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Militär und Gesellschaft während des Dreißigjährigen Krieges

Die Schändung der Jungfrau des Protestantismus: Magdeburg

Titel: Militär und Gesellschaft während des Dreißigjährigen Krieges

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Adrian Hartke (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nichts war derart präsent in den Medien des Dreißigjährigen Krieges und löste derart starke Proteste aus wie die Schändung der Jungfrau des Protestantismus: Magdeburg. Nach erfolgreicher Belagerung und Einnahme der protestantischen Hochburg wurde sie von den kaiserlichen Truppen geplündert und zerstört. 20000 Menschen sollen dabei ihr Leben verloren haben. Die Zerstörung Magdeburgs sorgte sogar für eine neue Wortschöpfung zur Bezeichnung von verheerender Zerstörung: Magdeburgisierung.
Ob die Magdeburgisierung einer Stadt Alltag im Belagerungsgeschehen oder doch Ausnahme war, soll anhand von Augenzeugenberichten geklärt werden. Mit Hilfe der Quellen soll zudem die Frage nach dem Verhältnis zwischen der Zivilbevölkerung und dem Militär beantwortet werden.
Dabei müssen zunächst vor allem die Kriegsrechte des 17. Jahrhunderts analysiert werden, um letztendlich die Frage beantworten zu können, ob zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten im Kriege unterschieden wurde. Anhand verschiedener Augenzeugenberichte soll danach versucht werden eine charakteristische Belagerung einer Stadt im Dreißigjährigen Krieg zu rekonstruieren, falls die Quellen eine derartige Erstellung eines Belagerungsalltags ermöglichen.
Schließlich soll geklärt werden, ob die in mannigfachen Quellen des Dreißigjährigen Krieges immer wieder beschriebenen verheerenden Plünderungen der Zivilbevölkerung zum Kriegsalltag gehörten und das jeglicher Moral ferne Handeln der Söldner Ausnahmeerscheinung oder doch Routine im Kriegs- und Belagerungsalltag des Dreißigjährigen Krieges war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung:

II. Hauptteil:

1. Kodifiziertes Kriegsrecht:

2. Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg und der Begriff der Magdeburgisierung:

a) Magdeburg vor der Belagerung:

b) Belagerung von Magdeburg:

c) Zerstörung von Magdeburg:

d) Magdeburgisieren:

3. Magdeburgs Eroberung: Alltag oder Ausnahmeerscheinung im Dreißigjährigen Krieg?:

a) Beschreibungen eines Söldners:

b) Selbstzeugnisse aus belagerten Städten:

α) Belagerungsalltag:

β) Hunger durch Belagerung:

γ) Teuerung durch Belagerung:

δ) Krankheiten und Seuchen durch Belagerung:

c) Plünderung nach erfolgreicher Belagerung:

4. Exemplarische Darstellung einer gewöhnlichen Belagerung im Dreißigjährigen Krieg:

5. Magdeburgisierung und der Belagerungsalltag:

6. Verhältnis zwischen dem Militär und der Zivilbevölkerung während einer Belagerung:

III. Schluss:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die verheerende Zerstörung Magdeburgs ("Magdeburgisierung") im Dreißigjährigen Krieg einen allgemeinen Belagerungsalltag darstellte oder eine Ausnahmeerscheinung war. Dabei wird analysiert, wie Kriegsrechte, Augenzeugenberichte und die Realität von Gewalt, Hunger und Plünderung das Verhältnis zwischen Militär und Zivilbevölkerung prägten.

  • Analyse der Kriegsrechte des 17. Jahrhunderts und ihrer Paradoxien hinsichtlich des Schutzes von Nichtkombattanten.
  • Rekonstruktion des Belagerungsalltags anhand zeitgenössischer Augenzeugenberichte aus verschiedenen Städten.
  • Untersuchung der Folgen von Belagerungen für die Zivilbevölkerung (Hunger, Seuchen, soziale Zerstörung).
  • Einordnung der Zerstörung Magdeburgs in den Kontext des allgemeinen Kriegsverhaltens und der zeitgenössischen Presseberichterstattung.

Auszug aus dem Buch

c) Zerstörung von Magdeburg:

„Als nun gedachter maßen durch den General Pappenheim eine ziemliche Anzahl Volkes auf den Wall bei der Neustadt und daherum in die Gassen der Stadt gebracht, auch der von Falckenberg erschossen und das Feuer an allen Enden eingelegt worden, da ist es mit der (um die) Stadt geschehen und alle Resistenz zu spät und vergebens gewesen. Denn ob sich gleich von Bürgern und Soldaten an etlichen Orten etwas wieder gesetzt und zur Wehr gestellt, haben doch die Kaiserlichen indessen immer mehr und mehr Volkes, auch Reiterei genug [weil der Graben auf der Spitze diese Bollwerks noch nicht ausgearbeitet und der neue Wall sehr flach, also dass sie auch darüber in die Stadt reiten können] zu Hilfe gekriegt, endlich das Kröckentor eröffnet und also die ganze Armee der kaiserlichen und katholischen Liga von Hungarn, Kroaten, Polacken, Heyduckn, Italienern, Hispaniarden, Franzosen, Wallonen, Nieder- und Oberdeutschen etc. hier eingelassen. Da ist es geschehen, dass die Stadt mit allen ihren Einwohnern in die Hände und Gewaltsamkeit ihrer Feinde geraten [die denn alle heftig und grausam, teils aus gemeinen Hass gen die augsburgischen Konfessionsverwandten, teils dass man mit Drahtkugeln geschossen und sonst etwa von den Wällen, wie es zu gehen pflegt, geschmälert, erzürnt und erbittert gewesen]. Da ist nichts als Morden, Brennen, Plündern, Peinigen, Prügeln gewesen.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung:: Hinführung zum Thema Magdeburg und der Fragestellung, ob dessen Zerstörung als Standard-Kriegsalltag oder als Ausnahme zu bewerten ist.

