Martin Luthers Wirken auf die Entwicklung des Deutschen

Ausgewählte Aspekte


Seminararbeit, 2006

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einführung in die Thematik

2 Luthers Biographie in Kurzfassung

3 Luthers vorteilhafte Ausgangsbedingungen
3.1 Sprachliche Voraussetzungen
3.2 Die Erfindung und Verbreitung des Buchdrucks
3.3 Der Ablasshandel

4 Zur sprachgeschichtlichen Bedeutung Martin Luthers
4.1 Stufen der Sprachentwicklung unter Einbeziehung des Wirken Luthers
4.1.1 Der nationale Aspekt
4.1.2 Der soziale Aspekt
4.1.3 Der regionale Aspekt
4.2 Gründe für die Entwicklung einer einheitlichen Volkssprache
4.3 Entstehung einer einheitlichen Schriftsprache und das Durchsetzen der Luthersprache
4.4 Entstehung und Verbreitung Luthers Schriften

5 Luthers Übersetzungs- und Schreibpraxis
5.1 Bibelübersetzung
5.1.1 Grundlagen und Besonderheiten
5.1.2 Textproben aus der Bibel
5.2 Martin Luthers Sendschreiben „An die Burgermeyster“ (1524)
5.2.1 Orthographie Luthers
5.2.2 Das Vokal- und Konsonantensystem Luthers

6 Zusammenfassende Betrachtungen

7 Literaturverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

Die Sprache ist einer der grundlegendsten Bausteine einer Gemeinschaft. Wir müssen uns fragen, wo wir heute wären, wenn es keine einheitliche deutsche Sprache gäbe. Wäre ein modernes Zusammenleben überhaupt möglich und würden Begriffe wie Kultur, Zusammengehörigkeit und Nationalität überhaupt existieren? Ohne eine einheitliche Sprache könne es kein einheitliches Volk geben. Diese Ansicht teilte einer der bedeutendsten Mitbegründer der deutschen Sprache: Martin Luther. Es gibt viele Kritiker, die behaupten, auch ohne Luthers Einfluss wäre das deutsche Volk zu einer einheitlichen Sprache gelangt.

Kann ohne Weiteres der Behauptung zugestimmt werden, dass die Bibelübersetzung durch Luther und die damit einhergehenden Wandlungen und Neuerungen in der Schriftsprache keinen Einfluss auf die Entstehung einer einheitlichen deutschen Sprache hatten?

Sprache an sich ist keine feste Einheit; sie ist stets dem Wandel der Zeit unterworfen. Die Sprache verändert sich durch vielerlei Einflüsse. Doch, dass gerade Martin Luther zur Entstehung einer einheitlichen Sprache und damit in erster Linie einer gängigen Schriftsprache erheblich beigetragen hat, wird im Rahmen dieser Arbeit zu beweisen versucht. Anhand eines kurzen Einblickes in die Biographie Martin Luthers, der Beleuchtung sprachlicher Voraussetzungen und der näheren Betrachtung seiner wichtigsten Schöpfungen wird versucht seine sprachgeschichtliche Bedeutung zu belegen.

