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Engel als Botschafter – Betrachtungen der Ansätze von Krämer und Serres im Kontext moderner Medienphilosophie

Titel: Engel als Botschafter – Betrachtungen der Ansätze von Krämer und Serres im Kontext moderner Medienphilosophie

Hausarbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Silke Piwko (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach dem Medium und einer Begriffsbestimmung zwischen Mittel und Mitte bzw.Inhalt dieser Arbeit soll es sein, den Begriff des Mediums als Mitte und vor allem als Mittler in Sybille Krämers „Medium, Bote, Übertragung. Kleine Metaphysik der Medialität“ an ihrem Modell vom Boten als archetypischer Figur fest-zumachen.Der Übertragung von Nachrichten bzw. der Kommunikation zwischen heterogenen Sphären als der Funktion von Boten kommt bei Krämer eine bedeutende Rolle zu. Im Botenmodell beschreibt sie ver-schiedene Dimensionen ihrer Denkart.Die „diskursive Ohnmacht“ des Boten steht im Gegensatz zum Paradigma von Kommunikation, Sprachlichkeit zu erzeugen und die produzierten Inhalte zu verstehen.Durch Boten als Dritte wird es möglich, die notwendige Differenz für Übertragung zu schaffen und so Kommunikation,zu bewirken.Krämer analysiert verschiedene Übertragungsprozesse von Übertragungskonzepten – mittels Hybridisierung, Transkriptivität, Entsubstantialisierung, Übersetzung wird Kommunikation möglich. Sie widmet sich der Gestalt des Engels als dem Mittler zwischen zwei voneinander divergierenden Welten. Dadurch werden neue Perspektiven medialer Kontexte eröffnet; Krämer spricht hier von den Aspekten der Verkörperung, der Hybridisierung, der dämonischen Umkehrung sowie der hierarchischen Multiplizität.
Weiterführend möchte ich Krämers Ausführungen zum Übertra-gungsmodell „Engel“ mit dem Bild des Engels als allegorisches Sinn-bild für Kommunikation bei Serres in Verbindung bringen.Im Vordergrund stehen bei Serres die Eigenschaften der Engel, welche ausschließlich die Botschaftsübertragung betreffen: der Überträger tritt sofort nach Vermitteln der Nachricht hinter dieser zurück und wird unsichtbar. Serres stellt die Klasse der Cherubim als die Austauscher und Vermittler zwischen konträren Sphären aus der Menge der anderen Engel heraus, indem er sie als „amphibische Schlüssel“zwei Welten miteinander kommunizieren lässt.Hierin liegt ihre besondere Bedeutung: als Zwitterwesen oder - wie bei Krämer auch - als Hybride, sind sie befähigt, Verständigung zwischen divergierenden Bereichen bewirken.
Abschließend wird ein Ausblick auf die Aktualität des Botengangs im Kontext medienphilosophischer Betrachtungen hinweisen. An dieser Stelle wirft sich vor allem die Frage nach der Beherrschbarkeit der Medien auf: hat der Mensch noch eine Kontrolle über das, was er kommuniziert, wo ist seine Adresse im medialen Netz der Kommuni-kation?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikation durch Hybridisierung: die Übertragung durch Engel bei Krämer

2.1 Die Dimensionen der Botenfunktion

2.2 Verkörperung, Hybridisierung, dämonische Umkehrung, hierarchische Multiplizität: Wesensmerkmale der Engel

2.3 Das Paradoxon des Abstandes: Darstellung der Undarstellbarkeit

2.4 Fazit/ kritische Würdigung

3. Die Legende der Engel: der Engel als allegorisches Sinnbild für Kommunikation bei Serres

3.1 Die Übertragungsfunktion im Kontext der Entkörperung

3.2 Die Cherubim: amphibische Austauscher zwischen konträren Welten

3.3 Fazit/ kritische Würdigung

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Bedeutung der Engelsfigur als archetypischer Mittler und Bote in der modernen Medienphilosophie, wobei sie insbesondere die Theorien von Sybille Krämer und Michel Serres gegenüberstellt, um das Verständnis von Kommunikation, Übertragung und Medialität zu vertiefen.

  • Die medienphilosophische Analyse des Botenmodells bei Sybille Krämer.
  • Die Untersuchung der Engelsfigur als Sinnbild für Kommunikation bei Michel Serres.
  • Die Bedeutung der Entkörperung und Selbstneutralisierung für den Kommunikationsprozess.
  • Die Rolle der Differenz und des Abstands bei der Übertragung zwischen heterogenen Sphären.
  • Die kritische Reflexion über moderne Kommunikationsnetze und deren Beherrschbarkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Dimensionen der Botenfunktion

Der Übertragung von Nachrichten bzw. der Kommunikation zwischen heterogenen Sphären als der Funktion von Boten kommt bei Krämer eine äußerst bedeutende Rolle zu.

Das zentrale Element in Krämers Botenmodell ist der Botschafter; als archaische Gestalt steht er für die unidirektionale, asymmetrische Übertragungsweise, mit dem alleinigen Ziel der Dissemination. Dieses technisch-postalische Prinzip der Übertragung scheint im Hinblick auf den Gebrauch Neuer Medien überflüssig geworden zu sein. Dennoch wird der Bote benötigt, um die Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren oder Welten zu einer gegenseitigen Verständigung zu führen sowie die Differenz oder Distanz zu überbrücken. Im Kontext der postalischen Übermittlung wird die Stellung der Medien deutlich: sie nehmen den Raum zwischen Sender und Empfänger ein, um die Mittelbarkeit von Botschaften überhaupt erst zu ermöglichen. Krämer zeichnet das Bild einer postalisch vermittelten Kommunikation als überspitzt; um „[…] vertraute Überzeugungen […] in Frage zu stellen“ (Krämer 2008a: 17). Die Bedeutung personal vermittelter reziproker Verständigung ist unbestritten, Krämer strebt jedoch die Wiederherstellung des Images des postalischen Prinzips an, da medial vermittelte Kommunikation nicht ausschließlich dialogisch ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das medienphilosophische Thema ein und verortet den Boten als archetypische Figur der Medialität bei Sybille Krämer.

