Die Sturm- und Drang-Zeit ist eine nach dem Schauspiel "Sturm und Drang" (1776, ursprünglicher Titel "Wirrwarr", von Chr. Kaufmann umbenannt) von F.M. Klinger bezeichnete geistige Strömung in Deutschland, die von der Mitte der 60er bis zur Mitte der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts zu datieren ist. Der Sturm und Drang ist eine Bewegung junger Schriftsteller, die sich in Frankfurt, Straßburg sowie in Schwaben sammelten. Der Beginn der Epoche wurde mit dem Erscheinen der Herderschen Fragmente 1767 markiert. Der Sturm und Drang endet mit dem Wandel Goethes und Schillers zu Klassikern, ausgelöst durch Goethes Bildungsreise in Italien und Schillers Kant-Studien.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriff
2. Grundcharakter und Historischer Hintergrund
3. Literatur des Sturm und Drang
3.1. Geniekult
3.2. Das Drama im Sturm und Drang
3.2.1. Das bürgerliche Drama
3.2.2. Dramen von Lenz
3.3. Der Roman im Sturm und Drang
3.4. Die Lyrik des Sturm und Drang
3.5. Die Anfänge der Balladendichtung
4. Themen des Sturm und Drang (Zusammenfassung)
5. Vertreter und Werke
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen strukturierten Überblick über die Epoche des "Sturm und Drang" in Deutschland. Ziel ist es, das Wesen dieser literarischen Protestbewegung, ihre zentralen Merkmale wie den Geniekult und die Abkehr von der klassischen Regelpoetik sowie ihre wichtigsten literarischen Gattungen und Hauptvertreter präzise darzustellen und zu analysieren.
- Historischer Kontext und Wesen der Protestbewegung
- Geniekult als ästhetisches Zentrum der Epoche
- Entwicklung des bürgerlichen Dramas und der Romanform
- Thematische Schwerpunkte: Gefühl, Individualität und Gesellschaftskritik
- Wichtige Werke und deren Bedeutung für die Literaturentwicklung
Auszug aus dem Buch
Die Leiden des jungen Werthers
«Warum ich dir nicht schreibe? - Fragst du das und bist doch auch der Gelehrten einer. Du solltest raten, dass ich mich wohl befinde, und zwar - kurz und gut, ich habe eine Bekanntschaft gemacht, die mein Herz näher angeht. Ich habe - ich weiß nicht.»
"Die Leiden des jungen Werthers" ist ein Briefroman, der 1774 erschienen ist und Goethe über Nacht in Deutschland berühmt werden ließ. Bis auf die letzten tragischen Ereignisse, die der Protagonist nicht mehr selbst berichten kann, ist die gesamte Handlung in Briefen erzählt, die Werther an seinen Freund Wilhelm richtet. „Die Leiden des jungen Werther“ gilt als Schlüsselroman des Sturm und Drang. Der Roman wurde in für damalige Zeiten sehr hohen Auflagen gedruckt und war Mitauslöser der sogenannten Lesesucht. Kein weiteres Buch Goethes wurde von so vielen seiner Zeitgenossen gelesen.
Werther ist ein junger Mann, der noch nicht Recht weiß, was er im Leben machen möchte. Er kommt in die Stadt W., um für seine Mutter eine Erbschafts-Angelegenheit zu erledigen, und wohl auch, um aus der gewohnten Umgebung heraus zu kommen. Er genießt es, in der Natur umherzustreifen und übt sich im Zeichnen. Eines Tages wird er auf einen Ball eingeladen, zu dem er Lotte begleitet, die Tochter eines Amtsmannes. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert Lotte sich um ihre Geschwister. Werther weiß im Voraus, dass sie verlobt ist, aber er verdrängt dieses Wissen und verliebt sich sofort.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff: Definiert den Sturm und Drang als literarische Strömung zwischen 1760 und 1780 und verortet sie zeitlich und räumlich.
2. Grundcharakter und Historischer Hintergrund: Beschreibt die Bewegung als Protest gegen feudale Strukturen und als kulturelle Jugendbewegung, die Gefühl über Vernunft stellt.
3. Literatur des Sturm und Drang: Analysiert zentrale Gattungen und ästhetische Konzepte wie den Geniekult, das Drama, den Roman, die Lyrik und die Ballade.
4. Themen des Sturm und Drang (Zusammenfassung): Fasst die Kernmotive wie Selbstverwirklichung, Freiheitskampf und den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft zusammen.
5. Vertreter und Werke: Listet die bedeutendsten Autoren der Epoche sowie ihre wesentlichen Publikationen auf.
Schlüsselwörter
Sturm und Drang, Epoche, Geniekult, bürgerliches Drama, Gefühl, Individualität, Protestbewegung, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Jakob Michael Reinhold Lenz, Briefroman, Aufklärung, Gesellschaftskritik, Literaturgeschichte, Werther.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit gibt einen Überblick über die Epoche des Sturm und Drang und erläutert deren Bedeutung als literarische Protest- und Jugendbewegung des 18. Jahrhunderts.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Im Zentrum stehen der Geniekult, die gesellschaftliche Stellung des Bürgertums, die Bedeutung des Gefühls sowie die Entwicklung neuer literarischer Formen.
Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Analyse der Epochenmerkmale und deren beispielhafte Anwendung auf Gattungen wie Drama, Roman und Lyrik.
Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Deskription und Analyse der Epoche anhand ihrer zentralen Merkmale und beispielhafter literarischer Texte angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Gattungen des Sturm und Drang, inklusive des Geniekults, des bürgerlichen Dramas und der Rolle des Briefromans.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sturm und Drang, Geniekult, Individualität, Gefühl und Literaturgeschichte charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das bürgerliche Drama von vorherigen Epochen?
Es thematisiert aktuelle Gesellschaftsprobleme, stellt Figuren aus bürgerlichen Schichten in den Mittelpunkt und kritisiert den Feudalismus.
Warum wird Goethes "Werther" als Schlüsselroman bezeichnet?
Weil er die Themen der Epoche wie Selbstverwirklichung und das Scheitern des Individuums an gesellschaftlichen Zwängen exemplarisch in der Form des Briefromans aufgreift.
- Arbeit zitieren
- Celine Schlager (Autor:in), 2010, Die Epoche des Sturm und Drangs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194012