2 Luthers Biographie in Kurzfassung

Martin Luther[1] wird am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Luthers Vater Hans Luder siedelt 1484, kurz nach Luthers Geburt, mit Frau Margarethe und den Kindern von Eisleben nach Mansfeld. Er pachtet dort ein Hüttenwerk und versucht die Existenz der Familie durch die Beteiligung im Kupferbergbau zu verbessern. Mit Erfolg, denn bereits 1491 zählt die Familie zu den Angesehensten der Stadt Mansfeld. Nachdem Martin Luther die Lateinschule besucht hatte, geht er 1497 für ein Jahr an die Domschule „Brüder vom gemeinsamen Leben“ nach Magdeburg. Ein Jahr später tritt er in die Pfarrschule St. Georg in Eisenach ein. Luther kann während dieser Zeit in Eisenach ausgezeichnete Lateinkenntnisse erwerben. Die gute finanzielle Situation der Familie erlaubt es ihm 1501 ein Studium an der Universität in Erfurt zu beginnen. Dort ist das Leben klösterlich streng geregelt. Die Lehrer vermitteln ihren Schülern vordergründig die Kenntnisse der Moralphilosophie. Luther erhält 1502 das Bakkalaureat, den ersten akademischen Grad, und wird 1505 Magister. Gegen den Wunsch seines Vaters, er solle ein Rechtsstudium beginnen, gelobt Martin Luther (aufgrund von Todeserfahrungen eines Gewittererlebnisses[2] ) Mönch zu werden. Er begibt sich 1505 in das Augustinerkloster in Erfurt, in dem er ein Jahr später sein Mönchsgelübde ablegt. Im Jahr 1507 wird Luther in Erfurt zum Priester geweiht. Danach beginnt er mit dem Theologiestudium und studiert zusätzlich die Scholastik, beschäftigt sich mit den Ideen der Humanisten und widmet sich der Lehre der griechischen und hebräischen Originale der Bibel. Luther, 1512 Doktor der Theologie[3] geworden, übernimmt im folgenden Jahr eine Bibelprofessur an der Wittenberger Universität „Leucorea“. Diese Zeit wird durch ein starkes Ringen um religiöse Einsicht bestimmt, was ihn dazu veranlasst, ab dem Jahr1514 als Prediger der Stadtkirche an die Öffentlichkeit zu treten. Als Prediger sorgte er unter anderem für das Seelenheil seiner Gemeinde und musste schnell feststellen, dass etliche Menschen anstatt Sünden in der Beichte zu büßen Ablassbriefe erwarben. Die Praxis des Ablasshandels, mit der Gläubige Seelenheil erkauften, ist gegen Luthers Überzeugung. Am 31.Oktober 1517 verfasst Luther ein Schreiben an seine kirchlichen Vorgesetzten und hoff damit den Missstand beheben zu können. Dem Brief legt er 95 Thesen[4], als Grundlage einer Disputation, bei. Die Bischöfe berichten daraufhin dem Papst vom Aufständischen und mahnen Luther Mäßigung. Durch diesen Druck sieht sich Luther genötigt, seine Thesen durch weitere Schriften zu erläutern. Hierauf reagiert die Kirche drastisch und eröffnet in Rom 1518 den Ketzerprozess gegen Martin Luther. Vom Papst bereits gebannt wird Luther 1521 vom Kaiser Karl dem V. nach Worms[5] geladen. Dort soll Luther seine Lehren widerrufen. Da er keinen Beweis gegen seine Thesen sieht, widerruft Luther nicht. Vom Kaiser geächtet, tritt er am 25. April die Heimreise an. Während dieser Fahrt lässt der Kurfürst Friedrich der Weise - ein Anhänger Luthers- Luther entführen und auf die Wartburg[6] bringen, um die Sicherheit des Reformators zu gewährleisten. So hatte die reformatorische Bewegung Zeit sich zu stärken. Innerhalb weniger Wochen entsteht auf der Wartburg die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche. Im Jahr 1522 erscheint Luthers Übersetzungswerk als so genanntes Septembertestament. Die Übersetzung des Alten Testaments[7] vollzieht sich später in mehreren Teilen, bis im September 1534 der Druck der gesamten Lutherbibel in hochdeutscher Sprachform vorliegt. Luther kehrt am 6. März 1522 nach Wittenberg zurück und bringt mit Hilfe von Predigten die reformatorische Bewegung, die seiner Meinung nach ins Radikale ausartete, wieder auf eine gemäßigte Linie. Im Zeitraum von 1522 bis 1524 führt Martin Luther zahlreiche Predigtreisen in ganz Mitteldeutschland durch, um das Evangelium zu verkünden. Am 13. Juni 1525 heiratet Martin Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Der Ehe entstammen sechs Kinder. Die darauf folgenden Jahre verbringt Luther mit der Neuordnungen des Kirchen- und Gemeindewesens. In seinen letzten Lebensjahren kämpft der Reformator[8] mit verschiedenen körperlichen Erkrankungen. Doch war Luther in diesen Jahren nicht weniger tatkräftig. In seinen Schriften zeigten sich allerdings vermehrt Resignation und die Neigung zum Jähzorn. So verschlechtert sich sein Verhältnis zu Andersgläubigen (hauptsächlich Juden) und er verurteilt all diejenigen, welche sich nicht bekehren ließen. Trotz diverser körperlicher Leiden setzt er seine Predigttätigkeit und Lehrtätigkeiten an der Wittenberger Universität sowie den Kampf gegen die Feinde der Reformation fort. Am 17. Januar 1546 bricht der Reformator zu seiner letzten Reise nach Eisleben auf, um dort Streitigkeiten in der Mansfelder Grafenfamilie zu schlichten. Luther ist nunmehr zu schwach, um nach Wittenberg zurück zukehren und stirbt schließlich am 18. Februar 1546 in Eisleben. Am 22. Februar wird Martin Luther in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt und findet hier seine letzte Ruhe.

