, das liturgische Jahr im fünften Kapitel sowie die Kirchenmusik im sechsten und die sakrale Kunst im siebten Kapitel. Im Weiteren werden aber die beiden wichtigsten Anliegen behandelt.

2.1.1 Die Muttersprache in der Liturgie

Die Einführung der Muttersprache in die heutige Liturgie war und ist noch eines der bedeutesten Anliegen die das Konzil entwickelt und hervorgebracht hat. Doch die Einführung der Muttersprache in die Liturgie hat zwangläufig auch andere Reformen der Liturgie nach sich gezogen, wie z.B. die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie (siehe 2.1.2). Doch das Konzil konnte nicht ohne einen Kompromiss die Muttersprache einführen. So wurde beschlossen, dass der Gebrauch der lateinischen Sprache grundsätzlich erhalten bleiben soll. Dies bedeutet, dass es eine doppelte Erlaubnis von Muttersprache und Latein gegeben hat. Doch mit der Einführung der Muttersprache veränderte sich auch die Liturgie selbst. Sie ist kein Mysterium mehr sondern ein zusammenfassendes Verkündigungshandeln der Kirche geworden. Daraus folgte auch, dass sich einige Zeremonien ändern mussten. So wird die Lesung, die Homilie oder das Evangelium am Pult (Ambo) verkündigt und nicht mehr zum Beispiel von der Kanzel herunter. Auch sämtliche liturgische Bücher und Texte mussten für den Gebrauch in der Liturgie übersetzt werden.

2.1.2 Die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie

Als erster Punkt ist zu bemerken dass eine tätige Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie nur erfolgen konnte weil das Konzil die Muttersprache einführte. Denn wer kann schon Anteil an etwas haben wenn er das gesagte nicht versteht und das unmittelbar und nicht durch einen Dolmetscher. Deswegen verfasste das Konzil folgenden Text: „Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, „das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk“ (1 Petr 2,9; vgl. 2, 4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist.“4 Dieser Text sagt folgendes aus: Die Gläubigen sollen durch eine entsprechende Ausbildung oder Schulung zur bewussten und tätigen Teilnahme an der Liturgie befähigt werden.

Weiterhin werden die Gläubigen je nach charismatischen Veranlagungen zum gemeinsamen oder allgemeinen Priestertum geführt. „Dieser Sendungsauftrag des einzelnen ist grundgelegt in Taufe und Firmung“5

Der eigentliche Vorzug der tätigen Anteilnahme der Gläubigen an der Liturgie ist, dass die Kirche in all ihrem tun auf eine vorzügliche Weise in der ganzen Welt sichtbar erscheint.

2.2 Verheutigung der Kirche

Die Verheutigung der Kirche wurde vom Konzil in zwei verschiedenen Texten umfasst. Der erste Text Lumen Gentium befasst sich mit der inneren Erneuerung der Kirche. Der andere Text Gaudium et spes befasst sich mir der Erneuerung der Kirche in der Welt, also von außen betrachtet. Nachfolgend sind wichtige Anliegen aus Lumen Gentium ausgewählt worden.

2.2.1 Kirche als Communio

In der Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil gab es ein Kirchenbild wo der Papst an der Spitze der Kirche stand und wenn man es sich bildlich vorstellt danach die Kardinäle, Bischöfe, Priester usw. stehen. Diese Bild zeigt aber keine Gemeinschaft was Communio nun mal heißt, sondern eine Art von Institution. Der Gedanke von der Kirche als Communio, also als Gemeinschaft war wohl die Leitidee die das zweite Vatikanische Konzil formulierte.

„Der Papst wird also nicht mehr als einsame Spitze verstanden, sondern als Zentrum der Gemeinschaft.“6 Um dieses Zentrum herum verteilt sind die Bistümer mit den Bischöfen, danach den Priester und Diakonen und dem Ganzen Volk Gottes.

Es herrscht also eine Gemeinschaft in der Gemeinschaft. „Communio heißt also lebendige Verbindung der Gemeinden untereinander sowie der einzelnen Gemeinden mit den Ortskirchen (Diözesen) und der Weltkirche“7 Diese Gemeinschaft entspricht auch einem biblischen Verständnis, denn Gemeinschaft ist Heilsnotwendig.

[...]


1 Klaus Schatz, Allgemeine Konzilien-Brennpunkte der Kirchengeschichte, Schöningh, 1997 S.288

2 Knut Wenzel, Kleine Geschichte des zweiten Vatikanischen Konzils, Herder, 2005 S. 8 3

3 Otto Hermann Pesch, Das Zweite Vatikanische Konzil, Echter Verlag, 2001 S. 61 4

4 Karl Rahner, Herbert Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium, Herder Verlag 2008, Seite57-58 5

5 Theologie im Fernkurs, Aufbaukurs Lehrbrief 16, Kapitel 1.12, Seite 7

6 Theologie im Fernkurs, Aufbaukurs Lehrbrief 16, Kapitel 3.34-2, Seite 39

7 Theologie im Fernkurs, Aufbaukurs Lehrbrief 19, Kapitel 4.13-1, Seite 34 6

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das 2. Vatikanische Konzil und seine wichtigsten Beschlüsse
Veranstaltung
Aufbaukurs
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V193823
ISBN (eBook)
9783656190318
ISBN (Buch)
9783656191759
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
2. Vatikanisches Konzil, Streitpunkte, CIC, Lumen Gentium, Dei Verbum, Gaudium et spes
Arbeit zitieren
Michael Dotzel (Autor:in), 2011, Das 2. Vatikanische Konzil und seine wichtigsten Beschlüsse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193823

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