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Alltag und Erziehung im mittelalterlichen Kloster

Ein kompakter Überblick

Título: Alltag und Erziehung im mittelalterlichen Kloster

Presentación (Redacción) , 2000 , 12 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Kirsten Schmelzer (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Die Ursprünge der monastischen Gemeinschaften lassen sich sehr gut aus überlieferten Texten
von Johannes Cassianus zu Beginn des 5. Jahrhunderts entnehmen. Seinem Bericht zufolge
läßt sich die Lebensweise der Mönche bis in die Zeit der apostolischen Predigt
zurückverfolgen. Es gab Massen von Begeisterten, die den Predigten der Apostel lauschten.
Nach deren Tod jedoch kühlte bei einigen der Eifer ab. Diejenigen, deren apostolischer Eifer
und die Erinnerung an die klassische Vollkommenheit in Erinnerung geblieben war, verließen
die Gemeinschaft derer, die ein nachlässigeres Leben für sich und die Kirche Gottes als
zulässig sahen. Sie begannen die Regeln, die ihrer Überzeugung nach für die gesamte Kirche
aufgestellt waren, allein und auf sich gestellt strengstens zu befolgen. Sie verzichteten auf die
Ehe, hielten sich von Verwandten und deren Leben fern. Aufgrund der Strenge ihres einsamen
und familienlosen Daseins wurden diese von der Masse der Gläubigen getrennten allmählich
monachi genannt. Die Gemeinschaften, die sie bildeten, bezeichnete man als Klosterwesen, während ihre Zellen und Unterkünfte Kloster genannt wurden.1 (Kloster (lat. claustrum) meint
die abgeschlossene, gemeinsame Wohnung von Ordensleuten.)
So fasste Cassianus zur Unterrichtung für Mönche Südgalliens die Ursprünge der
monastischen Gemeinschaft zusammen.
Für ihn waren die Entscheidung für das Zölibat, die Askese, der Verzicht auf jegliche Form
von Privateigentum sowie die damit verbundene Zusammenlegung der Güter grundlegende
Bestandteile zur Aufrechterhaltung der monastischen Gemeinschaft mit den Inhalten ihres
Ursprungs. Dass dies nicht eines jeden Mönchs Auffassung oder Interpretation der
apostolischen Predigt war, wird sich im Laufe der Jahrhunderte noch zeigen.
Ein weiterer Aspekt des Berichts von Cassianus ist, das sich mit dem gemeinschaftlichen
Leben im Kloster organisatorische Strukturen herausbildeten.

1 Aus: Le Goff: Der Mensch des Mittelalters, S. 50

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Geschichte des Klosters und seiner Regeln

1.1 Die Ursprünge des Klosterlebens

1.3 Der Klosterplan

2. Disziplinen und Inhalte im Leben eines Mönches

2.1 Tätigkeiten eines Mönchen

2.2 Die Disziplin und Laster eines Mönchen

3. Struktur, Tagesablauf und Erziehung im Kloster

3.1.Struktur der Klosterfamilie

3.2 Der Tagesablauf eines Hirsauer Mönches

3.3 Die Kleidung am Beispiel der Benediktiner

3.4 Die Klosterschule

3.4.1 Struktur der Klosterschule

3.4.2 Latein, die Sprache der Gebildeten

3.4.3 Die Klosterschule am Beispiel des Gregorius von H. von Aue

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Alltag sowie die Erziehungsstrukturen in mittelalterlichen Klöstern, wobei ein besonderer Fokus auf der Disziplinierung und dem täglichen Rhythmus der Mönche liegt. Es wird analysiert, inwieweit religiöse Regeln das Leben der Ordensleute determinierten und wie die Klosterschulen das Bildungsmonopol im Frühmittelalter prägten.

  • Historische Ursprünge des monastischen Lebens und die Entwicklung von Klosterregeln.
  • Struktur des klösterlichen Alltags unter besonderer Berücksichtigung der Regula S. Benedicti.
  • Die Rolle der Klosterschule als Zentrum mittelalterlicher Bildung und Wissensvermittlung.
  • Literarische Reflexion klösterlicher Erziehung anhand der Figur des Gregorius von Hartmann von Aue.
  • Die Disziplinierung des Individuums durch strenge Verhaltensvorschriften und Riten.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Tagesablauf eines Hirsauer Mönches