2. Kommunikation durch Hybridisierung: die Übertragung durch Engel bei Krämer: Dieses Kapitel analysiert Krämers Botenmodell und die Eigenschaften von Engeln, die als Mittler zwischen unterschiedlichen Welten fungieren.

2.1 Die Dimensionen der Botenfunktion: Hier wird die Rolle des Boten als notwendige triadische Figur zur Überbrückung von Distanzen und zur Ermöglichung von Kommunikation erörtert.

2.2 Verkörperung, Hybridisierung, dämonische Umkehrung, hierarchische Multiplizität: Wesensmerkmale der Engel: Das Kapitel untersucht die spezifischen Merkmale der Engelsgestalt, die als hybridisierender Akteur Kommunikation ermöglicht.

2.3 Das Paradoxon des Abstandes: Darstellung der Undarstellbarkeit: Es wird diskutiert, wie durch die Engelsfigur der notwendige Abstand für Kommunikation gewahrt und gleichzeitig überwunden werden kann.

2.4 Fazit/ kritische Würdigung: Dieses Fazit reflektiert Krämers Rehabilitierung des postalischen Prinzips und die Bedeutung der Selbstneutralisierung des Mediums.

3. Die Legende der Engel: der Engel als allegorisches Sinnbild für Kommunikation bei Serres: Hier wird der Engel als Kommunikationsmodell bei Serres eingeführt, der als Interpretationsschlüssel für Austauschprozesse dient.

3.1 Die Übertragungsfunktion im Kontext der Entkörperung: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Notwendigkeit des Verschwindens des Boten, um die Botschaft als Sinn hervortreten zu lassen.

3.2 Die Cherubim: amphibische Austauscher zwischen konträren Welten: Die Cherubim werden als Hybride beschrieben, die als „Vielfachschlüssel“ Kommunikationsnetze miteinander verknüpfen.

3.3 Fazit/ kritische Würdigung: Eine kritische Betrachtung von Serres’ Sicht auf die Informationsrevolution und die Rolle des Engels als Metapher für moderne Kommunikationsabläufe.

4. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die aktuelle Relevanz medienphilosophischer Betrachtungen im Kontext moderner Vernetzung und der Beherrschbarkeit von Medien.

Schlüsselwörter

Medienphilosophie, Botenmodell, Sybille Krämer, Michel Serres, Kommunikation, Übertragung, Engel, Hybridisierung, Entkörperung, Medialität, Differenz, postalische Kommunikation, Cherubim, Informationsrevolution, Vermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die medienphilosophische Reflexion über Kommunikation und Übertragung, indem sie die Engelsfigur als archetypisches Modell des Mittlers und Boten analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Medientheorien von Sybille Krämer und Michel Serres, das Konzept der Hybridisierung, die Funktion der Entkörperung des Boten und das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz in Kommunikationsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Modell des Boten als grundlegende mediale Figur zu etablieren und aufzuzeigen, wie Engel metaphorisch die Übertragung zwischen heterogenen Welten und die Konstitution von Kommunikation ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienphilosophische Literaturanalyse, die zentrale Werke von Sybille Krämer und Michel Serres vergleichend betrachtet und deren Thesen auf medientheoretische Kontexte anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Krämers Übertragungskonzept (Bote als Mittler) und Serres' Allegorie des Engels (Engel als Universal-Austauscher), ergänzt durch die Analyse der Cherubim als hybride Knotenpunkte in Kommunikationsnetzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Medienphilosophie, Übertragung, Hybridisierung, Bote, Entkörperung, Medialität und Differenz.

Warum spielt die „Entkörperung“ des Boten eine so große Rolle bei Serres?

Laut Serres muss der Bote hinter der Botschaft zurücktreten und unsichtbar werden, da nur durch dieses Verschwinden die reine Wahrnehmung der Nachricht als Sinn möglich wird.

Wie unterscheiden sich die Ansätze von Krämer und Serres im Hinblick auf Engel?

Während Krämer den Engel vor allem als postalischen Boten und als Figur der Asymmetrie zur Überbrückung von Differenz thematisiert, sieht Serres im Engel (insbesondere den Cherubim) einen „Vielfachschlüssel“, der verschiedene Kommunikationsnetze zu einem funktionierenden Ganzen verknüpft.

Welche Gefahr sieht Krämer in der medialen Selbstrücknahme?

Krämer warnt, dass die Fähigkeit des Mediums, sich hinter der Botschaft zurückzunehmen, auch als Werkzeug für autonome Machtausübung missbraucht werden kann.

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Details

Titel
Engel als Botschafter – Betrachtungen der Ansätze von Krämer und Serres im Kontext moderner Medienphilosophie
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Philosophie)
Note
1,7
Autor
Silke Piwko (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V194485
ISBN (eBook)
9783656196914
ISBN (Buch)
9783656199649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
engel botschafter betrachtungen ansätze krämer serres kontext medienphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silke Piwko (Autor:in), 2011, Engel als Botschafter – Betrachtungen der Ansätze von Krämer und Serres im Kontext moderner Medienphilosophie , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194485
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Leseprobe aus  19  Seiten
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