The aim of this paper is to examine the role of fatigue in business aviation in Germany and its neighbours based on data collected from executive and corporate pilots.
A paper-pencil questionnaire was developed, containing the parts demography, operating scheme, duty times, sleep and fatigue. Participants were also asked about their opinion on flight time limitations and were invited to comment on the study itself. In addition, an identical online-questionnaire was developed.
Beginning in October 2011, the questionnaires were distributed among a number of commercial and corporate pilots. Most of them received an invitation, containing the link and the password of the online-survey. Also some paperpencil-questionnaires were given away, together with a postage paid envelope.
A total of 20 pilots responded, not counting invalid and incomplete data. This can be classified as a very low response rate. Thus the application of statistical procedures were kept to a minimum.
The results reveal the influence of long duty times, early reporting times, night flights and other operational factors on the sleep/wake cycle and the performance in flight. Some pilots showed a slightly larger sleep latency and a shorter sleep duration after service, whereas the overall sleep duration and quality is normal. One third of the pilots reported having dozed off unintentionally at least once, which seems to be a frequent occurrence in aviation. A large part of them also thinks that fatigue in aviation is a problem for
flight safety and wants the flight and duty time limitations to be reviewed.
Because the study is not representative, no definite conclusions can be drawn. However, the collected data does suggest that fatigue may be a common occurence on a substantial number of business flights. The results show that more scientific surveys, concerning this field of aviation, need to be done.
Together with other studies, there is large evidence that fatigue has a strong impact on performance. In addition, it seems to be a common problem all over the world and concerning most kinds of operators.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Human Factors und Ermüdung in der Luftfahrt
1.2 Forschungsstand: Studien zur Ermüdung von Flugbesatzungen
1.3 Fragestellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Arbeitspsychologische Aspekte von Müdigkeit und Schläfrigkeit
2.2 Zirkadiane Rhythmen: Natürlicher Verlauf und Desynchronisation
2.3 Bedeutung des Schlafes für die Leistungsfähigkeit
2.4 Das „Zwei-Prozess-Modell“ von Borbély
2.5 Arousaltheorie
3 Geschäftsfliegerei in Deutschland
3.1 Einordnung in den Luftverkehr und Betreibermodelle
3.2 Marktsituation und zukünftige Entwicklung
3.3 Arbeitsspezifische Aspekte
3.4 Flugdienst- und Ruhezeiten
3.4.1 Rechtsquellen in Deutschland
3.4.1.1 Beschränkung der kumulativen Dienstzeiten
3.4.1.2 Maximale tägliche Flugdienstzeit
3.4.1.3 Ruhezeiten
3.4.2 Neuregulierung durch die EASA
4 Methodik
4.1 Wahl der Erhebungsmethode
4.2 Beschreibung der Zielgruppe
4.3 Erstellung des Fragebogens
4.3.1 Operationalisierung
4.3.2 Struktur
4.3.3 Items
4.3.3.1 Abschnitt A: Flugbetrieb
4.3.3.2 Abschnitt B: Schlaf und Erholung
4.3.3.3 Abschnitt C: Flugdienste
4.3.3.4 Abschnitt D: Eigene Meinung
4.3.3.5 Abschnitt E: Persönliches
4.3.4 Instruktion
4.3.5 Online-Version
4.4 Fehlerquellen
4.5 Abschätzungen zu den Testgütekriterien
4.6 Verteilung
5 Ergebnisse
5.1 Rücklauf
5.2 Kontrolle und Aufbereitung der Daten
5.3 Statistische Verfahren
5.4 Darstellung
5.4.1 Demografische Daten
5.4.2 Flugbetrieb
5.4.3 Schlaf
5.4.4 Ermüdung
5.4.5 Kommentare
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Arbeitsbedingungen von Piloten in der deutschen Geschäftsfliegerei, insbesondere im Werksverkehr und Charterbetrieb. Das primäre Ziel ist es, das Ausmaß der psychischen Beanspruchung und Ermüdung dieser Berufsgruppe zu ermitteln sowie mögliche Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit aufzudecken, um einen Beitrag zur Diskussion über die Neuregulierung der Flugdienst- und Ruhezeiten durch die EASA zu leisten.
- Analyse von Human Factors und deren Einfluss auf Ermüdung im Cockpit
- Einfluss zirkadianer Rhythmen und Schlafqualität auf die Leistungsfähigkeit
- Empirische Erhebung von Dienstzeiten und Belastungsfaktoren bei Geschäftsflugpiloten
- Kritische Würdigung bestehender Rechtsquellen und EASA-Vorschläge zur Flugdienstzeitregelung
Auszug aus dem Buch
1.1 Human Factors und Ermüdung in der Luftfahrt
Schon seit den Anfängen der Luftfahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam dem Menschen und seiner Fehlbarkeit im Zusammenhang mit der Bedienung sicherheitskritischer Systeme viel Aufmerksamkeit zu. Mit Beginn des „Jet-Zeitalters“ und der kommerziellen Beförderung von Passagieren über lange Strecken wurden immer höhere Ansprüche an die Sicherheit gestellt. Während anfangs noch die Unzuverlässigkeit der Technik für hohe Unfallraten sorgte und dementsprechend auch im Fokus der Flugunfalluntersuchung stand, wird seit einigen Jahrzehnten zunehmend die Rolle des Menschen erforscht – sei es als sogenannter „frontline-operator“ im Cockpit oder an einer anderen Position.
