Die Arbeit ist wie folgt gegliedert:
Zunächst werden in einem theoretischen Teil die Begriffe Hochbegabung,
Intelligenz und Minderleistung definiert, um einen Einstieg in den
Forschungsstand der jeweiligen Gebiete zu bekommen, aber auch um ein
Gefühl für die Schwierigkeiten der Messung dieser Größen zu erlangen.
Im zweiten Teil wird ein Schwerpunkt auf die Förderdiagnostik hochbegabter
Minderleister gelegt und diese anhand des Wiener Diagnosemodells zum
Hochleistungspotential zu erklären versucht.
Der dritte, empirische Teil der Arbeit zeigt die Ursachen von Minderleistung
an einer Versuchsgruppe von vier Jugendlichen auf. Dabei wird zunächst die
Einrichtung beschrieben und auf die Anamnese der Jugendlichen
eingegangen, um anhand der ausgewählten Testverfahren und deren
Auswertung eine Ursache für die Minderleistung der Probanden zu finden.
Im vierten Teil werden die Fördermaßnahmen beschrieben und letztlich
ausgewertet, die aufgrund der ermittelten Testergebnisse mit den
Jugendlichen durchgeführt wurden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hochbegabung
2.1 Was ist Hochbegabung?
2.2 Begabung
2.3 Intelligenz
2.4 Modelle der Hochbegabung
2.5 Fazit
3 Underachievement/Minderleistung
3.1 Definitionen und Merkmale
3.2 Messung von Minderleistung
3.3 Identifikation von Minderleistern
3.4 Fazit
4 Förderdiagnostik hochbegabter Minderleister
4.1 Das Wiener Diagnosemodell zum Hochleistungspotential
4.2 Fazit
5 Ausgangssituation der Projektarbeit
5.1 Das Christliche-Jugenddorfwerk-Deutschlands e.V. (CJD)
5.1.1 Die Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter
5.2 Anamnese der Probanden
5.2.1 Tim
5.2.2 Niclas
5.2.3 Marco
5.2.4 Hans
6 Diagnostik
6.1 Auswahlkriterien
6.2 Vorstellung der Testverfahren
6.2.1 Lern- und Arbeitsverhaltensinventar (LAVI)
6.2.2 Anstrengungsvermeidungstest (AVT)
6.2.3 Differentielles Leistungsangst Inventar (DAI)
6.2.4 Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO)
6.3 Ergebnisse und Auswertung
6.3.1 Tim
6.3.1.1 LAVI
6.3.1.2 AVT
6.3.1.3 DAI
6.3.1.4 SELLMO
6.3.2 Niclas
6.3.2.1 LAVI
6.3.2.2 AVT
6.3.2.3 DAI
6.3.2.4 SELLMO
6.3.3 Marco
6.3.3.1 LAVI
6.3.3.2 AVT
6.3.3.3 DAI
6.3.3.4 SELLMO
6.3.4 Hans
6.3.4.1 LAVI
6.3.4.2 AVT
6.3.4.3 DAI
6.3.4.4 SELLMO
7 Lösungsansätze
7.1 Tim
7.2 Niclas
7.3 Marco
7.4 Hans
8 Ergebnisse und Auswertungen
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung, ob mittels diagnostischer Testverfahren eine gezielte Förderung von hochbegabten Minderleistern (Underachievern) möglich ist und welche Testinstrumente sich hierfür am besten eignen. Zudem soll die Arbeit konkrete Maßnahmen zur Entgegenwirkung von Minderleistung im Einzelfall aufzeigen.
- Identifikation und Diagnostik von hochbegabten Minderleistern
- Analyse des Wiener Diagnosemodells zum Hochleistungspotential
- Empirische Projektarbeit mit vier Jugendlichen in einer Internatssituation
- Einsatz von Testverfahren (LAVI, AVT, DAI, SELLMO) zur individuellen Förderplanung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
In der Broschüre des Bundesministeriums für Bildung & Forschung „Begabte Kinder finden und fördern“ aus dem Jahr 2009 wird schon im Titel die Wichtigkeit der Entdeckung und Förderung von individuellen Stärken bei begabten Kindern und Jugendlichen hervorgehoben. Auch wird hier sehr deutlich gemacht, dass die Förderung von Begabten ein bildungspolitisches Ziel ist. Allerdings ist es von noch größerer Bedeutung vor einer Förderung zunächst einmal die Identifikation besonders begabter Kinder und Jugendlichen hervorzuheben. Nicht immer sind hochbegabte Kinder und Jugendliche auf den ersten Blick erkennbar. Die nicht kleine Gruppe von hochbegabten Minderleistern, also denjenigen die zwar eine hohes intellektuelles Potential besitzen, aber keine guten Schulleistung hervorbringen, bleibt oftmals verkannt. Gerade diese Gruppe von Hochbegabten bedarf einer speziellen Förderung und Diagnostik. Im Bezug auf die Diagnostik hochbegabter Minderleister treten viele Probleme auf. So gibt es eine Vielzahl von Ursachen für die Minderleistung, so dass ein spezieller Test zur Identifikation von Minderleistern noch nicht entwickelt wurde. Dies macht es für die betreuenden Pädagogen schwer, den Kindern und Jugendlichen zu helfen und sie adäquat zu fördern.
Aus dieser Situation heraus, entwickelte sich die hier vorliegende Diplomarbeit, da mir die Ansätze, die in meiner Tätigkeit im Internat zur Förderung vorlagen, sehr dürftig erschienen und wenig fundiert waren.
Ziel dieser Arbeit soll es sein herauszufinden, ob mit Hilfe von diagnostischen Testverfahren eine Förderung von hochbegabten Minderleistern möglich ist und welche Testverfahren hierzu am besten geeignet sind.
Die Arbeit soll außerdem Maßnahmen aufzeigen, mit denen im Einzelfall einer diagnostizierten Minderleistung entgegengewirkt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Identifikation und Förderung hochbegabter Minderleister und benennt die Zielsetzung, geeignete diagnostische Verfahren sowie Interventionsmaßnahmen zu finden.
2 Hochbegabung: Dieses Kapitel definiert Hochbegabung, diskutiert den Intelligenzbegriff und stellt bedeutende theoretische Modelle (Renzulli, Mönks, Gagné, Heller) zur Erklärung von Hochbegabung vor.
3 Underachievement/Minderleistung: Hier werden Definitionen von Minderleistung sowie deren Ursachen und Charakteristika erörtert, wobei die Komplexität der Identifikation von Underachievern im Vordergrund steht.
4 Förderdiagnostik hochbegabter Minderleister: Dieses Kapitel präsentiert das Wiener Diagnosemodell zum Hochleistungspotential als innovativen Ansatz zur Diagnostik, der auf Kompensationsmöglichkeiten statt nur auf IQ-Werten basiert.
5 Ausgangssituation der Projektarbeit: Der empirische Teil beginnt mit der Vorstellung der Einrichtung (CJD Königswinter) und einer detaillierten Anamnese der vier teilnehmenden Jugendlichen.
6 Diagnostik: In diesem Kapitel werden die Auswahlkriterien für die Testverfahren erläutert, die Instrumente (LAVI, AVT, DAI, SELLMO) vorgestellt und die individuellen Ergebnisse für Tim, Niclas, Marco und Hans detailliert ausgewertet.
7 Lösungsansätze: Basierend auf den Testergebnissen werden individuelle Interventionsansätze und Fördermaßnahmen für jeden der vier Jugendlichen beschrieben.
8 Ergebnisse und Auswertungen: Das Kapitel reflektiert die Effekte der Projektarbeit, zeigt die Verbesserung der Notendurchschnitte auf und diskutiert die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten für den Fördererfolg.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Minderleistung, Underachievement, Förderdiagnostik, Wiener Diagnosemodell, Intelligenz, Schulleistung, Internat, Lernmotivation, Leistungsangst, Verhaltensauffälligkeit, Diagnostik, Pädagogik, Projektarbeit, Intervention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik hochbegabter Minderleister, die zwar ein hohes intellektuelles Potenzial besitzen, dieses jedoch nicht in entsprechende schulische Leistungen umsetzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Hochbegabung, die Definition und Ursachenforschung von Minderleistung sowie die praktische Förderdiagnostik mittels psychologischer Testverfahren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob durch diagnostische Testverfahren eine gezielte Förderung von hochbegabten Minderleistern möglich ist und welche Verfahren hierzu am besten geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einem empirischen Projektteil, in dem standardisierte Testverfahren (LAVI, AVT, DAI, SELLMO) bei einer Kleingruppe angewendet und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Erläuterung des Wiener Diagnosemodells, die Anamnese der Probanden, die Durchführung und Auswertung diagnostischer Tests sowie die Beschreibung individueller Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hochbegabung, Minderleistung, Förderdiagnostik, Wiener Diagnosemodell und individuelle Lernförderung charakterisiert.
Warum spielt das Wiener Diagnosemodell eine so zentrale Rolle?
Das Wiener Modell wird bevorzugt, da es Minderleistung nicht nur über einen starren IQ-Wert definiert, sondern ein Kompensationsmodell anbietet, das Persönlichkeitsvariablen und Umweltfaktoren einbezieht.
Welche spezifische Rolle spielt das CJD im Kontext der Arbeit?
Das CJD dient als institutioneller Rahmen für die Projektarbeit, in dem die Autorin als Gruppenleitung tätig war und die betroffenen Jugendlichen in einer Internatsumgebung beobachten und fördern konnte.
Wie wurde die Wirksamkeit der Maßnahmen beurteilt?
Die Wirksamkeit wurde durch den Vergleich der Notendurchschnitte vor und nach der Untersuchung sowie durch die Beobachtung der verbesserten Selbstständigkeit und Unterrichtsbeteiligung der Jugendlichen beurteilt.
Warum ist eine freiwillige Teilnahme der Jugendlichen so wichtig?
Eine freiwillige Teilnahme ist essenziell, da Minderleistung nur dann erfolgreich abgebaut werden kann, wenn der Jugendliche die Minderleistung als eigenes Problem erkennt und zur aktiven Mitarbeit bereit ist.
- Arbeit zitieren
- Diplom Pädagoge Annika Beschoner (Autor:in), 2010, Hochbegabt und trotzdem schlecht in der Schule? Förderung und Diagnostik von Minderleistern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194178