Risiken und Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland am Beispiel eines Stromausfalls


Facharbeit (Schule), 2011
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Weiterführende Gedanken
1.2 Öffentliche Sicherheit in Deutschland
1.3 Verschiedene Arten, um Energie zu erzeugen
1.4 Momentane Verfügung an eletrischem Strom in Deutschland

2 Schlüsselszenario Stromausfall
2.1 Was ist eigentlich ein Stromausfall?
2.2 So ereignet sich ein Stromausfall
2.3 Schutz vor Stromausfall in Kliniken
2.4 Schutz vor Stromausfall aus Sicht der Allgemeinheit

3 Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Hannover, 13.07.2011 - eine Stadt befindet sich im Ausnahmezustand

Als in der Nacht von Mittwoch, 22:30 Uhr, auf Donnerstag, 00:15 Uhr, der Strom in Hannover ausfiel, begann eine alles andere als normale, gewöhnliche Nacht für die Anwohner der Stadt. Wie im Nachhinein bekannt wurde, hat wohl eine defekte Kupplungsstelle im Hochspannungsnetz in der Nähe des Kraftwerks Mehrum die Versorgung im gesamten Netzgebiet der Stadtwerke Hannover zusammenbrechen lassen. Der Strom hätte ins überregionale Netz übertragen werden müssen, was aufgrund des Defekts nicht funktionierte. Somit kam es zu einem Stromausfall in ganz Hannover sowie in den Nachbarorten Langenhagen, Laatzen, Seelze und Garbsen. Dieser relativ kurze Stromausfall von 1 Stunde und 45 Minuten führte dazu, dass zwischen 22:35 Uhr und 02:00 Uhr bei der Feuerwehr insgesamt 785 Notrufe eingingen. Von diesen Notrufen führten 75 Anrufe zu Einsätzen, wovon sich 45 auf Brandmeldeanlagen bezogen, die wegen des Stromausfalles anschlugen und einen Fehlalarm auslösten. Weiterhin mussten Personen aus Aufzügen befreit werden, die während der Fahrt plötzlich auf halber Strecke stehen blieben. Besonders in Pflege- und Altenheimen war die Situation sehr angespannt und kritisch, da dort mehrere Notstromversorgungen hergestellt werden mussten, um Beatmungsgeräte aktiv zu erhalten und somit das Leben dieser Menschen, die darauf angewiesen waren, zu retten. Die Stadtbahnen standen still und waren nicht mehr betriebsbereit, auf dem Flughafen konnten die geplanten Flüge allerdings mit Hilfe der Notstromaggregate noch weiterhin durchgeführt werden. Trotz Totalausfall der Beleuchtung auf den Straßen, sowie auch den Ampelanlagen in der Stadt, kam kein Verkehrsteilnehmer wegen des Ausfalls an sich zu Schaden, da alle rücksichtsvoll mit ihren Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnahmen. Die Polizei wurde also wegen Verkehrsdelikten kaum in Anspruch genommen. Auch in anderen Fällen gab es wenige Gründe für einen Polizeieinsatz. Es gab keine Erkenntnisse auf Personen, die sich den Stromausfall zu Nutze machten, um Plündereien oder sonstige Straftaten zu begehen. Trotzdem wurde ein Großaufgebot der Polizei sowie der Feuerwehr und der Stadtverwaltung gefordert, um alle Situationen, die sich hätten ereignen können, so gut wie möglich zu bewältigen.[1]

1.1 Weiterführende Gedanken

Dieses Ereignis fand zum Glück ohne großen Personen- und Sachschaden statt. Stellt man sich allerdings vor, dass dieser Stromausfall von nur knapp zwei Stunden schon solch einen Aufruhr auslöst, muss man sich die Frage stellen, was wohl wäre, wenn dies im Zeitrahmen eines ganzen Tages geschehen würde. Oder noch schlimmer - wenn zusätzlich Straftäter solch einen Defekt ausnutzen oder sogar gezielt einen solchen Ausfall herbeiführen würden, um sich rechtswidrig fremdes Eigentum anzueignen, indem sie Einbrüche im Schutz der Dunkelheit begehen, ohne eine Sicherheits- oder Alarmanlage auszulösen.

1.2 Öffentliche Sicherheit in Deutschland

"Die öffentliche Sicherheit umfasst nach allgemein anerkannter Definition die Unversehrtheit der objektiven Rechtsordnung, der subjektiven Rechte und Rechtsgüter des Einzelnen und von Einrichtungen und Veranstaltungen des Staates."[2]

Die öffentliche Sicherheit wird auch als Schutz einer Gesellschaft betrachtet.

Oftmals wird dieser Begriff mit der „inneren Sicherheit“ gleichgesetzt. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass bei der inneren Sicherheit vor allem der Schutz des Staates vor allgemeiner Kriminalität, die sich aus der Gesellschaft heraus entwickelt, bezeichnet wird. Es handelt sich um Straftaten und reicht bis hin zu Terroranschlägen.

