Evaluationsbericht: mögliches Evaluationsdesign für ein fiktives Fallszenario


Hausarbeit, 2012

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Auftragsklärung

II. Chronologische Vorgehensweise

III. Erläuterung der einzelnen Evaluationsschritte
III.1. Beschwerdeanalyse
III.2.a) Überprüfung der Qualifikation des Kursleiters
III.2.b) Befragung des Kursleiters
III.2.c) Blick auf „Beschwerdeführer“
III.3. Einweihung der „Stakeholder“
III.4. Erhebungsmethoden
III.4.a) Narratives Telefoninterview
III.4.b) Befragung der Kursteilnehmer.
III.4.c) Fragebogen zum Unterrichtsgeschehen
III.5.a) Datenanalyse der Teilnehmerzahlen
III.5.b) Analyse der Angebotsbeschreibung
III.5.c) Fragestellung.

IV. Literaturangabe.

Anlagen:

Fiktives Fallszenario

Angebotsbeschreibung aus dem Programm der VHS Tübingen

I. Auftragsklärung

In dem fiktiven Fallszenario II geht es um den Kurs „Erfolgreiches Selbst- und Zeitmanagement - Erfolg kommt durch die Konzentration auf das Wesentliche“, der an der Volkshochschule (VHS) Tübingen angeboten wird. Zum Fachbereichsleiter der Beruflichen Bildung der VHS Tübingen kommen zwei Kursteilnehmer, die sich über den Kurs und den Kursleiter Philipp Sänger beschweren. Die Kursteilnehmer bringen mehrere Kritikpunkte vor: die Unzufriedenheit an der Person des Kursleiters, die schlechte Behandlung durch den Kursleiter, die Unterqualifizierung des Kursleiters und der mangelnde Lernerfolg durch den Kurs. Der Fachbereichsleiter erinnert sich, dass es schon vorher Beschwerden über diesen Kurs und den Leiter gegeben hat. Also beschließt er, den Kurs und den Kursleiter nachträglich „unter die Lupe zu nehmen“.

Dieser Evaluationsbericht dient als ein mögliches Evaluationsdesign für dieses fiktive Fallszenario.

Zu aller erst steht der Fachbereichsleiter vor der Frage, welche Art der Evaluation durchgeführt werden muss, also ob es eine Selbst- oder eine Fremdevaluation sein soll. Die Selbstevaluation erforscht das eigene berufliche Handeln und die daraus resultierenden Konsequenzen, die Fremdevaluation erforscht das Handeln anderer Personen, entweder auf der gleichen Hierarchieebene oder auf einer anderen (vgl. Heiner 1996, S. 26). Eine weitere Art der Evaluation ist die „interne Evaluation“, die „von den Mitgliedern einer Organisation selbst durchgeführt“ wird (Meisel 1999, S. 7). Jede Evaluationsart bringt Vor- und Nachteile mit sich. Der Fachbereichsleiter hat natürlich die Möglichkeit, eine außenstehende, qualifizierte Person einzustellen, die die Evaluation durchführt. Jedoch ist in diesem Fall eine interne Evaluation vorzuziehen, die vom Fachbereichsleiter durchgeführt wird. Der Fachbereichsleiter, als Vorgesetzter des Kursleiters und Mitverantwortlicher der angebotenen Kurse der Beruflichen Bildung, kann eine „höhere Identifikation mit dem Prozeß“ (Meisel 1999, S. 7) herbeiführen, also eine viel weniger ausgeprägte Einarbeitungszeit in den Evaluationsinhalt und die Evaluationsbeteiligten. Auch kann durch die Selbstevaluation „eine Behandlung praxisrelevanter Fragen von unmittelbarem Nutzen“ (Meisel 1999, S. 7) sein, da weniger die theoretischen Vorgänge untersucht werden brauchen, sondern der praktische Nutzen der Evaluation im Vordergrund steht. Ein weiterer Vorteil ist „der Einsatz leicht anwendbarer Methoden“ (Meisel 1999, S. 7), da der Fachbereichsleiter viele für die Evaluation notwendigen Grundlagen, wie Informationen zum Kursleiter und zu anderen Kursen des gleichen Bereichs, bereits vorliegend hat. Zusammengefasst sind die Vorteile einer internen Evaluation: Eine „hohe Vertrautheit mit dem Evaluationsgegenstand“ und ein „leichter Zugang zu Daten aufgrund der eigenen Betroffenheit“ (Folie aus dem Seminar „Forschungswerkstatt: Evaluation von Programmen und Organisationen“ von Annika Goeze vom 07.11.2011). Die Nachteile können sein, dass der Evaluator die Evaluation parteilich durchführt und eventuell kein Evaluations-Experte ist.

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Leiter der Beruflichen Bildung, fähig und qualifiziert ist, diese interne Evaluation durchzuführen, da dies sicherlich eine Voraussetzung für diese berufliche Stellung ist.

Eine „klare Formulierung des Gegenstandes“ (Meisel 1999, S. 2) ist wichtig für eine Evaluation, im Vergleich zu einem reinen Erfahrungsaustausch. In diesem fiktiven Fallszenario ist der Evaluationsgegenstand der Kurs, also nicht zum Beispiel etwa die VHS Tübingen im Allgemeinen.

