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Die Nikobaren als Objekt kolonialer Bestrebungen

Title: Die Nikobaren als Objekt kolonialer Bestrebungen

Term Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jan Jankowski (Author)

History - Australia, Oceania
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Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit geht es um die Kolonisierungsgeschichte der Nikobaren. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Reisebericht von Adolf Eschel Kroon aus dem Jahr 1785. In diesem Bericht unterbreitete der Kaufmann dem dänischen Königshaus das Angebot, die Inselgruppe der Nikobaren als Kolonie auszubeuten.
Ziel dieser Arbeit ist es, „kolonialistisches Denken“ in dieser Quelle zu identifizieren. Dabei ergibt sich jedoch ein Problem. Dieser Bericht ist mit der Intention verfasst worden, die Ausbeutung dieser Inselgruppe als besonders attraktiv und gewinnbringend darzustellen. Eschel Kroon machte gewissermaßen Werbung für seine geplante Unternehmung, aus der er auch persönlichen Gewinn ziehen wollte. Es wird daher angenommen, dass die Darstellung der Inselgruppe und deren mögliche Bedeutung für den Handel in Asien bewusst nicht korrekt beschrieben wurden. Um diesen Verdacht zu überprüfen, wird die Quelle auf die Fragestellung hin untersucht, welche Informationen über die Nikobaren präsentiert werden. Mit der Hilfe weiterer Quellen werden die Informationen anschließend verglichen. Für diesen Vergleich wurde der Bericht der so genannten Galathea-Expedition aus den Jahren 1845-47 ausgewählt. Dabei handelte es sich um eine von der dänischen Regierung in Auftrag gegebene Forschungsexpedition, bei welcher die Nikobaren auf ihre Eignung zur Kolonisation hin untersucht wurden. Diese Quelle wurde ausgewählt, weil in dieser auch die Risiken einer Ausbeutung der Kolonien dargestellt werden. Gemeinsam ist beiden Quellen, dass sie vor dem Hintergrund „kolonialistischen Denkens“ entstanden sind. Deshalb und aufgrund der relativen zeitlichen Nähe erscheint es sinnvoll, den Vergleich zwischen diesen zu wagen.
Im ersten Abschnitt werden wichtige Begriffe definiert, wie zum Beispiel „kolonialistisches Denken“ oder „Reisebericht“. Im zweiten Abschnitt wird die Quelle des dänischen Kaufmanns vor dem Hintergrund der dargestellten Fragestellung analysiert. Im dritten Abschnitt wird der Reisebericht der Galathea-Expedition untersucht. Im Anschluss daran erfolgt ein Vergleich der Informationen aus beiden Quellen unter der Fragestellung, in wie weit die Reiseberichte die Grundprinzipien kolonialistischen Denkens berücksichtigt haben. Im Fazit wird schließlich eine Aussage darüber getroffen, welche Wirkung der Umgang mit den koloristischen Grundprinzipien auf die Rezeption des Textes von Eschel Kroon gehabt haben mag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über die Dokumentation einer fremden Welt

2.1 Kolonialistische Perspektiven

2.2 Reiseberichte als Quelleart

3. Der Reisebereicht von Adolf Eschel Kroon

3.1 Einwohner

3.2 Wirtschaft

3.3 Verwaltung

4. Der Bericht der Galathea-Expedition

4.1 Einwohner

4.2 Wirtschaft

4.3 Verwaltung

5. Kolonialistisches Denken im Vergleich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kolonisierungsgeschichte der Nikobaren durch einen vergleichenden Blick auf zwei historische Quellen: den Reisebericht von Adolf Eschel Kroon (1785) und den Bericht der Galathea-Expedition (1845-47). Das primäre Ziel besteht darin, "kolonialistisches Denken" in diesen Texten zu identifizieren und die unterschiedlichen Wahrnehmungsmuster der Autoren hinsichtlich der Eignung der Inseln für eine koloniale Ausbeutung zu analysieren.

  • Analyse kolonialistischer Grundprinzipien nach Jürgen Osterhammel
  • Vergleich der subjektiven Darstellung von Eschel Kroon mit dem wissenschaftlich orientierten Galathea-Bericht
  • Untersuchung von wirtschaftlichen und administrativen Einschätzungen zur Kolonisation
  • Reflexion über die Bedeutung von Mentalitätsgeschichte in Reiseberichten
  • Erörterung des Scheiterns des kolonialen Vorhabens von Eschel Kroon im dänischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1 Kolonialistische Perspektiven

Es gibt ein breites Spektrum kolonialgeschichtlicher Quellentypen. Zu diesen zählen Missionarsberichte, Verwaltungsakten, Memoiren, Reiseberichte, fiktionale Literatur, Zeitungsartikel, Propagandaschriften und auch wissenschaftliche Untersuchungen aus verschiedenen Fächern. Diese hohe Bandbreite an Quellentypen macht es schwierig, Verallgemeinerungen über kolonialistische Perspektiven zu erhalten. Die häufig sehr unterschiedlichen Motive der Kolonialisten erschweren dies zusätzlich. Nach Jürgen Osterhammel existieren drei Grundelemente kolonialistischen Denkens: die Idee der unversöhnlichen Fremdheit, der Glaube an die höheren Weihen der Kolonisation und die Utopie der reinigenden Verwaltung.

