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Der Chor als Freund und Helfer

Eine Analyse der Stellung des Chores zu Helena und Medea bei Euripides

Title: Der Chor als Freund und Helfer

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages

Autor:in: Stefanie von Rossek (Author)

Theater Studies, Dance
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Der Chor in der attischen Tragödie war schon immer eine interessante Sache.
Heutzutage können die Menschen allerdings nicht mehr allzu viel mit ihm anfangen, was bereits an diversen Diskussionen ersichtlich ist. Man redet gerne über die Helden, die Hauptpersonen und was sie getan und warum sie das getan haben. Aber welche Rolle spielt eigentlich der Chor?
Ist er auch als dramatis persona von Bedeutung oder helfen die Chorlieder nur dabei, den Inhalt des Stückes besser zu verstehen?
Etliche Forscher sind der Ansicht, dass gerade bei Euripides „der Chor (...) im Vergleich mit Aischylos und Sophokles von geringer Bedeutung für das jeweilige Stück zu sein (scheint).“
Aber ist das wirklich so?
Könnte man tatsächlich aus gewissen Tragödien des Euripides die „Chor-Szenen“ herausstreichen, ohne dass dies erheblich etwas ändern würde?
Möglicherweise ist dies zu drastisch ausgedrückt. Jedoch heißt es auch bei Herwig Brandt, der „Chor, dem es als Figurengruppe an Beweglichkeit fehlt, muß zurücktreten.“
Ob der Chor nun Einfluss auf die Handlung, bzw. die anderen Personen hat, sei erst einmal dahingestellt. Wie hoch sein Wirken ist und wie sehr er als tragendes Element in den jeweiligen Geschichten zur Geltung kommt, ist gewissermaßen erst die zweite Frage.
Als erste Frage sollte stets gestellt werden, was ist das Anliegen einer Person X. (In diesem Falle entspricht X dem Chor.)
Welche Stellung nimmt X ein, wonach strebt X? Und schließlich: Hat X letztendlich Erfolg?
Betrachtet man sich den Chor bei Euripides, gelangt man unweigerlich zu der Erkenntnis, dass er bei nahezu allen Tragödien auf der Seite der weiblichen Hauptperson ist.
Wie bereits erläutert: Ob er den jeweiligen Frauen eine Stütze ist oder ob es in seiner Macht steht, ihnen zu helfen, ist in diesem Fall erst einmal zweitrangig.
Vordergründig lässt sich erkennen, dass Euripides seinen Chor gerne, besser gesagt häufig, zu einem Vertrauten der Frauen macht. (Dass der Chor selbst meist auch aus Frauen besteht, ist lediglich eine zusätzliche Verstärkung.)
Oder anders ausgedrückt, „In no way can he be called a misogynist“.
Doch nun von Euripides einmal abgesehen, zeigt sich an seinem Chor weniger ein Hass, als vielmehr eine Liebe zu den Frauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Signifikanz des Chores bei Euripides

2. Helena und der Chor

3. Medea und der Chor

4. Eine Gegenüberstellung

5. Euripides – der Frauenversteher?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion des Chores in den Tragödien "Helena" und "Medea" von Euripides, wobei der Fokus darauf liegt, inwieweit der Chor als vertraute Unterstützung und moralische Instanz für die weiblichen Hauptfiguren fungiert. Ziel ist es, die Interaktion zwischen Chor und Protagonistinnen zu analysieren und zu hinterfragen, ob Euripides durch diese Darstellungen eine emanzipatorische oder gar frauenfreundliche Perspektive einnimmt.

  • Die dramaturgische Funktion des Chores als "Vertrauensperson"
  • Vergleichende Analyse der Chor-Rollen in "Helena" und "Medea"
  • Die Stellung der Frau in der antiken griechischen Gesellschaft
  • Euripides als Kritiker patriarchaler Strukturen
  • Das Verhältnis von Loyalität, Trost und moralischer Parteinahme

Auszug aus dem Buch

3. Medea und der Chor

Während viele von der Existenz des Stückes „Helena“ keine Ahnung haben, so gibt es doch kaum jemanden, der noch nie von „Medea“ gehört hat. Medea, die Frau, die nicht nur die neue Braut, sondern auch noch ihre eigenen Kinder tötet, nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde. Medea, die „begehrenswerte Jungfrau und verstoßene Gattin, von königlich-göttlicher Herkunft und Außenseiterin in der griechischen Gesellschaft“.

