Was mit dem Begriff des Web 2.0 Anfang des neuen Jahrtausends durch die Veränderung
der Internetkultur, von der einfach Konsumierung der Webinhalte hin zur einfachen
Produktion von Webinhalten durch Nutzer, geprägt wurde, hat heutzutage in
Social Media seine Perfektion gefunden. Die Nutzerzahlen der Social Media steigen
stetig an und die Funktionalitäten, die in den verschiedenen Kanälen möglich sind,
werden ebenfalls immer vielfältiger. Laut dem 2010 erschienenen Wave 5 Report erleben
Social Media ein Wachstum rund um den Erdball. Demnach verzeichnen soziale
Netzwerke pro Tag rund anderthalb Milliarden Besuche, wobei 64,5% der Webnutzer
Blogs lesen und knapp 35% Mikroblogging-Dienste benutzen. Auch die ARD/ZDF Onlinestudie
2011 kommt zu ähnlichen Ergebnissen der insgesamt steigenden Nutzung
verschiedener Social Media Angebote im Vergleich zu den Vorjahren.
Längst hat der Gedanke des Web 2.0 auch Einzug in die Geschäftswelt gefunden, indem
die Unternehmen das Potential aber auch die drohende Gefahr erkannt haben,
welche sich in frei erstellbaren Nutzerbeiträgen im Web verbergen können. Nutzer
können somit ihre Meinung über Unternehmen, Marken und Services frei äußern, ohne
ein tiefgreifendes technisches Verständnis über Webprogrammierung besitzen zu
müssen. Dieses Merkmal kann Chance und Gefahr gleichzeitig für Unternehmen bedeuten.
Aus diesem Grund hat sich in der Außendarstellung von Unternehmen und
dem Marketing ein neues Forschungsfeld etabliert, welches die Vermarktung eines
Unternehmens, eines Produkts oder eines Services mit Hilfe der Social Media Kanäle
und ihrer Nutzer zum Gegenstand hat: das Social Media Marketing. Marketing mit
Social Media verbindet kleine und große Unternehmen mit einem breiten Publikum an
Multiplikatoren und Konsumenten. Durch Social Media Marketing können Unternehmen
Traffic, Kunden und Marktbekanntheit hinzugewinnen, indem Meinungen der Nutzer
abgefragt und beeinflusst werden.
Doch wo heutzutage professionelles Marketing betrieben wird, sind ebenso Investitionen
erforderlich, um die festgelegten Marketingziele zu erreichen. Dies gilt somit auch für das Social Media Marketing. An der Stelle, an der Investitionen getätigt werden,
müssen jedoch auch Erfolge messbar werden, um im betriebswirtschaftlichen Sinne
den Nutzen der Investition beurteilen zu können. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des B2B-Geschäfts
2.1 Charakteristik des B2B-Markts
2.2 Geschäftsbeziehungsmanagement im B2B-Bereich
2.3 B2B-Marketing
3. Social Media als neue Märkte
3.1 Begriffserklärung Social Media
3.2 Social Media Kanäle
3.2.1 Blogs
3.2.2 Mikroblogs
3.2.3 Soziale Netzwerke
3.2.4 Sharing Dienste
3.2.5 Sonstige Kanäle
4. Social Media Marketing für B2B-Unternehmen
4.1 Charakteristik des Social Media Marketings
4.2 Möglichkeiten des Social Media Marketings
4.3 Geeignete Kanäle für den B2B-Bereich
5. Wertbeitrag von Social Media Marketing im B2B-Bereich
5.1 Social Media Monitoring
5.1.1 Merkmale des Social Media Monitorings
5.1.2 Kennzahlen des Social Media Monitorings
5.1.3 Grenzen des Social Media Monitorings
5.2 Return on Invest
5.2.1 Besonderheiten des Social Media ROI
5.2.2 Berechnung des Social Media ROI – ein Versuch
5.2.3 Kundenwert und Markenwert als mögliche Determinanten der Social Media Erfolgsmessung
5.2.3.1 Kundenwert
5.2.3.2 Markenwert
5.2.3.3 Kunden- und Markenwert in der quantitativen ROI Betrachtung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Masterthesis untersucht, inwiefern B2B-Unternehmen Social Media Marketing einsetzen können, welche strategischen Ziele dabei verfolgt werden und wie der Wertbeitrag sowie der Return on Invest (ROI) dieser Aktivitäten im B2B-Kontext messbar gemacht werden können.