3 Luthers vorteilhafte Ausgangsbedingungen

3.1 Sprachliche Voraussetzungen

Luthers Eltern stammten aus Möhra und Eisenach am Rand des Thüringer Waldes (ostmitteldeutsches Sprachgebiet). Vor seiner Geburt zogen sie nach Eisleben am Rand des Harzes und siedelten ein Jahr später nach Mansfeld über (niederdeutsches Sprachgebiet). In Mansfeld besuchte Luther im Alter von fünf Jahren die dortige Lateinschule und erwarb hervorragende Kenntnisse der lateinischen Sprache. Der Weg Luthers führte ihn auch nach Magdeburg, wo er ein Jahr die Domschule besuchte. Luther hatte also bis zu seinem 15. Lebensjahr das heimische Thüringisch seiner Eltern zu Hause aufgenommen, hingegen in der Schule das Niederdeutsche seiner Schulfreunde gehört und gesprochen. Die Erfahrung der Mittellage, d.h. seine Herkunftsorte und die Wirkungsorte im ostmitteldeutschen und niederdeutschen Grenzgebiet, trug wesentlich zur vielfältigen Spracherfahrung und seine späteren Sprachwirkung bei. Zudem erhielt Martin Luther an der Universität Erfurt eine gute Ausbildung in den Bereichen Grammatik, Rhetorik, Logik und Philosophie. Die Erfahrung mit den verschiedenen Variationen des Deutschen und die erworbenen Kenntnisse an der Erfurter Universität sollten in seinem späteren Leben von Vorteil sein. Luthers Sprachmächtigkeit hat ihn aber nicht zum alleinigen Schöpfer der niederdeutschen Schriftsprache erhoben, dies vermag ein einzelner Mensch nicht zu erreichen. Doch hat er wie kein anderer vor ihm die Entwicklung entschieden vorangetrieben. Luther war daran gelegen eine Emanzipation der Volkssprache sowie die Vereinheitlichung ihrer äußeren Gestalt zu erlangen. Letzteres vollzog er in mehreren Stufen, denn anfänglich scheint seine Schriftsprache landschaftsgebunden und nicht einheitlich zu sein. Dann bedient er sich zunehmend einer ostmitteldeutschen-ostoberdeutschen Schreibform, von der er 1533 in seinen Tischreden spricht: „ Ich habe keine gewisse sonderliche eigene Sprache im Deutschen, sondern brauche der gemeinen deutschen Sprache, das mich beide, Ober- und Niederländer, verstehen mögen. Ich rede nach der Sechsischen Cantzlei, welcher nachfolgen alle Fürsten und Könige in Deutschland. Alle Reichstete, Fürstenhöfe schreiben nach der sechsischen und unsers Fürsten Cantzelei, darumb ists auch die gemeinste deutsche Sprache. Keiser Maximilian und Kurfürst Friedrich, Herzog zu Sachsen, haben im römischen Reich die deutschen Sprachen also in gewisse Sprache gezogen.[9]. Luther hat seine Sprache selbst mit der Sächsischen Kanzlei identifiziert und die Kanzleisprache als seine Norm hingestellt, weil diese als ein anerkanntes Muster galt und, da sich an diese anknüpfen ließ. Luther bediente sich also der Sprache der Sächsischen Kanzlei und brachte in diese von Zeit zu Zeit Änderungen ein. Hierbei zeigen seine deutschen Texte drei Grundtendenzen der Verbesserung: die Beseitigung von Doppelformen, eine größere Konsequenz in Rechtschreibung und Flexion und die Beseitigung landschaftlich begrenzter Formen. Luther ist demnach nicht als Erfinder der einheitlichen deutschen Schriftsprache anzusehen; er prägte sie vielmehr entscheidend. Diese bewirkt den überregionalen Durchbruch Luthers Sprachgestalt[10].