Bei Euripides beginnt die Geschichte erst ab dem Zeitpunkt, als Jason und Medea bereits nach Korinth geflohen sind, schon zwei Söhne haben und Jason seiner Frau untreu geworden ist, indem er „sich in königliche Ehe ein(nistet)“. Medea schäumt und wer steht ihr zur Seite? Der Chor.

Greifen wir auf den vorangegangenen Text zurück, so erinnern wir uns, dass Helena und „ihr“ Chor aus der gleichen Heimat stammen und – das sollte man nicht vergessen, zu erwähnen – dass Helena eine durchwegs tugendsame Frau geblieben ist, die sich keiner Schuld bewusst zu sein braucht. Nun verhält es sich bei „Medea“ aber so, dass der Chor aus „Korinthischen(n) Frauen“ besteht, sprich: aus Personen, die eigentlich auf der Seite ihres Königs Kreon und seiner Tochter sein müssten. Medea ist schließlich die „Fremde“, diejenige, die nach Korinth geflohen ist und von dort auch wieder gehen wird. Warum sollte der Chor also zu ihr halten?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Signifikanz des Chores bei Euripides: Dieses Kapitel hinterfragt die vermeintliche Bedeutungslosigkeit des Chores bei Euripides und stellt die These auf, dass der Chor häufig als Vertrauter der weiblichen Hauptfiguren fungiert.

2. Helena und der Chor: Der Text analysiert die Rolle des Chores im Stück "Helena", wobei aufgezeigt wird, wie der Chor als stützende Gemeinschaft und Ratgeber für die unschuldige Helena dient.

3. Medea und der Chor: Hier wird untersucht, warum der Chor in "Medea" trotz politischer Zugehörigkeit zum korinthischen Königshaus Solidarität mit der fremden Medea zeigt und wie er versucht, sie trotz ihrer Rachepläne zu unterstützen.

4. Eine Gegenüberstellung: Dieses Kapitel vergleicht die Interaktionen der Protagonistinnen mit ihrem jeweiligen Chor und arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in Bezug auf Loyalität und Einflussnahme heraus.

5. Euripides – der Frauenversteher?: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Intention des Autors und diskutiert, ob Euripides durch seine Darstellung der Frauen ein Vorläufer der modernen Frauenemanzipation war.

Schlüsselwörter

Euripides, Chor, Helena, Medea, griechische Tragödie, Frauenbild, Loyalität, Vertrauensperson, Emanzipation, Antike, Theaterwissenschaft, Rollenanalyse, Geschlechterverhältnis, griechische Mythologie, Dramentheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion des Chores in den Tragödien "Helena" und "Medea" und betrachtet dessen Rolle als moralischer Beistand und Vertrauter für die weiblichen Protagonistinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Interaktion zwischen Chor und Hauptfigur, die Loyalitätsverhältnisse sowie die Frage, wie Euripides die Rolle der Frau in seinen Stücken interpretiert.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Chor bei Euripides weit mehr als ein bloßes Beiwerk ist, sondern eine essenzielle solidarische Komponente in der tragischen Handlung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine reine Textanalyse, indem sie repräsentative Szenen aus beiden Werken vergleicht und mit der vorhandenen Forschungsliteratur abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der beiden Werke, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung der Chor-Funktionen in Bezug auf Helena und Medea.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Begriffe sind Euripides, Chor, Helena, Medea, Frauenbild, Solidarität und antike Tragödie.

Warum hält der Chor in Medea zu der Protagonistin, obwohl sie eine "Fremde" ist?

Obwohl der Chor aus korinthischen Frauen besteht, solidarisieren sich diese aufgrund ihres gemeinsamen Geschlechts und ihrer Sympathie mit dem Unterdrückten mit Medea gegen Jason.

Warum unterscheidet sich das Handeln der Chöre in beiden Stücken?

Das Handeln variiert je nach Aktivitätsgrad der Protagonistin: Während Helena eher unterstützende Führung durch den Chor erfährt, agiert Medea eigenmächtiger, was dem Chor weniger Spielraum für Einflussnahme lässt.

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Details

Title
Der Chor als Freund und Helfer
Subtitle
Eine Analyse der Stellung des Chores zu Helena und Medea bei Euripides
College
LMU Munich
Author
Stefanie von Rossek (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V194123
ISBN (eBook)
9783656193708
ISBN (Book)
9783656194217
Language
German
Tags
chor freund helfer eine analyse stellung chores helena medea euripides
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie von Rossek (Author), 2008, Der Chor als Freund und Helfer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194123
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