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Effekte in der Ökonomie

Der Einfluss von Wirtschaftsberichterstattung auf die Konjunkturwahrnehmung der Bevölkerung

Title: Effekte in der Ökonomie

Seminar Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Lurz (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Den Konjunkturerwartungen in der deutschen Bevölkerung wurde im Dezember 2011
das Ende eines Abwärtstrends vorhergesagt. Ein entsprechender Index ist zum ersten
Mal seit Mitte 2011 wieder gestiegen (GfK SE, 2011a, S.1). Schon im Februar 2012
musste derselbe Index allerdings wieder einen Dämpfer hinnehmen, berichtete etwa
FOCUS Online (Shopping statt Krise…, 2012).
Solche Analysen zu den wirtschaftlichen Erwartungen in der Bevölkerung aggregieren
meist eine Vielzahl individueller Befragungen zu einem Bild, das die
Gesamtbevölkerung repräsentiert. Indem entsprechende Indizes regelmäßig über
Massenmedien veröffentlicht werden, ist ein Einfluss dieses Konjunkturklimas auf die
Berichterstattung zu Themen, die Konjunktur bzw. die Wirtschaft im Allgemeinen
betreffen, wahrscheinlich (Hagen, 2005, S. 22). Nun muss man sich andersherum die
Frage stellen, ob nicht auch von einem Effekt der Medien auf die wirtschaftlichen
Erwartungen in der Bevölkerung ausgegangen werden muss. Diese Frage soll im
Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen.
Massenmedien sind Vermittler von Informationen, freilich auch zu ökonomischen
Themen. In dieser Funktion verbreiten sie wirtschaftliche Entwicklungen schneller unter
der Bevölkerung, als wenn die Individuen einer Gesellschaft diese Informationen über
die Realwirtschaft aufnehmen müssten (Wörsdorfer, 2005, S. 339). Folglich ist es
wahrscheinlich, dass sich Einzelpersonen eher von der medial vermittelten Realität
beeinflussen lassen, wenn es um die wirtschaftlichen Erwartungen geht, als von den
wirtschaftlichen Entwicklungen selbst. Dieses Expertenwissen, das sonst nur wenigen
Mitgliedern der Gesellschaft zuteil ist, wird den übrigen Individuen quasi durch die
Medien zur Verfügung gestellt. Dass sich dieses Wissen, das (Wirtschafts-)Nachrichten
enthalten, aber nicht notwendigerweise mit den wirtschaftlichen Fakten decken muss,
wird sich noch zeigen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Begrifflichkeiten

2. Transaktionales Modell

3. Medienwirkungen auf das Konjunkturklima

3.1. Gesamtberichterstattung und wirtschaftliche Erwartungen

3.2. Entwicklung einzelner Themen und wirtschaftliche Erwartungen

3.3. Fazit

4. Probleme der Wirtschaftsberichterstattung

III. Schluss

IV. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Wirtschaftsberichterstattung in den Massenmedien auf die Konjunkturwahrnehmung und die wirtschaftlichen Erwartungen der deutschen Bevölkerung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und in welcher Weise medial vermittelte Informationen das Konjunkturklima beeinflussen, wobei insbesondere die Rolle von Agenda-Setting, Framing und Priming sowie die Differenzierung nach verschiedenen Medientypen und wirtschaftlichen Einzelthemen analysiert wird.

  • Wechselwirkung zwischen Konjunktur, Medienberichterstattung und Konjunkturklima
  • Analyse der Agenda-Setting-Hypothese im ökonomischen Kontext
  • Bedeutung der medialen Bewertung (Framing) für die Wahrnehmung der Wirtschaftslage
  • Einfluss spezifischer Themenbereiche wie Arbeitslosigkeit auf das Konjunkturklima
  • Vergleich der Auswirkungen konservativer und liberaler Nachrichtensender

Auszug aus dem Buch

3. Einfluss von Wirtschaftsberichterstattung auf die Konjunkturwahrnehmung am Beispiel einer empirischen Studie

Grundlegend kann davon ausgegangen werden, dass Wirtschaftsberichterstattung die Vorstellungen in der Bevölkerung auf verschiedene Arten beeinflussen kann. Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Nachrichten spielen hier eine Rolle. Zum einen besteht ein Zusammenhang zwischen der absoluten bzw. relativen Häufigkeit bestimmter Themen in den Massenmedien und dem Interesse bzw. der Wichtigkeit dieser Themen in der Bevölkerungsmeinung (Agenda-Setting). Zudem werden Themen, die wiederholt in der Berichterstattung auftauchen, von den Rezipienten eher herangezogen, um Urteile über politische (und somit auch wirtschaftliche) Akteure zu bilden (Priming). „By making some issues more salient in people’s mind […], mass media can also shape the considerations that people take into account when making judgments about political candidates or issues […]” (Scheufele/Tewksbury, 2007, S. 11).