Der Begriff „öffentliche Sicherheit“ benennt Strukturen in der Gesellschaft, die aufrecht erhalten werden sollen und ist ein Oberbegriff zu der oben genannten „inneren Sicherheit“. Das bedeutet, den Menschen, welche in Deutschland leben, ständige Sicherheit und Schutz in vielfältiger Art und Weise zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem die körperliche sowie seelische Unversehrtheit, genauso wie der Schutz privater Rechte und die Aufrechterhaltung von natürlichen Lebensgrundlagen. Auch Versorgungseinrichtungen und Kommunikationsstrukturen sind hiervon inbegriffen.

Die Auffassung der öffentlichen Sicherheit des Menschen in Deutschland verändert sich tagtäglich. Einerseits wird eine ängstliche Grundstimmung durch die Medien wegen verschiedensten Gewaltakten und den immer häufiger angedrohten Terroranschlägen verbreitet. Andererseits sieht der Bürger dies schon fast als "normal" an und unterschätzt die Lage total, da bei einem Großteil an Bürgern bei solchen Drohungen keine Ernsthaftigkeit und Bedeutung mehr herrscht.

Für viele Leute ist es selbstverständlich, immer und überall erreichbar und mobil zu sein und auf Kommunikations- sowie auch öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen zu können. Auch die vielen alltäglichen Dinge, die auf Technik basieren, wie z.B. die Kaffeemaschine oder ein automatisch öffnendes Garagentor, wird ohne viel darüber nachzudenken benutzt. Es muss funktionieren, da es schon immer auf Knopfdruck reagiert hat, man verlässt sich darauf. Doch fällt der Strom doch einmal aus, hat dies unzählige "Probleme" des Einzelnen zur Folge. Die Bürger werden aus ihrer Routine gerissen, nichts funktioniert so, wie man es heutzutage gewohnt ist. Die technische Abhängigkeit ist so gut wie in alle Lebensbereiche vorgedrungen.

Die öffentliche Sicherheit wird nicht nur durch die Polizei, dem Zoll und der Bundeswehr aufrecht erhalten, sondern umfasst ein breites Spektrum von Krankenhäusern und Alten- & Pflegeheimen über den Luftverkehr sowie den Häfen bis hin zur Tourismus-Branche. Nicht zu vergessen sind auch Energieversorger und Wasserversorger. Zu berücksichtigen sind die Banken, welche den Finanzverkehr ermöglichen.

Würde es zu einer Katastrophenlage kommen - worunter auch ein Stromausfall großen Ausmaßes zählt - wären unter Umständen all diese Bereiche betroffen.

1.3 Verschiedene Arten, um Energie zu erzeugen

Elektrische Energie kann auf verschiedene Arten erzeugt werden. Man unterscheidet hauptsächlich Kraftwerke und ökonomische Energiegewinnung. Bei den Kraftwerken wird Strom entweder durch Kohle-, Kernenergie oder Erdgas gewonnen. Bei diesen Arten von Kraftwerken entstehen allerdings Brennstoffkosten. Zusätzlich sind auch Wasserkraftwerke vorhanden, bei denen, gleichgestellt mit den ökonomischen Energiegewinnungsarten, keine Stromerzeugungskosten anfallen, lediglich die baulichen Maßnahmen als auch indirekte Kosten wie zum Beispiel die Personalbesetzung, da hierbei die Energie unter Ausnutzung der Naturgewalten gewonnen wird. Unter einer ökonomischen Energiegewinnung versteht man einerseits die Windkraftanlagen, welche entweder vereinzelt oder aber auch gehäuft in "Offshore-Windparks" stehen. Diese nutzen die Windenergie, welche die Rotoren der Windräder antreibt. Dadurch entsteht Bewegungsenergie die wiederum in elektrische Energie umgewandelt und in die Stromnetze eingespeist wird. Andererseits gibt es Photovoltaik-Anlagen, die unter Ausnutzung der Sonnenenergie Strom produzieren, da diese Energie, wie auch bei den Windrädern, in elektrische Energie umgewandelt und in die Netze eingespeist wird.

