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Eine Analyse der Backsteingotik anhand ausgewählter Beispiele: St. Marien zu Lübeck, Klosterkirche Doberan und Chorin, St. Marien zu Prenzlau

Title: Eine Analyse der Backsteingotik anhand ausgewählter Beispiele: St. Marien zu Lübeck, Klosterkirche Doberan und Chorin, St. Marien zu Prenzlau

Scientific Essay , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Adrian Hartke (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Die Backsteingotik wird heute als eigener Stil in der kunstgeschichtlichen Forschung allgemein anerkannt, während sie lange Zeit missachtet wurde. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Backsteingotik von Heimatschutz- und Denkmalpflegeverbänden untersucht, doch der Abriss mehrerer noch ausbaufähiger gotischer Ruinen sowohl in der BRD als auch in der DDR war Zeichen des schwindenden Interesses mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Erst in den 70er Jahren wurde in der BRD und in der DDR die Backsteingotik als wissenschaftliche Thematik wiederentdeckt. Der Kunsthistoriker Nikolaus Zaske lud zu den Greifswalder Backsteinkolloquien ein, deren Ergebnisse neue Ansatzpunkte in der Erforschung der Backsteingotik mit sich brachten. Die Ausstellung „Die Sprache der Steine“ im Jahr 2002 baute darauf auf.
Auf der Basis dieser Forschungslage soll diese Arbeit die Backsteingotik thematisieren. Es soll geklärt werden, mit welcher Begründung und anhand welcher Befunde davon gesprochen werden kann, dass die Backsteinarchitektur sich zu einem eigenen Stil entwickelt hat. Hierzu wird der Einfluss der Hausteingotik auf die Backsteingotik analysiert, in dem an konkreten Beispielen gezeigt wird, welche Möglichkeiten das Material Backstein bot und welche Schwierigkeiten im Umgang mit dem Material zu beachten waren. Die Marienkirche zu Lübeck, die Klosterkirchen zu Bad Doberan und Chorin sowie der Giebel der St. Marienkirche zu Prenzlau sollen hierbei als charakteristische Bauten der Backsteingotik exemplarisch untersucht werden. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die begrenzte Zahl der Beispiele nur einen Einblick in das Themenfeld Backsteingotik bieten kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Die Entstehung der Backsteingotik

2. Materielle und technische Voraussetzungen des Backsteinbaus

3. Beispiele der Backsteingotik

3.1 Marien zu Lübeck

3.2 Grundriss

3.2.1 Außenbau

3.2.2 Innenraum

3.3 Klosterkirche Doberan

3.4 Kloster Chorin

3.5 Der Giebel der St. Marienkirche zu Prenzlau

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Backsteingotik als eigenständigen architektonischen Stil, indem sie analysiert, wie trotz materialbedingter Einschränkungen eine künstlerische Adaptation gotischer Hausteinformen erfolgte. Das primäre Ziel ist es, die Eigenständigkeit und die spezifischen Gestaltungsmöglichkeiten dieses Baustils anhand ausgewählter Bauwerke aufzuzeigen.

  • Entwicklung und historische Einordnung der Backsteingotik.
  • Analyse der materiellen und konstruktiven Voraussetzungen des Backsteinbaus.
  • Untersuchung der Vorbildfunktion gotischer Hausteinkathedralen.
  • Fallstudien zur architektonischen Umsetzung bei ausgewählten Sakralbauten.
  • Die ästhetische Gestaltung durch Formsteine, Farbigkeit und Wandaufbau.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Außenbau

Bestimmt wird die Lübecker Marienkirche von der doppeltürmigen Westfassade, die fast 125 Meter in den Himmel ragt. Die kubische Form verleiht ihr eher einen massigen Charakter, was durch die sparsam verwendeten Zierformen verstärkt wird30. Gekrönt werden die Türme von achtseitigen Helmen, deren Form wohl von dem Paderborner Dom oder der St. Patrokli Kirche in Soest, also aus Westfalen, übernommen wurden. Zudem könnte auch die schlichte Gliederung und die daraus resultierende kubische, massige Bauauffassung Vorbildfunktion gehabt haben31.

Wie die Westfassade, so ist auch das Langhaus durch den Verzicht auf jegliches, schmückendes Beiwerk, wie es für französische Kathedralkirchen in Form von Fialen, Wimpergen und reichlich Maßwerk kennzeichnend ist, durch äußerste Schlichtheit geprägt. Die Kirche muss bewusst in dieser Nüchternheit gehalten worden sein, da das Material Backstein für feingliedrige Maßwerkkonstruktionen eingesetzt werden konnte. Als Vorbild könnte die Hausteinkathedrale von Coutances (um 1220 begonnen) gedient haben. Das schlicht ausgearbeitete Strebesystem stützt den Obergaden des 38,5 m hohen Mittelschiffes, das von den 20,7 m hohen Seitenschiffen flankiert wird32. Die der Höhe des Seitenschiffes entsprechenden Kapellen der Südseite sind unter einem Pultdach zusammengefasst, die Kapellen der Nordseite treten jedoch als Anbauten in Erscheinung.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die wissenschaftliche Wiederentdeckung der Backsteingotik nach einer langen Phase der Missachtung und stellt die Forschungsfrage nach der stilistischen Eigenständigkeit der Backsteinarchitektur.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Entstehung und Materialität sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Beispielbauten wie St. Marien zu Lübeck, Kloster Doberan, Kloster Chorin und Prenzlau.

