Der protestantische (Kur-)Fürst Moritz von Sachsen (1521-1553) war einer der wichtigsten Verbündeten, aber auch Gegenspieler Kaiser Karls V. im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er steht exemplarisch für ein wachsendes reichsfürstliches Selbstbewusstsein, welches sich im Zuge der sich verbreitenden Reformation entwickelt und religiöse Ansprüche mit machtpolitischem Kalkül verbindet, um die eigene Herrschaft zu stärken und zu verteidigen.
Ziel dieser Arbeit soll sein, Moritz von Sachsens Rolle in der Zeit von 1546-1552 aufzuzeigen. Der Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Kaiser Karl V.
Nach einer Darstellung des Forschungsstandes und einer kurzen Vorstellung der verwendeten Quellen beginnt der Hauptteil mit der Beleuchtung von Moritz´ Rolle beim Regensburger Reichstag von 1546. Dort begann Karl V. im Geheimen die Verhandlungen mit potentiellen Verbündeten für den Schmalkaldischen Krieg, von denen Moritz der wichtigste ist. Die Positionen und Intentionen beider Seiten werden untersucht und Gründe für den Vertragsabschluss aufgezeigt.
Der nächste Abschnitt befasst sich mit Moritz´ Rolle im Schmalkaldischen Krieg, besonders im Sachsenfeldzug gegen seinen Vetter Johann Friedrich I., nach dessen Ende Moritz sich langsam von Karl V. abzuwenden beginnt.
Der dritte Teil schildert die Situation des „Geharnischten Reichstags“ zu Augsburg 1547/48, auf dem der Kaiser auf dem Höhepunkt seiner Macht im Reich stand und die konfessionelle Spaltung durch die Zwischenreligion des „Augsburger Interims“ zu lösen versucht. Hier wird wieder Moritz´ Widerstand gegen die Oktroyierung des Interims und seine wachsende innere Distanzierung von Karl V. und der katholischen Seite dargestellt.
Der anschließende Punkt beschreibt die Zeit zwischen 1548 und 1552, in der Moritz´ "Widerstand im Geheimen" gegen Karls Politik sich langsam konkretisiert: durch den Befreiungsversuch seines gefangenen Vetters Philipp v. Hessen, den Bruch mit Karl durch das Bündnis mit Magdeburg, den Vertrag mit dem französischen König Heinrich II. und die Allianz der protestantischen Reichsfürsten im Vertrag von Torgau, an deren Spitze Moritz sich nun setzte.
Der finale Abschnitt beleuchtet Moritz´ tragende Rolle im Fürstenaufstand von 1552 gegen Karl. Beginnend mit dem Einfall in Süddeutschland und Tirol, die anschließende Flucht und Demütigung Karls und Moritz´ Rolle als Fürher der Vertragsverhandlungen in Linz und Passau, aus denen schließlich der Passauer Vertrag hervorgeht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand und Quellen
- Die Rolle Moritz von Sachsens vom Regensburger Reichstag bis zum Passauer Vertrag
- Regensburger Reichstag
- Schmalkaldischer Krieg
- Geharnischter Reichstag
- 1548-1552
- Fürstenaufstand
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Rolle des Herzogs Moritz von Sachsen in der Zeit von 1546 bis 1552, insbesondere seine Beziehungen zum Kaiser Karl V. Der Fokus liegt auf Moritz' Entscheidungen und Strategien im Kontext der Konflikte zwischen dem Kaiser und den protestantischen Fürsten.
- Die Machtpolitik des Herzogs Moritz von Sachsen im Spannungsfeld zwischen Reformation und Reichspolitik
- Die Dynamik des Verhältnisses zwischen Moritz von Sachsen und Kaiser Karl V., von der Bündnispolitik bis zum Bruch
- Der Einfluss Moritz von Sachsens auf die Entwicklung des Schmalkaldischen Krieges
- Moritz von Sachsens Rolle im Fürstenaufstand von 1552 und seine Bedeutung für den Passauer Vertrag
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Person Moritz von Sachsen und seinen Bedeutung im Kontext des 16. Jahrhunderts vor. Sie skizziert das Spannungsfeld zwischen religiösen und machtpolitischen Interessen, das Moritz' Handeln prägte. Das zweite Kapitel behandelt den Forschungsstand und die wichtigsten Quellen zur Biographie von Moritz von Sachsen.
Der Hauptteil der Arbeit beleuchtet die Rolle von Moritz von Sachsen in verschiedenen wichtigen Phasen des 16. Jahrhunderts. Das dritte Kapitel analysiert den Regensburger Reichstag, an dem die ersten Verhandlungen zwischen Karl V. und seinen Verbündeten stattfanden, zu denen Moritz von Sachsen gehörte. Im vierten Kapitel wird der Schmalkaldische Krieg und Moritz' Taktiken im Sachsenfeldzug gegen seinen Vetter Johann Friedrich den Großmütigen untersucht. Das fünfte Kapitel beschreibt die Situation des "Geharnischten Reichstags" von 1547/48 und Moritz' Widerstand gegen die Durchsetzung des "Augsburger Interims". Das sechste Kapitel befasst sich mit der Periode zwischen 1548 und 1552, in der Moritz' Opposition gegen die kaiserliche Politik immer deutlicher wird.
Das siebte Kapitel widmet sich dem Fürstenaufstand von 1552 und Moritz' Rolle als Verhandlungsführer bei den Vertragsverhandlungen, die schließlich zum Passauer Vertrag führten. Die Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung, in der die Bedeutung von Moritz von Sachsen für die Ereignisse der Zeit noch einmal zusammengefasst wird.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beleuchtet die zentrale Rolle von Moritz von Sachsen im Spannungsfeld zwischen Reformation, Reichspolitik und Fürstenmacht. Die Schlüsselwörter beinhalten: Moritz von Sachsen, Karl V., Reformation, Schmalkaldischer Krieg, "Geharnischter Reichstag", Fürstenaufstand, Passauer Vertrag, Reichspolitik, Machtpolitik, Religion, Bündnispolitik, Strategie.
- Quote paper
- Fabian Fuchs (Author), 2012, Die Rolle Moritz von Sachsens vom Regensburger Reichstag bis zum Passauer Vertrag (1546-52), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194005