Nachdem sich die Mönche am Vortag um 18.45 Uhr zu Bett begeben hatten, läutet für sie zum ersten Mal um 0.30 Uhr die Glocke zum Vigilien: „ Sobald er das Zeichen zum Nachtgottesdienst gehört hat, beeilt er sich, aufzustehen und zieht, bevor er die Decke abwirft, das Kapuzengewand an und bedeckt sich mit ihm die Schenkel, bevor er vor das Bett tritt. Wenn er so steht, kann er, wenn er will, zusätzlich ein Fellkleid (pellicium) über die Kutte ziehen, dies jedoch unauffällig. Das Bett selbst läßt er ebenfalls nicht nachlässig zurück, sondern er ordnet es anständig, indem er die Decke darüber ausbreitet. Das ganze Kopfkissen verbirgt er unter der Decke. Darauf (?) zieht er die Kutte an und versäumt nicht, wenn es nötig ist, die beiden ihm zunächst schlafenden Brüder durch ein Geräusch zu wecken.“

Schon an diesem Ausschnitt kann man erkennen, dass das Leben eines Mönches nach den Regeln auf das genaueste organisiert und bestimmt war. Jede Minute war gefüllt mit Arbeiten, Singen oder Lesen. Jede Kleinigkeit des Alltags in feste Vorgaben und Riten gekleidet. Eine „Privatsphäre“, wie wir sie kennen gibt, es nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Geschichte des Klosters und seiner Regeln: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des monastischen Lebens aus den apostolischen Traditionen und die anschließende Standardisierung durch Regelwerke wie die Benediktinerregel.

2. Disziplinen und Inhalte im Leben eines Mönches: Hier werden die Arbeitsauffassung (ora et labora) sowie die geistigen und moralischen Anforderungen beleuchtet, denen sich ein Mönch täglich zu stellen hatte.

3. Struktur, Tagesablauf und Erziehung im Kloster: Das Hauptkapitel beschreibt detailliert den durch Riten strukturierten Tagesablauf sowie das Bildungswesen und die Klosterschulen als exklusive Zentren der Wissensvermittlung.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Klosterwesen, Benediktiner, Regula S. Benedicti, Klosterschule, Mönchtum, Askese, Bildungselite, Latein, Disziplin, Tagesablauf, Klausur, Hartmann von Aue, Gregorius, Ordensleben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die täglichen Lebensverhältnisse und die Erziehungsmethoden im mittelalterlichen Klosteralltag sowie die Bedeutung der dort gelebten Regeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung klösterlicher Gemeinschaften, die disziplinierende Funktion der Klosterregeln, der Tagesablauf der Mönche und das Bildungswesen innerhalb der Klosterschulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Aufbau eines klösterlichen Lebensraumes und die strenge Unterordnung des Einzelnen unter geistliche Vorgaben und tägliche Rituale aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Quellen, insbesondere der Benediktinerregel, sowie auf literarische Zeugnisse zur Darstellung klösterlicher Erziehung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den täglichen Tätigkeiten, den disziplinarischen Anforderungen an die Mönche und der Struktur der Klosterschulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Klosterwesen, Benediktinerregel, Askese, Bildungsmonopol, Klosterschule, Disziplinierung und Gehorsam.

Wie wurde die Disziplin der Mönche in der Benediktinerregel umgesetzt?

Die Disziplin wurde durch eine minuziöse Vorgabe für jeden Aspekt des Alltags, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, sowie durch das Gebot des Gehorsams gegenüber dem Abt und das ständige Streben nach geistiger Vervollkommnung gewährleistet.

Welchen Stellenwert hatte die Klosterschule im Mittelalter?

Die Klosterschule war das zentrale Bildungsinstitut und besaß im Frühmittelalter ein Bildungsmonopol, in dem neben theologischen Inhalten auch Latein als Sprache der Gebildeten vermittelt wurde.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Alltag und Erziehung im mittelalterlichen Kloster
Subtítulo
Ein kompakter Überblick
Universidad
University of Frankfurt (Main)  (Germanistik)
Curso
Einführung in die ältere deutsche Literaturwissenschaft
Calificación
2
Autor
Kirsten Schmelzer (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
12
No. de catálogo
V19444
ISBN (Ebook)
9783638235754
Idioma
Alemán
Etiqueta
Alltag Erziehung Kloster Einführung Literaturwissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kirsten Schmelzer (Autor), 2000, Alltag und Erziehung im mittelalterlichen Kloster, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19444
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