II. Hauptteil:: Analyse der historischen Kriegsrechte sowie der Belagerung, Eroberung und der sozialen Folgen des Krieges für Städte.

1. Kodifiziertes Kriegsrecht:: Untersuchung der kaiserlichen Kriegsrechte von 1570 und späterer Articuls-Briefe hinsichtlich ihres (Paradoxen) Schutzes für die Zivilbevölkerung.

2. Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Magdeburg und der Begriff der Magdeburgisierung:: Detaillierte Betrachtung des Falls Magdeburg von der politischen Entscheidung über die Belagerung bis hin zur massiven Zerstörung und dem Aufkommen des Begriffs Magdeburgisierung.

3. Magdeburgs Eroberung: Alltag oder Ausnahmeerscheinung im Dreißigjährigen Krieg?: Vergleich der Magdeburger Ereignisse mit anderen Belagerungen und Auswertung von Söldnertagebüchern sowie Augenzeugenberichten.

4. Exemplarische Darstellung einer gewöhnlichen Belagerung im Dreißigjährigen Krieg:: Synthese der vorangegangenen Analysen zu einem Bild des gewöhnlichen Ablaufs einer Belagerung.

5. Magdeburgisierung und der Belagerungsalltag:: Zusammenfassende Einordnung der Katastrophe von Magdeburg als Ausnahmeerscheinung, die trotz ihrer Schwere als Druckmittel fungierte.

6. Verhältnis zwischen dem Militär und der Zivilbevölkerung während einer Belagerung:: Reflexion über die strukturelle Gefährdung der Zivilbevölkerung durch das Militär und das Versagen ritterlicher Ideale in der Kriegsrealität.

III. Schluss:: Abschließende Bestätigung der Sonderstellung der Magdeburger Ereignisse und Resümee über die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilgesellschaft.

Schlüsselwörter

Dreißigjähriger Krieg, Belagerung, Magdeburg, Magdeburgisierung, Kriegsrecht, Zivilbevölkerung, Söldner, Plünderung, Hunger, Seuchen, Augenzeugenberichte, Kriegsalltag, Militär, Zerstörung, Gewalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die extreme Zerstörung der Stadt Magdeburg im Dreißigjährigen Krieg ein typisches Ereignis des Kriegsalltags war oder eine historische Ausnahmeerscheinung darstellte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des kodifizierten Kriegsrechts, die Dynamik von Belagerungen, das Leid der Zivilbevölkerung durch Hunger und Gewalt sowie die Auswirkungen von Plünderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob die als "Magdeburgisierung" bezeichnete totale Zerstörung eine regelhafte Erfahrung in der Belagerungsgeschichte des Dreißigjährigen Krieges war oder ob sie aufgrund ihres Ausmaßes eine kriegerische Entartung darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Es werden zeitgenössische Kriegsrechte, Tagebuchaufzeichnungen von Söldnern sowie zahlreiche Augenzeugenberichte über verschiedene Belagerungen (z. B. Magdeburg, Nördlingen, Augsburg) miteinander verglichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Rechtslage, eine Fallstudie zu Magdeburg, einen Vergleich mit weiteren Belagerungsszenarien, eine Rekonstruktion des gewöhnlichen Belagerungsalltags und eine Analyse des Verhältnisses zwischen Militär und Zivilgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Dreißigjähriger Krieg, Belagerung, Magdeburgisierung, Kriegsrecht, Zivilbevölkerung, Plünderung und Augenzeugenberichte.

Warum wird das kaiserliche Kriegsrecht von 1570 so hervorgehoben?

Es wird hervorgehoben, weil es als Vorbild für spätere Kriegsregeln diente, aber eine Paradoxie enthielt: Obwohl es offiziell Schutz für Nichtkombattanten vorsah, erlaubte es Kommandanten per Befehl, diese Schutzmaßnahmen jederzeit aufzuheben.

Welche Rolle spielten Hunger und Seuchen in einer belagerten Stadt?

Hunger und Seuchen waren laut den untersuchten Quellen oft weitaus tödlicher als der direkte militärische Beschuss. Sie führten zu massiver Entvölkerung und oft zum völligen sozialen Zerfall der betroffenen Städte.

Wie wurde die "Magdeburgisierung" von Zeitgenossen genutzt?

Die Zerstörung Magdeburgs wurde in der zeitgenössischen Presse als abschreckendes Beispiel instrumentalisiert. Die reine Drohung mit einer "Magdeburgisierung" reichte im späteren Verlauf des Krieges oft aus, um andere Städte zur kampflosen Übergabe zu bewegen.

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Details

Titel
Militär und Gesellschaft während des Dreißigjährigen Krieges
Untertitel
Die Schändung der Jungfrau des Protestantismus: Magdeburg
Hochschule
Universität Münster  (Historisches Seminar)
Note
1,3
Autor
Adrian Hartke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V193968
ISBN (eBook)
9783656194095
ISBN (Buch)
9783656194422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dreißigjähriger Krieg Söldner Magdeburg Magdeburgisierung Krieg Protestantismus Tilly Heer Armee
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adrian Hartke (Autor:in), 2006, Militär und Gesellschaft während des Dreißigjährigen Krieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193968
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Leseprobe aus  25  Seiten
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