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Heranwachsende zwischen Konformität und Individualisierung

Identitätsbildung und Sozialisation durch Medien

Titel: Heranwachsende zwischen Konformität und Individualisierung

Hausarbeit , 2012 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Iska Mira Beißwenger (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Medien sind in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtig. Persönliche Organisation und Kommunikation, Informations- und Wissensbeschaffung, Freizeitbeschäftigung, u.v.m. - der erste Schritt dazu geht meist über die Medien selbst. Radio, Zeitung, Internet und Fernsehen sind vom alltäglichen Leben nicht mehr weg zu denken: wir leben in einer Mediengesellschaft. Infolgedessen nehmen Medien unumstritten enormen Einfluss auf alle erdenklichen Lebensbereiche.
Gerade Kinder und Jugendliche verfügen meist über das größte Freizeitrepertoire, welches sie dann auch häufig zum Medienkonsum nutzen. Hiermit stellt sich automatisch die Frage nach dem Einfluss von Medien auf den Sozialisationsprozess und die Identitätsbildung selbst. Im Verlauf dieser Arbeit soll analysiert werden, ob man heutzutage tatsächlich von einer mediatisierten Identitätsbildung und Sozialisation sprechen kann und welchen Einfluss die (Massen-) Medien, das Fernsehen im Speziellen, auf den Sozialisations- und Identitätsbildungsprozess von Heranwachsenden ausüben können. Dabei sollen auch die Risiken und Chancen einander gegenüber gestellt werden, die sich für Jugendliche beim ‚Konsum‘ massenmedialer Angebote ergeben.
Sozialisation und Identität stehen in erster Linie für die Persönlichkeitsbildung eines Menschen - das Individuum formt sich. Hierbei tut sich jedoch ein großer Widerspruch auf: einerseits leben wir in einer individualisierten Gesellschaft, andererseits beziehen die Sozialisanden ihre Informationen aus einem Netz von Massenmedien, gerichtet an ein breites (Massen-) Publikum. Wie sich Jugendliche aktuell im Diskurs zwischen Konformität (z.B. Medien-Output) und Individualisierung (z.B. Gesellschaftsformen) befinden, ist ein äußerst spannendes Forschungsfeld und wird im Folgenden genauer beleuchtet.
Um dies genauer analysieren zu können, müssen zunächst die zugrunde liegenden Begriffe definitorisch geklärt werden. Durch die Einbeziehung theoretischer Grundlagen sollen Sozialisationsprozesse und Identitätsbildung durch Medien, sowie das Nutzungsverhalten Jugendlicher unter Berücksichtigung der etwaigen medialen Risiken, aufgezeigt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Ziel der Arbeit

2. Theoretische Verortung und Begriffsbestimmung

2.1. Was ist ‚die Jugend‘?

2.2. Individualisierung

2.3. Identität

2.3.1. aus sozialtheoretischer Sicht

2.3.2. Riesman: Außenleitung

2.3.3. individualisierungstheoretische Ansätze: ‚Patch-Work-Identität‘

2.4. Sozialisationskontexte

2.4.1. Familie - Ablösung von den Eltern

2.4.2. peer groups - Orientierung an Gleichaltrigen

2.4.3. Medien als Sozialisationsinstanz

3. Aufwachsen in der heutigen Mediengesellschaft - Die Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung Heranwachsender

3.1. Mediennutzung Jugendlicher - exemplarisch am Medium TV

3.1.1. Nutzungsmuster

3.1.2. Nutzungsmotive

3.2. Medien als Entwicklungsfaktor

3.2.1. Identitätsformation durch Medien

3.2.2. Medienpersonen als Vorlage zur Bearbeitung differenter Identitätsbilder

3.2.3. Mediennutzung zwischen Selbst- und Fremdsozialisation

3.3. Medien als Risiken für das sich entwickelnde Individuum

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Medien auf den Sozialisationsprozess und die Identitätsbildung von Heranwachsenden im Kontext einer zunehmend individualisierten Gesellschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit Jugendliche zwischen dem Bedürfnis nach Konformität und dem gesellschaftlichen Druck zur Individualisierung stehen und welche Rolle Medien als Instanzen der Identitätsstiftung sowie als Orientierungsquelle einnehmen.

