Empowerment in der sozialpädagogischen Familienhilfe – Voraussetzungen und Probleme


Hausarbeit, 2012

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Fragen zur Arbeit und Verlauf

2. Sozialpädagogische Familienhilfe
2.1 Begriff der sozialpädagogischen Familienhilfe
2.2 Abgrenzung zu anderen Formen der ambulanten Erziehungshilfen
2.3 Forschungsüberblick
2.4 Aufgaben der sozialpädagogischen Familienhilfe in der heutigen Zeit

3. Das Empowermentkonzept in der sozialpädagogischen Familienhilfe
3.1 Definition und Kernaussagen des Empowermentkonzeptes
3.2 Das Empowermentkonzept nach Rappaport
3.3 Ziele, Klienten und methodische Werkzeuge des Empowermentkonzeptes in der sozialpädagogischen Familienhilfe
3.4 Probleme bei der Durchführung des Empowermentkonzeptes in der sozialpädagogischen Familienhilfe
3.5 Voraussetzungen und Ergebnisse einer erfolgreichen Empowermentarbeit

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Erziehungshilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

In den letzten Jahren hat das Konzept des Empowerment innerhalb der sozialen Arbeit an Bedeutung gewonnen. Dieser Ansatz ist darauf ausgerichtet, die Potenziale und Ressourcen der Klienten zu stärken, um dadurch deren autonome Handlungsfähigkeit zu fördern. Das Empowermentkonzept drängt somit den Defizitansatz, der auf die Mängel und Fehler der Klienten fokussiert ist, in den Hintergrund.

Auch im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe, die in Deutschland nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz zu den Hilfen zur Erziehung gehört, nimmt der Stellenwert des Empowermentkonzepts zu. Um eine effiziente Durchführung dieses Konzept zu erreichen, ist es erforderlich, dessen Problemfelder und Erfolgsfaktoren zu identifizieren. Professionelle Familienhelfer stehen dabei gegebenenfalls vor der Aufgabe, einen neuen Blickwinkel auf die Klienten zu entwickeln und den Hilfeprozess auf den Empowermentansatz auszurichten.

1.2 Fragen zur Arbeit und Verlauf

In der vorliegenden Arbeit wird nun der Frage nachgegangen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um das Empowermentkonzept in der sozialpädagogischen Familienhilfe umzusetzen. Gleichsam werden die Faktoren aufgezeigt, die die Durchführung des Konzepts beeinträchtigen können.

Im Folgenden werden zunächst die zentralen Kennzeichen der sozialpädagogischen Familienhilfe dargelegt. Anschließend wird diese von anderen ambulanten Erziehungshilfen abgegrenzt. Nach einer Skizzierung des Forschungsstands zu diesem Thema wird erörtert, mit welchen konkreten Aufgaben die sozialpädagogische Familienhilfe in der heutigen Zeit konfrontiert ist. Im Hauptteil der Arbeit wird das Empowermentkonzept in der sozialpädagogischen Familienhilfe analysiert, wobei dieses Konzept zunächst definiert wird. Daran anknüpfend wird das Empowermentkonzept des Sozialwissenschaftlers Julian Rappaport, der als Begründer dieses Ansatzes im Bereich der sozialen Arbeit gilt, untersucht. Im weiteren Verlauf werden die Ziele, Klienten und methodische Werkzeuge des Empowermentkonzepts in der sozialpädagogischen Familienhilfe thematisiert. Zum Schluss der Arbeit werden die Probleme und die Erfolgsvoraussetzungen dieses Konzepts diskutiert.

2. Sozialpädagogische Familienhilfe

2.1 Begriff der sozialpädagogischen Familienhilfe

Die sozialpädagogische Familienhilfe ist eine Form der aufsuchenden Familienarbeit, so dass eine sozialpädagogische Fachkraft regelmäßig in die Wohnung einer Familie kommt, um die Familienmitglieder bei der Bewältigung ihrer Probleme zu unterstützen.[1] Ihren Ursprung hatte diese Hilfe in Deutschland Ende der 1960er Jahre im Rahmen der „Berliner Heimkampagne“, die darauf ausgerichtet war, kurzfristige Heimunterbringungen von Kindern zu vermeiden, indem Familienhelfer bei Krankheit eines Elternteils den Haushalt weiterführten. Mitte der 1980er Jahre wurde dieser Ansatz bereits von jedem zweiten Jugendamt durchgeführt. Dabei änderte sich das Tätigkeitsfeld der sozialpädagogischen Familienhilfe, da nicht mehr nur haushälterische und materielle Probleme im Vordergrund standen, sondern Beziehungsschwierigkeiten der Eltern, Entwicklungsauffälligkeiten der Kinder und Erziehungsprobleme.

Im Jahr 1991 wurde die sozialpädagogischen Familienhilfe im neuen Kinder- und Jugendgesetz (KJHG) als Pflichtleistung der Jugendhilfe verankert.[2] Gemäß § 31 des KJHG soll die sozialpädagogische Familienhilfe „durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben“[3]. Die sozialpädagogische Familienhilfe ist üblicherweise mittel- bis langfristig angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie. Auf wenn andere Familien nicht explizit ausgeschlossen sind, werden durch die sozialpädagogische Familienhilfe hauptsächlich sozial schwache und oftmals auch kinderreiche Familien betreut.[4]

2.2 Abgrenzung zu anderen Formen der ambulanten Erziehungshilfen

Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Erziehungshilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz auf, wobei ersichtlich wird, dass es im Bereich der ambulanten Hilfe neben der sozialpädagogischen Familienhilfe noch andere Maßnahmen gibt.

