Das Hauptthema der US-Außenpolitik unter US-Präsident Lyndon B. Johnsons in Libyen war die Thematik rund um die Basenrechte der Wheelus Air Base. Und um genau diese geht es auch in dieser Arbeit. Arabisch-Nationale Kräfte im In- und Umland wollten die Basis wieder fest in li-byscher Hand sehen, allen voran der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser. Und so begann die libysche Regierung unter König Idris I. bereits zu Beginn von Johnsons Amtszeit, den Abzug der US-Amerikaner zu fordern. Kurz darauf begannen die Verhandlungen. Hierbei stellt sich natürlich die Frage, wie ernsthaft diese in den ersten beiden Jahren von Johnsons Amtszeit geführt wurden, da ja beide, Idris I. und die USA Vorteile aus dieser Zusammenarbeit zogen. Meine These hierzu ist, dass es den USA überhaupt erst durch eine Hinhaltetaktik im ersten Ver-handlungsjahr, unterstützt durch ein doppeltes Spiel des Königs, ermöglicht wurde, die Basen-rechte bis 1970 aufrechtzuerhalten. Diese These werde ich primär mit Auszügen aus den Doku-menten des amerikanischen Außenministeriums belegen.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1| LIBYEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG
DIE USA IN LIBYEN
DAS GESCHÄFT MIT DEM ÖL
2| BEDEUTUNG DER BASIS
DIE BEDEUTUNG FÜR DIE USA
DIE BEDEUTUNG FÜR LIBYEN
3| VERHANDLUNGEN
BEGINN DER LIBYSCHEN FORDERUNGEN
GRÜNDE FÜR DIE VERHANDLUNGSBEREITSCHAFT DER BEIDEN REGIERUNGEN
DER ABLAUF DER VERHANDLUNGEN
4| AUSBLICK
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die strategische Bedeutung der Wheelus Air Base in Libyen für die US-Außenpolitik unter Präsident Lyndon B. Johnson. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es den USA trotz wachsender nationalistischer Forderungen nach einem Abzug gelang, die Basenrechte durch gezielte Verhandlungstaktiken und die Unterstützung des libyschen Königs Idris I. bis 1970 aufrechtzuerhalten.
- Die historische Rolle der Wheelus Air Base für die US-Militärstrategie.
- Die Auswirkungen des libyschen Nationalismus auf die bilateralen Beziehungen.
- Die Rolle von König Idris I. und seine Hinhaltetaktik gegenüber dem eigenen Volk.
- Die Analyse der diplomatischen Verhandlungsprozesse zwischen 1964 und 1965.
- Der Einfluss wirtschaftlicher Faktoren wie der Ölfunde auf die politische Stabilität.
Auszug aus dem Buch
Der Ablauf der Verhandlungen
Am 29. April begannen schließlich offiziell die Verhandlungen. Auf Seiten der Vereinigten Staaten rechnete man mit einem ruhigen Start, man wollte zuerst einmal die Formalitäten klären. Verhandlungsgrundlage sollte auf jeden Fall und ausschließlich das bestehende Abkommen von 1954 sein, eine totale Neuverhandlung kam nicht in Frage. Weiters wurde dem als wenig kompetent angesehenen libyschen Botschafter E. Allen Lightner Jr. der Sonderbeauftragte Lewis Jones als gleichrangiger Partner zur Seite gestellt, der die Verhandlungen leiten sollte.
Es kam dann allerdings anders als erwartet. Im Gegensatz zum König war der Außenminister Husayn Yusuf Maziq, der die Verhandlungen auf libyscher Seite leitete, keineswegs der Ansicht, dass die Basis für beide Partner Vorteile brächte. Er beschwerte sich über mangelnde Entwicklungshilfe und verlangte sofort ein Ende der Vereinbarung sowie eine sofortige Aushandlung der Abzugsbedingungen. Jones kam gar nicht dazu, die amerikanischen Vorschläge (unter anderem eine schrittweise Übertragung – über mehrere Jahre – der Basenrechte an die Libyer) zu unterbreiten. Von amerikanischer Seite her zeigte man sich daraufhin überrascht und enttäuscht – der Premierminister hatte vorher einen reibungslosen Ablauf angedeutet.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Thema der Basenrechte der Wheelus Air Base und stellt die These auf, dass eine Hinhaltetaktik der USA, gestützt durch das Verhalten von König Idris I., den Erhalt der Rechte ermöglichte.
1| LIBYEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: Dieses Kapitel beleuchtet die wirtschaftlich prekäre Lage Libyens nach 1945 und die Einbettung des Landes in westliche Sicherheitsstrukturen, ergänzt durch die einsetzende Bedeutung des Ölgeschäfts.
2| BEDEUTUNG DER BASIS: Hier werden die strategischen Vorteile der Wheelus Air Base für die US Air Force sowie die sicherheitspolitischen Erwägungen der libyschen Führung dargelegt.
3| VERHANDLUNGEN: Der Hauptteil analysiert die diplomatischen Bemühungen, Forderungen nach einem Abzug abzuwehren, die Taktiken der US-Regierung unter Johnson und die Rolle von König Idris I. als heimlicher Unterstützer.
4| AUSBLICK: Das Kapitel betrachtet die Entwicklung nach 1965, insbesondere den Sechstagekrieg, das Ende der Herrschaft von König Idris I. und den endgültigen Verlust der Basenrechte nach dem Sturz des Königs.
ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung reflektiert den Erfolg der US-Hinhaltetaktik und bewertet kritisch, ob das Festhalten an der Basis den politischen Preis wert war, der durch die Förderung einer anti-westlichen Stimmung mitverursacht wurde.
Schlüsselwörter
Wheelus Air Base, US-Außenpolitik, Lyndon B. Johnson, Libyen, König Idris I., Basenrechte, Arabischer Nationalismus, Kalter Krieg, Diplomatie, Verhandlungstaktik, Entwicklungshilfe, Erdöl, Mu’ammar al-Qaddafi, Militärstrategie, Dekolonialisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die US-amerikanische Außenpolitik in Libyen während der 1960er Jahre mit dem Fokus auf den Erhalt der strategisch wichtigen Wheelus Air Base.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen militärische Basenrechte, die geopolitische Bedeutung Libyens während des Kalten Krieges, arabischen Nationalismus und bilaterale diplomatische Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie die US-Regierung unter Johnson durch geschickte Verhandlungstaktiken und das doppelte Spiel des libyschen Königs den Abzug von der Militärbasis bis 1970 verzögern konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert primär auf einer historischen Analyse von Dokumenten des amerikanischen Außenministeriums sowie ergänzender Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Gründen für die Bedeutung der Basis, den Ursprüngen der libyschen Forderungen nach einem Abzug und dem konkreten Ablauf der zähen Verhandlungen zwischen 1964 und 1965.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wheelus Air Base, US-Außenpolitik, arabischer Nationalismus, König Idris I. und die diplomatische Hinhaltetaktik der USA.
Warum war König Idris I. für die USA als Verhandlungspartner so wichtig?
Der König stand intern einer Schließung der Basis entgegen, unterstützte die US-Interessen hinter verschlossenen Türen und half so, die öffentliche Stimmung im Land zu beruhigen, obwohl er nach außen hin dem Druck der Nationalisten nachgeben musste.
Welchen Einfluss hatte der Ölboom auf die Verhandlungen?
Der durch das Erdöl neu gewonnene Reichtum stärkte das Selbstbewusstsein Libyens, was die Forderungen nach nationaler Souveränität und einem Ende fremder Militärpräsenz im Land zusätzlich anheizte.
- Arbeit zitieren
- T. Schlipfinger (Autor:in), 2010, Die Bedeutung der Wheelus Air Base für die USA unter der Regierung Johnson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193966