Entsprechend dem Modell von Reason (1997, vgl. Abbildung 1) stellt die Vermeidung von Müdigkeit eine „defence“ dar. Je nach Art der Gefahren („hazards“) nehmen diese unterschiedliche Formen an. In komplexen technologischen Systemen sorgt das Zusammenspiel mehrerer „defences“ für die Abwehr menschlicher oder technischer Fehler. Für ihre Umsetzung hat im operativen Flugbetrieb das Unternehmen als Organisation zu sorgen. In der Luftfahrt geben die aufsichtsführenden Behörden die entsprechenden Vorschriften vor. Allerdings können in der Praxis Lücken in einer oder mehrerer der „defences“ entstehen, die als latente Fehler über lange Zeit unentdeckt im System verweilen, bevor sie als Faktor im Unfallgeschehen zu Tage treten.
Die Bemühungen, das Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu optimieren, erstrecken sich von der Personalauswahl über das Training bis zum Cockpitdesign. Dabei hat sich eine systemische Denkweise etabliert, in welcher der Mensch und sein Handeln im Kontext mit seinem Arbeitsumfeld gesehen wird (Dekker, 2006). Diese ganzheitliche Auffassung führt auch zwangsläufig zu der Frage, in welchem Zusammenhang Sicherheit und Wirtschaftlichkeit heutzutage stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Human Factors in der Luftfahrt ein, gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Ermüdung bei Flugbesatzungen und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden arbeitspsychologische Aspekte von Müdigkeit und Schläfrigkeit erläutert, biologische Rhythmen und die Bedeutung des Schlafes erklärt sowie theoretische Modelle wie das Zwei-Prozess-Modell von Borbély vorgestellt.
3 Geschäftsfliegerei in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die Strukturen, Betreibermodelle und marktspezifischen Besonderheiten der deutschen Business Aviation sowie die geltenden Rechtsquellen und die aktuelle EASA-Neuregulierung.
4 Methodik: Der Autor beschreibt das gewählte Vorgehen der empirischen Befragung mittels Stift-Papier- und Online-Fragebogen, die Operationalisierung der Konstrukte sowie die Strategien zur Minimierung von Fehlerquellen.
5 Ergebnisse: Hier erfolgt die Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten bezüglich demografischer Aspekte, des Flugbetriebs, des Schlafverhaltens sowie der subjektiv wahrgenommenen Ermüdung und Belastung.
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Das letzte Kapitel bewertet die Resultate im Lichte der theoretischen Grundlagen, diskutiert die methodischen Einschränkungen und gibt Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Geschäftsfliegerei, Fatigue, Flugdienstzeiten, Ruhezeiten, Human Factors, Arbeitsbelastung, Schlafrhythmus, EASA, Luftsicherheit, Befragung, Psychische Beanspruchung, Vigilanz, zirkadiane Rhythmen, Cockpit, Dienstzeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht das Thema Ermüdung (Fatigue) von Piloten, die in der deutschen Geschäftsfliegerei tätig sind, und bewertet deren Auswirkungen auf die Sicherheit im Flugbetrieb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft arbeitspsychologische Theorien zu Ermüdung und Schlaf mit den betrieblichen Anforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der allgemeinen Luftfahrt und Geschäftsreisefliegerei.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Daten über die tatsächlichen Flugdienst- und Ruhezeiten in dieser Branche zu gewinnen, um psychische Beanspruchung aufzuzeigen und eine mögliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch Übermüdung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine quantitative Befragung durch, bei der ein standardisierter Fragebogen (sowohl als Papier- als auch Online-Version) an Piloten der Zielgruppe verteilt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Ermüdungsmodellen, eine Beschreibung des Sektors "Geschäftsfliegerei in Deutschland" samt seiner Rechtsquellen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Untersuchungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Geschäftsfliegerei, Fatigue, Flugdienstzeiten, Human Factors, Arbeitsbelastung und EASA-Regulierung.
Warum ist die Untersuchung der Geschäftsfliegerei besonders relevant?
Da in der Geschäftsfliegerei oft unregelmäßige Flugpläne herrschen und der ökonomische Druck zur effizienten Ressourcennutzung hoch ist, unterscheidet sich die Belastungssituation dort signifikant vom planmäßigen Linienflugverkehr, was neue wissenschaftliche Erkenntnisse erfordert.
Welche Bedeutung hat das "Zwei-Prozess-Modell" für diese Arbeit?
Das Modell von Borbély dient dazu, den Zusammenhang zwischen der biologisch gesteuerten Schläfrigkeit und dem kumulativen Regenerationsbedürfnis (Homöostase) zu erklären, was für das Verständnis der Ermüdung bei wechselnden Dienstzeiten essenziell ist.
Welche Rolle spielt die EASA-Neuregulierung im Dokument?
Die geplante Neuregulierung durch die EASA ist ein zentraler Diskussionspunkt, da sie neue Standards für Flugdienst- und Ruhezeiten setzt, die von Interessenvertretern wie der Vereinigung Cockpit teilweise kritisch hinsichtlich der Flugsicherheit hinterfragt werden.
- Arbeit zitieren
- Jonathan Berberich (Autor:in), 2012, Fatigue in Business Aviation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194280