Kraftwerke nutzen hingegen einen bestimmten Brennstoff. Dadurch kann ein bestimmter Wert an Energie konstant produziert werden sowie auch durch weniger bzw. mehr Hinzugabe des Brennstoffs die Stromerzeugung dem momentanen Stromverbrauch angepasst werden. Einerseits ein Vorteil, da der Strom so gut wie immer kontrolliert erzeugt werden kann. Der Nachteil liegt in den Brennstoffkosten und in der Beschaffung, da die Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen arbeiten, die unwiderruflich abnehmen und immer weniger werden. Außerdem liegt der Wert der Luftverschmutzungen bei den Kraftwerken - vor allem bei den Kohlekraftwerken - sehr hoch. Kernkraftwerke gewinnen die elektrische Energie aus dem Prozess der Kernspaltung, was für die Umwelt die gefährlichste Art ist, weil der dadurch entstehende Atommüll entsorgt werden muss. Die isolierte Lagerung muss solange stattfinden, bis die atomare Strahlung nachgelassen hat. In der Benutzung von Erdgaskraftwerken entstehen kaum Luftverschmutzungen, jedoch gestaltet sich die Beschaffung sehr schwierig, da das Erdgas ein Nebenprodukt der Erdölförderung ist und vor der vollständigen Gebrauchsfähigkeit ein Trocknungsverfahren durchlaufen muss, das wiederum mit Kosten verbunden ist. Auch können Vorräte des Erdgases nur sehr schwer berechnet werden. Erdgaskraftwerke gewährleisten zurzeit 24 % der Gesamtenergie auf der ganzen Welt. Bei der ökonomischeren Lösung liegt natürlich genau in diesem Punkt der Vorteil, da es voraussichtlich immer Wind und Sonnenstrahlen geben wird, welche sehr gut für uns genutzt werden können. Jedoch kommen und gehen diese Naturgewalten unkontrolliert und bleiben alles andere als konstant erhalten. So muss die Energiegewinnung entweder gedrosselt oder durch alternative Kraftwerke, welche oben bereits genannt wurden, ersetzt werden, da es sonst zu Verstopfungen der Stromleitungen oder auch Durchhängern kommen könnte, was dann große Schwankungen in der Netzstabilität verursacht, wodurch ein Stromausfall möglich wäre.[3] [4]

An dem nachfolgenden Diagramm wird deutlich, dass die Energieerzeugung wie schon in den Vorjahren hauptsächlich von den verschiedenen Arten der Kraftwerke angeführt wird. Der Anteil an Photovoltaik ist zwar mit 2 % relativ gering, wird aber Einschätzungen zufolge in den nächsten Jahren erheblich zunehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

1.4 Momentane Verfügung an elektrischem Strom in Deutschland

Noch fließt durch die Leitungen der Masten Strom und es ist genug für alle da. Doch das könnte sich bald ändern, meinen zumindest die vier größten Stromnetzanbieter in Deutschland. Der Grund: 13 von 17 der deutschen Atomkraftwerke sind derzeit abgeschaltet. Neben dem Pannen-AKW Krümmel sind weitere sieben Meiler wegen des Moratoriums der Bundesregierung vom Netz, dazu fünf weitere Kraftwerke wegen seit längeren geplanten Wartungsarbeiten. Da waren es nur noch vier. Darunter die bayerischen Meiler "Isar 2" und "Gundremmingen 10". Statt der sonst üblichen gut 20.000 Megawatt Strom erzeugen die AKW mit derzeit rund 5.400 Megawatt nur noch etwa ein Viertel. Daher warnen die Netzbetreiber, dass es im Winter zu einem Strommangel kommen könnte, etwa wenn die Sonnenenergie das Defizit nicht mehr ausgleichen kann. Dies sind auch schlechte Nachrichten für die Wirtschaft, denn dann könnten unter anderem auch die Förderbänder der Autoindustrie plötzlich still stehen.

"Die Bundesnetzagentur hat in ihrer Verfügbarkeitsstatistik für das Jahr 2009 ermittelt, dass die Nichtverfügbarkeit von elektrischer Energie bei 14,63 Minuten pro Letztverbraucher in Deutschland lag (entspricht etwa 0,0027 %), was einer Verbesserung von 2,26 Minuten im Vergleich zu 2008 mit 16,89 Minuten entspricht. Somit konnte die Versorgungsqualität zum dritten Mal in Folge - bezogen auf das Vorjahr - verbessert werden. Im innereuropäischen Vergleich liegt die Versorgungssicherheit in Deutschland sehr hoch. Im Nachbarland Österreich lag die durchschnittliche Ausfallzeit 2008 bei 43,69 Minuten pro Letztverbraucher, 2009 bei 36,56 Minuten."[6]

[...]


[1] http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,774328,00.html (05.10.2011)

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_Sicherheit (05.10.2011)

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung (08.10.2011)

[4] http://www.stromversorger-energieversorger.de/konventionelle-energien-erdgas.php (12.10.2011)

[5] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/74/Strommix-D-2010.svg (05.10.2011)

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Stromausfall (08.10.2011)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Risiken und Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland am Beispiel eines Stromausfalls
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V194112
ISBN (eBook)
9783656271796
ISBN (Buch)
9783656272427
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Szenario Stromausfall". Hierbei wird erläutert, welche Kettenreaktion der Hilflosigkeit für die Gesellschaft sowie auch für Privatpersonen ausgelöst werden können. Weiterhin werden Tipps gegeben, wie man sich vor solch einer Katastrophe bereits im Vorfeld schützen kann.
Schlagworte
Stromausfall, Öffentliche Sicherheit, Risiken für Deutschland, Szenario, Herausforderungen, Risiko, Facharbeit, Präsentation, Polizei, Politik, Politische Bildung
Arbeit zitieren
Christian Hock (Autor), 2011, Risiken und Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland am Beispiel eines Stromausfalls, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194112

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