3.2 Die Erfindung und Verbreitung des Buchdrucks

Der Buchdruck beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der Gesellschaft im späten Mittelalter, dem Zeitalter rapider technologischer Entwicklungen. Die Erfindung Gutenbergs wirkte sich auf den kulturellen und technischen Fortschritt aus. Der Buchdruck kam vorwiegend dem Bedürfnis der Menschen nach religiöser Bildung zugute. Das religiöse Bedürfnis war zu Luthers Zeit unersättlich, d.h. Wallfahrten, Heiligenverehrung und Wunderglaube standen damals bei der Gesellschaft hoch im Kurs. Diese Tatsache führte u.a. zu einem hohen Interesse an religiöse Lektüre. Vor der Erfindung des Buchdrucks war das Vervielfältigen bzw. Abschreiben von Texten per Hand gang und gäbe. Doch damit konnte bei weitem dem stetig steigenden Bedarf an Lektüre nicht gerecht werden. Johannes Gutenbergs Erfindung, mit austauschbaren Metalllettern Texte nach Belieben vervielfältigen zu können, läutete eine neue Ära ein. Der Buchdruck ermöglichte es zahlreiche und identische Exemplare von Texten anfertigen zu lassen, wodurch auch neue Textsorten wie Flugschriften und gewisse Vorformen von Zeitungen entstanden. Diese neuen Textsorten zielten insbesondere darauf ab, eine breite Masse zu erreichen und bestimmte Reaktionen (öffentliche Diskussionen) hervorzurufen. Zur rasanten Ausbreitung des Buchdrucks trugen bestimmte Bedingungen bei[11]. Auch Luther diente der Buchdruck erheblich, insbesondere bei der Verbreitung seiner Schriften. In Luthers berühmten „Tischreden“ weist Luther u.a. auch ausdrücklich auf die Verbreitung der reformatorischen Lehre durch den Buchdruck hin: „Die hohen Wohltaten der Buchdruckerei sind mit Worten nicht auszusprechen. Durch sie wird die Heilige Schrift in allen Zungen und Sprachen eröffnet und ausgebreitet, durch sie werden alle Künste und Wissenschaften erhalten, gemehrt und auf unsere Nachkommen fortgepflanzt (...) .“[12]. Durch Flugschriften, Predigttexte, Kirchenlieder und seine Bibelübersetzung ins Deutsche gelangten Luthers Überzeugungen ins ganze deutsche Land. Die Reformation, so wie sie stattfand und ablief, wäre ohne die Erfindung des Buchdrucks undenkbar gewesen. Die Präsenz von Luthers Schriften auf dem Buchmarkt und die Tatsache, dass weitere Autoren, Luthers Schriftsprache in ihre Werke involvierten, beeinflusste die deutsche Sprachbildung erheblich. Demzufolge war auch die Erfindung des Buchdrucks an der Entstehung einer einheitlichen hochdeutschen Schriftsprache beteiligt.

3.3 Der Ablasshandel

An der Wittenberger Stadtkirche predigte Luther seit dem Jahr 1514. Es ging ihm insbesondere um das Seelenheil seiner Gemeinde. Luther nahm in seiner Predigttätigkeit die Aufgabe sehr ernst, den Menschen den einzig richtigen Weg zur Erkenntnis von Gottes Willen aufzuzeigen. Auch sah er sich dazu verpflichtet denjenigen, die vom rechten Glaubensweg abgekommen sind, Hilfe zu leisten und ihnen zum rechten Glauben zu verhelfen. Luthers Auffassungen vom Erlangen des Seelenheils kollidierten mit dem Ablasswesen der katholischen Kirche. Ab dem Jahr 1517 blieben die Wittenberger Bürger zunehmend der Beichte fern und strömten stattdessen in naheliegende Städte wie Zerbst und Jüterbog, um dort Ablassbriefe zu erwerben und sich somit von ihren Sünden frei zu kaufen. Das war gegen die Überzeugungen des Predigers Martin Luther. Seiner Anschauung nach, musste ein Sünder[13] Gott lieben und deshalb die Reue seiner begangenen Sünden ein Leben lang ertragen. Im Gegensatz dazu versprach die Kirche den Menschen sich von diesen Sünden freikaufen zu können ohne Reue und Buße begehen zu müssen.