Es lassen sich fünf Gegenstände der Evaluation unterscheiden: Context, Input, Process, Output und Outcome (Impact) (vgl. Wesseler 1994, S. 674). Im Kontext werden die äußeren Umstände der Situation einbezogen, also beispielsweise die Konkurrenzsituation, Gesetze und andere Rahmenbedingungen; beim Input werden die Ausstattung (Räume und Finanzen) und das Leitbild der Einrichtung betrachtet, sowie die „Qualifikation des Personals“, also die Bedingungen und Voraussetzungen; der Prozess kann u.a. Planungsabläufe, Kooperationsstrukturen und „den Verlauf von Bildungsprozessen“ beinhalten; das Output beinhaltet kurzfristig beobachtbare Ergebnisse, unabhängig ob sie beabsichtigt waren oder nicht; das Outcome bzw. Impact beinhaltet auch längerfristige Folgen, wie zum Beispiel die Positionierung der Einrichtung auf dem Markt und die Nachhaltigkeit des Gelernten (Meisel 1999, S. 5). Es werden je nach Interesse der Evaluation verschiedene Gegenstände berücksichtigt. In dem fiktiven Fallszenario sind für die geplante Evaluation vor allem die Gegenstände des Inputs, Prozesses und des Outcomes relevant. Der Input ist ein Evaluationsgegenstand hier, weil die Beschwerden sich auch gegen die Qualifikation des Kursleiters richten und dies berücksichtigt werden sollte. Der Prozess ist auch Evaluationsgegenstand, da die Planung des Kurses auch ein Teil der Kritik am Kurs war. Vor allem aber ist der Gegenstand der Evaluation das Outcome, da der Kurs nachträglich evaluiert wird und so die längerfristigen Folgen des Kurses relevant dafür sind.

Auch sollte von Beginn der Evaluation an die Funktion der Evaluation bestimmt werden; es kann nach „Legitimations-, Vergewisserungs-, Verbesserungs-, Kontroll-und Steuerungsfunktion“ unterschiedenen werden. Die Legitimationsfunktion hat die Funktion der Generierung von Daten zur Legitimation einer eingeleiteten/einzuleitenden Maßnahme mit dem Ziel der Absicherung des Vorgehens und der Nutzung der Evaluation zur Durchsetzung eigener Interessen. Die Vergewisserungsfunktion will sich durch die Evaluation über geplante Maßnahmen vergewissern. Die Verbesserungsfunktion hat die Aufgabe, Verbesserungen einer Maßnahme durch systematische Rückkoppelung zu erforschen, mit dem Ziel der Steuerung. Die Kontrollfunktion übernimmt die Funktion der Kontrolle der Wirksamkeit und/oder der zu erfüllenden Pflichten, auch mit dem Ziel der Steuerung. Die Steuerungsfunktion hat die Funktion der Generierung entscheidungsrelevanter Daten, und will Steuerung und Entscheidungsunterstützungen erzielen.

In der Situation des Fachbereichsleiters ist wohl die Kontrollfunktion die am besten zutreffende, da er nach den Beschwerden nachträglich die Wirksamkeit des Kurses kontrollieren will und, ob der Kurs und der Kursleiter die zu erfüllenden Pflichten erfüllt. Das Ziel des Fachbereichsleiters ist die Steuerung des Kurses bzw. des Kursleiters. (vgl. Folie aus dem Seminar „Forschungswerkstatt: Evaluation von Programmen und Organisationen“ von Annika Goeze vom 24.10.2011)

Auch muss sich der Fachbereichsleiter klar darüber sein, ob er eine „summative Evaluation“ oder eine „formative Evaluation“ durchführen will (Meisel 1999, S. 7). Eine formative Evaluation wird während des Prozesses durchgeführt und will die weitere Gestaltung beeinflussen, sie dient also zur Beratung; eine summative Evaluation wird am Ende eines Prozesses durchgeführt und zieht eine Bilanz über den Prozess, es wird also ein Urteil gefällt (vgl. Folie von Annika Goeze vom 07.11.2011). In dem fiktiven Fallszenario ist es für den Fachbereichsleiter, der die Funktion des Evaluators übernimmt, das sinnvollste, eine summative Evaluation durchzuführen, da er sich an frühere Beschwerden über den Kurs erinnert. Auch dauert der Kurs nur zwei Tage (jeweils acht Stunden), und somit ist der Zeitrahmen zu eng, um eine formative Evaluation durchzuführen.

II. Chronologische Vorgehensweise

Wie in folgendem Diagramm (s. Abb. 1) erkennbar ist, hat der Fachbereichsleiter (bzw. Evaluator) die Möglichkeit, mehrere Schritte der Evaluation gleichzeitig durchzuführen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zuerst bietet es sich für den Fachbereichsleiter an, die Beschwerden der Kursteilnehmer zu analysieren.

[...]

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Details

Titel
Evaluationsbericht: mögliches Evaluationsdesign für ein fiktives Fallszenario
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Forschungswerkstatt Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V194052
ISBN (eBook)
9783656215042
ISBN (Buch)
9783656216353
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Evaluation, Evaluationsbericht, Forschungswerkstatt
Arbeit zitieren
Julia Esau (Autor), 2012, Evaluationsbericht: mögliches Evaluationsdesign für ein fiktives Fallszenario, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194052

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