Die Ihnen vorliegende Hausarbeit soll einen Überblick über einzelnen Gebiete geben, die mit dem Thema "Kindheit im Wandel" in Verbindung gebracht werden können. Längst nicht jedes Teilgebiet, jeder Aspekt und jede Einzelheit kann hier behandelt werden, zu groß sind der Umfang und die Informationsflut. Umso mehr wird versucht ein Einblick in die relevantesten Bereiche, Kindheit betreffend, zu geben. Dabei setzten sich insbesondere die Kapitel "Familie im Wandel" und "Wandel kindlicher Lebenswelten" unmittelbar mit der nächsten Umgebung eines Kindes im Hinblick auf Veränderungen auseinander. Auf momentan populäre und viel diskutierte Themen geht vor allem das Kapitel "Kindheit in der Medienwelt" ein. Weiterhin wird der Begriff Kindheit definiert und die Geschichte der Kindheit näher beleuchtet. Besonders möchte ich auf die Abschnitte "Wandel kindlicher Lebenswelten" und "Wandel des Zeiterlebens" lenken, in denen mehr oder weniger zwei der maßgeblichsten Veränderungen in punkto Kindheit beschrieben werden.
Ein großes Angebot von Literatur hat es gestattet, mir eine vielschichtige Übersicht über das Thema zu verschaffen, obgleich ich auch auf viele ideologisch behaftete Quellen gestoßen bin. Sehr zur Hilfe war mir das Buch mit dem gleichnamigen Titel "Kindheit im Wandel" von Hans-Günter Rolff und Peter Zimmermann, welches die umfassende Thematik in einen kompakten, gegliederten und aktuellen Rahmen legt. Einführend sei auch noch zu bemerken, dass sich die folgenden Seiten auf die Kindheit im deutschen, in manchen Fällen auch auf den europäischen und nordamerikanischen Raum beziehen. Wobei auch, hier Ausnahmen die Regel bestätigen mögen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Der Begriff Kindheit
3) Geschichte der Kindheit
3.1. Kindheit im Mittelalter
3.2. Renaissance – die Entdeckung der Kindheit
4) Wandel der Familie
4.1. Familienformen
4.2. Die Drei-Generationen-Familie
4.3. Die Kind-Eltern-Familie
4.4. Die Ein-Eltern-Familie
4.5. Einzelkinder
4.6. Wunschkinder
5) Wandel kindlicher Lebenswelten
6) Wandel des Zeiterlebens
7) Kindheit in der Fernsehwelt
8) Zusammenfassendes
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Kindheit in der Gesellschaft, mit einem besonderen Fokus auf die sich verändernden Familienstrukturen und die Lebenswelten von Kindern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Kindheit historisch entwickelt hat und welche Auswirkungen moderne Lebensbedingungen auf die kindliche Entwicklung haben.
- Historische Betrachtung der Kindheit (Mittelalter vs. Neuzeit)
- Veränderung familialer Strukturen und Erziehungsstile
- Einfluss der Wohnumwelt und Siedlungsformen auf kindliche Freiräume
- Zeiterleben und Alltagsstrukturierung moderner Kinder
- Medialisierung der kindlichen Freizeitgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1. Kindheit im Mittelalter
Im Mittelalter war die Lebenssphäre bzw. der Lebensraum der Kinder von der der Erwachsenen weder räumlich noch kulturell getrennt. Man könnte von einem sogenannten „Großen Haus“ sprechen, in dem Kinder wie Erwachsene zusammen lebten, arbeiteten und spielten. Sie trugen sogar die gleichen Kleider. Kinder lernten durch Nachahmung und Gewöhnung und eigneten sich so notwendige Kenntnisse und Fertigkeiten an. Ein Kind erhielt keine besondere pädagogische Betreuung. Bis heute sind aus dieser Zeit keine speziellen Institutionen der Bildung und Erziehung wie Kindergärten oder Schulen bekannt. Demnach erhielten die Kinder des Mittelalters keinerlei gezielt systematische und nach heute geltenden Gesichtspunkten pädagogisch wertvolle Erziehung. Kinder galten als kleine Erwachsene, die mit etwa sieben Jahren ihren festen Platz neben den Erwachsenen einnahmen. Sie wurden auch wie solche behandelt, ohne etwa auf ihre kindspezifischen Probleme einzugehen. Folgt man den Erkenntnissen von de Mause, so erging es den Kindern im Mittelalter eher schlecht. Fehlende Hygiene und falsche Ernährung zogen eine hohe Sterblichkeit der Kinder nach sich. Er spricht von „nützlosen“ Essern, die man verhungern ließ oder gar aussetzte. Nicht selten wurden sie gequält und geschlagen. Ariés bringt eine eher konträre Dokumentation über die Mittelalterliche „Kindheit“. Er spricht von einem ungezwungenen Aufwachsen im „Großen Haus“ und einer ganzheitlichen Lebenswelt in der die Kinder in alle Prozesse integriert werden und nicht etwa wie in der Moderne sich ausgegrenzt in pädagogischen Anstalten wieder finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Hausarbeit ab und begründet die Auswahl der behandelten Themengebiete zur Kindheit.