  • Die Rolle der Medien als Sozialisationsinstanz im Wandel der Lebenswelt.
  • Identitätsbildung Heranwachsender zwischen Autonomie und Fremdsteuerung.
  • Mediennutzungsverhalten Jugendlicher und die Bedeutung von Medienpersonen.
  • Konformitätsdruck in der Peer-Group und die Funktion von Medienkonsum.
  • Risiken und Chancen der Mediatisierung für die Persönlichkeitsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Riesman: Außenleitung

Identität ist ein sehr weit abgestecktes soziologisches Wissenschaftsfeld. Angefangen bei Simmel, über Mead, Goffman, Parsons, Erikson, Krappmann, Keupp u.v.m. haben sich unzählige Theoretiker mit diesem Themengebiet befasst. Viele Theorien weisen Aspekte auf, die passend für die Fragestellung der Arbeit erscheinen. Um den Umfang bewältigen zu können, habe ich mich dazu entschlossen, Identität anhand der ‚Außenleitung‘ von David Riesman zu erläutern. Prägnant erscheint bei dieser Theorieauslegung, dass sie bereits vor über 60 Jahren verfasst wurde, sich jedoch ideal in die heutige Massenmediengesellschaft einfügt. Riesman unterscheidet bei der Charakterbildung drei mögliche Typen: traditions-geleiteter, innen-geleiteter und außen-geleiteter Mensch.

Vom traditionsgeleiteten Menschen wird erwartet, dass er sich in einer gewissen Art und Weise verhält. Hierbei ist zunächst nicht wichtig, dass er seine eigene Persönlichkeit entwickelt. Der innen-geleitete Typ sieht als seine Sozialisationsinstanzen zunächst ausschließlich seine Eltern. Er wird von Riesman nicht als unabhängiger Mensch gesehen, sondern ist auf eine gewisse Weise ständig von Autoritäten abhängig, kann jedoch „ein hohes Maß an charakterlicher Stabilität entwickeln“. „Im Gegensatz zu diesem Typ lernt der außen-geleitete Mensch, Signale von einem sehr viel weiteren als dem durch seine Eltern abgesteckten Kreis aufzunehmen.“ Hierbei wird eine Gemeinsamkeit zwischen dem traditions-geleiteten und dem außen-geleitetem Menschen ersichtlich: Beide leben in einer gruppenspezifischen Umgebung, wodurch ihnen die persönliche Standhaftigkeit fehlt, alleine durchs Leben zu gehen.

„Das gemeinsame Merkmal der außen-geleiteten Menschen besteht darin, dass das Verhalten des Einzelnen durch die Zeitgenossen gesteuert wird, entweder von denjenigen, die er persönlich kennt, weder von jenen anderen, mit denen er indirekt durch Freunde oder durch Massenunterhaltungsmittel bekannt ist. […] Die von dem außen-geleiteten Menschen angestrebten Ziele verändern sich jeweils mit der sich verändernden Steuerung durch die von außen empfangenen Signale.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung und Ziel der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Allgegenwart von Medien in der modernen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach deren Einfluss auf die Sozialisation und Identitätsbildung von Jugendlichen.

2. Theoretische Verortung und Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel klärt grundlegende soziologische Begriffe wie Jugend, Individualisierung und Identität und ordnet diese theoretisch ein, insbesondere durch Riesmans Konzept der Außenleitung.

2.1. Was ist ‚die Jugend‘?: Es wird die lebensphasenspezifische Definition von Jugend als Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenenalter diskutiert, die durch neue Handlungsanforderungen charakterisiert ist.

2.2. Individualisierung: Das Kapitel befasst sich mit dem soziologischen Prozess der Individualisierung, der traditionelle soziale Bindungen auflöst und neue, teils widersprüchliche Anforderungen an das Individuum stellt.

2.3. Identität: Hier wird Identität als dynamischer, lebenslanger Konstruktionsprozess definiert, der sowohl subjektive als auch sozialstrukturelle Aspekte umfasst.

2.3.1. aus sozialtheoretischer Sicht: Dieser Abschnitt beleuchtet die Identitätsbildung in Abhängigkeit von sozialen Vorgaben und Interaktionen mit der Umwelt.

2.3.2. Riesman: Außenleitung: Der Fokus liegt auf der Theorie der Außenleitung, die beschreibt, wie das Verhalten von Individuen zunehmend durch Zeitgenossen und Medien gesteuert wird.

2.3.3. individualisierungstheoretische Ansätze: ‚Patch-Work-Identität‘: Es wird die Entstehung von Identitäten diskutiert, die aufgrund des Verlusts verbindlicher Normen stückhaft und experimentell konstruiert werden müssen.

2.4. Sozialisationskontexte: Die Rolle verschiedener Sozialisationsinstanzen wie Familie, Gleichaltrige und Medien für die Identitätsfindung wird dargelegt.

2.4.1. Familie - Ablösung von den Eltern: Dieses Unterkapitel thematisiert den notwendigen Ablöseprozess junger Menschen aus familiären Bindungen und die damit verbundenen Herausforderungen.

2.4.2. peer groups - Orientierung an Gleichaltrigen: Es wird analysiert, wie Gleichaltrigengruppen als neue Bezugsrahmen fungieren und dabei die Ablösung von der Herkunftsfamilie unterstützen.

2.4.3. Medien als Sozialisationsinstanz: Hier wird die Rolle der Medien als Vermittler von Identitätsangeboten und gesellschaftlichen Normen kritisch reflektiert.