Zum Aspekt der Häufigkeit der Berichterstattung einzelner Themen kommen Effekte der Bewertung ökonomischer Sachverhalte in den Nachrichten hinzu. Wie nachfolgend noch gezeigt wird, spielt es gerade für die Beurteilung (und weniger die Einschätzung der Wichtigkeit) eines Themas eine große Rolle, wie dieses medial bewertet wird. Dadurch werden Bezugsrahmen geschaffen, vor deren Hintergrund die Rezipienten einzelnen Themen interpretieren und evaluieren (Framing). Framing geht somit über die Wichtigkeit von einzelnen Themen als zentrale Annahme des Agenda-Setting hinaus (Schenk, 2007, S. 438). D.h. ein Einfluss auf Erwartungen in der Bevölkerung beinhaltet zwangsläufig auch Effekte auf das Interesse und/oder das Problembewusstsein zu bestimmten Themen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Konjunkturwahrnehmung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Medien auf die wirtschaftlichen Erwartungen der Bevölkerung.

II. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert theoretische Begrifflichkeiten und das transaktionale Modell, analysiert empirische Studien zu Medienwirkungen auf das Konjunkturklima unter Berücksichtigung von Gesamtberichterstattung und Einzelthemen und diskutiert typische Probleme wie Negativismus und Entkoppelung.

III. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen, die für einen Medieneinfluss sprechen, weist auf methodische Grenzen der Zeitreihenanalysen hin und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsvorhaben.

IV. Quellenverzeichnis: Das Quellenverzeichnis dokumentiert sämtliche für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Publikationen, Studien und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsberichterstattung, Konjunkturklima, Konjunkturwahrnehmung, Medienwirkung, Agenda-Setting, Framing, Priming, Konjunkturerwartungen, Realwirtschaft, Medientheorie, Ökonomische Indikatoren, Negativismus, Konsonanz, Sozialökonomik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der medialen Berichterstattung über wirtschaftliche Themen und der Art und Weise, wie die Bevölkerung die wirtschaftliche Lage und das Konjunkturklima einschätzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Wechselwirkung zwischen realer Wirtschaftsentwicklung und medialer Berichterstattung, die psychologische Wahrnehmung durch die Bevölkerung sowie medienwissenschaftliche Konzepte wie Agenda-Setting und Framing.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Medienberichte als eigenständige Einflussgröße die wirtschaftlichen Erwartungen der Bevölkerung prägen, losgelöst von der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet bestehende empirische Studien (insbesondere von Oliver Quiring und Frank Brettschneider) aus, die Korrelationsanalysen und Zeitreihendaten untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Fachbegriffen, die Vorstellung des transaktionalen Modells, die detaillierte Untersuchung von Medienwirkungen auf das Konjunkturklima (anhand von Gesamt- und Einzelthemen) sowie die kritische Betrachtung von Darstellungsproblemen im Wirtschaftsjournalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Konjunkturklima, Wirtschaftsberichterstattung, Medienwirkung, Agenda-Setting, Framing, Priming sowie die psychologische Verarbeitung von Wirtschaftsnachrichten.

Welche Rolle spielt die Differenzierung zwischen liberalen und konservativen Medien?

Die Arbeit zeigt, dass liberale Sender tendenziell einen aktiveren Einfluss auf die Erwartungsbildung der Bevölkerung haben, während bei konservativen Sendern eher eine umgekehrte Wirkungsrichtung oder eine bloße Wiedergabe bestehender Trends zu beobachten ist.

Was bedeutet das Phänomen der „Entkoppelung“ im Wirtschaftsjournalismus?

Entkoppelung beschreibt den Prozess, bei dem Nachrichtenmedien durch die Fokussierung auf ein spezifisches Einzelthema – wie beispielsweise die Arbeitslosenzahlen – den Kontext zur komplexen gesamtwirtschaftlichen Situation ausblenden und so ein verzerrtes Bild der Realität vermitteln.

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Details

Title
Effekte in der Ökonomie
Subtitle
Der Einfluss von Wirtschaftsberichterstattung auf die Konjunkturwahrnehmung der Bevölkerung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (WISO )
Course
Allgemeine Kommunikationswissenschaft
Grade
1,3
Author
Philipp Lurz (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V193832
ISBN (eBook)
9783656190936
ISBN (Book)
9783656191544
Language
German
Tags
Wirtschaft Berichterstattung Wirtschaftsberichterstattung Konjunktur Konjunkturwahrnehmung Medienwirkungen Konjunkturklima Massenmedien Nachrichten Konjunkturnachrichten Hagen Quiring
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Lurz (Author), 2012, Effekte in der Ökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193832
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