2) Der Begriff Kindheit: In diesem Kapitel wird die theoretische Herleitung der „Kindheit“ als eine Erfindung der Neuzeit erörtert.
3) Geschichte der Kindheit: Das Kapitel kontrastiert die Lebenswelt im mittelalterlichen „Großen Haus“ mit der neuen Wahrnehmung in der Renaissance.
4) Wandel der Familie: Hier werden diverse Familienformen sowie der Einfluss von Erziehungsdruck und Lebensplanung auf die Kindheit analysiert.
5) Wandel kindlicher Lebenswelten: Die Analyse konzentriert sich auf die Verhäuslichung und den Verlust von Freiräumen in modernen Siedlungsstrukturen.
6) Wandel des Zeiterlebens: Es wird beschrieben, wie Kinder zunehmend in ein strenges Zeitsystem und eine ökonomisierte Terminplanung gepresst werden.
7) Kindheit in der Fernsehwelt: Das Kapitel untersucht die Rolle des Fernsehkonsums als primäre Freizeitbeschäftigung und dessen Einfluss auf die kindliche Entwicklung.
8) Zusammenfassendes: Das abschließende Kapitel reflektiert den Wandel der Kindheit als einen fortwährenden Prozess innerhalb einer sich verändernden Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Kindheit im Wandel, Kindheitsgeschichte, Familienformen, Drei-Generationen-Familie, Eltern-Kind-Familie, Einzelkinder, Wunschkinder, Sozialisation, kindliche Lebenswelten, Verhäuslichung, Zeitökonomie, Medialisierung, Fernsehkonsum, Pädagogisierung, Erziehungsdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und gesellschaftlichen Transformation der Kindheit im deutschen Raum, insbesondere unter Berücksichtigung des Wandels von Familienstrukturen und Lebenswelten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Kindheit, den verschiedenen modernen Familienmodellen, dem räumlichen Umfeld von Kindern, ihrem Zeitempfinden und der Bedeutung des Fernsehkonsums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die maßgeblichen Veränderungen in der Kindheit zu geben und dabei zu verdeutlichen, wie komplex dieser Prozess ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um verschiedene sozialwissenschaftliche und pädagogische Positionen zusammenzuführen und einen aktuellen Rahmen für das Thema zu schaffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Übergang von traditionellen zu modernen Familienformen, den Verlust des kindlichen Freiraums durch moderne Siedlungsarchitektur sowie die Auswirkungen von Medialisierung und Zeitdruck auf Heranwachsende.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Kindheit als Entdeckung", "Familialisierung", "Verhäuslichung" und "Zeitökonomie" geprägt.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Ariés und de Mause in Bezug auf das Mittelalter?
Während de Mause die mittelalterliche Kindheit aufgrund fehlender Hygiene und oft grausamer Behandlung sehr negativ bewertet, sieht Ariés sie als eine harmonische, ganzheitliche Einbindung in die Welt der Erwachsenen.
Welche Konsequenzen hat die heutige "Planbarkeit" von Kindern?
Laut der Autorin führt dies zu einem enormen Erziehungsdruck, bei dem Kinder oft als "formbare Kreaturen" oder "Lebensaufgabe" gesehen werden, was vermehrt zu Stresssymptomen bei Kindern führen kann.
- Quote paper
- Joan-Ivonne Bake (Author), 2003, Kindheit im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19383