Jane Russel - Das frühe Busen-Sexsymbol


Fachbuch, 2012
43 Seiten

Leseprobe

Ernst Probst

Jane Russell

Das frühe Busen-Sexsymbol

Als eines der ersten Busen-Sexsymbole der 1950-er Jahre galt die amerikanische Filmschauspielerin Jane Russell (1921–2011), eigentlich Ernestine Jane Geraldine Russell. Sie besaß aber viel mehr schauspielerisches Talent, als ihr tief ausgeschnittenes Dekolleté und ihr üppiger Busen ahnen ließen.

Ernestine Jane Geraldine Russell kam am 21. Juni 1921 als erstes Kind des Oberleutnants der US-Army, Roy William Russell (1890–1937), und der ehemaligen Theaterschauspielerin Geraldine Jacobs (1891–1986) in der kleinen Stadt Bemidji (Minnesota) zur Welt. Ihre Eltern stammten aus North Dakota und waren seit 1917 verheiratet. Jane war die einzige Tochter ihrer Eltern. Nach ihr kamen vier Brüder namens Tom, Kenny, Jamie und Wallace zur Welt.

Ihr Urgroßvater mütterlicherseits war der in Königsberg (Ostpreußen) geborene deutsche Maler Otto Reinhold Jacobi (1812–1901). Dieser arbeitete von 1837 bis 1860 in Wiesbaden als Hofmaler für die Herzogin von Nassau, bevor er nach Kanada auswanderte und sich in Montreal niederließ. Gestorben ist er in Ardoch (North Dakota) in den USA.

Während der ersten Jahre ihrer Ehe lebten die Eltern von Jane in Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta. Wegen der bevorstehenden Geburt von Jane wechselte ihre schwangere Mutter vorübergehend in die USA, damit ihr Kind als US-Bürger geboren werden konnte. Später zog die Familie Russell in das Tal San Fernando Valley im nordwestlichen Teil von Los Angeles (Kalifornien). Dort lebten die Russells ab 1930 in Burbank, wo der Vater als Bürovorsteher in einer Seifenfabrik arbeitete.

Jane Russell besuchte die „Van Nuys High School“ in Los Angeles. Sie nahm Klavierunterricht, trat bei Theaterinszenierungen ihrer High School auf und schuf eine Reihe von Madonnenbildern, die jedoch nie ausgestellt wurden. Aus ihrem ursprünglichen Wunsch, Malerin zu werden, wurde später nichts.

Nach der High School wollte Jane Russell als Designerin arbeiten. Doch als ihr Vater am 18. Juli 1937 nach einer Gallenstein-Operation im Alter von 47 Jahren starb, gab sie diesen Berufswunsch auf und wurde Sprechstundenhilfe in einer Zahnarztpraxis.

Auf Drängen ihrer Mutter nahm Jane Russell am „Theatre Workshop“ des Regisseurs Max Reinhardt (1873–1943) bei der russischen Emigrantin und Schauspiellehrerin Maria Ouspenskaya (1876–1949) Schauspielunterricht. Die Ausbildung bei Madame Ouspenskaya brach sie schon nach sechs Monaten ab und wurde Fotomodell.

Wie Jane Russell zum Film kam, wird in der Literatur unterschiedlich geschildert. Laut einer Version entdeckte der Regisseur Howard Hawks (1896–1977), der angeblich durch ein Foto aufmerksam geworden war, Jane am „Theatre-Workshop“ und empfahl sie seinem Produzenten, dem legendären Unternehmer, Filmproduzenten und Luftfahrtpionier Howard Hughes (1905–1976). Nach einer anderen Version fiel die attraktive Jane mit ihren dunklen Haaren und verführerischen Kurven dem Hollywood-Agenten Lewis Green auf, der sie dem Filmproduzenten Howard Hughes vorstellte. Unwahrscheinlich ist, der fast taube Hughes, der im Laufe seines Lebens immer schrulliger wurde, habe Jane zufällig am Empfang seines Zahnarztes entdeckt.

Wie dem auch sei: 1940 erhielt Jane Russell von Howard Hughes einen Siebenjahresvertrag. Angeblich hatte sie 1940/1941 eine Affäre mit Hughes. 1941 drehte Jane ihren ersten Film „The Outlaw“ („Geächtet“, 1943), der die Geschichte des Revolverhelden „Billy the Kid“ (1859–1881) erzählte. Darin spielte sie die Rolle eines rassigen Halbbluts namens Rio MacDonald.

In den frühen 1940-er Jahren soll Jane Russell eine der vielen Freundinnen des brasilianischen Millionärs und Playboys George Guinle (1916–2004) gewesen sein, der sich oft mit weiblichen Filmstars umgab. 1942 hatte Jane angeblich eine Affäre mit dem Schauspieler John Payne (1912–1989). Diese ging offenbar zu Ende, als ihr klar wurde, dass sie den Baseballspieler Bob Waterfield, ihren Jungmädchen-Schwarm aus ihrer Highschool-Zeit an der „Van Nuys High School“ in Los Angeles, liebte.