- Grundlagen des B2B-Geschäfts und Marketings
- Analyse verschiedener Social Media Kanäle und deren Eignung für B2B-Unternehmen
- Einsatzmöglichkeiten von Social Media Marketing zur Zielerreichung
- Methoden des Social Media Monitorings zur Erfolgsmessung
- Berechnungsansätze und Determinanten für den Social Media ROI
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Blogs
Der Blog (Kurzform für Weblog) stellt eine Art elektronisches Tagebuch dar, das von privaten aber auch kommerziellen Nutzern geführt wird. Ein Blog ist auf den ersten Blick eine regelmäßig aktualisierte Webseite mit chronologisch sortierten Beiträgen, beginnend mit dem aktuellsten auf der Startseite, dem ältere Beiträge folgen. Blogs können als persönlich gefärbte Journale betrachtet werden, die meistens von Einzelpersonen geführt werden und häufig tagesaktuelle Themen zum Gegenstand haben. Die Community entsteht hier durch die Vernetzung der einzelnen Blogs, denn alle Inhalte sind in der Regel durch Links mit anderen Webseiten verknüpft und können unmittelbar durch den Leser kommentiert werden.
Blogs werden auch als eigentlicher Kern des Web 2.0 bezeichnet, weil sich hier alle wesentlichen Merkmale des neuen Webs vereinen: Private Menschen schreiben zum Teil über Persönliches, die Technologie ist kostenlos und einfach zu bedienen, Inhalte anderer Anbieter können problemlos integriert werden, durch Kommentare bildet sich ein Dialog und die starke Vernetzung der Blogs untereinander fördert die virale Verbreitung von Nachrichten.
Für Unternehmen sind Blogs von zentraler Bedeutung, denn hierüber können heute Informationen über Unternehmen oder Marken innerhalb kürzester Zeit verbreitet, diskutiert und weiter entwickelt werden. Darin und in der Tatsache, dass ein Unternehmen diese Art der Kommunikation kaum noch steuern oder kontrollieren kann, liegt die Besonderheit der sozialen Kommunikation im Web.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Web 2.0 und die Relevanz des Social Media Marketings, eingebettet in die Thematik der Erfolgsmessung bei B2B-Unternehmen.
2. Grundlagen des B2B-Geschäfts: Charakterisierung des B2B-Marktes, seiner Segmentierung und der spezifischen Anforderungen an das Geschäftsbeziehungsmanagement und Marketing.
3. Social Media als neue Märkte: Definition und Kategorisierung der Social Media Welt, einschließlich der Vorstellung spezifischer Kanäle wie Blogs, Mikroblogs und Netzwerke.
4. Social Media Marketing für B2B-Unternehmen: Analyse der strategischen Ausrichtung des Social Media Marketings und Bewertung, welche Kanäle für den B2B-Einsatz besonders zielführend sind.
5. Wertbeitrag von Social Media Marketing im B2B-Bereich: Untersuchung der Messbarkeit durch Social Media Monitoring sowie Diskussion von Herausforderungen und Methoden zur Bestimmung des Return on Invest (ROI).
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Potenziale für B2B-Unternehmen und kritische Einschätzung der aktuellen Möglichkeiten zur monetären Erfolgsmessung im Social Media Bereich.
Schlüsselwörter
Social Media Marketing, B2B-Marketing, Return on Invest, ROI, Social Media Monitoring, Geschäftsbeziehungsmanagement, Kundenwert, Markenwert, Web 2.0, Online-Reputation, Erfolgskennzahlen, Unternehmenskommunikation, Leadgenerierung, Marktbekanntheit, Community
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten und den Wertbeitrag von Social Media Marketing speziell für B2B-Unternehmen und wie diese Aktivitäten messbar gemacht werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf B2B-Grundlagen, die verschiedenen Social Media Kanäle, Strategien im Social Media Marketing, sowie Methoden des Monitorings und der ROI-Berechnung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine argumentierte Position zur Messbarkeit des Zielerreichungsgrads und des finanziellen Returns on Invest bei Social Media Aktivitäten im B2B-Bereich zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Charakterisierung der B2B-Besonderheiten und den Vergleich verschiedener existierender Messmethoden und Kennzahlen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des B2B-Marktes, die Vorstellung von Social Media Kanälen, die Ableitung geeigneter Instrumente für das B2B-Marketing sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Erfolgsmessung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie B2B-Marketing, ROI, Social Media Monitoring, Kundenwert und Markenwert definiert.
Warum ist die ROI-Messung im B2B-Bereich so schwierig?
Im Gegensatz zum B2C-Geschäft gibt es im B2B-Bereich oft längere, persönliche Geschäftsbeziehungen statt direkter Online-Verkäufe, was eine eindeutige Zuordnung von Social Media Maßnahmen zu Umsätzen erschwert.
Welche Rolle spielt der "Markenwert" bei der Erfolgsmessung?
Der Markenwert dient als Determinante für die Erfolgsmessung, da er psychologische Faktoren wie Bekanntheit und Imagebildung umfasst, die als wichtige Ziele des Social Media Marketings im B2B-Bereich identifiziert wurden.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Messbarkeit?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass aktuell aufgrund fehlender Industriestandards eine eindeutige quantitative Messung des ROI schwer möglich ist, plädiert jedoch für die Betrachtung der Steigerung von Marken- und Kundenwert als monetäre Indikatoren.
- Quote paper
- Christina Meyer (Author), 2012, Social Media Marketing im B2B-Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193987