Tabelle 1: Erziehungshilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage von Rätz-Heinisch et al. (2009), S.131

Von anderen Formen der ambulanten Erziehungshilfen grenzt sich die sozialpädagogische Familienhilfe dahingehend ab, als dass die gesamte Familie Adressat der Hilfe ist. Sie bezieht sich nicht nur auf Erziehungsthemen, sondern auf sämtliche Probleme der Familie (Wohnsituation, Finanzen, Tages- und Wochenstruktur, Beziehungen der Familienmitglieder untereinander, Krankheiten etc.).[5] Beispielsweise beschränkt sich die Maßnahme eines Erziehungsbeistandes / Betreuungshelfer darauf, Kinder bzw. Jugendliche bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen, wenn möglich unter Einbeziehung des sozialen Umfelds, zu unterstützen.[6] Im Unterschied zum Erziehungsbeistand orientiert sich die sozialpädagogische Familienhilfe vermehrt an fördernden und erhaltenden Strukturen im Gesamtblickfeld Familie.[7] Die Erziehungsberatung dagegen soll Eltern und ihre Kinder bei der Bewältigung familienbezogener oder individueller Probleme (insbesondere in Fällen von Trennung und Scheidung oder bei der Lösung von Erziehungsfragen) unterstützen.[8]

2.3 Forschungsüberblick

Die sozialpädagogische Familienhilfe wird seit den 1970er Jahren in der Fachliteratur behandelt und diskutiert, wobei es wenige ausführliche Darstellungen gibt. Eine bedeutende Publikation war der Bericht der Berliner Gesellschaft für Sozialarbeit im Jahr 1980, der sich mit den Anfängen und den Erfahrungen des ersten Jahrzehnts auseinandersetzt. Das erste wissenschaftlich begleitete Projekt in Deutschland war das Modellprojekt Kassel, über das ein detaillierter Forschungsbericht vorliegt, der sämtliche interne Strukturprobleme dieser Hilfeart thematisiert. Mitte der 1980er Jahre initiierten das Institut für soziale Arbeit Münster (ISA) und das Sozialpädagogisches Institut Berlin (SPI) jeweils eine empirische Studie.[9] In diesen beiden Studien „ging es um die Erfassung des quantitativen und qualitativen Ausbaus der Sozialpädagogischen Familienhilfe, ihre Finanzierungs- und Organisationsformen, die faktische Qualifikation und die erwünschten Fähigkeiten des Personals, die günstigen bzw. weniger günstigen Bedingungen für den Erfolg und die Desiderate für die fachliche Weiterentwicklung“[10].

Diese Studien gaben Aufschluss darüber, in welchen Fällen die sozialpädagogische Familienhilfe erfolgsversprechend bzw. nicht erfolgsversprechend ist. Zu positiven Effekten führt sie vor allem, wenn die Rahmenbedingungen durch erzieherische Überforderung der Eltern, durch entwicklungsbedingte (Schul-) Schwierigkeiten der Kinder und durch Beziehungsprobleme zwischen Erwachsenen und Kindern gekennzeichnet sind. Nicht erfolgsversprechend ist die sozialpädagogische Familienhilfe dagegen, wenn gesundheitliche und wirtschaftliche Familienprobleme dominant sind sowie bei Vorherrschen komplexer familiärer Desorganisation.[11]

[...]


[1] Vgl. Wolf (2012), S.145

[2] Vgl. Petko (2004), S.17

[3] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012), im Internet unter: http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/1-sozialpaedagogische-familienhilfe-spfh-begriff-und-forschungsueberblick.html

[4] Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012), im Internet unter: http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/1-sozialpaedagogische-familienhilfe-spfh-begriff-und-forschungsueberblick.html

[5] Vgl. Wolf (2012), S.145

[6] Vgl. Gastiger / Winkler (2008), S.303 f

[7] Vgl. Korsalke (2009), S.22

[8] Vgl. Gastiger / Winkler (2008), S.303 f

[9] Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012), im Internet unter: http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/1-Sozialpaedagogische-familienhilfe-spfh-begriff-und-forschungsueberblick/1-3-stand-der-forschung.html

[10] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012), im Internet unter: http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/spfh/1-Sozialpaedagogische-familienhilfe-spfh-begriff-und-forschungsueberblick/1-3-stand-der-forschung.html

[11] Vgl. Woog (2006), S.32

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Empowerment in der sozialpädagogischen Familienhilfe – Voraussetzungen und Probleme
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V194124
ISBN (eBook)
9783656223603
ISBN (Buch)
9783656224648
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auszug aus der Bewergung: "Ich habe Ihre Hausarbeit "Empowerment in der sozialpädagogischen Familienhilfe" mit 1,0 bewertet. Gratulation für die hervorragende Arbeit!"
Schlagworte
empowerment, familienhilfe, voraussetzungen, probleme
Arbeit zitieren
Nicole Wollny (Autor:in), 2012, Empowerment in der sozialpädagogischen Familienhilfe – Voraussetzungen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194124

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