Der Western „The Outlaw“ ging wegen jahrelanger Rechtsstreitigkeiten, verzögerten Kinostarts und einer geschmacklosen Werbekampagne in die Filmgeschichte ein. Dadurch avancierte das Filmsternchen Jane Russell zum bekannten Covergirl und Pin-up, noch bevor dieser Streifen überhaupt auf der Kinoleinwand zu sehen war.

Howard Hughes ließ für „The Outlaw“ einen Spezial-Büstenhalter für Jane Russell anfertigen, welcher deren Busen auf der Kinoleinwand besonders zur Geltung bringen sollte. Ihm schwebte eine Art Freischwinger-BH vor, der die Brüste seines Stars hervorheben und der gleichzeitig für den Betrachter nicht wahrnehmbar sein sollte. Auf Wunsch von Hughes sollte der BH an entsprechender Stelle eine Anhebung besitzen, um die Brustwarzen von Jane zu markieren, da diese nicht immer zu erkennen waren.

Auf Plakaten und Pressefotos für den Film „The Outlaw“ sah man Jane Russell in verführerischer Pose mit gezücktem Revolver. Howard Hughes stellte in der Werbung die beachtliche Oberweite von Jane mit dem Slogan heraus: „Es gibt zwei gewichtige Gründe, diesen Film zu sehen“. Damit wollte er möglichst viele Männer in die Kinos locken. Plakate warben mit den Worten „Boshaft, launisch und bezaubernd“. Bei öffentlichen Auftritten wurde Jane mitunter als „The two and only“ („die beiden einzig Wahren“) angekündigt.

Der sexuell geprägte Werberummel für den Film „The Outlaw“ brachte bald amerikanische Sittenwächter auf die Barrikaden. Damals reichte bereits die Ablichtung eines Brustansatzes, um den Widerstand der Verantwortlichen des amerikanischen Zensurorgans „Production Code“ zu erreichen. Einer der mit diesem Fall betrauten Richter erklärte: „Die Brüste hängen über diesem Film wie eine Gewitterfront über der Landschaft. Sie sind überall“.

Besonders umstritten war ein freizügiges Werbefoto, das eine Filmszene der im Heu liegenden Jane Russell zeigte. Dabei blickte sie mit halb geöffneten Augen in die Filmkamera, hatte die rechte Hand hinter dem Kopf und hielt mit der linken Hand einen Revolver. Der Pullover war tief dekolletiert, ein Träger über die linke Schulter heruntergerutscht. Der Rock war nach oben geschoben und verhüllte ihre wohlgeformten Oberschenkel nur wenig. Auf Plakaten, welche diese reizvolle Szene zeigten, wurde gefragt: „Würden Sie sich mit Russell balgen wollen?“ In der letzten Einstellung des Films sah man Jane auf einem galoppierenden Pferd ganz nach vorne geneigt.

Die Szene der im Heu hingeräkelten Jane Russell war später gar nicht im Kino zu sehen. Der Schere zum Opfer fiel auch eine Szene, in der die spärlich bekleidete Jane sich auszieht, um den kränkelnden Helden im Bett aufzuwärmen. Warum man sich einst darüber so sehr aufregte, versteht heute kaum noch jemand.

Auch der von Howard Hughes für Jane Russell entworfene Büstenhalter kam nicht zum Einsatz. Jane trug diesen BH nicht, weil sie ihn für untauglich hielt. Schlagfertig sagte sie später hierzu: „Er hätte mich ja nicht ausgezogen, um es zu überprüfen“.

1943 erlebte der Film „The Outlaw“ in den USA endlich seine Premiere. In vielen Städten der Vereinigten Staaten durfte er aber nicht aufgeführt werden, weil er angeblich zu pornografisch war. In anderen Orten sorgten Werbefotos der leichtbekleideten Jane Russell für lange Schlangen an den Kinokassen. Auch in Hollywood sprach man viel über ihre imposante Oberweite. Sieben Wochen nach der Premiere nahm Howard Hughes unter dem Druck der Öffentlichkeit den Film wieder aus den Kinos. Eine zensierte Version ohne leidenschaftliche Szenen zeigte man erst 1950.

[...]

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Jane Russel - Das frühe Busen-Sexsymbol
Autor
Jahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V194051
ISBN (eBook)
9783656192589
ISBN (Buch)
9783656192954
Dateigröße
1531 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Jane Russel, Film, Filmstars, Filmschauspielerinnen, Frauenbiografien, Biografien
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2012, Jane Russel - Das frühe Busen-Sexsymbol, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194051

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