Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Die Theodizeefrage als Thema im evangelischen Religionsunterricht

Titel: Die Theodizeefrage als Thema im evangelischen Religionsunterricht

Hausarbeit , 2012 , 31 Seiten , Note: 14

Autor:in: Linda Lau (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wenn es nicht so viel Unglück gäbe, Kriege, Erdbeben, Unfälle, Krebs und so, dann könnte ich an Gott glauben. So aber frag ich mich: „Warum tut er nichts dagegen, wenn es ihn gibt?“1 Dieses Zitat stammt von einer 17jährigen Schülerin. Sie ist ein Beispiel dafür, dass auch Jugendliche die Frage nach Gott und dem Leid in der Welt stellen und diese Frage Konsequenzen auf den eigenen Gottesglauben haben kann.
Doch wenn man gegenwärtige Untersuchungen betrachtet, scheint diese Schülerin eine Ausnahme zu sein. Die meisten Untersuchungen zeigen, dass für Jugendliche Gott zwar existiert, aber keine große Rolle in ihrem eigenen Leben spielt. Werner Ritter stellt Thesen auf, die die Beschäftigung mit dem Theodizeeproblem im Unterricht als gänzlich überflüssig erscheinen lassen: Demnach habe das Thema »Theodizee« für viele Jugendliche keinerlei Relevanz, es werde meistens keine Verbindung zwischen Gott und dem Leid hergestellt und die SchülerInnen seien offensichtlich nicht an einer abstrakten philosophischen oder theologischen Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage interessiert.2
Angesichts dieser Behauptungen stellt sich die Frage, ob man das Thema überhaupt im Unterricht behandeln kann oder bei dem Versuch direkt auf Ablehnung seitens der SchülerInnen treffen würde. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situative Voraussetzungen

2.1. Skizzierung einer 9. Klasse und die Vorbedingungen

2.2. Lehr- und Lernvoraussetzungen

3. Pädagogische Überlegungen

4. Einordnung der Stunde in die Einheit – Die Lernausgangslage

5. Fachwissenschaftliche Analyse / Sachanalyse

5.1. Wissenschaftlicher Hintergrund: Theodizee-Argumentationen

5.2. Materialanalyse

6. Didaktische Analyse

7. Didaktisch-methodische Strukturierung

8. Kompetenzen/Unterrichtsziele

9. Verlaufsplan

10. Resümee

11. Anhang

11.1. Kompetenzerwartungen in Bezug auf die gesamte Einheit

11.2. Tabellarische Gliederung der Einheit

11.3. Textimpuls

11.4. Arbeitsauftrag: Gruppenarbeit Teil 1

11.5. Arbeitsauftrag: Gruppenarbeit Teil 2

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit entwickelt einen kompetenzorientierten Unterrichtsentwurf zum Thema Theodizee für eine 9. Klasse am Gymnasium. Ziel ist es, den Schülern durch eine reflektierte Auseinandersetzung mit philosophischen Positionen und künstlerischen Bildimpulsen zu ermöglichen, einen eigenen, begründeten Standpunkt zum Problem von Gott und dem Leid zu formulieren.

  • Entwicklung eines persönlichen Standpunkts zum Theodizeeproblem
  • Reflexion eigener und fremder Gottesbilder
  • Auseinandersetzung mit modernen philosophischen und biblischen Erklärungsansätzen
  • Kritische Analyse und Interpretation zeitgenössischer Kunst (Alfred Hrdlicka)
  • Förderung der Urteils- und Kommunikationskompetenz im Religionsunterricht

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Wenn es nicht so viel Unglück gäbe, Kriege, Erdbeben, Unfälle, Krebs und so, dann könnte ich an Gott glauben. So aber frag ich mich: „Warum tut er nichts dagegen, wenn es ihn gibt?“ Dieses Zitat stammt von einer 17jährigen Schülerin. Sie ist ein Beispiel dafür, dass auch Jugendliche die Frage nach Gott und dem Leid in der Welt stellen und diese Frage Konsequenzen auf den eigenen Gottesglauben haben kann.

Doch wenn man gegenwärtige Untersuchungen betrachtet, scheint diese Schülerin eine Ausnahme zu sein. Die meisten Untersuchungen zeigen, dass für Jugendliche Gott zwar existiert, aber keine große Rolle in ihrem eigenen Leben spielt. Werner Ritter stellt Thesen auf, die die Beschäftigung mit dem Theodizeeproblem im Unterricht als gänzlich überflüssig erscheinen lassen: Demnach habe das Thema »Theodizee« für viele Jugendliche keinerlei Relevanz, es werde meistens keine Verbindung zwischen Gott und dem Leid hergestellt und die SchülerInnen seien offensichtlich nicht an einer abstrakten philosophischen oder theologischen Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage interessiert.

Angesichts dieser Behauptungen stellt sich die Frage, ob man das Thema überhaupt im Unterricht behandeln kann oder bei dem Versuch direkt auf Ablehnung seitens der SchülerInnen treffen würde. Herbert Rommel hat diesbezüglich eine veränderte didaktische Fragestellung formuliert, die die aktuellen Gegebenheiten berücksichtigt:

„Wie kann das Theodizee-Problem unterrichtlich im Kontext der Bedingungen behandelt werden, dass die Rede von Gott in der Öffentlichkeit nahezu verstummt, Gott im Denken Jugendlicher aber mehrheitlich präsent ist und ihre Gotteskonzepte divers geworden sind, dass die christliche Tradition die Gutheit Gottes behauptet, Jugendliche dieses Gottes-Prädikat aber eher relativieren, dass Jugendliche auf der einen Seite eine autonome Lebensführungskompetenz beanspruchen, auf der anderen Seite aber die Macht Gottes, auf menschliches Leben Einfluss nehmen zu können, depotenzieren und dass das Thema Leid für Jugendliche zwar eine gewisse Bedeutsamkeit hat, sie aber über eher leidresistente bzw. leidneutrale Gotteskonzepte verfügen.“

Trotz aller Problematiken, die mit dem Thema »Theodizee« im Religionsunterricht verbunden sind, sehe ich auch große Chancen. Zum einen ist das Thema sehr komplex und bietet darum vielfältige Möglichkeiten Gruppen-Diskussionen und die eigene Meinungsbildung anzuregen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Theodizeefrage für Jugendliche und begründet die Notwendigkeit einer zeitgemäßen, kompetenzorientierten didaktischen Aufarbeitung.