Das Ablasswesen entstand bereits weit vor Luthers Zeit, doch war er derjenige, der den Ablasshandel als ein brisantes, problematisches Thema deklarierte und damit viel Aufmerksamkeit erregte. Der Ablass hatte sich in einem jahrhundertlangen Prozess im Zusammenhang mit dem Bußsakrament ausgebildet. Die frühere Verfahrensweise, der Sünder müsse bereuen, dies dem Priester kundtun, um von ihm die Absolution und eine Sündenstrafe zu erhalten, wurde in dem Sinn ersetzt, dass durch den Erwerb von Ablassbriefen diese Strafe getilgt werden konnte. Im späten Mittelalter artete das Ablasswesen in finanzpolitische Transaktionen aus. Die Kirche finanzierte sich zunehmend durch die eingenommenen Mittel des Ablasshandels.

In der Region um Wittenberg zog der Dominikaner Johann Tetzel durch die Städte und vertrieb Ablassbriefe. Über Tetzel kamen bald Gerüchte auf, man könne beispielsweise bei ihm Ablass für die Sünden Verstorbener oder für Sünden, die erst zukünftig begangen werden, erlangen. Diese Gerüchte erhöhten den Ablasskauf enorm. Mit solch einer von Tetzel verbreiteten Ablassvorstellung wurde Luthers Auffassung von Buße schier verhöhnt. Dies war für Luther der Auslöser, sich nicht nur in Predigten gegen den Ablasshandel auszusprechen, sondern sich vor allem an die Verantwortlichen zu wenden. Luther verfasste Briefe an seine kirchlichen Vorgesetzten, welchen er 95 Thesen beilegte. Diese Thesen stellen kritische Fragen zur Praxis des Ablasshandels ohne jedoch den Ablass oder die Kirche in Frage zu stellen. Außer an diese kirchlichen Vorgesetzten sandte Luther die Thesen nur wenigen Freunden. Ohne es beabsichtigt zu haben, verbreiteten sich dadurch seine Thesen unaufhaltsam. In Abschriften gelangten sie zunächst nach Leipzig und Basel, wo sie noch im selben Jahr in Druck gingen und rasant in ganz Deutschland verbreitet wurden. Mit der Verbreitung der Thesen in Deutschland wurde die Auffassung Luthers zum Ablass immer brisanter. Auch gewann er eine beträchtliche Anhängerschaft[14] und einem hohen Bekanntheitsgrad. Dies geschah nicht zuletzt dadurch, dass aus Humanistenkreisen stammende Gelehrte Luthers Ideen begeistert aufgriffen und weiterverbreiteten. Der Ablasshandel kann in dem Sinn als günstige Ausgangsbedingung für Luther angesehen werden. Er konnte dadurch wirken, seine Popularität schlagartig steigern, wurde deutschlandweit bekannt und die erfolgreiche Verbreitung seiner 95 Thesen war Ausgangspunkt für die Erfolge späterer Werke Luthers.

[...]


[1] Anmerkung: geboren als Martin Luder; er nennt sich später Luther.

[2] vgl. Fläschendräger (1989), S. 10.

[3] vgl. Genthe (1996), S. 46-50.

[4] vgl. Fläschendräger (1989), S. 20- 25.

[5] vgl. ebenda, S. 44.

[6] vgl. ebenda, S. 49.

[7] vgl. ebenda, S. 51- 52.

[8] vgl. Fläschendräger (1989), S. 74.

[9] vgl. Wolf (2001).

[10] vgl. Schmidt (2000).

[11] Anmerkung: z.B. war in Handelsstädten der Absatzmarkt maßgeblich beteiligt und in Bischofsstädten trug der steigende Bedarf an Büchern seinen Teil dazu bei.

[12] vgl. http://www.gutenbergdigital.de/gudi/dframes/texte/framere/wirk_2.htm

[13] vgl. Paulus, S. 277.

[14] vgl. Paulus, S. 316.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Martin Luthers Wirken auf die Entwicklung des Deutschen
Untertitel
Ausgewählte Aspekte
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Germanistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V193993
ISBN (eBook)
9783656197195
ISBN (Buch)
9783656197720
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin Luther, Deutsch, Sprache, Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache, Analyse Bibelübersetzung, Übersetzungspraxis, Schreibpraxis, Orthographie, Konsonantensystem, Vokalsystem, Stufen der Sprachentwicklung, Luthersprache
Arbeit zitieren
Karolin Flügel (Autor), 2006, Martin Luthers Wirken auf die Entwicklung des Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193993

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