Die Kurzgeschichte ist eine Textart, deren Bezeichnung auf die angloamerikanische Übersetzung von „short story“ (kurze Geschichte) zurückgeht. Dabei deckt sich der Begriff nicht vollständig mit der englischen Bezeichnung, da die Kurzgeschichte auch längere Erzählungen wie die der Novelle umfassen kann.1 Bei der Kurzgeschichte handelt es sich – bis auf wenige Ausnahmen --um „komprimierte Romane“ (…) bei denen „ein weit- und tiefräumiger Stoff“ (…) von einer „Darstellung bewältigt (wird), die ganze Tatsachenkomplexe voraussetzt, auslässt, überspringt, zusammenpresst oder in einem knappen Berichtstil“ hält.2
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1 Vgl. Marx, Leonie: Die deutsche Kurzgeschichte. 3. Auflage. Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler Verlag 2005. S.1.
2 Doderer, Klaus: Die Kurzgeschichte in Deutschland. Ihre Form und ihre Entwicklung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1973. S. 33.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernausgangslage
2. Sachanalyse
2.1 Die Definition der Kurzgeschichte
2.2 Die historische Entwicklung der Kurzgeschichte
2.2.1 Die Entwicklung der Kurzgeschichte im ausgehenden 19. Jahrhundert
2.2.2 Die deutsche Kurzgeschichte seit 1945
3. Merkmale der Kurzgeschichte
3.1 Die stoffbedingte und inhaltliche Kürze
3.2 Der Titel
3.3 Stoff und Stil der Kurzgeschichte
3.4 Raum und Figuren
3.5 Die Rolle des Erzählers
3.6 Zeit und Struktur in der Kurzgeschichte
3.7 Anfang und Ende der Kurzgeschichte
4. Didaktische Analyse
5. Methodische Analyse
6. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die Planung und Durchführung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Klassische deutsche Kurzgeschichten“ in einer neunten Klasse. Das primäre Ziel ist es, den Schülern theoretische Kenntnisse über die Gattungsmerkmale zu vermitteln und diese durch handlungsorientierte Methoden wie Textanalysen und Rollenspiele praktisch erfahrbar zu machen.
- Analyse der Gattungsmerkmale der Kurzgeschichte (Kürze, Titel, Struktur, Erzähler).
- Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsliteratur und dem Kontext der „Kahlschlag-Prosa“.
- Förderung der Methodenkompetenz durch kooperatives Lernen und handlungsorientierte Arbeitsphasen.
- Integration von Rollenspielen zur Vertiefung des Textverständnisses und zur Förderung der Sozialkompetenz.
- Erprobung der Lesekompetenz anhand konkreter Kurzgeschichten, insbesondere „Das Brot“ von Wolfgang Borchert.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die stoffbedingte und inhaltliche Kürze
Die Kurzgeschichte des Zeitraums 1945 bis 1960 zeigt einen durchschnittlichen Umfang von 8 Druckseiten. Dies sind in der Regel 4-8 Seiten. Die Bedeutung dieses knappen Umfangs liegt dabei hauptsächlich in der eigenen Dramaturgie. Ihr Hauptkompositionsprinzip liegt dabei in der Verdichtung bzw. Verkürzung des Inhalts. Neben dem Umfang ist auch die sprachliche Gestaltung durch ihre Kürze charakterisiert. Weitere Aussparungen zeigen sich auch im Hinblick auf die Raum-, Zeit- und Figurendarstellung und den Handlungsablauf. Des Weiteren ist auch der sogenannte Ausschnittcharakter ein hervortretendes Merkmal der Kurzgeschichte.11 Neben der stoffbedingten Kürze ist auch die inhaltliche Kürze ein typisches Merkmal der Kurzgeschichte. Diese zeigt sich u.a darin, dass der Leser nur einen Ausschnitt aus dem Geschehen des Protagonisten erhält. Darüber hinaus spielt die Handlung zumeist nur an einem spezifischen Ort. Des Weiteren erlebt die Hauptfigur in der Kurzgeschichte einen „Schicksalsbruch“ und gerät dadurch in eine konfliktreiche Situation, durch die er bzw. sie in einen Zustand des Schreckens gerät.12
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernausgangslage: Analyse der Klassenzusammensetzung, des Lernniveaus und der Lernvoraussetzungen für das Thema Kurzgeschichte in einer neunten Klasse.
2. Sachanalyse: Definition der Kurzgeschichte und Darstellung ihrer historischen Entwicklung, insbesondere im Kontext der Nachkriegszeit.
3. Merkmale der Kurzgeschichte: Detaillierte Erläuterung der Gattungsmerkmale wie inhaltliche Kürze, Titelgebung, Erzählerrollen sowie Zeit- und Raumgestaltung.
4. Didaktische Analyse: Einordnung der Unterrichtseinheit in den Lehrplan und Begründung der didaktischen Methoden zur Förderung der Lese- und Methodenkompetenz.
5. Methodische Analyse: Beschreibung der konkreten Unterrichtsphasen und der eingesetzten Methoden zur Erarbeitung der Kurzgeschichten.
6. Reflexion: Kritische Auswertung der Unterrichtsdurchführung, der Zielerreichung und der Wirksamkeit der eingesetzten Methoden.
Schlüsselwörter
Kurzgeschichte, Deutschunterricht, Nachkriegsliteratur, Kahlschlag-Prosa, Wolfgang Borchert, Gattungsmerkmale, Handlungsorientierung, Rollenspiel, Lesekompetenz, Methodenkompetenz, Didaktik, Inhaltsangabe, Literaturanalyse, Unterrichtsplanung, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema „Klassische deutsche Kurzgeschichten“ in einer neunten Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die gattungsspezifischen Merkmale der Kurzgeschichte, ihre historische Einordnung in die Nachkriegszeit sowie die Vermittlung dieser Inhalte durch schülerzentrierte Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Schülern theoretisches Fachwissen über die Struktur von Kurzgeschichten zu vermitteln und ihre Lese- und Methodenkompetenz durch aktive Auseinandersetzung mit literarischen Texten zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen handlungsorientierten didaktischen Ansatz, der durch Hospitation, Unterrichtsplanung und eine abschließende Reflexion der pädagogischen Praxis gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Sachanalyse der Kurzgeschichte, eine didaktische Begründung des Unterrichtsvorhabens sowie eine detaillierte methodische Planung der einzelnen Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kurzgeschichte, Nachkriegsliteratur, Handlungsorientierung, Lesekompetenz, Didaktik und Methodenkompetenz.
Wie wurde die Geschichte „Das Brot“ von Wolfgang Borchert im Unterricht eingesetzt?
Sie diente als Einstiegslektüre, um die Merkmale der Kurzgeschichte exemplarisch zu erarbeiten und den Schülern einen Zugang zur Hungersituation der Nachkriegsjahre zu ermöglichen.
Warum wurde das Rollenspiel als Methode gewählt?
Das Rollenspiel wurde eingesetzt, um die Schüler aus gewohnten Strukturen zu lösen, die Identifikation mit den Protagonisten zu erhöhen und die Bedeutung der Texte besser zu verinnerlichen.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Beatrice Hölting (Autor:in), 2012, Unterrichtseinheit zum Thema „Klassische deutsche Kurzgeschichten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194313