2. Situative Voraussetzungen: Dieser Abschnitt beschreibt die Lerngruppe einer 9. Klasse am Gymnasium, deren religiöse Vorerfahrungen und entwicklungspsychologische Hintergründe im Rahmen von Fowlers Glaubensstufenmodell.

3. Pädagogische Überlegungen: Hier werden die mit dem Thema verknüpften Lernchancen und Kompetenzbereiche dargelegt, wobei der Fokus auf dem Erlernen biblischer Deutungen und der Argumentationsfähigkeit liegt.

4. Einordnung der Stunde in die Einheit – Die Lernausgangslage: Dieses Kapitel skizziert den methodischen Aufbau der Einheit in fünf Schritten, beginnend bei bildgestützten Impulsen zur kognitiven Aktivierung.

5. Fachwissenschaftliche Analyse / Sachanalyse: Es erfolgt eine Darstellung moderner Theodizee-Argumentationen (u.a. Feuerbach, Horkheimer, Swinburne, Jonas) sowie eine kunsthistorische Analyse der Werke von Alfred Hrdlicka.

6. Didaktische Analyse: Dieser Teil reflektiert die Lernprozesse und die Notwendigkeit der Konfrontation mit Leidbildern, um bei Schülern eine begründete Positionierung zwischen Atheismus und Hoffnungsperspektive zu fördern.

7. Didaktisch-methodische Strukturierung: Der Entwurf einer 90-minütigen Doppelstunde wird detailliert geplant, wobei die Kleingruppenarbeit zur Bildanalyse im Mittelpunkt steht.

8. Kompetenzen/Unterrichtsziele: Die konkreten Lernziele werden definiert, wobei der Schwerpunkt auf den Kompetenzbereichen Kommunizieren und Bewerten liegt.

9. Verlaufsplan: Eine tabellarische Übersicht stellt die zeitliche Abfolge, die Phasen und die verwendeten Sozialformen der Unterrichtseinheit dar.

10. Resümee: Die Autorin zieht Bilanz über den Planungsprozess, reflektiert die Schwierigkeiten bei der Stoffauswahl und bekräftigt das Potenzial des Theodizee-Unterrichts trotz der inhaltlichen Komplexität.

11. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie den Textimpuls, die Arbeitsaufträge zur Gruppenarbeit und das Literaturverzeichnis.

Schlüsselwörter

Theodizee, Religionsunterricht, Gottesbild, Leid, Jugendliche, Kompetenzorientierung, Hiob, Alfred Hrdlicka, Glaubensstufenmodell, Bildanalyse, Argumentation, Standpunktbildung, Gott, Ethik, Schulpraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit präsentiert einen kompetenzorientierten Unterrichtsentwurf für den evangelischen Religionsunterricht einer 9. Klasse, der sich mit der schwierigen Theodizeefrage befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Gott und menschlichem Leid, die Entwicklung eigener Gottesbilder sowie die Auseinandersetzung mit sowohl modernen philosophischen Positionen als auch biblischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?

Das Hauptziel ist, dass die Schüler am Ende der Einheit einen eigenen, fundierten Standpunkt zum Theodizeeproblem formulieren können, während sie gleichzeitig die Fehlbarkeit ihrer Sichtweise und die Pluralität anderer Meinungen respektieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Methode stützt sich auf eine Kombination aus fachwissenschaftlicher Sachanalyse, bildgestützter Hermeneutik durch Kunstbetrachtung (Alfred Hrdlicka) und diskursiven Verfahren wie Kleingruppenarbeit und Plenumsdiskussionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund der Theodizee-Argumentationen, die Analyse der verwendeten Bildimpulse sowie die detaillierte didaktisch-methodische Strukturierung einer 90-minütigen Doppelstunde erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Theodizee, Gottesbild, Leid, Jugendliche, Kompetenzorientierung und Bildanalyse charakterisieren.

Warum spielt die Kunst von Alfred Hrdlicka eine zentrale Rolle?

Die Zeichnungen aus dem „Plötzenseer Totentanz“ dienen als provozierende Bildimpulse, die die Schüler zur Auseinandersetzung zwischen einer atheistischen Deutung und einer Hoffnungsperspektive zwingen und somit die Positionierung erleichtern.

Wie geht die Autorin mit dem Problem um, dass das Thema für Jugendliche oft irrelevant erscheint?

Die Autorin wählt einen didaktischen Zugang, der nicht die abstrakte Theorie, sondern die emotionale Konfrontation mit Leiderfahrungen in den Mittelpunkt stellt, um Interesse zu wecken und die Relevanz des Themas für die eigene Identitätsfindung deutlich zu machen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Theodizeefrage als Thema im evangelischen Religionsunterricht
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
14
Autor
Linda Lau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V193876
ISBN (eBook)
9783656190851
ISBN (Buch)
9783656191360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodizeefrage Gottesbilder Religionsunterricht Gott und Leid Hiob Plötzenseer Totentanz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Lau (Autor:in), 2012, Die Theodizeefrage als Thema im evangelischen Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193876
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum