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Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris – Analyse und Interpretation der Dramenszene IV, 4

Title: Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris – Analyse und Interpretation der Dramenszene IV, 4

Presentation / Essay (Pre-University) , 2010 , 4 Pages , Grade: 1

Autor:in: Tim Blume (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Die zu untersuchende Dramenszene IV, 4 ist ein Auszug aus Johann Wolfgang von Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“, das bereits vor 1786 entstand, aber erst 1786 von Goethe in das heutige Versdrama umgeformt wurde. Das Werk Goethes lässt sich in die Epoche der Weimarer Klassik einordnen, hat aber durchaus auch Teile der Aufklärung in sich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltszusammenfassung der Dramenszene IV, 4

3. Charakterisierung der handelnden Personen

4. Werthaltung und Einstellung von Pylades und Iphigenie

5. Fazit und Kontextbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert und interpretiert die Dramenszene IV, 4 aus Johann Wolfgang von Goethes Werk „Iphigenie auf Tauris“. Das Hauptziel besteht darin, die charakterlichen Unterschiede und die zugrunde liegenden ethischen Konflikte zwischen den Protagonisten Iphigenie und Pylades in einer existentiellen Entscheidungssituation herauszuarbeiten.

  • Ethischer Konflikt zwischen Loyalität und Selbsterhaltung
  • Analyse der rhetorischen Strategien von Pylades
  • Charakterisierung der gegensätzlichen Weltanschauungen
  • Sprachliche Gestaltung und Bedeutung der Szene im Gesamtkontext
  • Die Rolle von Verantwortung und Vertrauen gegenüber König Thoas

Auszug aus dem Buch

Werthaltung und Einstellung von Pylades und Iphigenie

Legt man sein Augenmerk besonders auf die Werthaltung und Einstellung Pylades’ und Iphigenies, so möchte man Pylades unterstellen, dass er in erster Linie auf sein eigenes Leben, erst in zweiter Linie auch auf das seiner Begleiter Wert legt. Sein Lebenserhaltungstrieb, der ihn auch nicht vor Lüge und Betrug zurückschrecken lässt, ist das einzige, was ihm in dieser schier aussichtslosen Situation vor dem Wahnsinn bewahrt. Pylades lässt Iphigenie beispielsweise wissen, dass sie sich während des Gespräches mit Thoas auf ihr Priesterrecht hätte berufen sollen (vgl. Vers 1580 f.), er unterstellt ihr also regelrecht, Schuld daran zu sein, dass sein Plan nicht aufgeht. Pylades ist überdies hinaus dem König gegenüber negativ eingestellt, er bezichtigt ihn, nicht das Recht zu haben, eine Entscheidung zu treffen (vgl. Vers 1596 f.).

Pylades fordert Iphigenie direkt zur Lüge auf (vgl. Vers 1600 f.). Er malt sich in bunten Bildern aus, wie es nach der Rettung weitergehen könnte, um Iphigenie auf diese Weise von seinem Plan zu überzeugen (vgl. Verse 1614–1618). So nutzt Pylades beispielsweise ein Paralellismus, um Iphigenie das schöne Leben nach der Flucht besonders eindringlich vor Augen zu führen (Verse 1615–1618: „du bringst […], entsühnst […] und schmückest […]“). Als Iphigenie Zweifel aufkommen, macht Pylades ihr deutlich, dass Thoas es ist, der ihren „Bruder schlachtet“ (Vers 1643). Dieses entmenschlichende Wort „schlachten“ soll Iphigenie die Grausamkeit Thoas’ vor Augen führen.

Anhand dieser und weiterer Aussagen erkennt man eindrucksvoll, dass Pylades der Rhetorik mächtig ist und versucht, Iphigenie durch geschickt gewählte Wortwahl zu überzeugen, ja sogar zu manipulieren. Im Gespräch wird dann die ablehnende Haltung dem König gegenüber deutlich. Für Pylades stehen jetzt sein Leben und das seiner Gefährten im Vordergrund.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Werk „Iphigenie auf Tauris“ kurz vor und verortet es historisch sowie inhaltlich im Kontext der Weimarer Klassik.

2. Inhaltszusammenfassung der Dramenszene IV, 4: Hier wird der unmittelbare Handlungsverlauf des Gesprächs zwischen Iphigenie und Pylades wiedergegeben, inklusive der zentralen Argumente zur Fluchtproblematik.

3. Charakterisierung der handelnden Personen: Dieses Kapitel analysiert das Verhalten, die Angst und die rhetorische Dominanz von Pylades im Vergleich zu Iphigenies Besonnenheit und ihren moralischen Skrupeln.

4. Werthaltung und Einstellung von Pylades und Iphigenie: Die Gegenüberstellung der Prioritäten zeigt den Kontrast zwischen Pylades' Fokus auf Selbsterhaltung und Iphigenies Loyalitätskonflikt gegenüber ihrer Vaterfigur.

5. Fazit und Kontextbetrachtung: Das Schlusskapitel würdigt die dramaturgische Bedeutung der Szene IV, 4 als Wendepunkt und Fundament für das weitere Handeln Iphigenies.

Schlüsselwörter

Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, Weimarer Klassik, Dramenanalyse, Szene IV 4, Pylades, König Thoas, Tantalidenfluch, ethischer Konflikt, Loyalität, Selbsterhaltung, Rhetorik, Menschenopfer, Charakterstudie, Interpretationsansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Analyse grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Untersuchung und Interpretation der vierten Szene des vierten Aktes aus Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Schwerpunkte liegen auf den gegensätzlichen moralischen Positionen der Hauptfiguren, dem Konflikt zwischen Pflicht und Rettung sowie der rhetorischen Beeinflussung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das psychologische und ethische Profil von Iphigenie und Pylades in der besagten Szene zu schärfen und die Bedeutung dieses Gesprächs für den gesamten Handlungsverlauf zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textnahe Analyse und Interpretation, die sich auf Textstellen und Versverweise stützt, um Aussagen über Charakter und Werthaltung zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung, eine Charakterisierung der Figuren sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den moralischen Werten der Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Klassik, Loyalität, Selbsterhaltung, ethischer Konflikt, Rhetorik und Charakterisierung.

Warum spielt die Figur des Königs Thoas eine so wichtige Rolle?

Iphigenie betrachtet Thoas als ihren „zweiten Vater“, was sie in einen moralischen Gewissenskonflikt stürzt, da sie ihn für seine Güte nicht tückisch betrügen will.

Wie manipuliert Pylades Iphigenie in dieser Szene?

Pylades nutzt rhetorische Mittel, wie bildhafte Beschreibungen der Zukunft und das entmenschlichende Wort „schlachten“ bezüglich des Königs, um Iphigenie zum Handeln zu drängen.

Was offenbart das „männlich Herz“ über Iphigenie?

Der Wunsch nach einem „männlich Herz“ zeigt Iphigenies Bedürfnis nach einer emotionalen Distanz, um eine klare, rationale Entscheidung treffen zu können, die sie aktuell durch ihre Skrupel blockiert sieht.

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Details

Title
Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris – Analyse und Interpretation der Dramenszene IV, 4
Grade
1
Author
Tim Blume (Author)
Publication Year
2010
Pages
4
Catalog Number
V194373
ISBN (eBook)
9783656194637
Language
German
Tags
johann wolfgang goethe iphigenie tauris analyse interpretation dramenszene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Blume (Author), 2010, Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris – Analyse und Interpretation der Dramenszene IV, 4, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194373
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