Die Idee der unversöhnlichen Fremdheit beschreibt die Vorstellung, dass die Bewohner außereuropäischer Regionen grundsätzlich anders beschaffen seien, als Europäer. Damit einher geht die Vorstellung einer geistigen, körperlichen und kulturellen Überlegenheit der Bewohner der alten Welt. Dieses Grundprinzip kolonialistischen Denkens konkretisierte sich in unterschiedlicher Weise, zum Beispiel wurden die religiösen Bräuche der kolonisierten Völker Zeugnisse heidnischer Verworfenheit interpretiert. In der spätesten Form entwickelte sich aus diesen Denkmustern der Rassismus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach "kolonialistischem Denken" in zwei historischen Quellen über die Nikobaren vor und skizziert das methodische Vorgehen des Vergleichs.

2. Über die Dokumentation einer fremden Welt: Hier werden theoretische Grundlagen des Kolonialismus nach Osterhammel sowie die Quellenart des Reiseberichts und deren subjektive Natur erläutert.

3. Der Reisebereicht von Adolf Eschel Kroon: Dieses Kapitel analysiert den Bericht von 1785, der die Nikobaren als attraktive Kolonie für den dänischen Handel anpreisen sollte.

4. Der Bericht der Galathea-Expedition: Es erfolgt die Untersuchung des wissenschaftlich geprägten Expeditionsberichts aus dem 19. Jahrhundert, der die Chancen und Risiken der Kolonisation kritischer beleuchtet.

5. Kolonialistisches Denken im Vergleich: Dieser Abschnitt stellt beide Quellen gegenüber, um Unterschiede in der Anwendung kolonialistischer Grundprinzipien wie der moralischen Verpflichtung oder der Fremdwahrnehmung aufzuzeigen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die unterschiedliche Berücksichtigung kolonialistischer Grundprinzipien maßgeblich zum Erfolg bzw. Misserfolg der vorgestellten Kolonialpläne beigetragen hat.

Schlüsselwörter

Nikobaren, Kolonialgeschichte, Eschel Kroon, Galathea-Expedition, Kolonialismus, Reiseberichte, Dänemark, Kolonisation, unversöhnliche Fremdheit, Verwaltung, Wirtschaft, Quellenanalyse, Fremdwahrnehmung, Handelsnetz, Mentalitätsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Kolonisierungsgeschichte der Nikobaren und untersucht, wie verschiedene Akteure das Gebiet in Reiseberichten darstellten, um koloniale Interessen zu begründen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse kolonialer Narrative, dem ökonomischen Potenzial der Inseln sowie der administrativen Planung einer Kolonie im Vergleich zweier unterschiedlicher Epochen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifizierung von "kolonialistischem Denken" in den Reiseberichten und die Frage, warum der Bericht von Eschel Kroon in Dänemark nur wenig Resonanz fand.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es wird eine quellenkritische Inhaltsanalyse durchgeführt, die auf den theoretischen Grundprinzipien des Kolonialismus nach Jürgen Osterhammel basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Quellenanalyse von Eschel Kroons Bericht, eine Untersuchung des Galathea-Berichts und einen systematischen Vergleich dieser Dokumente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kolonialismus, Fremdwahrnehmung, Reiseberichte, wirtschaftliche Ausbeutung und die Analyse kolonialer Grundprinzipien geprägt.

Warum unterscheidet sich die Einschätzung der Einwohner in den beiden Berichten so stark?

Während Eschel Kroon ein harmonisches Bild zeichnet, um Investoren zu gewinnen, relativiert die wissenschaftlich orientierte Galathea-Expedition dies durch eine distanziertere und teils rassistisch geprägte Sichtweise ihrer Zeit.

Welche Rolle spielt die "Utopie der reinigenden Verwaltung" in der Arbeit?

Sie dient als Analysekriterium, um zu zeigen, wie beide Autoren die Notwendigkeit einer europäischen Ordnung als Rechtfertigung für die Übernahme der Inseln instrumentalisierten.

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Details

Title
Die Nikobaren als Objekt kolonialer Bestrebungen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Historisches Seminar)
Course
Spezialisierungsmodul Neuzeit: Selbststudium mit Prüfungsleistung
Grade
1,7
Author
Jan Jankowski (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V194227
ISBN (eBook)
9783656195535
ISBN (Book)
9783656195351
Language
German
Tags
nikobaren objekt bestrebungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Jankowski (Author), 2011, Die Nikobaren als Objekt kolonialer Bestrebungen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194227
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