3. Aufwachsen in der heutigen Mediengesellschaft - Die Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung Heranwachsender: Dieses Hauptkapitel untersucht konkret, wie Jugendliche Medien nutzen und welche Bedeutung dies für ihre Identitätsentwicklung hat.

3.1. Mediennutzung Jugendlicher - exemplarisch am Medium TV: Anhand des Fernsehkonsums wird das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher mit Daten untermauert dargestellt.

3.1.1. Nutzungsmuster: Es werden zeitliche und altersspezifische Aspekte sowie Unterschiede im Medienkonsum basierend auf dem sozialen Umfeld aufgezeigt.

3.1.2. Nutzungsmotive: Dieses Unterkapitel analysiert die Beweggründe für Medienkonsum, wie etwa Langeweile, Entspannung oder der Wunsch nach Anschlusskommunikation.

3.2. Medien als Entwicklungsfaktor: Medien werden hier als Instrumente zur Entfaltung kognitiver und emotionaler Fähigkeiten sowie zur mentalen Inszenierung von Lebenswelten betrachtet.

3.2.1. Identitätsformation durch Medien: Es wird diskutiert, wie Medien als Plattform für das Ausprobieren von Identitäten und Lebensentwürfen dienen.

3.2.2. Medienpersonen als Vorlage zur Bearbeitung differenter Identitätsbilder: Dieses Kapitel zeigt auf, warum Medienakteure für Jugendliche als Orientierungsgrößen und Vorbilder dienen.

3.2.3. Mediennutzung zwischen Selbst- und Fremdsozialisation: Es wird der Spannungsfeld zwischen eigenständiger Medienwahl und der Fremdsteuerung durch Medieninhalte thematisiert.

3.3. Medien als Risiken für das sich entwickelnde Individuum: Hier werden Gefahren wie Sucht, Gewaltorientierung und der Druck zur Konsumkonformität diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Ambivalenz der Medien als Chance und Risiko für eine erfolgreiche Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Identität, Individualisierung, Heranwachsende, Mediengesellschaft, Mediennutzung, Peer-Group, Konformität, Patch-Work-Identität, Außenleitung, Medienpersonen, Identitätsbildung, Konsumdruck, Selbstsozialisation, Fremdsozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Medien den Sozialisationsprozess und die Identitätsbildung von Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft beeinflussen, die durch Individualisierung und Medienpräsenz geprägt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Lebenswelt durch Individualisierung, die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen wie Familie, Peers und Medien sowie die Rolle des Medienkonsums bei der Identitätssuche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Heranwachsende mediatisierte Identitätsbildung erfahren und wie sie den Diskurs zwischen Konformität und Individualisierung bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die soziologische Theorien (u.a. von Riesman, Hurrelmann) heranzieht und aktuelle Studien zum Mediennutzungsverhalten Jugendlicher (z.B. JIM-Studie, IZI) interpretiert.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig diskutiert?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Mediennutzungsverhalten, der Vorbildfunktion von Medienpersonen, der Identitätsformation und den Risiken, die von einer übermäßigen Mediennutzung ausgehen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Sozialisation, Identität, Individualisierung, Jugend, Mediengesellschaft und Peer-Group sind die zentralen Begriffe.

In welchem Zusammenhang steht der „Patch-Work-Identitäts“-Ansatz zur heutigen Jugend?

Er verdeutlicht, dass Jugendliche aufgrund des Verlusts traditioneller Orientierungsmuster ihre Identität stückhaft, wie in einem Flickenteppich, aus verschiedenen medialen und sozialen Angeboten selbst zusammensetzen müssen.

Welche Rolle spielen Medienpersonen konkret bei der Identitätssuche?

Sie dienen als Identifikationsfiguren, an denen Jugendliche ihren eigenen Habitus, ihre Lebensführung und ihre Werte ausrichten und durch die sie sich im sozialen Vergleich mit Gleichaltrigen positionieren können.

Warum ist laut Autorin der Medienkonsum mit Konformitätsdruck verbunden?

Da Medieninhalte oft zum Gesprächsthema in der Schule werden, entsteht ein Druck, bestimmte Formate zu konsumieren, um mitreden zu können und somit die Zugehörigkeit zur Peer-Group nicht zu verlieren.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heranwachsende zwischen Konformität und Individualisierung
Untertitel
Identitätsbildung und Sozialisation durch Medien
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,3
Autor
Iska Mira Beißwenger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
33
Katalognummer
V194439
ISBN (eBook)
9783656196990
ISBN (Buch)
9783656197744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heranwachsende Konformität Individualisierung Identität Sozialisation Medien Jugendliche Identitätsbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Iska Mira Beißwenger (Autor:in), 2012, Heranwachsende zwischen Konformität und Individualisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194439
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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