1. Die Entstehung der Backsteingotik: Es wird erläutert, wie aus der Notwendigkeit heraus, bei fehlenden Natursteinvorkommen auf Backstein auszuweichen, eine eigene Bautradition unter Einfluss gotischer Einflüsse entstand.

2. Materielle und technische Voraussetzungen des Backsteinbaus: Dieses Kapitel beleuchtet die materialbedingten Einschränkungen des Backsteins und zeigt auf, wie diese durch vereinfachte, aber ästhetisch anspruchsvolle Dekorationsformen kreativ kompensiert wurden.

3. Beispiele der Backsteingotik: In diesem zentralen Teil erfolgt eine exemplarische Untersuchung bedeutender Kirchenbauten, um die Adaptation hausteingotischer Motive und die baukonstruktiven Besonderheiten zu demonstrieren.

3.1 Marien zu Lübeck: Die Analyse konzentriert sich auf die Funktion dieses ersten Backsteinbaus Norddeutschlands als Vorbild für kathedralgotische Architektur im Ostseeraum.

3.2 Grundriss: Untersuchung der raumbildenden Elemente und der chortechnischen Lösungen der Lübecker Marienkirche im Vergleich zu französischen und flandrischen Vorbildern.

3.2.1 Außenbau: Beschreibung der massiven, kubischen Wirkung der Westfassade und der schlichten Gestaltung des Langhauses der Marienkirche.

3.2.2 Innenraum: Analyse des zweizonigen Wandaufbaus und der architektonischen Lösung für das fehlende Triforium im Mittelschiff.

3.3 Klosterkirche Doberan: Darstellung der Doberaner Abteikirche als Zisterzienserbau, der einerseits strenge Ordensregeln wahrt, andererseits Kathedralvorbilder adaptiert.

3.4 Kloster Chorin: Untersuchung der filigranen Fassadengestaltung und der technologischen Umsetzung gotischer Formensprache in der Mark Brandenburg.

3.5 Der Giebel der St. Marienkirche zu Prenzlau: Betrachtung des Schaugiebels als technisches Meisterwerk, bei dem das Blendmaßwerksystem die Möglichkeiten der Backsteinproduktion eindrucksvoll zur Geltung bringt.

III. Schluss: Abschließende Würdigung der Backsteingotik als eigenständiger, kulturell prägender Stil, der trotz Anlehnung an die Hausteinarchitektur eine individuelle Eigendynamik entwickelte.

Schlüsselwörter

Backsteingotik, Norddeutschland, Architekturgeschichte, Materialität, Formsteine, Gotik, Hausteinarchitektur, Klosterkirchen, St. Marien Lübeck, Kloster Chorin, Zisterzienser, Wandaufbau, Blendmaßwerk, Backsteinbau, Sakralarchitektur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und architektonische Entwicklung der Backsteingotik im norddeutschen Raum und analysiert deren eigenständige Ausprägung trotz der Vorbildfunktion der gotischen Hausteinkathedralen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die technischen Bedingungen des Backsteinbaus, die kreative Adaptation gotischer Stilelemente in ein neues Material sowie die Analyse markanter Einzelbauten wie Lübeck, Doberan und Chorin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie die Backsteinarchitektur zu einem eigenständigen Stil reifte und mit welchen bautechnischen Mitteln die komplexe Formensprache der Hausteingotik in Backstein umgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine kunsthistorische Analyse, bei der ausgewählte Fallbeispiele exemplarisch untersucht und mit zeitgenössischen Baudenkmälern und Vorbildern verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich nach einer Einleitung in die Entstehungsgeschichte mit den materiellen Limitierungen und Möglichkeiten des Backsteins sowie einer detaillierten Untersuchung von Grundrissen, Fassaden und Innenraumstrukturen an spezifischen Beispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Backsteingotik, Formsteine, Blendmaßwerk, Zisterzienserarchitektur, Materialadaptation und der norddeutsche Hanseraum.

Warum war der Verzicht auf Fenstermaßwerk bei vielen Bauten notwendig?

Die feingliedrigen, statisch anspruchsvollen Strukturen des Maßwerks aus Haustein ließen sich aufgrund der kleineren Teilstücke und der spezifischen Brenneigenschaften von Backstein nicht ohne Weiteres übernehmen, was zu neuen Lösungen wie Blendmaßwerksystemen führte.

Welche Rolle spielten die Zisterzienser bei der Entwicklung dieses Stils?

Die Zisterzienser prägten den Stil durch ihre spezifischen Bauregeln, die oft eine gewisse Schlichtheit und Strenge einforderten, was jedoch in der Backsteingotik durch virtuose Gestaltung an Giebeln und Portalen kompensiert wurde.

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Details

Title
Eine Analyse der Backsteingotik anhand ausgewählter Beispiele: St. Marien zu Lübeck, Klosterkirche Doberan und Chorin, St. Marien zu Prenzlau
College
University of Münster  (Institut für Kunstgeschichte)
Grade
1,0
Author
Adrian Hartke (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V193971
ISBN (eBook)
9783656198741
ISBN (Book)
9783656200635
Language
German
Tags
Prenzlau Doberan Chorin Backsteingotik Gotik Backstein Norddeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adrian Hartke (Author), 2005, Eine Analyse der Backsteingotik anhand ausgewählter Beispiele: St. Marien zu Lübeck, Klosterkirche Doberan und Chorin, St. Marien zu Prenzlau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193971
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